Lösch mir die Augen aus

09.08.2006 um 01:50 Uhr

erstaunlich großer Mensch

von: AiHua

Gestern war ich einkaufen, nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber ich esse gerne, so dass das Einkaufen eine Notwendigkeit darstellt. Ich schiebe meinen schwer lenkbaren Einkaufswagen durch die Gänge, mutlos schmeiße ich Nudeln, Nudeln und Reis in den Einkaufswagen und sehe erstaunt einem schneidigen Mittdreißiger dabei zu, wie er mich eilig zur Seite schiebt um an die Spirelli zu kommen. In die Mehlpalette geschubst überlege ich, ob ich die paar Cent mehr in Kauf nehme und anstatt der Spagetti auch Spirelli kaufe. Ich meine, die scheinen einem wirklich das Leben retten zu können, denn der Mann sieht danach glücklich aus und hält die Spirelli fest in der rechten Hand und widmet sich jetzt ruhig dem Müsli. Ich bleibe aber standfest bei meiner Wahl und rette mich an den Keksen vorbei. In letzter Zeit trinke ich zu viel Kaffee. Wenn ich keine Kekse habe, trinke ich auch zu Hause keinen Kaffee, so einfach ist das bei mir. Tee und Kekse passen nicht ganz so toll zusammen wie Kaffee und Kekse. Und Kaffe allein… bewahre!!!
In der Kühl-„abteilung“ geht ein junger Mann an mir vorbei. Mit der Milch in der Hand sehe ich ihn hinterher und bleibe sogar stehen, als er zurückkommt um sich eine Müllermilch zu kaufen. So vor mich her, stelle ich fest: „Herje, der ist aber groß…“
An der Kasse ist eine lange Schlange, ich kann den Einkaufswagen gerade so noch daran hindern in den Mann vor mir zu rasen. Damit erstmal beschäftigt merke ich nicht, dass sich hinter mir die Schlange ausweitet. Na ja, bis ich genau über meinem Hinterkopf so ein Schütteln höre. Über meinem Kopf schüttelt der Riese seine Müllermilch, er scheint daran Spaß zu haben. Ohne in sein Gesicht zu gucken, man will ihn ja nicht unhöflich anstarren, stelle ich fest, dass er von den obersten Weinregalen ohne Mühe die hinteren Flaschen greifen kann. Der kann den Dreck von Jahrzehnten wahrnehmen!
Während der Typ vor mir laut zu telefonieren beginnt überlege ich mir wie ätzend es sein muss so groß zu sein. Er lebt wie in eigener Welt, schließlich guckt ihn keiner direkt ins Gesicht, denn wenn man das macht, dann nur mit Absicht und nicht „zufällig“. Wer macht das denn bitte schön im Großstadtgewimmel? Weil der vor mir die Kasse besetzt, kann ich nichts auf das Fließband legen, bis ich eigentlich schon dran bin, etwas gehetzt fällt mir eine Tomatendose runter, die der Riese für mich aufhebt. Ja, sieht ganz nett aus. Es tut mir leid, dass er sich so weit runter bücken muss. Kurzzeitig guckt er mich von unten an, dann schnurrt er wie ein Fahrstuhl wieder nach oben und schüttelt die Müllermilch glücklich weiter. Mann ist dieser Mensch groß. Und ich habe wirklich große Menschen in meiner Stiefvaterfamilie. Mein Stiefvater ist 1,96 und mein Stiefvetter ist einiges über die zwei Meter Marke geschossen, aber so einen großen Menschen habe ich noch nie gesehen. Wir müssen zusammen in der Schlange, auf so engen Raum gedrängt witzig ausgesehen haben und dabei bin ich so gerade nicht deutscher Durchschnitt (liegt etwa bei Frauen bei 1,65, mir fehlen nur fünf cm).
Der war echt groß!

