Lösch mir die Augen aus

16.05.2006 um 18:57 Uhr

Ich bin spitze, vielleicht

von: AiHua

Jedenfalls habe tatsächlich meinen Wunschdoktor, mein Magisterthema gefällt ihm und ganz wirklich seine Zusage schwarz auf weiß!
Ja, jetzt muss ich nur noch alles schaffen! Hm. Zu dem paar Arbeiten und einer Klausur mit viel Lernen nur noch ein Exposé… das wird schon. Hoffe ich mal.

16.05.2006 um 02:53 Uhr

Nur mal am Rande, mal wieder

von: AiHua

What is a god of phoney creation,
Where am I going with no destination,
What if the fish came from the sea,
What if my lover made me feel free,

Um ehrlich zu sein, ich würde gerne meine Familie abgeben, aber ehrlich, das kann ich keinen Menschen antun!

What if my intake caused revelation,
What if the point was reincarnation,
What if my shoes don't match my jacket,
If it's not working why don't you smack it,

Heute telefoniere ich mit meiner Mutter. Sie fragt mich, wo ich am Mittag war, da hatte sie es nämlich schon versucht. Nach meiner Erklärung kam dieser gespielt gespielte Tonfall: „Ach, musstest du auch mal etwas tun?“

What if your mamma said you were fat,
If you are lost find where you're at,
What is a number without any time,
You can't get higher with nothing to climb,

Ich hätte da schon auflegen sollen.

Why have a body if you ain't got a mind,
What is a searcher with nothing to find,
Why is the traffic refusing to stop,
Why climb the ladder if you can't reach the top,

Aber an sich habe ich das ganze Ausmaß des Gesprächs sowieso erst Stunden später kapiert. Nachdem ich ihr einige Sachen im Internet gesucht habe, meinte sie, dass sie sich, aber vor allem mein Steifvater, sich so viele Sorgen um mich machen. Viel mehr, als um meinen Bruder (wieso haben die beiden mich dann eigentlich immer angefleht ihm zu helfen, wenn es mir viel schlechter geht?).

Why,
Where is the what if the what is in why,
Where is the what if the what is in why
Where is the what if the what is in why,

Die beiden, mehr gesagt natürlich nur mein Stiefvater haben/hat Angst, dass mich der Fanatiker verlässt und im Stich lässt… Da geht er ab nach Berlin und lässt mich einfach sitzen. Ah ja.

What do you dream of when you sleep at night,
See how the blind man fills up with light,
What is a bird with nowhere to fly,
How can you leave and not say goodbye,

Im letzten Sommer meinte meine Mutter sowieso, dass ich viel zu gemein bin. Ich kümmere mich gar nicht richtig um ihn… (als würde er mir bei seinen Eltern noch zu Trinken anbieten…)

What is a hunter with nothing to find,
What is the goodness without the unkind,
When did the outfit fall out of fashion,
When did the lover run out of passion,

Muss ich mir jetzt darüber Gedanken machen, dass sie den Fanatiker als Lumpen sehen, oder aber mich als so schrecklich, dass ich ihn vertreibe? Zudem denken sie womöglich noch, dass ich es nicht zu einer neuen Beziehung schaffe.

My reincarnation time a phoney creation rhyme,
With no destination mine my information's fine,
Why did the voice say don't step on the floor,
Why did the sign say so float through the door,

Ja, nachdem mir meine Mutter mal gesagt hat, dass sie und mein Bruder weit charismatischer und charmanter sind, glaubt sie das vielleicht wirklich.

How did the loser get to be rich,
What is a saleman with nothing to pitch,
When did the fool get to be king,
Why did you leave when they asked you to sing,
Why loose belief if you got a dream,
What is a train that ran out of steam,

Das nächste Mal werde ich ihr am Telefon vorheulen, dass der Fanatiker weg ist, über alle Berge, ich nicht weiß, wie ich ihn je wieder finden soll… und natürlich bin ich dann auch noch schwanger.  Vielleicht könnte er mir auch vorher gestanden haben, dass er sich in einen Mann verliebt hat, vielleicht in meinen Exfreund?


what is a spy with no-one to spy,
On who do you sleep with nothing to lie on,
What if the fruit don't fall from the tree,
What if these questions just won't let you be,
Why waste your time looking for proof,
What if the answer is never the truth.[1]



[1] Moloko:Where ist the what if the what is in why?, auf: do you like my thight sweater. Pias: Echo 1995.

