Treue oder Partnerwechsel ?
Die Basis für eine gute Beziehung ist u.a. Vertrauen. Welche Rolle jedoch die Treue in der Liebe spielt, zeigt eine Umfrage des GEWIS-Instituts (Gesellschaft für erfahrungs- wissenschaftliche Sozialforschung): Verständnis, Zärtlichkeit und Aufrichtigkeit scheinen besonders in jüngeren
Partnerschaften zunehmend wichtiger zu werden; Sex hingegen nimmt nur einen niedrigeren Stellenwert ein. Die Sehnsucht nach Treue wird heutzutage immer größer.
Es gibt in der Gesellschaft kaum noch sexuelle Tabus, man ist mittlerweile offen für alles. Aus diesem Grund sehnen sich viele Menschen verstärkt nach Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen in ihrer Partnerschaft. Hinsichtlich der Umfrage sind für 41% der deutschen Männer und 45% der deutschen Frauen Seitensprünge absolut tabu. Das Risiko des Vertrauensbruchs gehen immer weniger Paare ein. Allerdings sind 20% aller Frauen und 22% aller Männer in Beziehungen schon mal fremdgegangen.
Wenn es also trotz Treueschwur zum Seitensprung kommt, sind immerhin 22% der deutschen Männer, jedoch nur 16% der deutschen Frauen in der Lage, ihrem Partner zu verzeihen.
40 Prozent der unter 30-Jährigen betrachten ein erfülltes Sex-Leben als Voraussetzung für eine gut funktionierende Partnerschaft.
46 Prozent der zwischen 30- und 60-Jährigen stehen auch weiterhin zu ihrem Treueschwur, da sie gegenseitiges Vertrauen als Grundpfeiler einer Beziehung ansehen. Ein Teil der Männer (37%) und Frauen (39%) sind kleinen, harmlosen Flirts nie abgeneigt, sofern die Beziehung dadurch nicht gefährdet wird. Darüber hinaus träumen 29% der Frauen und 33% der Männer in ihrer Phantasie von anderen Partnern. 10% der Männer und 6% der Frauen gaben sogar an, keine Probleme mit einer offenen Beziehung zu haben.
Zum Thema Treue bzw. Polygamie haben Biologen aus Kanada eine interessante Entdeckung gemacht: Im Test mit männlichen Ratten zeigte sich, dass die Männchen sich nur widerwillig immer wieder mit der gleichen Ratten-Partnerin paaren.
Die biochemische Erklärung für diese „Neigung" ist der Botenstoff Dopamin. Nach einer Messung des Dopaminspiegels im Gehirn männlicher Ratten zeigte sich: Durch die zunehmende Unlust auf die vertraute Sexualpartnerin sank gleichzeitig die Konzentration von Dopamin
. Beim Vorsetzen einer neuen Gefährtin stieg sein Anteil dagegen sprunghaft an. Wissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als sogenannten Coolidge-Effekt (benannt nach dem amerikanischen Präsidenten Calvin Coolidge).
Möglicherweise lassen sich hinsichtlich dessen auch gewisse Parallelen zum Menschen ziehen.