07.08.2006 um 06:06 Uhr

Chaperone gesucht

von: AiHua

Also ihr wisst schon, ich wollte doch mal gerne Zettel’s Traum geschenkt bekommen, mehr gesagt als Arbeitsmaterial gestellt bekommen um unheimlich wichtige Arbeit für Gesellschaft und womöglich Staat zu leisten. Also das Werk ist bisher noch nicht bei mir eingegangen, bis dieses mir bereit gestellt wird, würde ich auch die neu bearbeiteten Briefe von Wilde nehmen. Also die alte Version hatte Bilder, aber die brauche ich nicht, die habe ich nämlich schon losgelöst vom gleichen Herausgeber (Enkel sitzt an der Quelle… der hat auch alle 1500 erhaltenen Briefe bei sich zu Hause).

 

Oscar Wilde: Ein Leben in Briefen. Herausgegeben und kommentiert von Merlin Holland. Aus dem Englischen von Henning Thies. Karl-Blessing-Verlag, München 2005. 608 S.

 

Wie man an meinem Blognamen ja schon merken kann, ich habe eine Schwäche für das Fin de Siècle…

07.08.2006 um 04:26 Uhr

Nacht ohne Schlaf (Teil IV)

von: AiHua

Hätte ich in dem Taumel dieser Nacht auch noch eine Sendung von Bob Ross gesehen mit seinen „happy little trees“ und seiner Aufforderung „beat out the devil“, ich wäre sicherlich für mehrere Wochen nicht mehr ansprechbar gewesen, vielleicht hätte ich auch angefangen zu leugnen, dass ich von der Erde stamme. Da links vom Mond, je nach Standort auf der elliptischen Laufbahn, ist der Planet der meine Heimat darstellt… oder so ähnlich.
Aber Bob Ross hatte sein Bild schon gemalt, so dass ich mich langsam, nach einem kurzen Abstecher zu tangerine dream, die wohl nicht nur the mars volta, sondern auch sigur ros beeinflusst haben mögen, auf einen Film auf dem ersten oder zweiten Sender einigte (zu diesem Zeitpunkt war ich längst nicht mehr nur Ai Hua, ich war viele!).
In Ordnung, James Belushi als irrer Killer, der ansonsten seine Paraderolle als intoleranter Texaner runterspult. Während er Bier säuft und zu schnell in einem amerikanischen, natürlich hellblauen, Auto fährt, seine Frau schlägt, nimmt er auch noch eine Polizeipsychologin mit, die irgendwo in der Wüste gestrandet ist und zuerst glücklich über die Mitfahrgelegenheit ist. Da aber Belushis Rolle Frank nun mal ein irrer Killer ist, ist sie das bald nicht mehr. So weit so gut, ein Thriller, alles in Ordnung, langsam lässt der Geschmack der Farben auf meiner Zunge nach. Die Welt ist wieder in Ordnung denke ich…, aber natürlich nicht für lange. Denn die Polizeipsychologin kann zwar Frank entkommen, aber leider –jetzt haltet euch fest- gerät sie in eine Zeitschleife, so dass Frank erneut die Chance hat ihrem Leben ein qualvolles Ende zu bereiten.

Ja genau!

(Die Anordnung des Abens ist nicht chronologisch wiedergegeben, aber mein Erinnerungsvermögen wurde stark von meinem gestrigen Zustand geprägt.)

07.08.2006 um 03:43 Uhr

Nacht ohne Schlaf (Teil III)

von: AiHua

Wenn man erst anfängt ist man schnell gefangen, man grast ein wenig hier und rupft etwas da, jedenfalls geht es mir so. Ich fühle mich dann wie ein Mastvieh, welches genau weiß, dass es bei einem bestimmten Gewicht zur Schlachtbank geführt wird und trotzdem weiter schlingt.
Was tue ich also nachdem ich Progrock aufgesogen habe? Klar, wieder weiter gucken, mit einem kurzen Abstecher zu den Schlagern der gleichen Zeit habe ich es auf die „heutigen“ Musiksender geschafft. Auf dem einen Sender singt Kellys gerade davon, dass man sie zumindest nicht ein zweites Mal reinlegen könnte und der andere Sender feiert sein 25 jähriges bestehen. Es werden also auch mal durchaus etwas ältere Videos gezeigt, bei tonight, tonight entspanne ich mich erstmal und lasse Mondmonster an mir vorbei hüpfen und denke dabei an einen der ersten Spielfilme überhaupt. Danach versucht mein Hirn wieder irgendwie etwas zurück zu schalten, schließlich sehe ich mir vom Anfang bis zum Ende das Video von wicked game an. Meerwellen und Haartolle verschmelzen in meinem Hirn zu einem Bild. Außerdem überlege ich, ob es so gesund ist, wenn das Model da andauernd ihren Nagellack in sich hinein knabbert… Tut sie das, weil sie darüber überlegt, ob der Text von Frank Schöbel oder der von Chris Isaak (der Mann, der gerade an ihrem Hals knabbert) schlimmer ist?

