Lösch mir die Augen aus

08.06.2006 um 03:04 Uhr

erfreulich, oder wie?

von: AiHua

Womöglich sind nicht nur wir deutsche am Aussterben, nein auch die Geisteswissenschaftler, also auch ich. Verdammt, ich bin gleich zweimal am Aussterben, aber wenigstens werde ich womöglich, mehr gesagt die eine Seite von mir, wird unterstützt, ist auf die Liste der zu schützenden Spezies gesetzt worden.
In letzter Zeit hatte ich schon so langsam das Gefühl, dass Geisteswissenschaftler, wie Bären mit Migrationshintergrund, zum Abschuss frei gegeben worden. Und das, obwohl von uns fast keiner Schafe gerissen hat. Und der einen, von dem ich weiß, der war Religionswissenschaftler und hat das Schaf, was er geschächtet hat auf dem Campus von seinem eigenen Geld bezahlt (der ist echt durch, aber muss man ihm deswegen gleich abschießen?). Ja, aber ich habe mich geirrt, mehr gesagt, es gibt eine Initiative, die sich für Geisteswissenschaftler einsetzt (gucken sie nicht goldig?), von der wird nämlich hier in der NZZ von Wenzel berichtet.
Da wird natürlich auch angesprochen, dass Geisteswissenschaftler aber auch zeigen müssen, was sie für die Gesellschaft tun, ohne aber anzubiedern. Die Spezies des Geisteswissenschaftlers muss also schon lieb gucken, aber seine Wildheit nicht ganz verlieren, ja sonst wird er nämlich doch einfach abgeschafft, abgeschossen und für nicht brauchbar angesehen.

08.06.2006 um 02:45 Uhr

"All mine you have to be"

von: AiHua

Wieder ein bisschen mehr bei Flickr verstanden und ein paar Bilder hoch geladen. Und hier ein paar Bilder aus der Zeit als wirklich noch Winter war und ich sogar krank war, allerdings habe ich in den letzten Tagen auch gefroren, aber das nur am Rande. Übrigens habe ich noch mehr Reihen, in denen ich mich zum Deppen mache, also viel Spaß.



"To hold you,
Enfold you,
Never enough,
Render your heart to me."

07.06.2006 um 16:14 Uhr

OPAC's und grundschlechte Erfindungen

von: AiHua

Ich sag’s euch, ein Horror. Die entwickeln sich immer weiter, aber besser werden die bestimmt nicht. Entweder kommt man gar nicht zu der Suchmaske (was daran liegen mag, dass ich an der größten Uni Deutschlands studiere), oder aber  sie ändern ständig etwas an der EDV. Meistens wird es dadurch noch schlimmer, unübersichtlicher, schräger, verkrampfter und was weiß ich Schlimmes. Das ist der Horror, den ich mir in meinen schlimmsten Folterfantasien nicht vorstellen kann. Und wenn ich an das Grundschlechte im Menschen glauben würde (was ich gerade nicht so ganz negieren kann), dann würde ich meinen, dass dieses Übel, zumindest die OPAC’s dieser Welt ein Super-Clou dieses Grundschlechten war.
Übrigens, heute wieder, wie immer klingelt das Telefon zwischen 15- und 16 Uhr bei mir Sturm. Meine Mutter und irgendwer anderes. Ich schaffe dieses weitere Teufelswerkzeug ab. Die hatten damals schon Recht, als sie meinte, dass das Telefon nichts Gutes sei (das die Orgel auch vom Teufel erschaffen sei und deshalb nur Frauen spielen dürfen, weil sie sowieso nicht so gute Menschen sind, glaubt man übrigens in manchen Teilen Russlands heute noch)… Jedenfalls nicht in meiner Wohnung! Boah, ich schreie!