16.05.2006 um 02:40 Uhr

Mystik hin oder her

von: AiHua

Ja, sicherlich, man sollte klar sagen könne, dass Bob Dylan durchaus ein Kind seiner Zeit war, ein Rockstar, selbst mit Glamrockerfahrung, Pop hier und da, das ist nicht einfach der Denker, der amerikanische Adorno für uns Deutsche; aber genauso klar darf man wohl auch Dylan wissenschaftlich bearbeiten. Es darf nicht belächelt werden, dass man auch über „just pop“ ernsthaft redet. Gerade wenn es durchaus politischer/zeitkritischer Pop ist.
Pilz (in der Welt) mag es nicht wahr haben, aber es kann durchaus sinnvoll sein über das Design von einem Küchenstuhl zu schreiben, warum dann nicht erst gerade über Dylan?
Ansonsten wünsche ich aber mal mit Pilz Dylan alles Gute zu seinem 65., auch wenn er mich noch weniger lesen sollte als Pilz, aber mental… nä und so.
Es ist schon Jahre her, dass ich Dylan in Hamburg gesehen habe, also bei einem Konzert. Eigentlich sah er so aus, als würde ihm sein ewiges Touren gar nicht so viel Spaß machen. Das Konzert war zwar gut, wirklich sehr gut, aber er sah so aus, als wäre er eigentlich lieber woanders. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht und dabei war es mir egal, ob er jetzt ein hoher Philosoph oder aber einfach nur Pop ist.

14.05.2006 um 17:14 Uhr

Nicht nur die Schwebebahn zu bieten

von: AiHua

Wenn ich mein Bruder wäre, dann würde ich öfter mal Geld für Pina ausgeben, als für Tabak. Für mich ist das natürlich leicht gesagt, rauche ich schließlich nicht. Wenn Zigarillos, wegen dem Geschmack, an einer Lucky habe ich mal als 13jährige gezogen, das war’s und kam mir albern vor, geschmeckt habe ich nichts.
Aber zurück zu Pina, zurück zu ihrem neuen Stück Vollmond. Ich habe bisher ihre Aufführungen nur im Fernsehen gesehen, angefangen hat es mit einem Ausschnitt, als eine Tänzerin ihren Kopf in ein Goldfischglas steckte und mit diesem Wasserhelm (er war gefüllt) seltsam verzerrt Playback ein Lied sang. Seitdem bin ich von den Wassermassen auf der Bühne begeistert, von den Stoffen, von den sich verreckenden Körpern.
Wenn ich mein Bruder wäre würde ich mir Pina Bauschs Tänzer und die Bühne angucken mal angucken und mich vielleicht mit Wasser bespritzen lassen. Aber ich bin nicht mein Bruder, ich bin hier in München und nicht in Wuppertal.



(Hier eine Rezension der NZZ über das Stück)

14.05.2006 um 16:42 Uhr

"Run run run for your lives"

von: AiHua

„Sniverling little bunny bouncing up and down,
Scummy little creatures,
Run them out of town,
In the tiny tunnels scuffling under ground”

Manchmal träumt man wirklich noch skurriler als sonst. Bei mir passiert das immer, wenn ich von den Leuten meiner Schulzeit träume. Ich habe 13 Jahre mit den gleichen Leuten den Klassenraum geteilt, etwa 12 davon war ich nahezu auch nur mit diesen Leuten befreundet. Man kann sagen, wir kannten uns gut, um mich mal an Kästner anzulehnen und darauf zu verweisen, dass wir uns jetzt längst auseinander gelebt haben.

“Toxic little bunny can always be found,
Danger evil rodent,
Multiplying every day,
Bunny taking over,
Get on your knees and pray”

Es fing damit an, dass wir anscheinend zusammen gegrillt haben, bei irgendeinem Ausflug. Zuerst haben wir uns recht gut verstanden, dann hatte die geheime, nicht immer geliebte Chefin der Klasse etwas an mir auszusetzen. Ein Streit, feiner, hätte er nicht sein können, dann bewerfe ich sie mit einem wirklich schön marmorierten Kuchen. Ja, ich hatte dabei auch das Gefühl im Kindergarten zu sein, was folgte war allerdings nicht mehr Kindergarten. Denn bevor sich dort die Kinder umbringen, sollten Kindergärtner einschreiten… Aber von einer Aufsichtsperson war weit und breit nichts zu sehen.