 wicked game

The world was on fire and no one could save me but you.
It's strange what desire will make foolish people do.
I never dreamed that I'd meet somebody like you.
And I never dreamed that I knew somebody like you.

No, I don't want to fall in love. (This world is only gonna break your heart)
No, I don't want to fall in love. (This world is only gonna break your heart)
With you. With you. (This world is only gonna break your heart)

What a wicked game to play, to make me feel this way.
What a wicked thing to do, to let me dream of you.
What a wicked thing to say, you never felt this way.
What a wicked thing to do, to make me dream of you and,

I want to fall in love. (This world is only gonna break your heart)
No, I want to fall in love. (This world is only gonna break your heart)
With you.

The world was on fire and no one could save me but you.
It's strange what desire will make foolish people do.
I never dreamed that I'd love somebody like you.
And I never dreamed that I'd lose somebody like you no,

No, I want to fall in love. (This world is only gonna break your heart)
No, I want to fall in love. (This world is only gonna break your heart)
With you. (This world is only gonna break your heart)
With you. (This world is only gonna break your heart)
No, I... (This world is only gonna break your heart)
(This world is only gonna break your heart)

Nobody loves no one.

Na ja, er fing zwar nicht als deutscher Schlagersänger an, sondern als Elvisnachahmer… Wie wir ja schon im ersten Teil unserer Reise gelernt haben, gab es damals noch die Kunst der Liebeslieder. Chris Isaak hat sie sich also herüber gerettet, was man auch immer davon halten will.

07.08.2006 um 02:44 Uhr

Nacht ohne Schlaf (Teil II)

von: AiHua

Nachdem ich also meinen Horizont mächtig erweitert hatte, dachte ich, dass noch mehr nicht ertragen könnte und schaltete zu einem der Humphrey Bogart Filme, den kannte ich schon. Sie (Bogart und andere Kumpanen in einem Wild West Drama) wuschen nicht ganz legal gerade Gold aus einem Fluss und träumten von Pfirsichbäumen. Nach den ganzen Synthetikfarben und glücklichen Grinsegesichtern war Schwarz-Weiß unheimlich entspannend (kennt jemand Adam und Eve, die passender Weise auch das Lied von Adam und Eve vortrugen -„…das war die Storie [deutsche Aussprache] von Adam und Eve [halb englische Aussprache]…“-? Der Typ hatte die gleichen Sachen wie sie an, nur bauchfrei und mit Kurzhaarschnitt. Sie sah aus wie eine Transe, er wie ein Schwuler aus dem Bilderbuch.)
Also Schwarz-Weiß war toll, aber den Film kannte ich ja nun schon, also dachte ich, schalte ich doch weiter runter… ich glaube das war ein großer Fehler, denn ich hatte sicherlich noch nicht die ultrakurzen Röcke mit den biederen Baumwollunterhosen mit Prill-Blumen-Aufdruck verdaut. Wie wäre es sonst zu verstehen, dass ich auf mdr oder wdr stecken blieb, die ihre deutsche Rocknacht ausstrahlten. Sicherlich, Amon Düül und auch Bands wie Xhol Caravan sind durchaus auch mal ganz toll, aber durch die meditativen Klänge, also auch vor allem durch die verdrehte Filmweise und die Mode der Musiker (selbst Kings of Leon zu Zeiten ihres ersten Albums hätten sich nicht in so was getraut) konnte ich eindeutig Klänge sehen und Farben schmecken.
Außerdem weiß ich jetzt ganz sicher, dass die früher keine Drogen gebraucht haben, die haben einfach Musikfernsehen gesehen. Ich war gestern eindeutig bekiffter als nach einer zweitägigen Fete in einer drei Zimmer Wohnung mit ständig 40 anwesenden kiffbereiten Leuten, die etwas gegen Zugluft hatten. Wenn das mit dem Passiv-Rauchen stimmt, dann muss ich komplett weg geschossen worden sein, trotzdem fühlte ich mich damals normaler als bei dem Genuss dieser Bilder und Klänge! Ich erfuhr, dass es ganz gut ist, dass Fernsehen nicht noch habtisch erfassbar ist!!!

