Lösch mir die Augen aus

18.08.2006 um 19:35 Uhr

Erforschung neuer Welten

von: AiHua

So, für 10 € Habe ich heute etwas von der Welt gesehen. Es fing mit der Isar an (sagt nicht, dass ich dafür kein Geld ausgeben muss, es geht ja noch weiter), ging weiter über Donau und Schwarzmeer und schwabbte schließlich zum Mittelmeer.
Tja, ich habe Fische gesehen und, ich sag nur Fische. Und alles in einer nicht wirklich realistischen, aber nett gestalteten Umgebung, so mit Bäumen aus Beton und Plastik und nett angemalt.
Ja genau, ich war in einem Aquarium. Und ich bereue es auch gar nicht, dass wir sehr lange anstehen mussten. Wieso auch, das Wetter war schön und an sich ging es zügig voran. Ich verdränge das eine Kind vor uns, welches altklug, aber eben doch auch kinddumm rumlabern musste. So von wegen, ich führe unnütze Gespräche, weil ich mich gerne sprechen höre… bestimmt ein nettes Kind, aber es wäre noch netter mit Knebel gewesen.

18.08.2006 um 19:26 Uhr

ja so war das damals

von: AiHua

Ein Blick in den Spiegel.
Tja, links scheint alles in Ordnung zu sein.
Rechts sieht es im Gesicht etwas anders aus.
Rechts habe ich außer der Schramme neben der Nase auch noch ein Mückenstich. Ja, auf der Wange, gleich unter dem Auge und neben der Schramme, denn er ist großflächig und außerdem auch noch rosa…
Ja, guter erster Blick in den Spiegel.
Das hätte man mir ja auch schon mal sagen können. Ich bin doch ein Gewohnheitstier.
Ach, halb so schlimm, so lange nicht alles zu schwill kann ich gucken…
Außerdem ziehe ich einfach ein tief ausgeschnittenes Hemd an, dann guckt mir sowieso kaum einer ins Gesicht.
So meistere/bastel’ ich (mir) das Leben.

17.08.2006 um 07:55 Uhr

Alltag "in all it's glory"

von: AiHua

Meine Güte, fast eine Stunde im Badezimmer! Man könnte meinen ich habe zu viel Geld zum Duschen, aber weit gefehlt. Ich habe zum einen nicht so viel Geld, dass ich Krösus nachspielen könnte (wobei ich wirklich ansehnlich auf einem Euro wäre, jedenfalls mehr als manch Politiker, wahrscheinlich weniger als Laetitia Casta), zum anderen habe ich gar nicht so lange geduscht (mein Stiefvater würde was anderes behaupten, aber ich habe auch früher mit einer Zahnputzsanduhr duschen müssen, damit ich weiß, wann das Wasser absolut spätestens aus sein muss), vor allem habe ich dnach die Amaturen vom Kalk befreit.
Meine Mutter im Norden behauptet ja immer, dass das Wasser in userem Kaff am Ende der Welt so unheimlich hart wäre (auch wenn der Test da was anderes behauptet), aber ich weiß docht seit heute (und ein paar Jahren), das dem nicht so ist. Das Wasser im Norden (jedenfalls dort wo ich so herkomme) ist so verdammt weich, weicher geht es nicht und außerdem ist das Wasser hier, also in München verdammt hart und kalhaltig. Ich kann mir eine Tropfsteinhöhle in meinem Wasserkocher innerhalb einer Woche basteln, toll oder? Was glaubt ihr also wie mein Badezimmer nach zwei Wochen aussieht? Ja... Und ich bin leider kein Putzfanatiker. Mal ganz ernsthaft, es gibt Dinge, die sind schöner als Scheuermilch und Schrubben...

16.08.2006 um 20:14 Uhr

Ähm, kaum beachten, ich frag mich nur:

von: AiHua

Gab es vorher auch schon so viele englischsprachige Blogs im Blogigoland? Und wenn nicht, woher kommen die aufeinmal her?
Aber ansonsten schön, weiter so... oder so... 

