Marienkäfer auf dem Rücken
So wie Björk spielt auch Emilie Simon damit als Kindfrau
aufzutreten. Vergleicht sie die SZ mit einem Mädchen aus einem Tim Burton Film,
die ohne Argwohn in die Dunkelheit eines Kellers geht, obwohl sie genau weiß,
dass die dunklen Schatten tatsächlich lange Männer sind, die sie erschrecken
wollen, ein Mädchen, welches sich in einen Mann verlieben kann, der
Scherenhände hat, und die Presse fotografiert sie innerhalb einer Wiese mit
Glühwürmchen im Haar. Das alles, wie schließlich auch die „Islandmystik“,
verzeiht man, nimmt sie als Stilmittel sogar völlig (und begeistert) ab, wenn
man die Musik hört, die sie macht.
Da entstehen Klangwelten, die
weich und zart beginnen, an obskurer Stärke gewinnen und bei aller
Vergleichbarkeit zu Kate Bush und Björk doch auch immer die Nähe zum Chanson
zeigen. Ja, und wenn er schon mal genannt wurde, Simon braucht nicht erst im
Interview zu erzählen, dass sie sich mit Tim Burton verwandt fühlt, denn ihre
Musik könnte ebenfalls zu seinen Filmen passen, oder anders, seine Bilder
passen auch zu ihrer Musik.
Wobei man sich schwerlich
vorstellen kann, dass Burton rote, kinderliebe Marienkäfer in seiner
Bildsprache einsetzt. Mit denen hat sich aber Simon auf ihrem ersten Album emilie simon fotografieren lassen.