07.08.2006 um 02:19 Uhr

Nacht ohne Schlaf (Teil I)

von: AiHua

Was macht man wenn man merkt, dass der Tag so träge verregnet auf dem Sofa mit Buch, heißem Tee und Wohlfühlpulli vorbei gegangen ist? Klar, den Fernseher anschalten. Schließlich ist man zu müde zum Weiterlesen (vor allem, weil man ein neues Buch anfangen müsste) und zu wach um schlafen gehen zu können. Was läuft denn so? Ja, Humphrey Bogart Filme, überall und sehr viele. Einige kenne ich, die anderen sind mir gerade zu anstrengend, also zappe ich weiter. Ich lande auf ndr, die zeigen die ganze Nacht Schlager aus der gu… äh alten Zeit. Ich stelle bald fest, damals sprach, mehr gesagt sang man das „s“ immer scharf, dass hat nicht nur Roy Black gemacht und das komische Mädchen Anita (ihr erinnert euch vielleicht: „…zu ssein, ssagt die…“) (übrigens, warum muss dieses Mädchen ein Kleid an haben, welches eigentlich schon für ein Hemd zu kurz wäre?), nein das haben sie an sich alle gemacht. Gerne gab es auch die Schlagersänger, die eigentlich irgendwann mal aus dem Ausland kamen und so einen äußerst reizenden Akzent hatten/haben, z.B. Daliah Lavi („Ooooohhhh, wann kommst dü?“), Nana Mouskouri oder auch Rudi Carell.
Die Feststellung, dass man damals auch mit Scheiße unheimlich viel Geld verdienen konnte, wurde mir nicht nur durch Marion Maerz bewiesen, die so tolle Liedzeilen hatte wie: „…ein Stuhl bleibt ein Stuhl, auch wenn (k)einer darauf sitzt…“, sondern vor allem von einem äußerst hässlichen jungen Mann (ich glaube, die waren damals alle besonders hässlich) mit Namen Frank Schöbel, dessen eines Lied mich einfach nur noch fassungslos werden ließ. Ich weiß wirklich nicht, ob sein Text auf der Skala der Schrecklichkeiten diese Truse mit dem Lied, indem sie irgendjemanden einen Virus an den Hals wünscht, schlägt. Die Entscheidung kann ich nicht allein treffen, darum lasse ich euch daran Teil haben (leider kann ich euch nicht die Musik mit liefern…). Bei der Recherche, mehr gesagt dem Auffinden der „Liedpoetik“ hatte ich fast Schaum vor dem Mund und zumindest meine Gesichtsmuskeln unterlagen starker Zuckungen, darum sollten Menschen mit schwachen Nerven davon absehen folgende Zeilen zu lesen

(Achtung, ein Stück der Hölle, ganz exklusiv hier!!!):

 

Wie ein Stern

Mir scheint, mein Leben
wurde mir heut' neu gegeben
Ahnt ihr vielleicht, woran das liegt?
Ihr sollt es wissen,
von drei Sonntagabendküssen
wurde mein stolzes Herz besiegt

Refrain:
Wie ein Stern in einer Sommernacht
ist die Liebe, wenn sie strahlend erwacht
Leuchtet hell und klar durch Raum und Zeit
wie ein Stern aus der Unendlichkeit

