Lösch mir die Augen aus

26.05.2006 um 14:35 Uhr

geahnt, aber sicherlich nicht erhofft

von: AiHua

Jetzt ist es schriftlich durch die Medien gegangen, dabei haben wir es eigentlich schon alle gewusst. Jetzt kommt also noch Illuminati… diesmal aber ohne Tautou und Reno, denn die Figuren von ihnen kommen da ja nicht vor. Wieso haben die eigentlich das zweite vor dem ersten… oder wie jetzt…?
Na egal, wir können uns also in einem Jahr, vielleicht halben Jahr nochmals auf den gleichen Medienrummel freuen. Jedenfalls schreibt das der Spiegel.

26.05.2006 um 14:13 Uhr

Gedanken im Alltag

von: AiHua

Ich glaube der Fanatiker ist tot.
Hier sitze ich schon so einige CD-Längen am Rechner und Schreibtisch (ja, in diesem Haushalt geht noch einiges handschriftlich ab) und stelle fest, dass er immer noch im Schlafzimmer ist. Hm, an sich steht der sehr viel früher als ich auf… Der ist bestimmt tot! Jetzt ist schon Nachmittag, da kann der an sich nicht schlafen… Man könnte mal rüber gehen und gucken, ob der Lebensgefährte noch atmet oder nicht… Ach, der wacht bestimmt gleich auf…
Ah, ich habe was gehört. Er lebt also doch noch. Obwohl, vielleicht ist er ein Wiedergänger?

26.05.2006 um 14:03 Uhr

ach gerade gehts mir sooo, soo, so neutral...

von: AiHua

Habe ich schon mal geschrieben, dass ich Smilies nicht mag? Ich weiß, manchmal ist es tatsächlich einfacher so ein Grinsegesicht hinzusetzen, als zu erklären, dass man das, was man gerade gemeint hat gar nicht so und überhaupt. Ich habe also auch nichts dagegen, wenn im Text hin und wieder so was vorkommt. Auch wenn ich mich immer noch über manche Texte wundern kann, wenn sie nur so wackeln, blinken und wogen.
Mit dieser Meinung behaftet war es also nicht verwunderlich, dass ich auch nichts von Emotionsicons halte. Was nicht in einem irgendwie interessanten Text vermittelt wird, ist mir an einem Blog meistens ziemlich egal. Trotzdem habe ich den Artikel von heise zur Stimmung im weltweiten Internet gelesen. Das ist so, wie man einen Artikel in der Zeitung findet, der einem erklärt, wie man sich als deutsche Frau so fühlt. Man könnte (wie in letzter Zeit geschenen) wirklich Neuigkeiten erfahren…
Auch wenn ich darüber lachen konnte, das man tatsächlich versucht die Stimmungen von Bloggern statistisch zu erfassen. Das hat doch wirklich nicht viel Wert. Ich meine, sicherlich, man kann Blogger wirtschaftlich ausnutzen, aber wie wahrhaftig der Gehalt ist… und vor allem wie durchschnittlich sind Blogger überhaupt? Ich meine, dass man von ihren Moodicons versucht abzulesen wie es einem Land geht?
Interessant fand ich auch, dass man unter den Stimmungen „depressiv“ wieder herausgenommen hat…

26.05.2006 um 03:35 Uhr

Mist...

von: AiHua

Wie konnte ich es vergessen? Nicht, dass ich jemals ein Handtuch mit mir rum geschleppt habe, aber ach… Ich hätte doch P. eine Mail schreiben müssen, zumindest mit einer ganz großen

42


Und jetzt ist schon der 26. und P. hat es bestimmt auch vergessen, denn jetzt verdient der nur viel Geld. Dabei weiß ich doch, dass er damals, als er nicht nur Kapitalist, sondern noch Waldorfschüler war überall die kleinen und großen Plakate/buttons und Fetzen klebte. Ganz umsonst hat er uns allen den Sinn des Lebens näher gebracht. Na ja und „Rettet die Wale!“!!!

 

(Ach ja, für die, die es auch vergessen haben: Gestern war der Towel Day.)