“Filthy fluffy creatures,
Teeth as sharp as knives,
The longeared ones are coming,
Run run run for your lives”

Nach einer langen Hetzjagd über Schotterwege und die moorigen Wälder meiner Heimat wurde ich dann stillvoll gelyncht. Bevor ich aber von dem Baum baumelte und langsam die Kamera von meinem Gesicht über den Stamm des Baumes zu den satten Blättern filmte, durch die das helle Licht der Sonne fiel, hatte ich auf der Flucht tolle Erlebnisse. Wahrscheinlich durch die ungewohnte sportliche Betätigung geistig meschugge sah ich Überblendungen. Im Hintergrund die stark ruckende Naturumgebung, darüber mal wieder sinnlose Bilder mit komischen Informationen. Ich sah Prominente und Bekannte von mir, die es alle schon zu was gebracht hatten und genauso alt waren wie ich.

„Killa bunny is a coming,
Killa bunny on his way”

Ich sag mal, ich bezweifle, dass Prince wirklich 24 Jahre alt ist… Und ob er es zu nachahmenswerten Zielen gebracht hat wage ich auch zu bezweifeln… ich will nicht zu den Zeugen Jehovas. Ach ja, zudem habe ich geträumt, dass er  sein gesamtes letztes Album mit einem Drumcomputer aufgenommen hat, dessen Handbuch er selbst gelesen hat und ohne Hilfe sogar verstanden hat (andere träumen von Schmetterlingen…).

“Killa bunny is a coming,
Are you hearing what I say.”[1]


[1] Moloko: killa bunnies, auf: do you like my tight sweater?. Echo: Pias 1995.

13.05.2006 um 01:56 Uhr

Na, was wärest du für ein Keks?

von: AiHua

Und weil es so schön war, mein Leben auch irgendwie und überhaupt i, noch en Test.
Wie immer bin ich langweilig, aber nur auf den ersten Blick...

You Are a Jam Cookie
On the outside, you project a straight-laced, innocent vibe.
But on the inside, you're complex, exotic, and full of flavor.

Super oder? Ihr könnt das auch testen.


12.05.2006 um 23:47 Uhr

«Ich wurde eine Romanfigur»

von: AiHua

Koeppen wird wieder hervorgeholt, beleuchtet, hat man durch seinen Briefwechsel mit seinem Verleger zu einem weiteren Buch verholfen, so zeigte man im München schon seine Nähe zu Film, jetzt eine Ausstellung in der Stadtbibliothek (NZZ schreibt darüber, aber auch bei der Stadtbibliothek selbst).
Sein Leben wird in Fragmente unterteilt, so wie er es selbst auch immer gemacht hat. Seine Notizen, Ton- und Bildmaterial zerstückeln Leben und Darstellung davon, zeigen aber auch deutliche Lücken auf. Wohl auch das, was ihn auch so spannend macht. Nicht nur diese Tristesse, zwischen ein paar Jahren erinnerte Glückseligkeit (im Nachhinein ist manches schöner).
Mal wieder ist die Kindheit prägendes Moment, aber auch Ort des Glücks… (liegt ja auch am meisten zurück), aber außer der ersten Erfahrung mit dem Glück eben auch die ersten Erfahrungen mit Tiefen, Unverständnis und Zerrissenheit.
Fragment als Ende.

12.05.2006 um 20:33 Uhr

Wochenende

von: AiHua

Zeit zum Kritzeln, Zeit Graphitspäne auf dem Tisch und auf dem Gesicht zu verteilen. Wenigstens blieb das Blatt nicht weiß.




Nach leichten Blüten noch mehr Spiel mit Licht und Schatten. Versuchen wir es mit archaischem Auftreten, fast maskenhaft. Schnell und ungenau, genau richtig, genau schief… etwas missglückt. Was für ein Spaß.