07.06.2006 um 01:49 Uhr

Sprachentwicklung

von: AiHua

  1. CUUUURD!!! Du färbst ab...

    sjAlfur: nist!
    AiHua: nh?
    sjAlfur: deim reiterchem!
    sjAlfur: hab auch eim kleim reiterchem!
    sjAlfur: MEIIIIM!
    AiHua: doch
    sjAlfur: MARF!
    AiHua: oh neim
    AiHua: mur moch zwei frei
    AiHua: ahhhh
    sjAlfur: verdannt!
    AiHua: schnüff
    sjAlfur: schmüff
    AiHua: schmüff, matürlich

    [so geschehen in der Brettspielwelt... nur falls sich jemand fragt, um was es inhaltlich geht... darauf kommts aber nicht an...]

    sjAlfur: 05.06.2006 um 03:39 Uhr


Ein Kommentar bei Curd van Rock und jetzt auch hier, nur um zu zeigen, wie groß die "Stoffwurst" (Zitat von L-Punkt) einen prägen kann. Ich würde ihn nicht so nennen, schließlich ist er einer der genialsten Künstler unserer Zeit, wenn nicht gar überhaupt. Kein Superlativ kann zu hoch gegriffen sein.

06.06.2006 um 20:10 Uhr

Alltag mal wieder

von: AiHua

Mann, gerade habe ich mal wieder in meinen Postkasten bei Flickr gesehen. Ich sag mal, hey, ich habe echt viele Kontakte (von denen ich mal wieder nichts mitbekommen habe), auch wenn sich keine Sau meine wenigen Bilder anguckt (jedenfalls sagen das die Anzeigen unter den Bildern), dafür habe ich festgestellt, dass alle möglichen Leute in meinem Blogbekanntenkreis sich mal ihren Blog graphisch angesehen haben. Ich auch, allerdings noch nicht bei Flickr hoch geladen.

Ich arbeite nicht mehr, weil ich gleich angerufen werde. Blöd eigentlich, dass ich weiß, dass sich der Anruf mindestens um eine Stunde nach hinten verschieben wird. Ich zerschlag mal mein Wohnzimmer, das erscheint gerade unheimlich erstrebenswert.

06.06.2006 um 19:56 Uhr

Krach, Gewalt und Musik

von: AiHua

The Supermassive Black Hole ist hier in besserer Qualität zu hören und wer denkt, wie „konnten Muse wagen nur etwas von dem geraden Weg ab zu kommen’ und am liebsten sein Zimmer zertrümmern würde, dem kann ich auch dafür die richtige Musik empfehlen (habe ich nicht gerade zum Ausbruch beigetragen, nach meiner Vorstellung? Hm, was soll’s…).

Noise!
Noise ist das, was das kleine Wort auch schon gleich aussagt. Ein riesen Krach, wahrer Punk nannte es Tracks von arte, und eignet sich offensichtlich gut um Aggressionen abzubauen, sowie einfach etwas Spaß zu haben –was sag ich etwas, bei Noise läuft es nur ganz oder gar nicht- , die richtige Untermalung zu haben um die Wohnung zu demolieren, den Hund grün anzustreichen, den Fernseher aus dem Fenster zu werfen und den Kaktus stilgerecht anzuschreien, sowie das Rosshaarsofa von Oma mit einer Machete zu verschönern.
Hier Stabbed in the Face von Wolf Eyes.

06.06.2006 um 19:14 Uhr

Freude am Schrecklichem

von: AiHua

Oh baby dont you know I suffer?
Oh baby can you hear me moan?
You caught me under false pretenses
How long before you let me go?

Manchmal ist man sogar so geschockt, dass man noch nicht mal mehr blinzeln kann, geschweige denn weiter skippen. Deshalb habe ich mir dann auch mal angehört, wie es sich anhören würde, wenn Matthew Bellamy und Britney Spears zusammen Musik machen würden.


You set my soul alight
 
Glaciers melting in the dead of night
And the superstars sucked into the supermassive

Was soll ich sagen?

 

 

I thought I was a fool for no-one
Oh baby I'm a fool for you
You're the queen of the superficial
And how long before you tell the truth

You set my soul alight

 

 


 You set my soul alight

Glaciers melting in the dead of night
And the superstars sucked into the supermassive

Supermassive black hole

 

Die Höhen treffen beide… Es war ein Erlebnis…

Wollt ihr auch mal hören? Da.