26.05.2006 um 03:24 Uhr

vergorene Äpfel

von: AiHua

Vor mir steht das letzte Glas Cidre aus der Normandie, den ich eigentlich zum Zwiebelkuchen trinken wollte, aber ihr wisst ja was aus dem Zwiebelkuchen geworden ist. Na ja, eine Flasche habe ich noch und morgen oder später ist auch noch ein Tag. Dann ist immer noch Zeit die Provence mit der Normandie nach München zu bringen, und das alles in einen norddeutschen Haushalt einer eurasischen Heidjerin (mit einer Mutter, die aus Hamburg kommt und sich nach ihrem Heimatland sehnt, welches sie nie gesehen hat. Ihr wisst schon Wanderdünen, irgendwo dort, wo Thomas Mann sein Ferienhaus hatte), die mit einem zusammen ist, der in Aachen geboren wurde und dann erstmal in Hessen lebte.
Als der Fanatiker mit seiner Familie in den Norden zog, haben sich seine Eltern auch das Haus angeguckt, welches sich meine Mutter dann kaufte. Wie hätte das Haus ausgesehen, wenn sie dort eingezogen wären? Vielleicht hätte der Fanatiker das Zimmer bezogen, welches ich hatte…
Herje, alles Gedanken bei einem Glas Cidre.

25.05.2006 um 19:08 Uhr

"War er gut drauf, hatte man einen Riesenspaß mit ihm. Aber dann war er wieder völlig unzugänglich. Es ist unmöglich, Bob Dylan jemals zu verstehen."

von: AiHua

Sagt Joan Baez über Bob Dylan, die es sicher gut wissen muss. Ich bin ja mehr mit ihr aufgewachsen, weil meine Mutter Dylan nervig fand und mein Vater dann eben Kopfhörer aufhatte. Dylans Stimme kenne ich vor allem als so ein Klangnebel… (aber mal ehrlich, warum konnte meine Mutter Joan Baez mehr ertragen, dieses ständige Timbre ohne Angst vor Höhen?)
Zu seinem Geburtstag gibt es natürlich einen Film, einer in dem er selber spricht und sogar lächelt, wie z.B. in der taz erfreut und verwundert angemerkt wird.
Der Regisseur hat aus 100 Stunden Material einen dreistündigen Dokumentarfilm gemacht. Ihr wisst schon, mit Lachen und Weinen und Geschichte… wäre etwas für einen arte-Abend mit Knäckebrot und Cherycoke.

25.05.2006 um 18:12 Uhr

„my baby ripped my heart out“

von: AiHua

“and if i was a tree
i’d be a cut down tree
and if i was a bed
i’d be an unmade bed”

Es regnet, meine Hortensie lässt verzagt die Blütenblätter hängen, ich friere und es ist Feiertag. Die Wohnung ist leer und ich habe keine Waschmarken mehr, aber ich darf sowieso nicht waschen, denn es ist ja Feiertag.

„she thought she had the moon in her pocket…
but now she’s dead
she’s so dead forever
dead and lovely now”

Himmelfahrt, die (wer auch immer) könnten ruhig Heaven ausstrahlen. Irgendwie würde es ja auch passen und ich wünschte mir, am Ende mit den beiden im Hubschrauber zu sitzen und einfach immer höher zu steigen. Die Rettung ist bei Tykwer oft das Unmögliche, oder auch der Tod. Man muss schon sagen, der ist tatsächlich ziemlich möglich…

„lay your head where
my heart used to be
hold the earth above me
lay down in the green grass
...
it smells like rain today
god took the stars and he
tossed ‘em can’t tell
the birds from the blossoms
you’ll never be free of me
he’ll make a tree from me”

Ich würde auch das Leben ist eine Baustelle mir angucken, wobei man da wohl zufügen muss, dass es ja nicht nur ein Tykwer Film ist. Die Szene in der Jan (Vogel) die Gläser aufstellt um den ganzen Könnern auch was vor zu führen und man eigentlich nur leidet, weil man glaubt, dass er versagen wird. Schließlich ist sein ganzes Leben eher ein Umherschrammen, aber dann spielt er Glasorgel. Und dazu Veras Lachen, denn sie hat nicht gedacht dass er versagt…

„new corn yellow and slaughterhouse red
the birds keep singing
baby after your dead”

Wer will schon in einer Schlachterei arbeiten?

„night clerk, door closed
lie down baby
your love is a faucet
ahhhh

...
you know i feel like a
preacher waving a gun around

shake it
shake it
shake it baby...”

Aber immer noch besser als mit dem Kopf in Spaghettis mit roter Sauce zu verrecken.