12.05.2006 um 20:17 Uhr

vor 100 Jahren ungewöhnlich

von: AiHua

Rainer Stamm erinnert heute in der faz (danach zitiert), dass vor genau 100 Jahren Paula Modersohn-Beckers das erste Aktselbstporträt einer Frau malte. Es zeigt sicher die Emanzipierung der Künstlerinnen auf, zeigt insgesamt, dass diese Frau ihren Körper als Ausdrucksmittel nutzt und damit eine neue Tradition ausruft, aber worauf Stamm leider nicht aufmerksam macht, ist, dass Modersohn-Becker sich schwanger darstellt. Zwar nennt Stamm selber Dürers Selbstporträt, in dem der Künstler auf die gesonderte Stellung des Künstlers verweist, sich selbst als „kleinen Gott“ bezeichnet, als Schaffenden, Nachschöpfer; vergisst aber darauf hinzuweisen, dass Modersohn-Becker mit diesem Bild auch darauf verweist, dass die Frau jedes Recht zum Schaffen hat. Schwangerschaft, schöpfen… Durchaus eine Feststellung, die damals nicht gängig war.
Und dann wird das Gedicht, welches Rilke in Gedanken an seine Freundin schrieb noch bedeutungsvoller:


Denn das verstandest du:
die vollen Früchte.
Die legtest du auf Schalen vor dich hin
und wogst mit Farben ihre Schwere auf ...
Und sahst dich selbst zuletzt wie eine Frucht,
nahmst dich heraus aus deinen Kleidern,
trugst dich vor den Spiegel,
ließest dich hinein bis auf dein Schauen;
das blieb groß davor und sagte nicht:
das bin ich;
nein:
dies ist.

12.05.2006 um 19:45 Uhr

Begeisterung breitet sich in mir aus

von: AiHua

Ihr kennt Neuse? Da kommen die Neuse(e)länder  her. So sprach jedenfalls mein canarisscher Matheländer Neuseeland aus. Warum ich das euch mitteile? Heute las ich hier die Nachricht, dass doch tatsächlich ein Australier (ansonsten unbekannt) Neuseeland bei eBay verticken wollte. Startpreis war ein Cent und nach kurzer Zeit wurden daraus 3.000 australische Dollar. (Unsere Blogigo-leute könnten davon lernen… na ja, sie verkaufen etwas was ihnen gehört…)
eBay hat das natürlich bald unterbunden, weil ihres Wissens Neuseeland gar nicht zum Verkauf steht.
Wenn ich an den ganzen parkenden Autos am Straßenrand vorbei gehe, stelle ich mir auch immer vor sie zu verkaufen…

12.05.2006 um 16:50 Uhr

Lila war gestern

von: AiHua


Es hat mich wieder, das Testfieber! Das passiert mir öfter, wenn ich einkaufen müsste.
Naja, dafür, dass das hier alles Schrott ist, habe ich aber eine Aussage, die dem widerspricht.


Your Blog Should Be Green
VYoVVur blog is smart and thoughtful - not a lot of
fljoy a good discussion, especially if it involves picking apart ideas.
However, you tend to get easily annoyed by any thoughtless comments in your blog.
What Color Should Your Blog or Journal Be?

Your blog is smart and thoughtful - not a lot of fluff.
You enjoy a good discussion, especially if it involves picking apart ideas.
However, you tend to get easily annoyed by any thoughtless comments in your blog.

12.05.2006 um 16:43 Uhr

Ja, ja, ja

von: AiHua

Wahweise habe ich die Antworten des Professors oder aber eben vom Tier angeklickt (einmal war es wohl jemand anders)


You Are Animal

A complete lunatic, you're operating on 100% animal instincts.
You thrive on uncontrolled energy, and you're downright scary.
But you sure can beat a good drum.
"Kill! Kill!"


The Muppet Personality Test

Den Test habe ich bei To01 gefunden.

12.05.2006 um 04:51 Uhr

Vor lauter Denkmäler sieht man kein einziges mehr

von: AiHua

Nach Stelen, gibt es ja auch noch die, die irgendwie auf skurrile Art versuchen das deutsche Image aufzubessern. Sei es also so was wie Turnschuhe, oder aber so ein Ding auf den Bebelsplatz in Berlin. Man verweist auf Gutenberg. Schön, das ist auch wirklich wichtig, denn schließlich ist das womöglich eine der Fragen die gestellt werden, wenn es einen Einbürgerungstest geben sollte. Natürlich wird auch auf die Geschichte (auf dem gleichen Platz wurden damals –ihr wisst schon- Bücher verbrannt. Arno Widmann vermerkt in der BZ, dass er es schlecht findet, dass die nichtdeutsche Geschichte verschwiegen wird, die damit verknüpft ist und dann auch noch bei der Erwähnung der Bücherverbrennung vergessen wurde, dass es so viele Juden waren… Oh Mann, mal ganz abgesehen, dass es irgendwie bescheuert ist, dass es Denkmäler zum Aufbessern des deutschen Images gibt, kann man doch nicht andauernd alle nennen. Die nichtdeutsche Geschichte des Buchdruckes, wäre bei dem Grund des Denkmales bescheuert und ziemlich in der Nähe gibt es doch schon ein Denkmal, welches auf die Juden verweist, selbst eines für die Schriftsteller die jüdisch waren, wie Widmann selbst anmerkt… Ja, ich sag mal, auf so eine Plakette müssen dann noch viel mehr stehen. Fangen wir bei den politischen Schriftstellern an, über die Homosexuellen, dann vielleicht noch „Negerfreunde“, religiöse Schriftsteller und was weiß ich. Die soll es ja auch gegeben haben.
Dass es so viele Denkmäler gibt es schon erdrückend, aber die Meinung von Widmann zu großen Teilen auch.