16.08.2006 um 14:29 Uhr

Let me hear both sides

von: AiHua

Who's in a bunker?
Who's in a bunker?
Women and children first
And the children first
And the children
I'll laugh until my head comes off
I'll swallow till I burst
Until I burst
Until I



Who's in a bunker?
Who's in a bunker?
I have seen too much
I haven't seen enough
You haven't seen it
I'll laugh until my head comes off
Women and children first
And children first
And children



Here I'm allowed
Everything all of the time
Here I'm allowed
Everything all of the time



Ice age coming
Ice age coming
Let me hear both sides
Let me hear both sides
Let me hear both
Ice age coming
Ice age coming
Throw it in the fire
Throw it in the fire
Throw it in the



We're not scaremongering
This is really happening
Happening
We're not scaremongering
This is really happening
Happening
Mobiles squirking
Mobiles chirping
Take the money and run
Take the money and run
Take the money



Here I'm allowed

Everything all of the time
Here I'm allowed
Everything all of the time

Here I'm allowed
Everything all of the time
Here I'm allowed
Everything all of the time

The first of the children

(radiohead: ideoteque) 

16.08.2006 um 14:08 Uhr

auf nach Köln

von: AiHua

Man sollte mal nach Köln, oder wenn man schon da ist, den Blick zum Dom heben. Der ist nämlich jetzt unverstellt zu sehen und das nach zehn Jahren das erste Mal.
Das Gerüst, welches wegen einer der unzählicgen Retaurationen (und überhaupt Fertigstellung des Domes), wurde heute vormittag vollständig entfernt. Da der Dom andauernd restauriert wird, sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. 

15.08.2006 um 19:54 Uhr

Ach ja

von: AiHua

Ich will nur noch mal anmerken, dass es eine Werbung gibt, die fast noch schlimmer ist als Werbung mit Kindern generell!
Denn ich will gar nicht wissen, wer so bescheuert war sich die Werbung für einen neuen Schwangerschaftstest einfallen zu lassen. Bitte wer soll von sowas begeistert sein, wie (erster Teil nur in etwa, Rest aber O-Ton): Der bisher höchst entwickelte Schwangerschaftstest "auf den ein Urinstrahl" treffen kann. ???
Hallo, das ist doch... einfach nur bescheuert.

15.08.2006 um 18:18 Uhr

was man so macht, wenn man nicht auf seinen Blog kommt (Teil V)

von: AiHua

Aber außer Malen und Fernsehen kann ich auch noch anderes, z.B. zu kleinen Festivals gehen, die eigentlich sommerlich sein sollen, aber im kalten Regen stattfinden, so dass man sich winterlich anzieht.

Ich habe ja schon mal berichtet, dass meine Mutter ein Horror ist, wenn man mit ihr Klamotten einkaufen geht. Ja, ich habe in meinem Schrank noch eine Wachsjacke, die sie mir mal kaufen sollte. Ich sagte damals zu ihr: "Gehe nicht über Los und ziehe nicht...", also nein, das war doch was anderes, also in Wirklichkeit sagte ich zu ihr: "Ja, ich will gerne die Jacke haben, wenn sie bestimmte Merkmale aufweist (damals natürlich ausführlich beschrieben) und wenn es sie in meiner Größe gibt. Klar?"
Damals war ihr alles klar.
Trotzdem bekam ich eine Jacke in Größe L, übrigens Männergröße! Ich kann darin Leichen handlich verstecken.

Ich habe also eben beschriebene Wachsjacke nebst winterlichen Pullover, Tweedhose, dicken Schuhen und Tweedmütze an. Die Leute in der U-Bahn gucken mich zwar komisch an und die Leute auf dem Theatron auch, aber ich kann lachen, als sie sich in ihren Alternativ-chic-Klamotten auf die nassen Stufen setzten und nach einer halben Stunde bibbern sie erbärmlich.Ich hingegen habe meine Hände in eine der vielen, großen Taschen vergraben und finde auf einmal etwas. Tatsächlich habe ich eine dieser Probepackungen in meiner Tasche, die vor drei Jahren auf dem Hurricane von so einer Männerdeo/duschmittelfirma verteilt wurden. Während die Emoband gar nicht mal so schlecht vor sich hin spielt, gucke ich mir die Packung an. Der Mann neben mir lächelt mich schräg an. Ich überlege wieso, dann gucke ich mir nochmals die Packung an und weiß es.Damit die Probepackungen auch unter die junge Menge gebracht wurden, haben sich ein paar Leute ein paar Gedanken gemacht. Die Probepackung hat nämlich die Form und den Aufdruck einer Kondompackung, könnte man ja auf einem Festival gebrauchen. Ich frage mich, wie viele Leute enttäuscht waren, nachdem sie das Ding aufgerissen haben…Mit diesen Gedanken lasse ich die Probepackung wieder in meine Tasche gleiten und lächel’ den Typen an und freu mich schon auf sometree und darauf, dass der Fanatiker nach dem Aufbau kurz mal bei mir vorbei schauen wollte. Das sollte die Situation einfacher lösen, als wenn ich dem Typen umständlich erkläre, dass das ja gar kein Kondom war und somit auch gar keine Aufforderung… und so.