„at night i pray and clean my gun
the cracked bell rings as
the ghost bird sings and the gods
go begging here
so just open fire
as you hit the shore
all is fair in love
and war
hoist that rag”[1]



[1] Tom Waits: Ausschnitte des Albums real gone. Amsterdam: Anti 2004.

24.05.2006 um 20:50 Uhr

Klimt im Film

von: AiHua

Endlich ist der neue Film von Raoul Ruiz da, Klimt durch Malkovich dargestellt. Ich freue mich, auch wenn Midding in der Welt schreibt, dass der Film nicht gerade Kunsthistoriker erfreut. Aber um ehrlich zu sein, will ich von einem Kinofilm gar nicht unbedingt über Kunstwerke und ihre Geschichte unterrichtet werden, oder unbedingt kunsthistorische Thesen vermittelt bekommen.
Die Information, dass Ruiz wieder dadurch klar macht, dass sein Film fiktiv ist, dass er einen Sterbenden im Delirium als Erzähler einsetzt, freut mich schon mal. Ich mag solche Stilmittel, auch dass er eine Erzählhaltung übernimmt, die er bei Schnitzlers Prosa vorfindet, gefällt mir. Aber auch schon ohne die Information, allein mit den wenigen Bildern aus dem Film, würde ich mich auf ihn freuen. Die Modelle auf Schaukeln im Atelier, sirenenhaftes Lachen, ein fahriger Klimt und den Klang von tropfendem und fallendem Wasser. Und dabei nähert sich Ruiz gekonnt in der Bildgestaltung der flachen Bildgestaltung Klimts.
Wie Midding einen unterrichtet, wird die deutsche Fassung des Filmes leider zerstückelt, da er eine halbe Stunde kürzer ist.

24.05.2006 um 16:54 Uhr

hard night

von: AiHua

In this decision
I've come to notice
I've fallen out of line

Wie klingen open hand? Gute Frage, für mich nicht gerade einfach zu beantworten. Ich denk noch nach…

With your permission
I want to ask you
Would you happen to have the time to fly?

Auf jeden Fall Indie, aber das sagt heute auch nicht viel… auch dass sie ganz schön große Retroeinflüsse haben. Her Song beispielsweise erinnert mich an Bassläufe und dumpf im Körper nachhallende, meditative Gitarrenläufe, wie sie durchaus auch bei den Beatles zur Strawberryfiels forever-Zeit vorkamen.

Oh, here comes the flood
We will say goodbye to flesh and blood
If i die, the seas will silence, the day will turn to night
It'll be those who can't believe that you survived.

Dann ist da der typische, rotzige, dreckige Gitarrenkram, untermalt immer von einer sanften Männerstimme, wenn die Stimme hart und mit Elan dagegen hält, dann kommt er von einer Frau. Man stellt sich automatisch vor, dass das Haar, nass im Gesicht hängt und die Lippen knallrot geschminkt sind. Das ist beispielsweise bei –passender Weise- tough girl der Fall. Doch dabei nicht zu viel dieser Mano Diao-artige Klang, sondern irgendwie wie  Original 70er Musik. Da wo die Leute noch derbe hässlich waren und die Hosen zu kurz.

Your almost home

In this division
I've come to notice
I've fallen out of line

Aber es gibt noch eine andere Seite von open hand fast hätte ich gesagt tool-lastig, aber a perfect circel trifft es vielleicht besser. Dann sind sie meditativ, kaleidoskopisch, dann gerät die Musik ins Schwimmen. Wenn sich die Stimmen und Gitarren übereinander laufen, dann hat man genau die richtige Musik um in einer vollen U-Bahn zu stehen und trotzdem allein zu sein, das Gefühl habe ich jedenfalls bei newspeak, dabei lässt einem der Bass aber nie ganz weg treiben, hält einem immer etwas wach und erinnert einem daran, dass man sich fortbewegt. Und wenn dann als nächstes crooked crown beginnt, weckt einem erstmal ein durchaus gelungenes Schlagzeug und dann eine Gesamtkomposition, die extrem gut dazu geeignet ist als Hintergrund/Vordergrundmusik zu fungieren, wenn man sich zu Fuß durch die wuselnde Menge eines Hauptbahnhofs kämpft.

With your permission
I want to ask you
Would you happen to have the time to fly?

Ja, das sind open hand, wobei ich meine, sie immer noch nicht wirklich
getroffen zu haben.


