Lösch mir die Augen aus

28.02.2006 um 15:13 Uhr

Anfangssätze…

von: AiHua

…sind etwas Tolles.

Mit ein paar Leuten sitze ich an einem hässlichen Plastiktisch und esse aus einer hässlichen Plastikschale etwas, was als Lasagne angegeben wurde. Meine Gesprächspartner haben sich vorgenommen Jean-Jaques Rousseau endlich zu lesen. Natürlich Vom Gesellschaftsvertrag. Meine eine Freundin hat schon früher begonnen und ist vom ersten Satz begeistert und rezitiert in der hallenden Mensa:

„Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten.“

Die andere Freundin ist begeistert und meint, „Der Anfang ist großartig, genauso wie Thomas Mann:

 „Schuld war die Amme“

Etwas andere Qualität, aber durchaus auch großartig.

28.02.2006 um 02:04 Uhr

Erniedrigung des Alltags II

von: AiHua

Nachdem ich also schon in meiner Nachbarschaft als verunglückte Schildkröte bekannt geworden bin hat sich mein Unterbewusstsein wieder zu wahren Höhenflügen aufgeschwungen um meinem Bewusstsein mal wieder zu zeigen wer hier eigentlich Herr im Haus ist.

Nachdem ich von verschiedener Seite darauf hingewiesen wurde, dass man überall Berliner kaufen kann und ich die doch so gerne esse, habe ich mich mal von meiner Schreibarbeit abgeseilt und bin zum Bäcker. Kurz bevor ich rein bin, habe ich meine Rede geplant: „Ai Hua, denk’ daran, hier heißt das Krapfen… Krapfen, nicht Berliner. Streiche das Wort mal, die Leute denken hier noch immer nicht gerne an die Preußen. War nach ihren Maßstäben auch ungerechtfertigt, der Krieg damals… welcher auch immer.“

Während ich das noch denke stehe ich schon vor der Theke, die Verkäuferin blickt mich fragend an. Das mit den Berliner… äh Krapfen meistere ich so gerade. Überglücklich laufe ich mit meiner Tüte nach Hause vor den heimischen Rechner. Genüsslich beiße ich in den Schokoberliner (ich bin zu Hause, das ist nicht Bayern) und was ist, mein eingebauter Haselnusstest (Lunge und Speiseröhre scheinen begeisterte Hobbychemiker zu sein) schlägt Alarm!

Tagelang träume ich von einem Gebäck wie die Schwangere von den Rapunzeln und was ist? Ich muss es wieder auf den Teller legen und warten, dass es der Fanatiker isst. Das Leben ist so himmelschreiend ungerecht!!! Ich verlange Satisfaktion!!!

26.02.2006 um 18:52 Uhr

Plagiatpolizei, alles was Sie sagen kann gegen Sie verwendet werden

von: AiHua

Erstmal habe ich das Zitat „Ich binne nicht tot“ gebracht, weil mir klar war, dass ich in den nächsten Tagen erstmal rar bin, mehr gesagt es mich machen sollte. Aber auch aus anderen Gründen.

Das erste Mal ist mir dieser Satz begegnet, als ich Oma Wetterwachs begegnet bin, eine der vollen Figuren der Scheibenwelt, also aus der Feder von Terry Pratchett entkleckst. Diese Hexe hat sich die Fähigkeit erarbeitet ihre Seele in Tiere zu projizieren, ihr Körper bleibt dabei personenleer. Da sie Angst hat, dass sie dabei jemand finden könnte und für tot hält legt sie sich ein Schild auf de Brust, auf dem nun besagtes Zitat steht.

Wer den guten Terry schon sich des Öfteren mal zu Gemüte geführt hat weiß, dass er nicht nur ein genialer Kopf ist dem immer mal wieder etwas Neues einfällt, sondern auch gerne Geschichten einarbeitet, die das Leben oder aber andere vorher geschrieben haben. Und richtig, auch hier hat das richtige Leben zugeschlagen. Der gute Christian Andersen hat nicht nur immer ein Seil (zum Abseilen bei plötzlichen Feuer beispielsweise), sondern auch jede Nacht neben sich einen Zettel gelegt. Andersen war schon etwas, sagen wir paranoid (ich als Nichtmediziner, Nichtpsychologe kann mich da sorglos auf dünnes Eis wagen), allerdings kam es noch zu seiner Zeit häufiger vor, dass man lebendig begraben wurde (soll heute übrigens sich auch wieder allgemeiner Beliebtheit erfreuen, weil man kaum noch Totenwachen abhält, muss ja alles ruck zuck gehen. Wobei man dann nicht plötzlich im Grab erwacht sondern in der Kühlbox erfriert…).