 


 

15.08.2006 um 14:30 Uhr

was man so macht, wenn man nicht auf seinen Blog kommt (Teil IV)

von: AiHua

Aber Fernsehen ist auf die Dauer auch nicht das Wahre, also habe ich mir 10 Minuten gegeben um Frabe auf eine Palette zu schmieren und ein Bob-Ross-Bild zu fabrizieren. So mit "happy little trees" und "in my world living mountains" und "happy little ecci..."
Ihr wisst schon.

Das Ergebinis war dementsprechend kitschig und ich hatte für 10 Minuten einen Mordsspaß!

15.08.2006 um 14:26 Uhr

was man so macht, wenn man nicht auf seinen Blog kommt (Teil III)

von: AiHua

Toll ist auch, wenn man vom Wort-zum-Sonntag mal eben kurz auf VOX schaltet und eine BBC-exclusiv Reportage über die Römer sieht. Ich fand folgenden Satz einfach poetisch:
"Was dem großangelegten Töten und Foltern anging, waren die Römer den Germanen um einiges Voraus."
Sowas hört man doch gerne...

15.08.2006 um 14:17 Uhr

was man so macht, wenn man nicht auf seinen Blog kommt (Teil II)

von: AiHua

Das-Wort-zum-Sonntag-Sehen ist eine Beschäftigung, die einem mir nicht den Glauben zu Gott näher bringt, allerdings habe ich jetzt letzten Samstag erfahren wie bemüht so eine Nonne um zeitgemäße Vergleiche ringt.
Da will sie dem geneigten Hipphopper und traditionellen ard-Zuschauer zeigen was ein Sprayer mit König David, Moses und Konsorten so gemeinsam hat. Die sind nämlich alle "spleenig" und alle haben ihnen nicht das zugetraut was sie auf dem Kasten hatten, einzig Gott weiß was in ihnen steckt.
Ja großartig! Dabei kickste übrigens die Stimme der jungen Nonne am Satzende bedrohlich über... 

15.08.2006 um 14:10 Uhr

was man macht, wenn man nicht auf seinen Blog kommt I

von: AiHua

Und was tut man, wenn man nicht mehr sein sinnloses Leben bei Blogigo veröffnetlichen kann? Ja, sinnlose interessante Dinge erfahren.
Ich weiß jetzt z.B., dass Pferde 20 Stunden am Tag damit beschäftigt sind Nahrung aufzunhemen, weil sie nämlich ein Fluchtier sind. Das bedeutet, dass sie jederzeit losrennen können müssen und darum dürfen sie gar nicht auf einmal so viel im Magen haben und darum ist ihr Magen verhältnismäßig klein.
Toll oder? Ich könnte mich fast mit so einem Biest verwandt fühlen, wenn ich mich nicht schon mit Katzen verwandt fühle, die 3/4 ihres Lebens verschlafen. Wenn man mich lassen würde, würde ich das auch machen.

15.08.2006 um 14:05 Uhr

Bloggen wird überbewertet

von: AiHua

Also zuerst hatte ja alles fast alles großartig funktioniert, bis dann gar nichts mehr ging. Es fing an einem verregneten Tag an. Alles dauerte ewig im Blogigoland, es lud sich zu Tode. Ich durfte also nach einer halben Ewigkeit fassziniert beobachten, wie sich mein Blog hoch lud. Ja, er sah komplett anders aus, sehr weiß und hatte keine rechte Leiste mehr. Sowas aber auch.
Ich machte mir aber keine Sorgen und ein Tag später wurde ich auch wieder mit einem prima alte-neuen Blog belohnt. Ansonsten konnte ich mich auch gar nicht beschweren, denn Julian hat volle Arbeit geleistet. Wahrscheinlich total angenervt von uns, hat er es so gedeixelt, dass ich gar nicht mehr kommentieren konnte. Übriegens bis gestern Abend. Ich frag mich eigentlich wieso, ich hatte dann doch wieder meinen Blog? Na ja, vielleicht hat das Julian auch gar nicht extra gemacht... 