Mädchen, ich lieb' dich
Du machst mich glücklich
Heut' scheint die Sonne heller, mh-mh-mh
Seh' nur dein Lächeln
und augenblicklich
dreht sich die Erde schneller, ah-ah-ah
Herrliches Wunder das wir erleben
Häuser und Straßen schweben, ah-ah-ah
Heiß ist die Sehnsucht, seit wir uns kennen
so kann kein Feuer brennen

Ihr müßt Sie sehen
denn dann werdet ihr verstehen
daß mir zum Glück nun nichts mehr fehlt
Glaubt mir, ich wette, daß Sie jeder gerne hätte
doch sie hat mich nunmal erwählt

 

Ich finde die Zeile „Wie ein Stern aus der Unendlichkeit“ lässt einem ja schon die Augäpfel zerplatzen, aber „Mädchen, ich lieb dich/Du machst mich glücklich“… Oh Mann, ihr habt den Klang ja nicht im Ohr ja, aber… Das war wirklich die Hölle in bunt!!!
Der Fanatiker konnte mit geschlossenen Augen, mit abgewandtem Kopf vom Sofa her noch anmerken, dass „die Kunst der Liebeslieder“ verloren gegangen sei. Ich wusste in dem Augenblick –und der Fanatiker wusste es auch-, dass ich aus tiefsten Herzen, inbrünstig und demütig dankbar war. In meinem Hirn hallten die Worte: „Stirb, stirb, verrecke!!!“HH

04.08.2006 um 23:51 Uhr

etwas spät, aber mein Bruder meinte schon immer, dass ich eine gräßliche Reaktion habe

von: AiHua


Warum bloggst Du?
Der Fanatiker schrieb, ich entschied nicht zu schreiben, dann schrieb ich doch. Der Exhibitionismus  siegte, mein Mitteilungsbedürfnis, mein ewiges Rumfuseln/Festhalten an Gedanken. Ach ja, und vielleicht aus pädagogischen Gründen für mich selber. Ich bin nämlich eine Niete im Schreiben, eine Dozentin von mir legte mir mal nahe immer und immer wieder zu schreiben, das würde mein Dilemma besser machen. Mein Kopf, meine Sprache seien nämlich durchaus passabel aber… Tja.


Seit wann bloggst Du?
Seit dem 15.01.2006

Selbstportrait?
Wie war das mit dem Exhibitionismus? Bitte, gerne doch und ja nicht zum ersten Mal.


 
Warum lesen Deine Leser/innen Dein Blog?
Weil sie meinen etwas zu finden, was sie interessiert?

Letzte Suchanfrage, mit der jemand auf Deinem Blog gelandet ist?
keine Ahnung

Welche Blogeinträge bekamen zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Es gab Texte bei denen ich nahezu fest damit gerechnet hatte, dass jemand etwas dazu schreiben würde, die aber einfach klanglos langsam aus dem Blickfeld verschwanden… aber dann kommen Einträge, die einfach erstaunlicherweise fast gestürmt werden. Wenn ich das verstehen würde, würde ich mehr Texte von letzterer Sorte schreiben. Vielleicht jedenfalls…

  
Dein aktuelles Lieblings-Blog?
Viele na… aber ich lese auch wenn ich mich vergrabe sjÁlfur und Nappo, da fühlt man sich wie im Keller… Und Curd van Rock geht auch immer. Er zeigt mir wie klein ich bin. Rollblau gibt mir die nächsten Leseaufgaben, To01 ist meistens auch drin, Spunk und Hermine zeigen  mir, dass man mit dem Dilemma Studium nicht allein ist. Marabu, Bob Ross und b-seite zeigen mir eine Art mit dem Leben umzugehen die immer wieder erheitert. Seether lässt mich neidisch auf Klettererfolge sein, Hünchen hat eigenartige Schwimmerlebnisse gehabt und Galahad ist so schön in Amerika vergraben mit einem Balkon voller Deutschlandfähnchen (oder hast Du die Drohung nicht wahr gemacht?),  der Zyniker hat nette Flutgedanken, die/der Taschenlampe lässt mich neidisch auf seine „Bekanntschaften“ sein (ah, ich wollte noch eine Antwort geben!!!), asa hat komische button, die ich gar nicht drücken wollte, Spackonauten lassen alles witziger werden und … oh, ich sehe gerade Lieblingsblog!!! Ähm, also ich könnte noch fortfahren (ach ja, ich habe schon fast den Debütroman gekauft… hüstel), aber einen Lieblingsblog?!?! Hätte Doherty einen Blog na, aber so…

 
Deine Lieblingsband?
Also Künstlerin Björk, ansonsten Band… radiohead? Muse?