12.05.2006 um 04:33 Uhr

Archivare und Bibliothekare haben ein spannendes Leben

von: AiHua

Immer wieder toll, dass man in einer Unibibliothek noch was finden kann. Meistens wird mir ja gesagt, dass es das Buch doch nicht gibt (was ich nicht glaube, gerade, wenn ich es schon in den Händen gehalten habe), aber manchmal findet man auch ein Buch (vielleicht auch wieder).
Zuletzt geschehen in der UB Leipzig.

„In den Beständen der Universität Leipzig ist ein mehr als 1 100 Jahre alter Text aus dem "Heliand"-Epos entdeckt worden. Das Fragment in altniederdeutscher Sprache gehört zu der frühmittelalterlichen Nachdichtung der Evangelien und ist 100 Jahre älter als die bislang einzige bekannte Überlieferung, die sich im Britischen Museum befindet. Aufgespürt wurde das Fragment in der "Bibliotheka Albertina“, schreibt die Berliner Zeitung.
Ich sag mal, so was soll mir mal bei meinen paar Bücherregalen auch passieren… Dafür habe ich heute im Haus schon wieder ein Buch gefunden, einen Kitschroman aus dem 19. Jahrhundert. Ist doch auch was (Auflage allerdings in den 70ern).

12.05.2006 um 04:19 Uhr

wenn Labellos als Lesezeichen dienen, dann kommt sowas bei raus

von: AiHua

Weil er hier alles einfach fett geschrieben wird, aber auch weil es mal wieder recht spät ist, ich aber noch lange nicht schlafen kann, mal wieder was Sinnfreies.
Bei Flumi gefunden

1. Greife das Buch, das dir am nächsten ist, schlage Seite 18 auf und zitiere Zeile 4:

(Na toll) „Er verwarf, wie erwähnt, die Handhabung der Historie seitens einer >>Schar von reinen, dem Leben nur zusehenden Denkern, (…) denen Vermehrung der Erkenntnis das Ziel selbst ist.<<“
2. Strecke deinen linken Arm so weit wie möglich aus. Was greifst du?
Luft.
3. Was hast du als letztes im Fernsehen gesehen?
Extra3
4. Mit Ausnahme des Computers, was kannst du gerade hören?
Placebo: in the cold light of morning
5. Wann hast du den letzten Schritt nach draußen getan?
etwa um 20 Uhr um den Müll raus zu bringen
6. Was hast du gerade getan, als du den Fragebogen begonnen hast?
Mein Schreibprogramm öffnen?
7. Was hast du gerade an?
Jeansrock, Shirt und was sonst so bei mir ziemlich üblich ist.

8. Hast du letzte Nacht geträumt?
Ich weiß noch, dass ich nicht ich war… ich führte ein ziemlich belangloses Leben und hatte eine nervige Freundin. Mehr weiß ich gerade nicht, außer, dass mir meine Jeans wirklich sehr gefiel… (Mann, träume ich Blödsinn)
9. Wann hast du das letzte Mal gelacht?

Weiß ich nicht. Wenn nicht heute, dann gestern --> Calvin und Hobbes sind fast ein Garant dafür bei mir.
10. Was befindet sich an den Wänden des Raumes, in dem du dich gerade befindest?
Bücherregale, Schreibtische, Sofa, CD-Vitrinen, Notenhalter, Kommode, TV-Bord, meine Harfe (meine Lehrerin hat immer gesagt, dass ich den Hocker so hinstellen soll, dass sie auf keinen Fall umkippen kann, da ich den Hocker aber noch anderweitig nutze muss die Wand herhalten), einige Bilder
11. Hast du kürzlich etwas Sonderbares gesehen?
ich komme aus dem Wundern nicht heraus. Bei den Menschen, die ich um mich habe, ist das auch nicht verwunderlich (guckt euch doch nur in der Blogwelt um und dann gibt es auch noch ein Leben daneben).
12. Was hältst du von diesem Quiz?