 

And the superstars sucked into the supermassive

Supermassive black hole



An gleicher Stelle (etwas weiter runter) findet man das Lied auch ohne Spears. Ich finde es natürlich großartig, aber das war natürlich zu erwarten... Das müsst ihr euch auf jeden Fall anhören (falls ihr Muse auch so gerne mögt... oder ein paar Einflüsse aus dem Minimal Funk).... The Supermassive Black Hole ist toll, auch wenn ich die Ähnlichkeit zum dem Spears-Lied nie wieder aus dem Kopf bekommen werde.

06.06.2006 um 18:58 Uhr

ich hasse das Telefon, schon immer

von: AiHua

Für mich ist es nicht zu fassen. Da werde ich von einem wirklich schlechten Gewissen geplagt, weil ich jedem Tag nur ein oder zwei Mal ans Telefon gehe und selbst das ist ätzend. Heute, pünktlich zu meiner ersten Mittagspause (nicht dass ich viel geschafft hätte) ruft mein Bruder an. Ich bin mindestens drei Mal nicht ran gegangen wenn er mich versucht hat anzurufen. Wenigstens ruft er nicht abends bei einem Film oder Essen an (wie oft habe ich beim Telefonieren gegessen ohne zu merken was ich da eigentlich gerade tue?). Ich nehme also ab, getrieben vom schlechten Gewissen, er klingelt schon so stürmisch, er klingelt nach Hilfe, oder wenigstens einen Menschen der ihm gewogen ist (um Brecht mal wieder zu bemühen). Ich bin ihm ja im Grunde genommen sehr gewogen, wieso habe ich sonst so ein schlechtes Gewissen? Aber ich wünsche mir die Zeit zurück in der wir nur alle paar Monate telefoniert haben, wann hat er entdeckt, dass seine Kleine so wichtig für ihn ist? Und seit der Zeit, als ich dachte, dass ich jetzt irgendwie ganz schnell durchs halbe Land fahren muss um mal in seiner verrauchten Wohnung die Fenster aufzureißen, seitdem kann ich ihm noch viel weniger irgendetwas ausschlagen. (Mir hallt von einem der Telefonat noch sein Ausspruch nach: „Du kommst dann aber wirklich? Ich könnte es nicht ertragen, wenn du dein Versprechen nicht halten würdest…“)
Ich nehme also ab, noch bevor ich meinen Namen sagen kann, ruft er schon begeistert durch das Telefon, „Das ist wunderbar, ich habe einen Anschlag auf dich vor, du musst mir das Leben retten. Ich kann das nicht allein.“
Er ist total aufgedreht, er muss gerade von der Arbeit kommen, wahrscheinlich hat er noch den dicken Pullover an, die Schuhe erst recht und hat das Telefon gegriffen. Selbst die Kippe zündet er sich erst während des Gesprächs an. Also eine Stunde meinem Bruder zuhören, der mir so viel erzählen wollte und dann etwas als Vorbereitung auf das, wobei ich ihm helfen soll. In zwei Stunden, er sagt es wird bestimmt nur eine halbe Stunde dauern (so ein Schwachsinn), ruft er an. Er wird nichts in der Hand haben, die fünf Seiten vom Formular vielleicht gerade mal überflogen haben und dann darf ich mir zwischen den Erzählungen seines Lebens und Traumleben die Sätze heraussuchen, die einen Text ergeben sollen und zusehen, dass ich sie so formuliere, dass es so klingt, als würde es ein Heilerzieher/Pfleger so was schreiben. Dabei werde ich noch erst eine Kunsthistorikerin.
Ach, ich bin müde und ich schaffe noch nicht mal einen fähigen Absatz für mich.

06.06.2006 um 16:56 Uhr

Was ich die ganze Zeit vergessen habe:

von: AiHua

Ich wollte auf dem Blog verlinken, der sich die zynische Einstellung zum Namen gemacht hat. War ja, klar, dass ich de[n] Zyniker gerne mal lese, jetzt hat er einen Beitrag geschrieben, der seinen Name alle Ehre macht. Aber der Herr Malik Zyniker bleibt nicht in der zynischen Betrachtung, er möchte ein wenig auch noch die Chance haben, die Welt zu ändern, Denkanstöße zu liefern. Und alles in seiner Campagne Die nennen es Flut – Wir nennen es Leben. Viel Spaß bei der Lektüre.