Lord, here comes the flood.
We will say goodbye to flesh and blood
If i die, the seas go silent, the day will turn to night
It'll be those who can't believe that you survived[1]



[1] Open Hand: hard night, auf: you and me. Roadrunner: Universal 2005.

24.05.2006 um 01:34 Uhr

But since, you keep me alive. Thanks, we all have to try

von: AiHua

Today,
I heard someone say
that I’m here to meet
your greatest needs
Yet another day
so prominently displayed

obwohl die ganze Zeit müde, ist doch etwas bei rum gekommen




Buy me! Cause I’m made for market

Now, you look so amazed
Have you been informed of what I am made of?
It’s not my fault
though your heart gave up
What an insult
I can improve your life, fulfil your needs
you just have to buy

23.05.2006 um 15:13 Uhr

Abendessen vorbereiten, danach mit Pflastern zur Bibliothek

von: AiHua

Heulen, ungehemmt! Mit der Ausnahme, dass man durch die dicken Tränen versucht das Messer noch zu erkennen. Die Zwiebelpreise sind auch gerade gestiegen, noch ein Grund zu heulen, wobei die 20 Cent mehr, gerade so noch zu verschmerzen sind, anders als das Messer, welches am Zeigefingernagel entlang schabt. Ich kann Pfeilen und Polieren wie ich will, Arbeiterhände bleiben es. Und auch wenn ich nur einen Füller in der Hand habe bekomme ich Schwielen. (Als Kind hielt ich die Hand meiner Mutter, Haut wie Leder und sie sagte lachend, dass ihr Großmutter sagte, dass sie Arbeiterhände hat, nur etwas klein. Meine sind größer.)
Ist das alles zum Heulen. Das wird doch kein provencialischer Zwiebelkuchen, ich bleibe bei der Suppe. Mensch, sind die bissig!

23.05.2006 um 02:34 Uhr

Ein Thema welches mich seit Ewigkeiten fertig macht!

von: AiHua

Ich gebe es jetzt mal zaghaft zu, ich konnte bei den Demonstrationen des Asta gegen die Studiengebühren nicht immer teilnehmen, nicht weil ich keine Zeit hatte, sondern weil ich nicht dahinter stand. Ich gehöre zu den Leuten, die das System zum Kotzen finden, wie es anscheinend durchgeführt wird, aber an sich nichts gegen die Gebühren hat. Es ist kein Geld da, das Studieren wird immer schlechter und ich gebe lieber den Bruchteil von 500 Euro hin -bei den Zahlen der wirklichen Kosten würde ich anfangen epileptische Krämpfe zu bekommen-, wenn ich denn dann wirklich Verbesserungen feststellen kann, mehr gesagt wenigstens eine Konstanz der Qualität erhalten bleibt. Und nein, ich kriege das Geld nicht mal eben von meinen Eltern. Ich muss auch Rechnen und Planen und irgendwie Sehen, aber mal ehrlich, wir können doch nicht einfach sagen, ich will, dass alles umsonst ist! Ja, an sich ist der Gedanke toll, dass man für Bildung nichts zahlen sollte, dass jeder die Möglichkeit kriegen sollte eine tolle Ausbildung zu bekommen, aber da leben wir schon lange nicht mehr.
Ich wäre öfter zu den Aktionen gekommen (habe ja sogar immer noch mitgeholfen diese Flugblätter zu verteilen und was da sonst noch so anfiel), wenn der Asta nicht einfach immer nur dagegen wäre, sondern konstruktiv Kritik geübt hätte.
Aber auch da muss man sagen, man hat es uns natürlich auch nicht einfach gemacht was Festes in der Hand zu halten. Wir Fachschaftler wurden von unserer Institutsleitung eigentlich wirklich  erst vor wenigen Wochen benachrichtigt (klar wussten es wir schon vorher), aber als wir Fragen stellten, wie das System eigentlich wirklich aussehen soll, konnte uns nur gesagt werden, dass unsere Dozenten sich wirklich das Geld für die Institute erkämpft haben (an sich gut), aber wer nun zahlt und wie und was es da für Kreditmöglichkeiten gibt, wie sozial Benachteiligten geholfen werden soll (was ja immer noch gesagt wird), dass konnte uns eigentlich keiner sagen.
Solche Leute, wie der Verfasser von dem Text, sollten vielleicht nicht immer so moralisch daherkommen, nicht nur der Asta hat eine Ethik (und der Asta ist jedenfalls bei uns Müll, aber das nur als Zusatzinformation –und das sagt jemand, der sogar im Nachrückverfahren bedroht war rein gewählt zu werden…).