Bei einem Quiz gibt es doch immer nur Fragen, auf die es nur eine Antwortmöglichkeit gibt. Ich meine also hiervon, dass es kein Quiz ist.
13. Was war der letzte Film, den du gesehen hast?
Dokumentation über die Menschen in Papua Neuguinea (manchmal wünscht man sich den Kommentar ganz weit weg)
14. Was würdest du kaufen, wenn du plötzlich Multimillionär wärst?
Zettel’s Traum von Arno Schmidt, aber da würde sich wirklich sehr viel finden lassen. Haus am Meer wäre nicht schlecht…
15. Sag' etwas über dich, was ich bisher nicht wusste.

Wer du auch immer bist, ich trauere immer noch der Zeit nach, als meine Haare nur ganz wenige Zentimeter lang waren. Haare waschen hatte da eine ganz andere Dimension.
16. Wenn du eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?
ich würde klein anfangen: mich
Wahlweise würde ich auch größenwahnsinnig werden und so was wie Tschernobyl rückgängig machen.
17. Tanzt du gerne?
ja
18. George Bush?

Nein Danke, ich habe schon gegessen.
Soll ich jetzt sagen, dass man ihn zum Staatsfeind Nr. 1 ausrufen sollte? Ist eben ein Mensch, jedenfalls behaupten es welche.
19. Stell dir vor, dein 1. Kind wäre ein Mädchen. Wie würde es heißen?
Das wäre nicht allein meine Entscheidung. Man sollte auch etwas dabei an das Wohl des Kindes denken… Magenta-Rosa als Doppelname ist zwar in der Vorstellung ganz witzig, aber ich könnte mir vorstellen, dass ich zukünftig einen teuren Psychiater bezahlen dürfte.
20. Und ein Junge?
Rolf-Reinold-Feodor… hm, hier zählt das gleiche wie eben. Ich selber mag aber schon Namen, die womöglich etwas gewöhnungsbedürftig sind… (Nein, Rolf-Reinold-Fedor gehört nicht dazu!) (Auch wenn ich finde, dass Rolf-Reinold-Feodor besser ist als so einige Retortennamen… ach alles schrecklich)
21. Würdest du in Erwägung ziehen, auszuwandern?

Sicherlich. Ich ziehe es aber auch in Erwägung hier zu bleiben. Es gibt die Faktoren, Job, Sprache, Beziehungen.
22. Was würdest du Gott sagen, wenn du das Himmelstor erreichst?

Ich warte ab, was er zuerst sagt.
23. Fünf Leute, die das hier auch ausfüllen sollen:
Und wenn ich das dann schreibe füllt es keiner aus… nee, so gebe ich mir nicht die Blöße…

12.05.2006 um 00:07 Uhr

Exilwohnung eingerichtet

von: AiHua

So Leute,
ich habe jetzt auch schon mal mein Zweithaus notdürftig eingerichtet. Ich komme mir etwas so vor, als würde man ins Exil gehen, mehr gesagt das Exil vorbereiten, schon mal Sachen packen, geliebte Möbel rüber schicken und was weiß ich...
Mich gibt es jedenfalls zur Zeit etwas doppelt hier. Aber an sich bin ich gekommen um zu bleiben, um eine Band zu zitieren, die ich gar nicht höre.

Aber ich wäre darüber sehr unglücklich. Die können dort nicht in den html-Modus wechseln, nicht im Text die Schriftpositionierung (wie Block, zentriert und so) wechseln und was für mich das Schlimmste ist, sie können keine Fußnoten anzeigen. Wenn es tatsächlich zu diesem Umzug käme, dann wäre dieser nur eine Zwischenlösung für mich...