06.06.2006 um 06:07 Uhr

Gedanken am Morgen

von: AiHua

Before Lord God made the sea and the land,
He held all the stars in the palm of his hand.
And they ran through his fingers like grains of sand,
And one little star fell alone.

Das erste Mal seit Wochen ist mein Postausgang fast leer. Vier Mails warten zwar immer noch, aber es ist alles abgearbeitet mehr gesagt mit Bedacht noch nicht beantwortet. Das selbst das bei mir vollkommen ins Straucheln geraten ist, sagt mir viel, euch nicht, aber das hole ich ja gerade nach.

Then the Lord God hunted through the wide night air
For the little dark star on the wind down there.
And he stated and promised he'd take special care
So it wouldn't get lost again.

Wahrscheinlich habe ich es schon geschrieben, wobei ich meine, hier noch nicht, aber ich durfte mal einem Menschen zuhören, der von einer Einleitung erzählte zu Schiller, er las daraus vor und erzählte seine Gedanken dazu.

Now a man don't mind if the stars grow dim
And the clouds blow over and darken him,
So long as the Lord God's watching over them,
Keeping track of how it all goes on.

Für ihn, und ich stimme mit ihm da vollkommen überein, ist Kultur der Kampf ums Überleben. Hört sich jetzt sehr dramatisch an und lässt sich sogar steigern, denn er brachte das Bild eines Ertrinkenden. Kultur ist die Schwimmbewegung, die ein schiffbrüchiger Mensch mitten im Meer ausführt. Würde er nichts tun, würde er sterben, die Schwimmbewegung bewahrt ihn zwar nicht vor dem Tod, aber es verschafft ihm Zeit.


But I've been walking all the night and the day,
Till my eyes get weary and my head turns gray.
And sometimes it seems maybe God's gone away,
And we're lost out here in the stars.

Kultur, angefangen von unseren Gedankenmustern/rastern aus Krabbelkindertagen bis zur sixtinischen Kapelle ordnen, retten uns von einem uns unbekannten Punkt zum nächsten.
Und wie komme ich da jetzt drauf? Ich schwimme, mehr gesagt ich werfe meine Arme aus und versuche zum nächsten Fleck Meer zu kommen, oder mehr gesagt wenigstens nicht ganz unter zu gehen.


Little stars, big stars, blowing through the night,
And we're lost out here in the stars.[1]



[1] Martin L. Gore: lost in the stars, aus: counterfeit². 2003 (eigentlich ist das Lied von Todd Duncan 1949).

05.06.2006 um 20:40 Uhr

schon Montag, aber welches Leid...

von: AiHua


Tatsächlich jetzt mal schon Montag. Dafür habe ich ganz stark das Gefühl, dass da etwas schief gelaufen ist. Ich habe ganz viel Silverchair gehört und an eels erinnere ich mich gar nicht… Mein Unterbewusstsein, mein Über-ich oder mein Was-weiß-ich scheinen einen sehr ausgeprägten Musikgeschmack zu haben.

05.06.2006 um 20:35 Uhr

Ich habe Hunger

von: AiHua

Es gibt bestimmt eine leckere Art und eine, die auch ganz schön aussieht, aber  ich will jetzt nicht mehr über Himmel und Erde nachdenken. Ich sag mal, das ist die Hölle, das ist etwas Erde und dann ganz viel Hölle! Wenn Arme Leute Essen, dann blinder Fisch/armer Ritter. Birnen, Bohnen und Speck ist auch in Ordnung und Labskaus sowieso, aber mit diesem Höllenfraß lasst mich erstmal verschont. Bäh.

05.06.2006 um 01:56 Uhr

Lieder in denen irgendwie Autofahren (und eine Seifenkiste zählt mit) eine Rolle spielt:

von: AiHua

-         Björk: violently happy „..i’m driving my car to fast, with ecstatic music on…“

-         Jack Johnson: symbol in my driveway “...i’ve got a symbol in my driveway, i’ve got a hundred million dollar friends...”