Pratchett benutzt zwar gerne Fußnoten (die schließlich im wissenschaftlichen Bereich bevorzugt sind), macht aber nicht die Angabe woher er jetzt was hat. Sollten wir jetzt entrüstet Plagiat schreien? Nein! Er benutzt es als Zitat, als Anlehnung. Er nimmt eine Sprache um etwas deutlich zu machen.

Also will ich hier deutlich eine Fürsprache für das Entlehnen fremder Worte (aber auch anderer Bereiche) halten. Leute, zitiert, klaut aber nicht. Aber ich finde schon, dass man auf einen Blog etwas freier sein kann als bei einer wissenschaftlichen Arbeit, weshalb ich auch bei dem vorangegangenen Eintrag nicht geschrieben habe wen ich eigentlich zitiert haben. Angeregt wurde ich übrigens in meinen Gedanken hier.

25.02.2006 um 01:35 Uhr

kurzer Einschub

von: AiHua

"Ich binne nicht tot."

25.02.2006 um 01:22 Uhr

wieder eine Liste...

von: AiHua

diesmals von hier.

1. Was ist dein Lieblingsparfum?
Hm, ich mag für mich meistens kühle Düfte, aber ich bin ziemlich offen. Ich habe mal gelesen, dass ein Parfumeur einen Duft kreiert hat, der ihn an ein besonderes Kindheitserlebnis erinnert. Es handelt sich um einen Jahrmarkt. Es riecht also ausgelassen, nach Popcorn und was weiß ich. Ich würde es selber nicht benutzen, darum geht es wohl auch gar nicht, sondern es geht bei Parfum darum, dass der Duft einen an etwas erinnert…

2. Trägst du Unterwäsche, wenn ja, welche?
Ja, keinen Feinripp.

3. Was ist deine Lieblingseissorte?
Eis ist insgesamt toll. Das letzte Mal, dass ich eine Lieblingssorte hatte, war ich neun, da war es Haselnuss, davor Zitrone. Ja, jetzt sind die Zeiten der Haselnüsse vorbei…

4. Duschen oder baden?
Alles zu seiner Zeit.

5. Sonnenauf- oder Sonnenuntergang?
Hm, an sich finde ich andere Sachen toller. Ich nehme mal den Untergang, hört sich so nach Verfall an.

6. Welche 3 Dinge hast du immer bei dir, wenn du unterwegs bist?
Mein Portemonnaie, was zu Lesen, Asthmaspray

7. Donald Duck oder Mi
ckey Mouse?
Wenn überhaupt, dann Mickey Mouse

8. Welche Zahnpasta benutzt du?
Zur Zeit Ajona.

9. Rechts- oder Linkshänder?
Eher rechts, allerdings nicht ausschließlich

10. Singst du unter der Dusche?
Nein, wobei das nicht empört klingen soll.

11. Redest du mit deinen Haustieren?
Als ich welche hatte schon 

12. Kennst du die richtigen Namen deiner E-mail-Freunde?
Fast immer 

13. Hast oder hattest du jemals ein pinkfarbenes Kleidungsstück?
Ja, wobei ich eine Zeit lang strikt dagegen war

14. Beißt du dir in die Lippen, wenn du nervös bist?
nein

15. Weißt du, wie man die BH-Größe misst?
Sollte ich wohl

16. Kannst du einen BH mit nur einer Hand öffnen?
Erleichtert einem den Alltag, ja.

17. Gummibärchen oder Kaugummi?
Gummibärchen, ich habe jahrelang überhaupt nicht Kaugummi gekaut.

18. Wie alt bist du?
24

19. Und wie alt möchtest du sein?!
Nie wieder zurück und nur vorwärts, wenn ich etwas erreiche

20. Loft, Villa, Bauernhaus oder einfach nur Wohnung?
Immer her damit. Falling water würde ich beispielsweise gerne nehmen…

21. Was isst du am liebsten auf der Pizza?
Käse und Tomatensauce müssen auf jeden Fall dabei sein.

22. Wie trinkst du deinen Kaffee?
Zumindest mit Milch, meistens auch gesüßt

23. Hast du schon mal für andere gekocht?
Immer wieder

24. Hast du schon mal Austern gegessen?
Komisch, heute habe ich schon mal daran gedacht. Noch nie, ich will aber.

25. Weißt du Geburtstag und Alter deiner Eltern?
Meistens ja.

26. Titel deines Lieblingsbuchs?
Ach herje. Zur Zeit Glenkill, homo faber, der Mann der die Worte liebte

27. Hast du schon mal jemanden ans oder aufs Bett gefesselt?
Das fing schon früh an. Als erstes wohl mit vier, mein Bruder hat mich tierisch genervt.