Deine Lieblingsfarbe?
Grün, bei meinen alten Wachsmalblöcken gab es dieses besondere Grün, Es erinnerte an Tannen und war richtig satt. Ansonsten muss ich zugeben, dass ich sehr viele Farben mag und auch die Nichtfarbe Schwarz.


An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter?
Zurzeit habe ich keinen Überblick, wer das alles schon gemacht hat und noch machen würde, ich suche mir also keinen aus.

04.08.2006 um 14:35 Uhr

und keine Eier

von: AiHua

Ich könnte mich heute darauf versteifen, dass es ein ernstes Problem ist, dass mein Rucksack noch nicht ausgepackt ist und der Kühlschrank mir mit seinen 50 x 50 cm Maßen noch nie größer vorkam. Ich einige mich darauf, dass Einkaufen noch ein größeres Problem darstellt als Ausräumen und die Pflanzen aus der Badewanne zu holen. Die fette Henne sieht ganz zerrupft aus, ich versuche sie nicht spüren zu lassen, dass ich sie nur gekauft habe, weil sie in einem Dreierpack zugegen war, welches ansonsten sehr viel Schönheit in den Blättern aufwies. Ihre Blätter hängen so schon trostlos vor sich hin und ich zupfe geduldig an ihr herum. Meine vierte Großmutter (vom Rang für mich zweite) meinte immer, dass Hässlichkeit den Vorteil habe, dass man sie nie vergesse. Wie sie mir weiter erklärte war sie ein äußerst hässlicher Mensch. Für mich war sie nur alt und hatte witzige weiße Löckchen, die sich von der ledrigen sonnengebräunten Haut mit Sommersprossen und Altersflecken lustig abhoben. Sie war nur so dünn geblieben, weil sie nicht kochen konnte und stattdessen rauchte. Fassi (sie war in Wirklichkeit die Erzieherin meiner Mutter) hatte auch eine hässliche Stimme, erzähle ich der fetten Henne und weise sie darauf hin, dass sie froh sein kann in einem Nichtraucherhaushalt zu leben…
So, Milch könnte ich gebrauchen und vielleicht Eier, wobei es ja Rezepte geben soll, in denen sie keine große Rolle spielen.

 

Simsalabimbambasaladusaladim!

("Deutsch" und maurisch zugleich...)

02.08.2006 um 20:15 Uhr

kurzer Ausblick eines Rucksackheimkehrers

von: AiHua

So, morgen fahren wir. Eigentlich ganz schön, wenn nicht das Packen wäre. Die Hälfte meiner Bücher liegt irgendwie quer im Kofferraum verteilt und die Wäsche ist zwar frisch gewaschen, aber dafür noch unverschämt zerknittert und ungefaltet im Wäschekorb. Wäschekorb, man merkt, wir sind wirklich noch nicht zu Hause. So was wie einen Wäschekorb besitzen wir nämlich gar nicht. Ich sollte irgendwann mal darüber nachdenken, ob wir so was zum Überleben eigentlich brauchen. Irgendwann dann, wenn wir auch eine größere Wohnung haben, oder ich vielleicht erstmal allein in unserer Wohnung übrig bleibe, weil der Fanatiker in das deutsche Las Vegas (Berlin) der Zukunft zieht.
Irgendwann kann ganz schön weit weg geschoben werden, mein nicht gepackter Rucksack leider nicht. Was für ein schreckliches Dilemma, wenn man weg will, aber vorher packen muss.
Eben haben wir den riesigen Supermarkt gestürmt um Dinge zu kaufen, die wir im Freistaat Bayern nicht so einfach kriegen. Lakritz durfte natürlich im Einkaufswagen nicht fehlen. Man kann in Bayern sich glücklich schätzen, wenn es Lakritzkonfekt gibt. Ich finde das Zeug verabscheuungswürdig, aber in der höchsten Traurigkeitsnot habe ich mir auch schon dieses gekauft. Es ist mir egal, ob andere Schokolade essen, ich stopfe mir Lakritz in den Rachen, wenn ich vor Selbstmitleid zerfließe, austropfe, den Boden überschwemme, mich selbst auf das Sofa ausgieße, oder einfach langsam von meinem Bettlacken aufgesogen werde.
Aber heute nicht, heute gibt es Sambucca und was man sonst so zum Glück braucht. Menschen die man gerne hat, können da durchaus hilfreich sein (Lakritz natürlich auch).
Mein Rucksack liegt immer noch schlaff vor dem Wäschekorb…

