Hallo zusammen,
wie angekündigt haben wir uns am Donnerstag Abend auf dem Weg nach Udupi gemacht und sind heute morgen wieder zurückgekommen.
Die Hinfahrt verlief leider nicht ganz so wie wir uns das vorgestellt haben. Nachdem unser Bus so laute Geräusche von sich gegeben hat, dass wir schon befürchteten, uns fliegen jeden Moment irgendwelche Kolben um die Ohren, und zeitweise der ganze Bus heftig vibriert hatte, hat unser Busfahrer nach etwa der Hälfte der Strecke eine Werkstatt angesteuert - dort wurde dann Nachts um halb eins fleißig gelötet und gehämmert, aber geholfen hats nicht viel: Nach einer weiteren Stunde mussten wir den Bus wechseln, unserer hatte komplett den Geist aufgegeben. Unser Ersatzfahrzeug war dann auch die denkbar älteste Mühle, es gab keine Einzelsitze, sondern nur unbequeme Sitzbänke, an verstellbare Rückenlehnen war natürlich gar nicht zu denken. Die hintere Türe ließ sich nicht ganz schließen, und so sind wir in unsere Handtücher gehüllt über unbefestigte Passstraßen der Western-Ghats geheizt. Der Fahrer wollte wohl ein bisschen der 5 Stunden Verspätung wieder reinholen, was uns die zahlreichen Schlaglöcher um so deutlicher spüren ließ. An Schlaf im Bus war ganz und gar nicht zu denken. So sind wir also ziemlich platt und um einiges später als geplant in Udupi angekommen, und haben uns erst einmal bei einem ausgiebigen Frühstück von der Fahrt ausgeruht. Zum Frühstück gab es typisch für die Region Masala Dosa, ein mit Kartoffeln gefüllter scharfer Reispfannkuchen, der wohl in Udupi selbst erfunden wurde, und Mangalore Buns, warme Fladen aus Hefeteig mit zweierlei scharfen Soßen - beides sehr lecker!
Am Nachmittag sind wir dann zum nahe gelegenen Fischerdorf Malpe gefahren, um von dort aus mit dem Boot auf die traumhaft schöne Insel St. Mary's Island zu gelangen. Der Anblick der Insel hat uns die Strapazen der Nacht schnell vergessen lassen, statt dessen haben wir unweigerlich an die Baccardi - und Raffaelo-Werbung denken müssen.......
Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir dann wieder aufs Festland gefahren.
Am nächsten Morgen haben wir dann zuerst die Tempelanlage von Udupi besucht. Udupi hat einen Krishna-Tempel, der zu den bedeutensten Südindiens zählt und das Ziel zahlreicher Pilger ist.
Dort haben wir dann erfahren, dass am Abend eine Krishna-Prozession stattfinden soll. Zuvor wollten wir aber noch nach Kaup (oder Kapu), einem kleinen Ort im Süden von Udupi. Dort gibt es einen sehr schönen Leuchtturm auf einer Klippe, zu dem wir wollten. Nachdem der Busfahrer uns im Ort selbst aussteigen lassen hat, haben wir keine Rickshaw zum Strand genommen, sondern sind zu Fuß an Palmenwäldern und kleinen Dörfchen vorbei hingegangen. Am Leuchtturm gab es dann auch einen sehr schönen Strand, der uns natürlich zum Sonnenbaden und Schwimmen eingeladen hat.
Am Abend sind wir dann zur Prozession gegangen, in der wir einen Tempelelefanten gesehen haben und die riesigen geschmückten Festwagen, die von den Pilgern durch den Ort gezogen wurden - begleitet von viel Musik, Fakeln, Bengalischem Feuer und Böllern. Für uns auf jeden Fall ein sehr sehenswertes Spektakel.
Am Sonntag sind wir dann nochmals zu St. Mary's zurück, da es uns dort ja so gut gefallen hatte, aber durch das bewölkt-schwüle Wetter und die Ebbe war sie nicht ganz so reizvoll wie zwei Tage zuvor - wir haben den Tag dort trotzdem genoßen, und bei der Bootsfahrt zur Insel sogar wieder Delphine gesehen.
Viele Grüße aus Bangalore
Alex