12.08.2006 um 17:47 Uhr

heute Abend

von: AiHua

So meine Lieben, hier wieder einer meiner knappen Abendgestaltungstipps, also für die, die abends am Samstag nicht auf die Piste gehen, im Regen tanzen, neue Welten erforschen oder was auch immer, sondern einfach auf ihrem Sofa sitzen und einen Fernseher besitzen.

Heute um 20:15 Uhr auf RTL kommt k-pax:
„Psychiatrie-Patient Prot (Kevin Spacey) stellt sich allerseits als Bürger vom Planeten K-Pax vor. Er kann ultraviolettes Licht sehen. Seine Kenntnisse in Astrophysik hauen die größten Spezialisten um. Seine weisen Worte scheinen Weltschmerz heilen zu können. Sagt Prot die Wahrheit oder ist er wahnsinnig? […] Regisseur Ian Softley hat eine intensive filmische Atmosphäre geschaffen, die behutsam aufgebaute Stimmung wird aber am Ende des Films Erklärenderweise zu Nichte gemacht. Von Psycho-Kitsch ist man in diesem gutaussehenden Film nicht mehr weit entfernt.“ (Teleboy)

Um ehrlich zu sein, erinnere ich mich nicht mehr wirklich an das Ende, aber ich fand den Film gut. Und obwohl ich Kevin Spacey sehr schätze, mag ich nicht alle Filme, diesen aber schon.Ich meine Die üblichen Verdächtigen oder z.B. Schiffsmeldungen waren doch tolle Filme…

10.08.2006 um 18:09 Uhr

weitere Wettereinblicke und einer auf dem Hügel

von: AiHua

Day after day, alone on the hill,
The man with the foolish grin is keeping perfectly still.
But nobody wants to know him,
They can see that he's just a fool.
And he never gives an answer .....

Derweil habe ich mir hier auf dem Hügel eine Bank gesucht um in den trüben Regen zu schauen.


But the fool on the hill,
Sees the sun going down.
And the eyes in his head,
See the world spinning around.


Ein wirklich guter Beobachtungsposten. Es ist doch faszinierend, dass manche Dinge auch einmal langsamer funktionieren oder aber gar nicht mehr. Da scheint jemand gerade sehr zu arbeiten. Hoffen wir für uns, dass derjenige welcher das alles liest, hoffen wir für ihn, dass er, während er versucht allem zum Laufen zu bringen, nicht unser Gejammer mitbekommt.


Well on his way, his head in a cl
oud,
The man of a thousand voices, talking perfectly loud.
But nobody ever hears him,
Or the sound he appears to make.
And he never seems to notice .....

Tja tragisch wenn man einen Haufen Blogger mit ersteht...


 
And nobody seems to like him,
They can tell what he wants to do.
And he never shows his feelings,

10.08.2006 um 13:44 Uhr

Wetterlage, jetzt auch Wetter bei mir

von: AiHua

Das ist wie Regen nach einer Trockenperiode. Jetzt laufen bei den Leuten im Tal und an den schönen Fluss- und Seegrundstücken, die doch so liebevoll gestaltet waren die keller voll und ich auf dem faulen Hügel ärgere mich, dass ich nicht zum Bäcker komme. Ja, ärgerlich...
So ist das gerade mit der "Wetterumstellung", ich gucke trübe aus dem Fenster. Mal sehen was passiert, wenn die Sonne scheint. Ich bin ja eher ein Pessimist. Erst recht, wenn es um schlechte Metaphern zu blogigo 2.0 geht.

10.08.2006 um 13:35 Uhr

neues Wunschbuch

von: AiHua

Ich bin ja ein großer Antônio Carlos Jobim-Fan. Ich finde, dass es keiner bessere Musik zum Aufstehen gibt als seine. Leicht beschwingt, aber irgendwie auch traurig genug um festzustellen, dass das Bett eigentlich sehr gemütlich war.