23.05.2006 um 01:26 Uhr

die deutsche Sprache und Wagner

von: AiHua

Twains Begeisterung, aber auch seine Verzweiflung gegenüber der deutschen Sprache hat mich nach der Schilderung von Fred Kaplan in der Welt (alle Zitate danach, wenn nicht anders angegeben) vor ein paar Tagen erfreut, aber jetzt habe ich auch noch erfreulicher Weise den Essay/die Rede die Schrecken der deutschen Sprache (hier zu hören und kostenlos herunterladbar) gefunden.
Durch seine Frau hatte Twain eine durchaus positive Einstellung zu Deutschland, soweit, dass er nach dem ersten Hören von Wagner sagte: „Wagners Musik ist besser, als sie klingt.“ Ein Urteil, welches ich noch nicht mal in diesem Sinne positiv bejahen kann. Ich teile eher die Meinung von Süßkinds Kontrabassisten, „[W]enn wir vor hundert bis hundertfünfzig Jahren eine Psychoanalyse gehabt hätten[, d]ann wäre uns beispielsweise von Wagner einiges erspart geblieben.“[1] Oder: „Vorspiel zu Walküren. Wie wenn der weiße Hai kommt. Kontrabass und Cello unisono. Von den Noten die dastehen spielen wir vielleicht fünfzig Prozent […] … dieses Hinaufwischen, das sind in Wirklichkeit Quintolen und Sextolen. Sechs einzelne Töne! […] Vollkommen unspielbar. Man wischt es halt hin. Ob es dem Wagner klar war, wissen wir nicht. Wahrscheinlich nicht. Auf jeden Fall war es ihm Wurscht.“[2]
Seine und meine Meinung zu Wagner als Exkurs, jetzt zurück zu Twains Verhältnis zur deutschen Sprache. Obwohl er fünf Jahre insgesamt in deutsprachigen Gebieten gelebt hat, hat er Deutsch nie fließend sprechen können, wenn denn überhaupt. Ein Freund schrieb er folgende Anekdote, „dass, als er in seiner Muttersprache >>in Hörweite von ein paar Deutschen Privates preisgab<<, sein Gegenüber sagte, >>Sprich Deutsch, Mark, einige dieser Leute könnten Englisch verstehen.<<"
Viel Spaß beim Hören!


[1] Süßkind, Patrick: Der Kontrabass. Diogenes: Zürich 1997, S. 41.
[2] Süßkind, 1997, S. 31f.

23.05.2006 um 00:35 Uhr

schon wieder Sport

von: AiHua

Heute lasse ich mich dadurch berieseln bei der Teepause durch die Kanäle zu paddeln, da der Fernseher mehr als nur etwas Schrott ist, helfen auch gut gemeinte Schläge auf seine Hülle nicht mehr, und man muss von Glück reden, wenn das Bild nur leicht grau verrauscht. Ein transparenter Kampf der Ameisen, zwischen Schwarz und Weiß und darunter der tägliche Fernsehwahnsinn. Vom pinken Fleckenwunder, über Nachrichten auf dem Regionalsender, dass mein ehemaliger Stammsupermarkt überfallen wurde (mein schöner Supermarkt am Studentenwohnheim), bis zu haselnussverseuchten Schokoriegeln und ein Tennismatch, bei dem die Sportler auf orangen Hüpfebällen sich bewegten.
Na ja, beim zweiten Blick war das dann doch nur ein Schatten auf dem Schotterboden, aber so wie der eine Tennisspieler hin und her schwang, hätte das echt gut sein können. Das Spiel hätte ich mir dann vielleicht auch mal angeguckt. Ich habe sowieso keine Ahnung von Tennis. Kommt vielleicht daher, dass ich bei meiner ersten und letzten Begegnung nie den Ball getroffen habe. Peinlich, aber im Nachhinein verständlich, schließlich hatte ich da eine (Piraten-)Augenklappe auf, mit der räumliches Sehen nicht unbedingt möglich war.