28. Sind deine Füße gleich groß?
Also ich kaufe Schuhe einer Größe

29. Magst du Knoblauch?
Ja

30. Was war das erste Konzert auf dem du warst?
Klassische Musik für Kinder, dann Hänsel und Gretel, mir wird heute noch erzählt, dass ich vor Angst leise weinte…

31. Liest du Tabellen?
Ja, ich lese fast alles

32. Was wäre das erste, was du tun würdest, wenn du einen Millionenjackpot im Lotto gewinnst?
Aufhören Angst um meine finanzielle Zukunft zu haben.

33. Pepsi oder Coca Cola?
Bei Pepsi schmeckt die Light besser, ansonsten wohl eher Coca Cola

34. Wann hast du das letzte Mal geweint?
Kann nicht so lange her sein. Pseudomäßig heute beim Zwiebelschneiden

35. Schau nach rechts - was siehst du?
Bücher, direkt auf meiner Höhe einen Museumsführer, dann einen Florenzkunstführer, schließlich Gombrichs Geschichte der Kunst, dann Wunder kann man sammeln, Holzschnitte des Petrarcameisters, darüber gesammelte Ausgabe von Kant, wobei nur Band 1, 2 und 6 etwas verlesen sind.

36. Mit oder ohne Kohlensäure?
Prickelnd soll das Leben sein… oder so

37. Schnarchst du?
Ich habe gerade nochmals gefragt, anscheinend nicht

38. Kaust du auf Bleistiften oder Kulis rum?
Nein

39. Wenn auf einer Tür steht "ziehen" drückst du trotzdem?
Ich kann meine Beschränktheit des Öfteren nicht leugnen

40. Wenn du einen Tag in deinem Leben wiederholen könntest, welcher wäre das dann?
Da gäbe es viele. Meine letzte Sprachklausur.

41. Wie würdest du dich selbst einschätzen? Shy, fly, high oder dry?
Humor, Wein und Martini sollten trocken sein

42. Pommes oder Bratkartoffeln?
Bratkartoffeln

43. Hast du schon mal eine Waffe abgefeuert?
Ja

44. Winnie the Pooh, Tigger, Kanga, Roo, Piglet, Eeyore, Rabbit oder Owl?
Wo ist I-ah? Nur der, klar?

45. Warst du schonmal in Disneyland/-world/-resort?
Nein, muss auch wirklich nicht sein. Wobei ich schon mal gerne einen Essay über die Architektur dort schreiben möchte. Na ja, ist auch abgegriffen, so von wegen Venturi: „You must pay for your public life.“

46. Was ist dein größtes Ziel?
Im Leben nicht versagen

47. Schlagsahne oder Caramelsirup?
Letzteres

48. Riechst du gerne andere Menschen?
Ein paar sehr gerne.

49. Kannst du mit deinen Augen einzeln blinzeln?
Mit einem kann ich es nur

50. Frühaufsteher oder Nachteule?
Letzteres

24.02.2006 um 23:49 Uhr

Wiederholung

von: AiHua

Also das Angebot gilt noch! Wenn jemand meint, dass so viel Ansturm herrschen würde, nein, an sich nicht…
Also nochmals: sehr nette Familie ab zu geben. Es kostet wirklich keinen Cent!

Meine Mutter ist kreativ, kann sehr, sehr gut kochen, liebt ihre Familie sehr, ist sehr charmant, sieht wohl auch sehr gut aus, so sieht man ihr auch nicht an, dass sie zwei Kinder hat, die weit über 20 sind, einer davon schon nahe 30. Nachdem sie lange Zeit Geschäftsfrau war, genießt sie es Hausfrau zu sein, mit allen Klischees, die es gibt. Dabei fühlt sie sich zum Leidwesen einiger Frauen gar nicht in ihrer Emanzipation unterdrückt.

Mein Vater ist äußerst pflegeleicht, wenn man hin und wieder ihn in guter Erinnerung hat ist er ganz glücklich (glaube ich jedenfalls).

Mein Stiefvater sechs Jahre jünger als meine Mutter, sieht aber älter aus. Er ist Musiker, er übt also meistens. Unter Romantik stellt er sich vor, dass er Gitarre in einer umrankten Laube spielt, ein gut gekühlter Wein vor ihm steht und eine hübsche Frau neben ihn zuhört. Dabei muss sie ihn auch nicht anschmachten. Für Kritik ist er immer offen, er übt dann noch länger…

Mein Bruder ist der fast 30 jährige. Er ist Buddhist… oder beschäftigt sich zumindest mit dieser Religion.