Hin und wieder kommen nachts die Dokumentationen über die bossa nova oder einer der Leute innerhalb dieser Welle, innerhalb dieser Jugendbewegung. Seitdem ich also mich etwas näher damit beschäftigt habe, oder einfach meinen Blick und mein Hirn etwas einer dieser Filme oder Sendungen im Radio folgten, sehe ich beim Klang dieser Musik die modernen Baten in südamerikanischen Gefilden. Ein „heutiger“ Musiker, vielleicht war es der Sohn von Jobim, sagte mal, dass die Musik immer noch so modern sei. Und ich stimme dem zu, allerdings der Zeitepoche der Moderne. In dieser an sich so leichten Musik merkt man doch einiges an schwerer Zeittheorie, Idealen und Vorstellungen an.

Aber wie die Welt anmerkt, die Welle ist nicht irgendwann verebbt, sondern treibt weiter. Wie man ja auch am „neuen“ Album von Mendez sehen kann, oder aber auch daran, dass endlich ein Standartwerk für jeden bossa nova-Fan in deutscher Sprache erschienen ist, wenn man denn den Rezensionen Glauben schenkt.

Ruy Castro: Bossa Nova. Die Geschichte der brasilianischen Musik. Hannibal 2006 (391 S., 29,90 Euro)

Es ist bestimmt schön in Anekdoten Geschichte zu lesen. Wie eine Rezension auf bekannter Internetverkaufsseite Auskunft gibt: „Ruy Castro [interviewte] 18 Monate lang zahlreiche Augenzeugen und Zeitgenossen: Komponisten, Sänger, Instrumentalisten. Das Ergebnis ist eine Geschichte, die sich wie ein Roman liest, mit allen dazugehörigen Elementen: Liebe, Leidenschaft und Ablehnung, komische und tragische Ereignisse, Bündnisse und Intrigen.“

Dabei kommen auch Menschen zu Wort, die von dieser Musik heute geprägt worden, wobei angemerkt werden muss, dass das Buch von 1990 ist, die deutsche Fassung dann aber der überarbeiteten Version von 2001 zu Grunde liegt.

Hier regnet es wie aus Kübeln und ist etwas feuchtklamm, so dass ein paar Träume an Brasilien gestatten sein dürfen.

09.08.2006 um 04:52 Uhr

"sprout and the bean"

von: AiHua

I slept all day
awoke with distaste
and I railed,
and I raved

Als wir los fuhren habe ich extra den Postboten noch abgewartet, denn der sollte mir doch noch eine Musiksendung bringen. Hatte ich mich doch, bevor ich die Bestellung tätigte, durch mein komplettes recommendations radio gehört, so dass ich tatsächlich die Lieder mehrmals hörte. So begeistert war ich von einer mir vorher vollkommen unbekannten Künstlerin.

That the difference between
the sprout and the bean
is a golden ring,
it is a twisted string.
And you can ask the counselor;
you can ask the king;
and they'll say the same thing;
and it's a funny thing:

Should we go outside?
Should we go outside?
Should we break some bread?
Are y'interested?

Es handelte sich dabei um Joanna Newsom. Ich selber blieb bei einem ihrer Lieder hängen, weil es einfach Gesang von einer ebenso einfach gespielten Konzertharfe begleitet war. Ich selber spiele Harfe und war sofort begeistert. So begeistert eben, dass ich mir eines der Soloalben bestellte, nämlich the milk-eyed mender. Ich kann es nur weiter empfehlen!

And as I said,
I slept as though dead
dreaming seamless dreams of lead.

Natürlich hielt ich das Album erst in meiner Hand, nachdem wir wieder in München waren. Als ich noch auf das Gepäck im Flur aufpasste, als der Fanatiker den restlichen Kram aus dem Auto holte, kramte ich mit meiner Hand im Briefkastenschlitz nach der CD.

When you go away,
I am big-boned and fey
in the dust of the day,
in the dirt of the day.