01.08.2006 um 12:52 Uhr

ach ja, orange ist eigentlich rosé, aber das weiß ja jeder

von: AiHua

Viel und nichts passiert. Ein Automobil, was eine starke Immobilität aufwies, ein Freund der kein Freund mehr ist, ein Sieger, der eigentlich nur blöder Verlierer ist und erschlagendes Wetter, welches schön anzusehen war prägte meine letzten 1½ Wochen.
Auf Reisen gehen, wenn man keine Lust hat. Na ja, Reisen, 1000 km sind irgendwie auch nicht viel, wenn man in eine veränderte Vergangenheit reist. Vor allem, wenn nicht Ziel und Weg an sich das Ziel sind, sondern wieder in der eigenen Wohnung zu sitzen.
Am letzten Tag vor der Fahrt schlug nochmals mein Studium (die lahme Krücke) zum vernichtenden Schlag aus, nicht nur, dass mein eines verficktes Nebenfach das Semester über gestreikt hatte, ich krank war, nein, ich bin auch nicht zum richtigen Zeitpunkt krank geworden und mein einer Dozent (der mich eigentlich prüfen müsste) röchelt ziemlich auf dem letzten Loch. Er hätte auch mal früher an seine Gesundheit denken können, davon hätte ich nicht nur was gehabt, sondern auch er… und sein kleines, altes Auto, welches jetzt immer ätzen und schnaufen muss. Fast so wie der Dozent selber, wahrscheinlich betankt er das Auto auch mit Cola - Light, schließlich habe ich ihn auch noch nicht ohne gesehen. Egal, Hauptsache er lebt.
Und ich will mich nur Verkriechen, auf den angemieteten Parkettboden liegen und durch die Holzjalousie beobachten, wenn mal etwas Bewegung in den Wind kommt und die Bäume vor dem Fenster bewegt. Dazwischen eben Arbeiten. Arbeiten geht aber auch unterwegs. Man sieht nur bescheuert aus, wenn man über 10 Kilo Bücher mitschleppt, aber was soll’s. Für irgendwas muss ja das Auto gut sein, wenn man mal davon absieht, dass es uns einen Wanderausflug mit schwerem Gepäck „organisiert“ hat. So ein fürsorgliches, freundliches Auto hat nicht jeder. Und ich kenne jetzt einen Ort, der noch schrecklicher ist, als der Ort meiner Kindheit und Jugend. Ich kam von einem Städtchen am Ende der Welt, irgendwo im Nirgendwo, aber wir wanderten durch einen Ort, der komplett konkret in der Hölle der Kleinfamilien sich befand.
Aber ich sah nicht nur Orte und Dinge, die mich Demut lehrten, sondern tatsächlich auch Beglückendes, ich sah glückliche Menschen. Jedenfalls waren sie es zu dem Zeitpunkt und das ist schließlich auch was. Und ich habe gelernt, dass der Ausgehmöglichkeiten an einem Mittwoch in Berlin auch nicht schier unerschöpflich sind. Ich habe bis auf den Grund gesehen…