Meine Pflegegeschwister:
Nachdem meine Mutter feststellen musste, dass ihre Kinder nicht daran denken sie zur jungen Großmutter zu machen hat sie kurzerhand selber sich neue Kinder „besorgt“.

Meine Pflegeschwester a. D.:
Der jenige, der meine Familie übernimmt muss sich kaum mit ihr beschäftigen, denn sie hat kaum noch Kontakt zu uns.

Mein Pflegebruder:
Der leibliche Bruder von meiner Pflegeschwester a. D.. Er ist ein etwas verwöhnter, aufgeweckter Junge, der einen etwas an Findus erinnern kann. Außer, dass er außerordentlich begabt in Sachen trompete ist, müht er sich durch seine Schulzeit. Bisher möchte er gerne Tiermediziner werden.

Meine neuste Pflegeschwester:
Als Frühchen kam sie unter die Fittiche meiner Mutter. Wegen dieser Tatsache hat sie auch ein paar körperliche Defizite, ansonsten scheint sie aber auch sehr aufgeweckt zu sein. Jedenfalls finde ich ihr sprachliches Vermögen sehr beachtlich. Bisher ist sie ziemlich leicht glücklich zu machen. Menschen die an sich keine kleinen Kinder mögen finden sie ganz sympathisch.

Ansonsten habe ich noch auf allen Kontinenten Familie, wobei ich den einen in Afrika selber nicht kenne. Er versucht da irgendwie eine Reissorte zu entwickeln, die dort wächst…

Wer also Interesse hat melde sich bitte.

24.02.2006 um 01:31 Uhr

Liederliste

von: AiHua

1. Ein Lied aus der frühsten Kindheit:
If I was a carpenter
Ich habe es nie gemocht, selbst als Kind nicht, aber das war eines der Lieder, die mein Vater meiner Mutter immer vorgesungen hat.

2. Ein Lied, welches du mit deiner ersten großen Liebe assoziierst:
Foo Fighters
: Hunter
und zwar zu der Zeit, als ich fast so hirnamputiert war zum dritten Mal mit ihr (der Liebe) zusammen zu kommen.
Und vorher beispielsweise Björk: I miss you

 

3. Ein Lied, das dich an einen Urlaub erinnert:
Kings of Leon
: Joe’s head
An sich die ganze Platte, aber gerade das Lied verkörpert doch sehr gut das Gefühl über die Landstraße zu fahren, neben sich ein Hund, Menschen, die man gerne hat und die Erwartung das Meer zu sehen. 


4. Ein Lied, von dem du in der Öffentlichkeit nicht so gerne zugeben möchtest, dass du es eigentlich ganz gerne magst obwohl es dümmlich und/oder Plastik ist:

The Killers: All these things that I’ve done
wobei es eher zu diesen Liedern gehört, die nicht unbedingt in das Traumimage passen, aber nicht peinlich sind. Das Lied, welches mir peinlich ist, ist mir wirklich zu peinlich. Ein gewisser Schein muss noch gewahrt werden.

 5. Ein Lied, das dich (geplagt von Liebeskummer) begleitet hat:
Jay-Jay Johanson
: Quel domage
insgesamt das Album, so auch I guess I’m just a fool

 6. Ein Lied, das du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast:
das kann ich nicht so sicher sagen, aber wahrscheinlich
Björk: Hyper-ballad

 7. Ein Lied, das dein liebstes Instrumental ist:
auch nicht gerade einfach aber ich nehme mal Prokofiev: Romeo and Juliet und zwar 1. Mantagues and Capulets
Vollkommen unvorbereitet habe ich es mal gehört und gesehen. Mir war schwindlig von der Stärke des Orchesters. Wie laut piano dabei sein kann…

 8. Ein Lied, das eine deiner liebsten Bands repräsentiert:
Muse
: stockholm syndrome

 9. Ein Lied, in dem du dich selbst wiederfindest oder in dem du dich auf eine gewisse Art und Weise verstanden fühlst:
wah, ich meine hallo, was soll ich denn da machen? Hm…
Björk: Headphones
oder
Beth Gibbons & Rustin Man: mysteries

 10. Ein Lied, das dich an eine spezielle Begebenheit erinnert & welche:
Radiohead
: idioteque
Es war kalt, das Fenster war auf, Schnee lag auf allem, Eiszapfen ragten vom Dachfirst herab. Wir unterhielten uns nicht, schließlich lief gerade die Kid A und wir waren zumindest in diesem Zimmer, zu dieser Zeit sicher.