22.05.2006 um 17:43 Uhr

Fußball die hohe Kunst in jeder Art, auch zum Hören

von: AiHua

Um mal zu zeigen, dass ich von komischen Menschen umgeben bin und weil ihr den Fanatiker ja selbst schon kennt, hier also ein weiterer Beweis, dass ich eindeutig hier die Normalste und so bin.
Hier ist also der Link zur etwas anderen Fußballhymne, wie den Machern schriftlich erklärt wurde haben sie sicherlich viel Potenzial (jedenfalls vom Technischen her). Wenn ich mich auf etwas einstimmen will, schreibe ich nicht gleich ein Prolllied dazu, aber vielleicht habe ich nur die lyrische Seite noch nicht so ganz kapiert… Wobei man zugestehen muss, dass der Text wirklich mit viel Feingefühl geschrieben wurde (bestimmt). Übrigens, als Klingelton gibt es das ganze auch noch.

Bis weiteres dürft ihr also mit grölen: "Ihr holt den Titel!!!"
Ach ja, was ich vergessen habe, die Macher wünschen natürlich, dass ihr Hit verbreitet wird...

22.05.2006 um 17:10 Uhr

Tipp für die Abendgestaltung

von: AiHua

Bei uns sieht es nach einem sonnigen, schwülen Tag nach Gewitter aus. Ein gutes Wetter um den Fernseher anzuschmeißen und den Blitzableiter herauszufordern.
Für diesen Hochgenuss an Nervenkitzel, habe ich auch den passenden, elegischen Film. In the mood for love, auf Deutsch der Klang der Liebe kommt heute um 20:40 auf arte. Es ist einer dieser langsamen Filme von Wong Kar Wei. Nicht nur er hat volle Arbeit geleistet, nein, auch der europäische Komponist, und die beiden bekannten Schauspieler, Maggie Cheung und Tony Leung.
Schöne Farben, Stimmungen, Regen bei Flackerstraßenlicht.
Ach ja, die leute, die 2046 gesehen haben und irgendwie meinten nicht wirklich alles verstanden zu haben, könnten womöglich Antworten bekommen.

22.05.2006 um 15:49 Uhr

Ob Opium oder Antiallergikum

von: AiHua

Je laisse aller, me laisse inhaler,
Les vapeurs en dégradé ...
Evaporée, comme la fumée, dans un nuage cendré.
Mon opium, pas de sérum, mon opium

So, nachdem ich mich an meine neuen Tabletten gewöhnt habe, kann ich mich auch wieder mit alter Energie melden (hoffe ich mal). In den letzten Tagen saß ich tagsüber kraftlos, aber fast ohne Beschwerden in der Gegend und konnte gerade mal so viel denken, um fest zu stellen, dass diese Tabletten wirklich sehr müde machen.

Je laisse aller, me laisse inhaler,
Les vapeurs dans les pétales ...
Toute embuée, je pars en fumée, comme un bon petit cobaye.
Mon opium, pas de sérum, mon opium

„Hölle machen die müde“, dachte ich und überlegte danach krampfhaft und langsam, was ich gerade festgestellt hatte. „Was war das denn noch mal?... Oh Mann, bin ich müde.“
Toll ist es auch, jetzt die Notizen durch zu lesen, die man in der Zeit angefertigt hat. „Hm, was habe ich damit gemeint?“ Toll sind auch die Notizen, in denen ich gerade mal auf die Seite verweise und anstatt der Notiz ein Ausrufungszeichen gemacht habe. Wie ich eben in den Kopien meiner Lektüre gesehen habe, sind sie am Seitenrand mit Fragezeichen versehen. Und warum habe ich den Satz „Der Riss ist das einheitliche Gefüge von Aufriss Und Grundriss, Durch- und Umriss“ besonders wichtig gefunden, raus geschrieben, unterstrichen, und zwar zweifarbig? (wer mir sagt, von wem der Satz ist kann sich selbst auf die Schulter klopfen)
Erstaunlich was Müdigkeit mit einem so anstellen kann.

Je laisse aller, me laisse inhaler, mon opium
Je laisse aller, je laisse aller ... je laisse aller
Je laisse aller, me laisse inhaler,
Les vapeurs en profondeur ...