-         Bush: dead mead “...it’s hard to get along in this car crash weather...”

-         Beatles: baby you can drive my car “...baby you can drive my car, yes i'm gonna be a star...”

-         Depeche Mode: behind the wheel “...drive anywhere, do what you want, i don’t care...”

-         Incubus: drive “...Will I choose water over wine and hold my own and drive? It's driven me before and it seems to be the way...”

-         Placebo: follow the cops back home “...let’s follow the cops back home, and rob their houses...”

-         The Smashing Pumpkins: tear “...the light came  to pass dead opera, motorcrash, gone in a flash in nitrous overcast...”

-         Eels: woman driving, man sleeping “...woman driving, man sleepin, passing all the other cars...”

-         Funny van Dannen: Nachdenken im Auto „…Nachdenken im Auto, voll konzentriert…“

-         PJ Harvey: no girl so sweet “...he drove it fast to make the night...”

-         Tom Waits: baby gonna leave me “...my baby went and left me in a ’49 Ford...”

-         Dredg: ode to the sun “...passing motorists/a mangled tuna-can-car rests...”

-         UNKLE: rabbit in your headlights “...Im a rabbit in your headlights scared of the spotlight...”

 

Ihr könnt jetzt ruhig weitere nennen, ich habe sowieso das Gefühl die Hälfte vergessen zu haben. Ach ja, ich gebe den Tipp, nicht an Videos denken, denn in denen kommen wirklich häufig Autos/Autofahrten vor ohne dass sie irgendwie in den Lyrics vorkommen. Ich denke da an Karma Police und my favourite game. Denkt mal drüber nach…

04.06.2006 um 20:34 Uhr

did you forget to take your meds

von: AiHua

Ich wasche gerade ab und werde vom Fanatiker abgelöst.
Er so: „Geh mal zum Fernseher, Brain Molko sieht so komisch aus… so normal.“
Ich: „Aha.“
Ich, nach einem Blick zum Fernseher: Wieso, ist doch ein schöner Anzug?“ (Die Sonnenbrille ignorierend)
Er wieder: „Er sieht dadurch so… so kantig aus.“
Ich: „Du willst doch nicht das M-Wort, maskulin im Zusammenhang mit Brain Molko in den Mund nehmen.“
Er bestehend: „Ich sagte kantig.“

Die kleinen Freuden, wenn man nicht live dabei ist, tatsächlich mal einen sehr beweglichen Molko sieht und es sowieso ganz toll da wäre da zu sein.

03.06.2006 um 15:43 Uhr

der alte Mann hätte Geburtstag und Kinder kommen

von: AiHua

Mein kleiner Bruder ist jetzt seit sechs Jahren in meiner Familie, dabei ist er jetzt so um die 11. Zum Jubiläum hat irgendein Sack in der Schule ihm die Taschentrompete geklaut. Mieses Schwein.
Genau am 30. Mai saß er mit seiner Schwester und extrem vielen widerlichen Tieren in der Badewanne, der Chemiecocktail sollte das ganze Krabbeln bald ein Ende machen. Das Krankenhaus hatte sich geweigert die beiden zu entlausen. Wenigstens haben sie den beiden Essen gegeben, denn davon hatten sie wirklich in den frühen Jahren ihres Lebens nicht viel gesehen. In den ersten Monaten fing S. an zu weinen, wenn mein Stiefvater sich das scheinbare letzte Stück Brot nahm. Und wenn man dann nicht aus Solidarität mitheult, obwohl das ganze Haus voll gestopft ist mit Essen, dann wird man sauer, weil das verdammte Jugendamt eine fette Mappe von dieser Familie hat und nichts getan hat. Denn auf die Eltern kann man zwar auch wütend sein, aber das ist komplett umsonst. Vergisst sie und lasst sie in ihrem eigenen Dreck verrecken, denn helfen kannst du ihnen nicht mehr. Das hätte man früher machen müssen. Aber man hat ja nichts in der Hand… Für die Schwester war es schon lange zu spät, noch ein paar Jahre Quälerei und danach nur Scheitern und das Schlimmste, gerade noch so viel zu wissen, dass man nicht glücklich ist.
Nichts gegen Kinderkriegen, aber ein fremdes Kind zu lieben und sich gleichzeitig um die Eltern kümmern müssen, sich vor einem Amt rechtfertigen müssen. Das bewundere ich immer mehr. Meine Mutter hat nicht viele Mühe gehabt mich zu lieben und großzuziehen, aber solche Kinder saugen einen aus. Und das Schlimmste ist, wenn Du einem Kind ein zu Hause geben musst, welches Du nicht lieben kannst. Denn es ist furchtbar und wir haben es nicht gewusst, doch so was gibt es. Und man kann sie nicht lieben, weil sie „ummauert“ sind.
Auf diese Erfahrung hätte ich gerne in meinem Leben verzichtet.
Aber auf S. nicht. Er ist in vielen Dingen verwöhnt wie Findus und genauso quirrelig und erinnern kann er sich leider auch, aber über ein letztes Stück Brot weint er schon lange nicht mehr.