Joanna Newsom kann man vielleicht in die Richtung Neo-folk einordnen, wobei ich da nicht gerade viel Ahnung von habe. Sie spielt jedenfalls die Harfe nicht klastisch, sondern eben eher folkanmutend, an keltische Volkslieder erinnernd. Dabei  ist aber nicht nur die Harfe markant, sondern auch ihre manchmal etwas schrille (ganz positiv gemeint), kindliche Stimme. Ich musste an Pippilangstrumpf denken als ich sie das erste Mal hörte, oder Stina. Sie singt manchmal wie ein Kind laut und aus tiefsten Herzen. Zudem sind auch die Lieder vom Text her ausschweifend malerisch und liedermacherisch zugleich.

and Danger! Danger! Drawing near them was a white coat,
and Danger! Danger! drawing near them was a broad boat,
And the water! water! running clear beneath a white throat,
and the hollow chatter of the talking of the Tadpoles,

Da ist auf einmal der Ton aus meinen alten Kinderbüchern wieder da, der allerdings nicht kindisch ist, sondern nur von einer anderen Art der Wahrnehmung zeugt.

 
who know th'outside!
Should we go outside?
Should we break some bread?
Are y'interested?



Hier kann man sie ürbigens hören und sehen! (Habe es selbst gerade erst gefunden)

09.08.2006 um 04:13 Uhr

da war noch ein Handschuh

von: AiHua

In Ordnung, ich muss den Handschuh aufnehmen, schließlich habe ich ihn  erfreut aufgehoben und das, obwohl er mir noch nicht mal durch das Gesicht gezogen wurde.
Ja, also wo anfangen, wo weiter machen und vor allem, wo aufhören? Ja, ich mach dann mal einfach, mal sehen wo ich stecken bleiben werde.
Der Handschuh wurde mir übrigens in folgender Formulierung/Frage virtuell rüber geworfen:

Bin zwar kein Kunsthistoriker - aber als interessierter Laie kann man sich trotzdem auch Gedanken machen. Mir ist bei der Differenz zwischen Moderne und sogenannter Postmoderne immer unklar geblieben, ob es sich um eine stilistische oder um eine chronologische Differenzierung handelt. Mir scheint, dass die Moderne nicht aufhören kann, und deshalb muss auch die Postmoderne eine Spielart der Moderne bleiben. Schließlich ist das Zitat des Prämodernen in der Postmoderne immer nur Zitat geblieben, meiner Meinung nach gibt es nichts, was beweisen könnte, dass die Postmoderne neue Regeln, Anweisungen, Normen für die Architektur erzeugt hätte. Dazu ist sie offensichtlich auch ungeeignet, denn mehr als die prätentiöse Behauptung der Individualästhetik des Architekten hat sie dem Material und den Prinzipien der Moderne nicht hinzufügen können (und diese Behauptung war den modernen Klassikern bereits ein Anliegen, auch wenn es ihnen nicht immer bewusst war). Also, liebe AiHua, wo liegt denn Deiner Meinung nach der gigantische Unterschied zwischen Moderne und Postmoderne? (von Wegen)

Also ich fang dann mal mit meiner Eröffnung an (wahrscheinlich würde ich mich mit einem Degen lächerlich in meinen eigenen Hemdfalten verheddern). Die Postmoderne ist durchaus nicht nur eine chronologische Absetzung zur Moderne, sondern stark von ihr stilistisch zu unterscheiden. Jedenfalls was die Architektur anbelangt, von der wir ja angefangen haben. Was beispielsweise das readymade anbelangt oder ähnliches in der Malerei muss man etwas aufpassen, da ist das gar nicht so einfach zu beantworten (jedenfalls von mir). Aber was die Architekturgeschichte anbelangt, kann man das ganz gut trennen, soweit man eben auch die Gotik von der Renaissance trennen kann (Dürer wurde lange Zeit durchaus gotisch verstanden, etwas was ihn wahrscheinlich sehr gekränkt hätte).

Zum Ende der Moderne wurde die Architektur immer dogmatischer, so dogmatisch, dass es eigentlich nur noch Bauten im Stile von Mies van der Rohe gab oder von Le Corbusier (und ich meine nicht Ronchamp, was seiner Architekturtheorie ja vollkommen zuwider lief. Weiß der Teufel, was ihn da geritten hat!). Sie nannten es funktionalistisch, aber auf eine ganz schön abgedreht logische Art. Mies van der Rohe baut ein Büro genau gleich wie eine Uni oder aber ein Wohnkomplex, äußerlich ist da kein Unterschied zu sehen. Eine ganze Stadt mit Mies van der Rohe-Bauten wäre sicherlich sehr verwirrend. Außerdem ist gar nicht alles so funktional wie sie gerne behaupten, da ist unheimlich viel Materialästhetik. Nehmen wir beispielsweise von Mies van der Rohe das Seagrambuilding in New York, welches etwa 1950 gebaut wurde. Wirklich ein Paradebeispiel für einen klassisch modernen Bau.


