“I'm on a train
watching this fire
just like a plane
it could take us higher”
Vorbereitung auf eine lange
Nacht: Pudding steht im Kühlschrank, Taschentücher liegen neben mir, mit Aloe
Vera und Calendula (Ringelblume ist den Werbemenschen zu banal) versetzt, wenn
ihr mich fragt, zu späte Einsicht von mir. Worauf warte ich? Womöglich, dass
ich noch einen Satz (wenigstens noch einer, na komm!) an einer meiner
Seminararbeiten schreibe oder aber, bis der Fanatiker eingeschlafen ist, so
dass es nicht mehr so peinlich ist, wenn ich jammernd mich in der Gegend rum
wälze. Ihr meint es ist wahr, dass Männer jammern, wenn sie Schnupfen haben?
Ich bin eine Frau, für mich ganz eindeutig! Und trotzdem habe ich das Gefühl zu
sterben oder es jedenfalls zu wollen. Und ich will nach stundenlangen
Nichtschlafenkönnen, oder sich nach fünf Minuten wieder durch die asthmatische
Atmung (wie eine Katze mit Schnupfen) wieder selber aufzuwecken, dass ich nicht
allein leide!
“wish you were here
with me and this fire
we'd keep you warm
you'd never feel tired”
Letzteres würde ich jedenfalls
versuchen! Ich meine, eigentlich will ich ja auch nett sein. Jedenfalls öfter mal. Öfter, als man annehmen
könnte. Manchmal werde ich ganz gefühlsduselig und dann scheint für mich
die Sonne und andere sind so unendlich liebenswert... Das sind bestimmt die
Hormone, mein Intellekt gibt das eigentlich kaum her, aber wer weiß was so noch
die Seele hergibt, die ist ja schwer fassbar.
“I'm on a train it's insane
I'm on a train
on a train watching these skies
that's where the plane took us high”
Seele und Himmel, jetzt werde ich
ganz metaphysisch, dabei nervt mich Hegel gerade mordsmäßig an. Wahrscheinlich
weil für mich so viel diffus bleibt. Aber von wegen diffus und schwer fassbar,
manche denken ja, dass im Körper die Augen die Schlüssel zur Seele sind. Darum
spenden die dann alle möglichen Organe von sich, aber nicht die Augen. Ich
wüsste ja nicht. Ja, was meine Augen schon alles gesehen haben, dass war schon
intim für mich, aber heute kann man auch die Hände anderer recyclen. Mir kann es ja egal sein, was ein
anderer mit meinen Händen macht, aber die haben Dinge berührt, angefasst, davon
hat der dann keine Ahnung. Meine Hände haben verdammt viele Narben.
“I'm saying
be a man take a stand
show me what you got in your hand
if you wanna be the one
show that girl what you're made of
take it from the start til end
but you just don't know where to stand
if you want to come aboard”
Ja, schließlich kommt es wohl nur
darauf an, was man gegenwärtig und zukünftig in der Hand hält. Nicht, dass
einem die Vergangenheit nichts gibt, prägt… Herje, das ist jetzt echt Meta und
so’n Zeug. Aber passt schon, also auf Reise, von hier bis da, hü und hott, letzte
Mal war’s geiler (irgendwas passt nicht in die Reihe).
”I'll be on a train it's insane
and the wind sand grains
and all entertainment fails
I'm on a train”
Eskobar: on a train, auf: `til we’re dead. V2 Records Scandinavia
AB: Stockholm 2001.