02.06.2006 um 17:39 Uhr

Zitate die nicht überlebenswichtig sind

von: AiHua


Zitat des Tages vom Perlentaucher:
"Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt", bekannte einmal Fritz Walter.

Ja, was soll man dazu sagen?

02.06.2006 um 02:39 Uhr

Was macht die Figur?

von: AiHua

Und wo könnte man mich vielleicht morgen finden? Richtig, ich suche die Figur an sich. Nicht meine, da gehe ich einfach ins Badezimmer zu den frisch polierten Spiegeln (was mache ich nicht alles um meiner Arbeit auszuweichen. Ich glaub ich bin auch nicht möglich, aber irgendwie beweist mir der Alltag leider etwas anderes), nein, ich sehe mir an, dass die Malerei mal wieder vergegenständlicht hat (wobei man genau so Beispiele finden kann, dass die abstrakte Malerei durchaus noch zu finden ist… ich meine jetzt wirklich gegenstandslose Kunst, also nicht das, was manche Spinner –Entschuldigung, besser wäre Unwissende- für abstrakt halten). Die Hypo-Kunsthalle zeigt über 120 Bildern von 80 internationalen Künstlern, die sich alle mit der Figur, also dem Gegenständlichen beschäftigen.
Also vielleicht bin ich also am Wochenende oder schon morgen da und versuche den schlechten Führungen auszuweichen (das Schlimmste was ich miterleben musste war neben mir eine Führung zu Otto Mueller Bildern: „Das Mädchen blickt so verträumt, weil es sich eben an ihr erstes sexuelles Erlebnis erinnert. Ohne es zu wissen ist sie zur geheimnisvollen Frau geworden!“ ich hätte Brechen können. Wirklich gar nichts sprach dafür, weder ikonographisch, noch quellenmäßig. Da war nur ein Frauenakt im Bett! Und dann gehen Leute nach hause und meine, dass sie etwas gelernt haben!)
Wenn ich es mir so recht überlege, dann bin ich Montags da, weniger Leute und außerdem der günstige Tag.

01.06.2006 um 00:41 Uhr

Schlafen ist produktiver

von: AiHua

An sich wollte ich euch mal wieder mit einer Zeichnung beehren, aber Weiß und der Scanner können sich irgendwie nicht einigen und wenn man versucht über Kontraste und Farben noch was raus zu holen, sieht es einfach nach Kinderbild aus, welches durch den Straßengraben gezogen wurde. Sehr deprimierend.
Desweiteren war mein heutiger Abend auch sehr deprimierend. Nicht dass ich ein CSI-Fan wäre, aber Tarantino mag ich ja schon... aber das Ende war auch bestimmt gar nicht so wichtig, da hört man sich lieber Geschichten eines einsamen Bekifften an, die er einem schon mal erzählt hat. Ich habe auch wieder viele Lebensweisheiten erzählt bekommen, aber vielleicht ist es noch mein Rest Jugend, dass ich gar nicht darauf hören will. Wenn man sich auf einen Abend freut, kann man sich sicher sein, dass er zerstört wird (und man lässt es einfach zu)!