 11. Ein Lied, bei dem du am besten entspannen kannst:
das hört sich jetzt nach Pseudo an, aber tatsächlich kann ich dabei am besten einschlafen
Aphex Twin: vordhosbn

 12. Ein Lied, das für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht:
Fettes Brot
: alles im grünen Bereich
John Bennet: Weep, O mine eyes
wir waren ein paar Leute, ließen uns im Sommer in mehreren Kanus, die zusammen gebunden waren einen Fluss runter treiben. Wir lagen aneinander gelehnt, sahen in den Himmel, versuchten uns an den Text zu erinnern, oder erschreckten Kühe auf ihren Weiden mit unserem Gesang. Eine meiner liebsten Erinnerungen an Menschen die nahezu 13 Jahre meine Welt darstellten, die bestimmt nicht immer gut waren.

 13. Ein Lied, das momentan dein Lieblingssong ist:
Emilie Simon
: Graines d’etoiles
Noir Désir: oublie

 14. Ein Lied, das du deinem besten Freund widmen würdest:
Nine Inch Nails
: underneath it all
Das mit dem „besten“ Freund gefällt mir jetzt nicht unbedingt und es ist jetzt auch nicht das ausschließliche Lied, aber was soll’s

 15. Ein Lied, das außer dir niemand gerne hört:
Das ist natürlich auch schwierig, aber jedenfalls mein unmittelbarer Umkreis hört das wohl nicht ganz so gern
Pizzicato Five: twiggy twiggy oder auch go go dancer

 16. Ein Lied, das du vor allem aufgrund seiner lyrics magst:
an sich mag ich fast immer die Texte, das ist für mich kaum zu trennen

Björk: oceania
Ich könnte wirklich da äußerst viele nennen

 17. Ein Lied, das weder deutsch- noch englischsprachig nicht Fisch nicht Fleisch ist und dir sehr gefällt:
Piana
: earley summer
Der Titel ist zwar englisch, aber das Lied hat selber einen japanischen Text.

 18. Ein Lied, bei dem du dich bestens abreagieren kannst:
ja, also da gibt es auch extrem viele, aber heute habe ich drei Mal die futurist gehört, darum mal
Alec Empire: night of violence, vertigo oder auch hunt you down
Tom Waits: hoist that rag
Kaizers Orchestra:
Maestro

 19. Ein Lied, das auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte:
Tom Waits
: green grass
Lamb: I cry

 20. Ein Lied, das du zu den besten aller Zeiten rechnen würdest:
oha, dann nehmen wir mal ein Lied von jemanden, der hier noch nicht genannt wurde. Das grenzt wenigstens schon mal ein paar aus…
Múm: I can't feel my hand any more, it's alright, sleep still
Nick Cave and the Bad Seeds: Brompton Oratory
Dredg: sorry but it’s over
Sigur rós: vaka
PJ Harvey: long snake moan
The mars volta: l'via l'viaquez
Das ist unendlich weiter zu führen…

 Ich bin nur einer von vielen, z.B. To01…

23.02.2006 um 17:38 Uhr

In eigener Sache

von: AiHua

Wirklich gut erhaltene Familie ab zu geben.

Zu jung gebliebene Mutter, die äußerst schräg ist. Stiefvater, Naturpessimist, dafür aber begnadeter Gitarist, wenn man ihn einen Musikraum gibt, sehr pflegeleicht. Älterer Bruder, der hin und wieder mal Hilfe benötigt (an sich dann, wenn man selber eigentlich Hilfe nötig hat). Dann noch Überseeverwandtschaft, also hin und wieder mal e-mails schreiben. Ein Paar Pflegegeschwister, davon ein Baby, welches mal gerne Hallo am Telefon sagt. Ach ja, wenn man mal in  der Nähe ist, Unkraut auf dem Friedhof jäten.

Der Kontakt mit der Familie würde meistens über das Medium Telefon ablaufen, da sie über die Kontinente dieser Welt etwas verstreut ist. Die Personen innerhalb Deutschlands sollten als nähere Verwandtschaft angesehen werden.

Grund der Abgabe: persönliche Gründe.