11.05.2006 um 19:01 Uhr

Ahaaaagh! Ich schreie!

von: AiHua

Eine Zeitschrift, die sowieso zum Kotzen ist, hat die attraktivste, deutsche Prominentenmutter gekürt. Auf Platz eins und zwei, die Mütter gekommen, die ihren Job aufgegeben haben und sich ganz ihren Kindern und Mann widmen. Das ist auch übrigens die Begründung, warum Mütter wie Heidi Klumm (keine Sorge, ich bin kein Fan) relativ abgeschlagen sind.
Das kann doch nicht sein! Das sind Vorstellungen, die aus den 50ern kommen, die selbst so langsam die CDU/CSU ablegen wollen. Och Mensch, das ist wirklich alles so entäuschend.

11.05.2006 um 02:37 Uhr

Weihnachten

von: AiHua

Es wird Sommer, ich erinnere mich an Weihnachten.
Es war eines der Weihnachten, als meine Familie mal wieder ganz eng zusammen rückte, es war das letzte Weihnachten. Meine Mutter natürlich, mein Stiefvater, mein Pflegebruder (die Älteste ist im November ausgezogen und das Baby ist an Feiertagen und Wochenenden bei den leiblichen Eltern), mein Bruder (der tatsächlich sich mal Weihnachten frei nehmen konnte und den Weg aus dem Ruhrpott geschafft hatte), der Hund, der Fanatiker und ich.
Es waren tolle Weihnachten, es war ein Fest der Liebe und mit angebundenen Weihnachtsbaum und Wassereimer daneben stehend (habe ich eigentlich mal erzählt, dass mein Stiefvater etwas, nur ein bisschen hypochondrisch ist?), tollen Entenbraten, Rotkohl…, mit Konzerten in der Kirche mit Olympialiedern vom Bläserchor (wieso auch immer) und tollen Gesprächen am glänzenden Baum.
Zu Weihnachten redet man über Religion, soll jedenfalls mal vorkommen. Meine Familie hat seit der Gründung der neuen Familie weitaus mehr mit der Kirche zu tun, zudem redet meine Mutter freundlich mit den Zeugen Jehovas an ihrer Tür. Etwas, was mein Stiefvater nicht so ganz verstehen kann. Nun denn, er stellt die These auf, dass sich meine Mutter seit den Gesprächen mit den Zeugen Jehovas verändert hätte. Meine Mutter bestreitet es. Vom Fanatiker- und Ai Hua-Sofa kommt die Anmerkung, dass man bei jeglichem Kontakt immer irgendwie verändert… ihr wisst schon der Pseudophilosophenkram kam natürlich eher von mir, der Fanatiker hielt sich da lieber raus und aß Zimtsterne. Meine Mutter sah mich stechend an, aber ich war schön aus dem Schneider, als mein Steifvater dann meinte, dass das ja auch nicht so schlimm sei, aber wenn sie bei den Zeugen Jehovas wäre und in der Marktstraße den Wachturm verteilen würde, dann würde er sich trennen.
Ich sag mal die etwas hitzige Debatte wurde jetzt zu einem Streit. Meine Mutter fühlte sich in ihrer Religionsfreiheit beschnitten und stellte verletzt fest, dass mein Stiefvater nicht immer hinter ihr stehe (oder so). Mein Bruder merkte sehr wohl, dass sich die Situation zuspitze, es war nicht nur durch die ganzen Kerzen so heiß. Mein Bruder ist ein ganz lieber, er will meiner Mutter etwas zur Hilfe kommen, denn bisher fühlte sie sich von allen allein gelassen.
„Ich verstehe dich“, sagt er, „als ich mich näher mit dem Buddhismus befasste…“ ich glaube ich muss gar nicht mehr ins Detail gehen.
Meine Mutter ist jedenfalls einfach wütend verschwunden, mein Bruder ist ihr irgendwann hinterher. Der Fanatiker hätte ihn am liebsten aufgehalten, ich war zu sehr von der Vorstellung fasziniert, was meine streitbare Mutter in einer Organisation wie den Zeugen Jehovas anrichten würde… mein Stiefvater erklärte währenddessen seine These nochmals genauer.
Kurze Zeit später meinte mein Bruder wieder bei uns, dass er jetzt Etwas rauchen würde, denn er stellte fest „Jetzt hab ich den Tag ganz versaut.“

11.05.2006 um 01:26 Uhr

"Es gibt keine Lehre mehr"... ach was du nicht sagst...