Ein Hochhaus (natürlich gab es nicht nur Hochhäuser) mit Hilfe von Stahlbeton, besser gesagt Skelettbauweise hoch gezogen (übrigens, ich mag van der Rohe). Am unteren Geschoss demonstriert van der Rohe, dass es sich bei den Wänden um keine tragenden Wände handelt, sondern um eine curtain wall, ansonsten hat es im unteren Geschoss eigentlich keinen funktionalen Sinn, dass es nur von schmalen Rundpfeilern getragen wird. Gegner der klassischen Moderne unterstellen dem gerne eine ausgekotze Rechthaberei, Vorheucheln von forms and function, denn nach postmodernen Ansprüchen ist die Architektur alles andere als funktional. Eine Uni kann nicht genau die gleiche Architektur haben wie ein Wohnhaus, mehr gesagt es muss irgendeine Kennzeichnung geben. Bei den klassischen Bauten ist das Einfachste verschwunden, weil alles reduziert wurde. Hart gesagt, man weiß nicht wo vorne und hinten ist, natürlich weil sie nichts „heucheln“ wollen wie im Historismus. Die Modernen merkten an, dass man mit der Sprache eindeutig damals übertrieben hätte. Wenn man die Architekturtheorien liest, beispielsweise von Le Corbusier, dann fällt einem auf, dass alles vorangegangene negiert wird. Alles Vorherige ist schlecht. Die moderne Architektur ist im Vergleich zu allen anderen Epochen vollkommen absolut, losgelöst, ohne Zitat, ohne Klang des Alten. Nicht nur im Aussehen zeigt es kein Zitat, kein Aufnehmen, schon nur im Standortbau zeigt es keine Kommunikation. Die klassische Moderne passt sich nicht ein, erwidert kein Platzgefüge, weshalb gibt es denn auf einmal diese großen Rasenflächen? Da ist eine alte Straße? Egal, wir haben um das Haus eine große Rasenfläche, wir brauchen für das Gebäude also keine Ausrichtung zum alten Stadtgefüge.


LeCorbusier: Villa Savoye. Vorne oder hinten? Und klar, wieder auf der Rasenfläche.

In der Stadtplanung geht es eben soweit, dass die gesamte Stadt einfach nieder gerissen werden soll. Es gibt von Corbusier Pläne für München und Paris, alle gleich. Alles wird plan gemacht und dann werden im Quadrat Hochhäuser errichtet, die im Grün stehen, zueinander führen nur Straßen mit Kreuzungen. Plätze, Räume im Freien gibt es in solchen Plänen nicht. Denn ein Platz entsteht ja durch den Umraum, der in der Moderne nicht existiert. Man guckt sich da z.B. den modernen Potzdammer Platz an, ein Ort, den man einfach nur überquert, kein Platz zum Verweilen. Früher hingegen ein Ort, ein Ort an dem etwas stattfand.


LeCobusiers Plan für Paris. Duraus zum Verlaufen geeignet.