22.02.2006 um 03:24 Uhr

„Es gibt Menschen,…

von: AiHua

…mit denen sich alles kompliziert, und dabei ist das so ein exzellenter Kerl!“

Der Satz, den der Schwierige Hans Karl ausspricht hat mich einige Zeit nachdenken lassen.
„Mein Gott, ich bin eben nicht möglich [.]“
Er hätte auch sagen könne, dass er unmöglich sei, aber durch das viele Benutzen ist der Begriff schal geworden, drängt sich in der Bedeutung nicht unbedingt auf. Hans Karl ist der Schwierige, er ist als Schwierige nicht möglich, unmöglich. Und so ist es nur plausibel, dass seine Situation kein Zustand sein kann.
Das Schöne an der Figur Hans Karl ist, dass er alles so meint, wie er es sagt. Sicherlich, man muss auch bei ihm zwischen den Zeilen lesen, denn einiges ist ihm nicht bewusst, was er da eigentlich ausdrücken will und aus ihm heraus drängt. Und so weiß man, dass er seine Beteuerungen zu einer Freundschaft ernst meint, die er mit seinem unendlich gefangenen Neffen bespricht.

„HANS KARL Ich hab’ ihn gern.

STANI Er nimmt alles wörtlich, auch deine Freundschaft für ihn.

HANS KARL Aber er darf sie wörtlich nehmen.“

 
So ohne Handlungsfähigkeit, auch mit noch so viel Erkenntnis ist Hans Karl nicht möglich, er ist schwierig. Aber gerade deshalb ist er so sympathisch.

21.02.2006 um 00:45 Uhr

Mal wieder auf universellen Pfaden

von: AiHua

Jetzt bin ich nicht nur das Maß aller Dinge, sondern auch alle an sich und überhaupt. Was das bringt? Der Fanatiker wünscht sich, dass alle seine Musik mögen, ich sag mal: Geht klar!
Wozu hat man einen gut entwickelten Größenwahn. Ich bin alle und ich mag die Musik.
Ich (nicht vergessen, ich bin alle) bin euer, dein größter Fan. Bestimmt.

20.02.2006 um 00:06 Uhr

Ehe wieder aufgenommen

von: AiHua

Der Ehemann ist wieder da, die Therapie zu Ende. Freundlich weist er mich daraufhin, dass er sein Bestes gegeben hat und versuchen wird wieder gut zu mir zu sein. Ich solle ihn doch bitte auf Bugs Fehler aufmerksam machen, wenn er sie macht. Er wird dann natürlich versuchen sie aus dem Weg zu räumen.

Ja, ich hole den fast schon vergessenen Sekt aus dem Kühlschrank, lasse den Korken knallen und hoffe, verberge aber meine Skepsis, denn jeder kann ja mal Fehler machen.

Auf Dein und mein Wohl, Bloggigo!

19.02.2006 um 23:38 Uhr

Entgleiste Kunstbetrachtung

von: AiHua

Ich bin ein ziemlich egozentrischer Mensch, jedenfalls stelle ich das in meiner Kunstbetrachtung fest. Mehr gesagt darin, was mir gefällt. Ein Landschaftsbild wird für mich interessant, wenn ich es auf  den Rezipienten untersuche, ganz einfach, wenn ich mich bei meinen Empfindungen, Gedanken bei der Betrachtung der Landschaft reflektiere. Bei Richtungen wie dem Fotorealismus interessiert mich dann auch vor allem, zu entlarven, dass der Versuch objektiv zu sein vollkommen gescheitert ist. Der Blick durch die Kamera ist kein objektiver!

Aber wieder erstmal ein Schritt zurück. Der Rezipient in der Kunst. Ich komme gerade darauf, weil ich mir mal wieder ein paar Werke von Olafur Eliasson angesehen habe. Ich bin kein Spezialist für seine Kunst, wage aber zu behaupten (und habe es ziemlich sicher auch schon gelesen), dass seine Kunst sich immer um die Wahrnehmung von Phänomenen handelt. Als ich auf der vorletzten Biennale war und vor allem im dänischen Pavillon mich aufhielt wurde mir vor allem wichtig, dass es eine spielerische Art ist wahrzunehmen. Auf einmal schaut man wieder so, als wäre man wieder ein Kind, legt zeitvergessend den Kopf in den Nacken und schaut einfach dem Blätterrauschen zu, sieht wie das Licht sich in dem Grün bricht, durch die vielen Schichten lasiert wird. Es ist sicher falsch zu sagen, dass die Kunst nicht anspruchsvoll ist, aber Eliasson scheint einfache Beispiele zu finden und einem zu zwingen sie wieder –oder überhaupt- wahrzunehmen.

Nehmen wir Beauty von 1993. Hier wird gezeigt, dass Licht auf die Körperlichkeit eines Raumes angewiesen ist um überhaupt von uns wahrgenommen zu werden. Es muss auf einen Körper strahlen. Bei diesem Objekt handelt es sich hier um einen Wasservorhang, auf dem das Licht eines Strahlers trifft, ansonsten ist der Rum in Dunkel gehüllt. Wenn der Betrachter nun eine bestimmte Position findet, kann er einen Regenbogen sehen. Die Bewegung des Rezipienten ist also unbedingt notwendig. Der Betrachter wird sich bewusst, dass er sich bewegt, dass er sich bewegen muss. Der Betrachter wird eigentlich so auch zur Reflektion gezwungen. Was sehe ich gerade? Warum von hier? So in der Art.