von: AiHua

Mal wieder eine Architektur-Biennale, auch noch die 10., das ist natürlich noch mehr ein Grund die erste im Blick zu haben. Seit jeher bemühen sich die Leiter irgendwie die „strada novissima“ zu toppen, ist nicht so, dass es ihnen irgendwie gelungen wäre. Ist aber auch schwer, nachdem die Postmoderne so richtig, aber wirklich so vollkommen richtig ausgerufen wurde. So richtig motiviert, so richtig frech, so richtig innovativ. Natürlich auch nur möglich, weil es eben vorher Manifeste gab, die man strickt befolgte. Sicher, die Postmoderne gehört nach vielen Aussagen der Vergangenheit an, aber alles was folgt konnte irgendwie noch nicht zum Aufschrei bewegen. Aus heutiger Sich könnte da natürlich auch nicht die die Pappfassadenstraße in der Reeperbahnhalle der ersten Biennale, aber wir leben ja auch heute…
Im Gespräch mit der Welt geht Richard Burdett, der diesmalige Leiter, nicht auf die Geschichte der Biennale ein, aber Thema ist überhaupt die Städteplanung von Metropolen. In mir klingt der Idee der postmodernen Architektur auf, irgendwie alt. Und dann bringt der gute Mann auch noch Corbusier ins Gespräch, der Architekt, der von den postmodernen Architekten „gehasst“ wurde. Er sagt, dass Corbusier mit seiner Gestaltung nicht Recht hatte... Ich sag mal, die Idee ist immer noch nicht neu, warum auch, die Erfahrung, dass die Architektur von Corbusier oder auch Mies van der Rohe nach ihrer Vorstellung doch nicht so ganz menschengerecht war und auch nicht so funktional wie ausgerufen, tritt immer mehr zu Tage, trotzdem will ich die Entwicklung nicht absprechen. Ich würde mir das also auch ganz gerne ansehen.
Wenn also mich jemand mit nach Venedig nehmen würde, ich käme mit, ich weiß auch eine Unterkunft die billig und toll zugleich ist (ich nerve auch bestimmt nicht mit dem Palladiomotiv, hoffe ich mal)…

11.05.2006 um 00:09 Uhr

"Ich bin schwul"

von: AiHua

Im 19. Jahrhundert gab es schon ewig viele Stimmen, dass Deutschland sich mit Denkmälern zupflastere. Diese Angewohnheit ist in Deutschland jetzt auch noch weit verbreitet, durch die ganze Erbschuld des Nationalsozialismus hat es eine ganz neue Instanz bekommen. Die ersten Denkmäler, die ich gesehen habe waren Kriegsdenkmäler, natürlich solche, die ganz klar darauf hinwiesen, dass sie Mahnmale seien.
Die Dimensionen des Holocaustdenkmal in Berlin hat mich zwar doch etwas verwundert, vor allem die dadurch resultierenden Kosten (aber darum geht es der Stiftung finanziell auch mal gar nicht so gut), aber das so eine große Fläche her musste verwunderte mich gar nicht.

Als kurzen Exkurs darf ich anmerken, dass ich mich irgendwie hämisch daran freue, dass die Stelen jetzt schon Risse aufweisen, dabei hat der Typ (von Künstlern kann ich öfter mal gemein sprechen…, mieser Zug von mir) uns blöden Kunsthistorikern (eigentlich nett, dass er damals vor unserer kleinen Truppe gesprochen hat) doch versichert, dass alles fast TÜV-mäßig geprüft sei. Für diese Häme werde ich in die Hölle kommen…

Worauf ich eigentlich hinaus will, jetzt kriegen ja auch die verfolgten Homosexuellen ein Denkmal, natürlich nicht an so präsenten Platz und auch nur mit einer Stele (waren ja auch nicht so viele… und bestimmt kommt es gar nicht auf die Größe an), aber sie kriegen eines. (Hoffentlich ist der Zement dann besser, dabei haben sie darum wirklich schon das letzte Mal unheimlich viel Arbeit rein gesteckt). Auch wenn es durchaus da so ein komischer Geschmack im Mund bleibt, Elmgreen schreibt in der taz treffend (mal wieder den Perlentaucher dafür herangezogen):
„Es ist, als wenn einer der Blöcke vom Holocaustdenkmal nächtens über die Straße gelaufen wäre, sich in den Wald gestellt hätte und nun sagt: Seht her, ich bin ein Teil der ganzen Geschichte, ich bin aber auch etwas Eigenes. Ich bin schwul."
Und das, obwohl er das Denkmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus, am Berliner Tiergarten von ihm mitgestalttet wurde (mehr).