Übrigens, gestern habe ich ganz ohne Nebenwirkungen den geistig, ganz wahren Erben John Lennons gesehen. Er sah nicht nur so aus und hatte die gleiche Brille, nein, er hatte sogar fast genau die Stimme. Außer Beatles-Lieder hat der erbe mit seiner Band auch noch Franz Ferdinand gecovert… außer drei anderen Bands habe ich dafür noch beobachten dürfen, dass flache Ballerinas in gold oder orange mit hoch gekrempelten Hosen, oder dreiviertel vor 12 oder achtsechstelwasweißich Hosen total in sind. Und Ponyfrisuren! Nicht, dass ich mit meinen Klamotten großartig raus falle, ich bin der genau Brei wie jeder andere auch, aber wenigstens fängt keiner in meiner Nähe zu wiehern an…

Ensommeillée, je me laisse guider, j'avance en apesenteur.
Mon opium, pas de sérum, mon opium
Mon opium, pas de sérum !
Je laisse aller, je laisse aller ... je laisse aller[1]



[1] Emile Simon: opium, auf: vegetal. France: universal 2006

20.05.2006 um 00:01 Uhr

"pure concentrated evil"

von: AiHua

Ich weiß, die Woche ist fast schon wieder um, aber da ich am Dienstag mich schon vertan hatte und dachte, dass es Donnerstag sei, liege ich fast noch ganz gut in der Realitätsbahn. Ich habe sogar rechtzeitig an den Geburtstag einer Freundin gedacht...




Ach ja, danke Nappo, wie man an der Liste sieht bin ich von Deiner Postendung sehr angetan.

19.05.2006 um 21:14 Uhr

Bitte reicht mir den Gral und verschwindet

von: AiHua

In Ordnung, ich also auch noch. Ja, ich schreibe jetzt auch über Dan Brown, über die Verfilmung und über meine Pfützenspringerei, jedenfalls empfinde ich es so, wenn ich durch die Medien hopse, damit ich diesem Kotzthema ausweiche. Ich habe nichts gegen die Thriller von Dan Brown, weder in Buch- oder Filmform. Wie Jean Reno es so schön sagt, es handelt sich um einen Thriller. Es ist nicht mehr und nicht weniger. Thriller, diesmal ohne Spezialagent, sondern einem Geisteswissenschaftler als Protagonist. Was natürlich nervt dabei ist die Diskussion, ob diese triviale Unterhaltung die Welt verändert. Jean Reno sagte bei einem Interview, dass sicherlich kein Thriller die Welt verändert, er meint sogar, dass rein gar nichts, was im gleichen Jahr geschrieben wurde die Welt in ihren Grundfugen verändern würde.
Ich meine, wissenschaftlich haltbar ist da mal gar nichts, neu auch nicht. Da sind Theorien, die schon ewig alt sind und entweder jedem Grundstudenten seines Faches klar sind, oder aber eben irgendwelche Schnapsideen, die sich auch nicht Dan Brown ausgedacht hat. Außer Dinge, wie ein paar Bauten und Bilder, die gar nicht existieren (was in einem Roman ja auch in Ordnung ist). Das aber Dan Brown selber in Interviews tönt, dass er die Wissenschaft verändern würde, das ist kompletter Unsinn. Toll ist auch sein Argument, dass seine Frau ja Kunsthistorikerin ist! Aber auch das ist verständlich, er will schließlich seinen Scheiß verkaufen. Aber bitte, ich will keine Nachrichten mehr lesen und sehen! Hört bitte damit auf, ich kann echt nicht mehr.

16.05.2006 um 21:42 Uhr

ich blicke in mindestens zwei Richtungen, ich bin verwirrt

von: AiHua

Was tut man, wenn man die ganze Zeit denkt, dass Donnerstag ist? Warum ist heute nicht Donnerstag, wieso ist heute erst Dienstag? Und wieso ist es eigentlich schon so weit fortgeschritten im Monat?
Verdammt, ich mülle mich gerade mit Bibliographien und Texten zu dem Thema für das Exposé zu, dabei sollte ich eigentlich lieber erst die drei anderen Arbeiten fertig schreiben. Arghh! Meine linke Hand weiß nicht was die rechte tut und mein Hirn ist die ganze Zeit angeschaltet, so dass es völlig überlastet ist und überhaupt nicht klar denken kann. Vielleicht ist da the mars volta nicht unbedingt die richtige Musik? Gibt Besseres um sich zu sammeln. In Ordnung, das Exposé erstmal nur in den Pausen machen, bis dahin zurück zu den Schweizer Gelehrten und dann zu den Mokos (Tatauierungen der Maori)… Seitdem ich wieder halbwegs atmen kann (also den Weg zum Supermarkt ohne Verschnaufpausen schaffe) scheint der Sauerstoffgehalt für mein Hirn zu viel zu sein!