(die Seite des Künstlers ist wirklich zu empfehlen.)

13.02.2006 um 22:21 Uhr

Erniedrigung im Alltag

von: AiHua

Nachdem ich die Treppe zur Waschküche im Haus drei Mal hoch gekraxelt bin, mir während die Waschmaschine zu Ende schleuderte die Berge im leicht diesigen Horizont betrachtete, habe ich daran gedacht, dass mein Kühlschrank leer ist. Ich meine komplett leer. Also habe ich mich winterfest angezogen und habe mich durch die Schnee und Eisflächen gearbeitet um zu Supermarkt meines Vertrauens zu kommen. Ich Idiot habe natürlich viel zu viel eingekauft. Das merkte ich sehr schnell, aber ich bereute es bitter, als ich mit dem schweren Rucksack einfach nach hinten kippte. Die Tüte an meiner Hand hat dabei alles überstanden, genauso wie der Chinakohl in meiner anderen Hand, der nicht mehr in den Rucksack passte. Mein Stolz ist aber natürlich ganz schön lädiert, vor allem, weil ich mit dem Rucksack nicht mehr von der Eisfläche so einfach hoch kam.

Das war alles fast genauso schlimm wie das Erlebnis jedes Erstklässlers, der mit dem Bus zur Schule fahren muss, und der sich denkt, „ich lasse meinen Schulranzen lieber auf dem Rücken, weil ich ihn sonst nicht mehr hoch kriege“ und der dann im Gang zwischen den Sitzen stecken bleibt, während sich hinter ihm eine lange Schlange bildet.

Schrecklich.

13.02.2006 um 01:02 Uhr

Jakob, Tristan und blutbesudeltes Stroh

von: AiHua

Egal wie geschrieben, ein ziemlich netter Name. Das Familienkaninchen (ein sehr begabter Ingenieur von Tunnelkonstruktionen) von dem Fanatiker hieß so. Das erste Kaninchen, welches meine Familie besessen hatte, hieß Tristan. Das war das Kaninchen von meinem Bruder, es war schwarz-weiß gefleckt und es war ein deutscher Riese, also wirklich riesig mit Schlappohren. Tolle Tiere. Tristan wurde nie geschlachtet, darum wurde er auch ganz schön alt. So alt, dass er nahezu blind werden konnte und mir als kleines Kind nahezu meinen Daumen abbiss, weil er meinte, dass es vielleicht etwas zu Fressen sein könnte (ja, ich habe meinen Finger durch das Gitter gesteckt).

Letztens habe ich einen Jakob kennen gelernt, der sehr menschlich war. Trotzdem hat er mich an die ganze Kaninchenproblematik erinnert. Ich glaube wir hatten auch ein Kaninchen, welches Jakob hieß…

Das mit der Erinnerung ist wirklich so eine Sache. Wen interessiert es, dass Longhena S. Maria della Salute 1630 begonnen hatte, wenn sein eigenes Leben derart vergessen an ihm vorbei gleitet? Mein Kaninchen, welches ich zur gleichen Zeit hatte, wie Tristan lebte, war braun, hatte innen weiße Ohren und war mindestens genauso kuschelig. Ich erinnere mich auch, dass einer der Köche sagte, dass er einen guten Braten abgebe…, aber hieß er womöglich Jakob? Isolde jedenfalls nicht, er war nämlich ganz sicher ein ER.

09.02.2006 um 01:11 Uhr

Es gibt Momente…

von: AiHua

… da gleitet alles aus der Bahn. Langsam schlittert das Gefährt einfach weiter und man weiß in ewiger Zeitlupe, das man nur noch abwarten kann. Es liegt nicht mehr in der Hand, die Macht wurde einem glatt mal eben entwendet, und obwohl das Eis dünn und brüchig ist, ist es verdammt glatt.
Die Schokolade im Mund schmilzt zart und unbemerkt, die Musik dehnt sich „…my eyes never forget, you see behind me. Silent Metal mercies castrate boys to the bone…“, dabei ist die Angst so langsam, dass sie einmal nicht als Dauergast auf meiner Schulter sitzt.

Und nachdem sich die Zeit dehnte, staucht sich das Material.

08.02.2006 um 03:12 Uhr

ein sinnloses Unterfangen

von: AiHua

Verdrängung kann sinnvoll sein, jetzt bringt es wenig.