In Europa war das Problem natürlich nicht so schlimm. Hier war ja alles voll von Straßen, die belebt waren, von Plätzen und Außenräumen. Und das, was nach dem Krieg neu gebaut wurde (übrigens hat die Moderne mehr an der alten Substanz „zerstört“ als der Krieg) war noch neu und erst „an“gelebt. In Amerika sah das ganz anders aus. In Amerika gab es ganze Städte, die keine Plätze mehr aufwiesen (Canberra in Australien war eine Ausnahme, die auch so empfunden wurde, übrigens von einem anthroposophischen Architekten geplant…). Die Stadt der 50er hatte in Amerika keinen Kern, keine Plätze, sondern nur noch diese ewig gleich aussehenden Wohnsiedlungen mit gerasterten Straßen und Grundstücken. Es ging so weit, dass Venturi den berühmten Satz aussprach/schrieb: „You must pay for your public life!“ Und dabei den Strip und vor allem Disneyland meint. In Disneyland wurden Plätze anhand von Fassadenumbauten geschaffen. Es gab dort Plätze, an denen man sich aufhalten konnte, einen Umraum. Las Vegas bot auf moderne (das andere moderne) eine Variation einer traditionellen Straße. Nicht nur eine Straße zur Fortbewegung von Punkt A zu B, sondern umsäumt von Fassaden. Die sahen zwar auch alle gleich aus, aber dafür waren überall diese Schilder, die einem informierten was sich hinter der jeweiligen Fassade verbarg. Nach dem Las Vegas Prinzip entstand der decorated shelt. Der Bau sah zwar immer gleich aus, aber er hatte Las Vegas-mäßig ein riesiges Schild welches sagte was es eigentlich ist. Mies van der Rohe hätte nie groß drauf geschrieben was denn eigentlich sein Bau ist.


Venturi hat zwar hier nicht mehr nur einen einfachen Schuppen gestaltet, aber das Prinzip ist fast noch das selbe, vor allem durch das Wappen (Schild) wird klar was los ist.

Aber nachdem haben die Postmodernen nicht einfach historistisch gebaut, sie zitierten zwar, ahmten aber nicht nach.


Micael Graves: humanabuilding, 1986.
Hier wird zitiert, erinnert an Pilaster ohne wirklich welche zu sein, stellt Bekanntes an decorumunmögliche Orte auf, erinnert, spielt mit dem Wissen des Betrachters und macht sich durchaus gewollt lustig. Imposant, aber irgendwie auch wie ein Bauklotzhaus. Aber man weiß, dass ist kein Wohnhaus, man weiß wo vorne ist...

Sie bezogen sich auf die Bauten in der Umgebung in Material, Bauweise und Stil, aber sind ganz klar als solches erkennbar. Ein Ferienhotel am Meer würde sich beispielsweise an etwas orientieren, was Menschen mit Strandurlaub assoziieren würden. Ein italienisches Seestädchen vielleicht? Klar, aber natürlich auch ironisiert.


Michael Graves:
(nur ein Bild, hätte so aber auch gebaut worden sein) es erinnert an die italienische Renaissance ist es aber auf keinen Fall.


Ohne Spaß an der Sache, ohne Ecken und Kanten geht es nicht ab. Übrigens war die Hollywoodfassadenbauweise sehr beliebt, Anspielungen lassen sich in der Postmoderne darauf andauernd finden.


Venturi: (linker Anbau) Sainsburywing, Nationalgallery of Art in London.
Der Anbau bezieht sich an den Bau dem er angehört, spielt aber mit der Tradition. Die Säulen spielen in der Entfernung zueinander, nehmen die Rundung de Gebäudes auf (umso stärker gerundet umso näher stehen die Säulen). Dabei sind die Pilaster wieder nicht richtige Pilaster im klassischen Sinne, nach ihren Gesetzen...

Reicht das erstmal? Ich könnte jetzt noch weiter machen, aber dann finde ich wahrscheinlich nie ein Ende.

09.08.2006 um 02:06 Uhr

erstaunlich große Dinge

von: AiHua

Überraschungen sind ja per se nicht vorher zu sagen, aber heute hätte ich auf eine Sache vorbereitet sein müssen. Wie ich schon geschrieben habe, war ich gestern auf Nahrungssuche und dabei durchaus traditionell. Nudeln, Tomaten- und Champignonsdosen waren Teil meiner Beute. Als ich heute also zum Couscous die Champignons öffnete, war das nur eine der vielen Dosen, ein Produkt, welches ich immer wieder kaufe. Ich kaufe die ganzen Champignons, aus dem Bücksortiment. Es sind eigentlich immer normal große Champignons, eingelegt in dieses Kochwasser. Aber als ich heute auf riesige Pilzkappen gucke, die die Fläche der Dose voll ausfüllen, erinnere ich mich, dass ich vor drei Wochen (das letzte Mal, als ich so eine Dose öffnete) ähnlich verwirrt auf den Inhalt guckte. Allerdings waren die Pilze „damals“ nicht riesig, sondern unheimlich klein.

Spannend mein Leben!