Ich will es zwar nicht wahrhaben, will lieber meinen Rhythmus weiterführen, aber morgen früh habe ich keine Wahl. Morgen früh werde ich mich wieder nach anderen richten, meine Arbeit für ein paar Stunden ruhen lassen und mich einer anderen Arbeit widmen müssen. Sternenstaub wird zwar noch auf meinen Kleidern liegen, aber ansonsten wird nur noch das Neonlicht auf mich herab scheinen. Ein Baslerakzent wird mich geistig umwehen und ich werde in Kulturpessimismus gebadet, vielleicht sogar getauft.

Ich werde bei aller Historisierung, selbst die Arbeit noch mal historisieren und mich um die letzten Monate begutachtend drehen. War es gut, bin ich vorangekommen? Habe ich mich hermeneutisch um ein Objekt bewegt? Oder habe ich mich bei dem Versuch in meinen Schlaufen nur verheddert?

Oh, ich habe keine Lust! Ich will das alles nicht reflektieren. Ich gehe also noch nicht schlafen, ich will den Tag aufhalten.

08.02.2006 um 03:00 Uhr

immer noch ein Reisender

von: AiHua

Mein Ziel zwar vor Augen, hänge ich immer noch in den feuchten Wolken fest, in meinen Haaren hängen Eiskristalle. Aber neben dem blonden Mann mit den Sternenaugen haben mich heute noch andere mit ihrem Gesang begleitet.


Pour un peu de toi je pars sans hésiter
Tout au bout du monde sur le toit au sommet
Marks you path with scattered seeds beneath the opal stars,
Sur ton chemin
But in the crowd there's only one beneath the opal stars,
Sur ton chemin
Le long de tes reins

Juste un peu de voix, un souffle pour suggérer
Te laisser imaginer la chute

J'ai parsemé, j'ai déposé, des graines d'étoiles opales
Sur ton chemin
J'ai parsemé, j'ai déposé, des graines d'étoiles opales
Sur ton chemin
Le long de tes reins

07.02.2006 um 05:10 Uhr

Skopische Bilder

von: AiHua

Der alte Mann mit dem weißen, langen Bart schwang sich seufzend aus seinem Ruheplatz der Schöpfkelle. Er hatte noch einen weiten Weg vor sich, tief hinab, am Mond vorbei, vorbei an der Leier, die heute langsame Töne spielte, die klangen, als würden sie zwischen der Zeit sein. Als würden sie voranschreiten, wie ein Lied eben voranschreitet, aber gleichzeitig erinnerte sie sich nicht nur, sondern ging tatsächlich zurück und spielte dabei. Der blonde Mann mit den Sternenaugen sang gelassen, weich dazu. Auch er erinnerte sich. Die Trommel war längst zerbrochen.

Ich hatte immer noch nasse Füße, aber anders als der alte Mann, der gleichzeitig das alte Kind war, wusste ich, dass ich bald am Ziel war. Ich hatte mit dem Bären gerungen, die Schöpfkelle geschwungen, dem Kuhhirten als magische Kuh ein Lied von der himmlischen Spinnerin gesungen und war selbst der Mond gewesen, in dem die dreibeinige Kröte quakte.

Meine Kleidung glitzerte vor Staub, aber ich wusste es. Ich wusste, dass ich bald am Ziel war. Ich sah dich, ich sah euch, ich sah es.

05.02.2006 um 02:21 Uhr

Was will man mehr?

von: AiHua

Immer noch im Freudentaumel sah ich zu, wie Beißer nicht nur einige Menschen, sondern auch einen Hai mit seinen Zähnen zur Strecke brachte. Ein 007 Film wird mit der Gewissheit auf ein Finale mit Doherty (dem tollsten Mann an dem Tisch mit grüner Bespannung) einfach total aufregend, jedenfalls wenn man zum Wohle von Doherty (habe ich seinen Namen schon erwähnt) ein paar Pernod kippt genießt.
Doherty, Du kommst noch vor Matthew Bellamy!

(Wie war das noch mal mit der Ansteckungsgefahr von Fanatismus?)

04.02.2006 um 00:00 Uhr

Wäre ich nur…

von: AiHua

…eine Figur von South Park, dann gäbe es mich nicht mehr. Ich wurde vom Fanatiker nämlich total aus Versehen gelöscht. Außerdem wäre ich als Figur eine Gothikschlampe. Ich weiß nicht, ob ich mir Gedanken machen sollte, wie der Fanatiker mich sieht… ich sollte wohl weniger über schwarzen Gallensaft schreiben.