Lösch mir die Augen aus

30.09.2006 um 02:05 Uhr

gut zu wissen

von: AiHua

Nun, ich habe einen test gemacht. Den Einbürgerungstest für Bayern, eben für Ausländer und das sind nun mal alle, die außerhalb Bayerns geboren wurden.
Mein Testergebnis war hier ziemlich schlecht (27/37), aber ich darf demnach doch einwandern, beruhigend, denn ich bin schon seit fünf Jahren da.

29.09.2006 um 09:38 Uhr

was der Schrank her gibt

von: AiHua

Gefunden bei JennyJ und unaufgefordert auch gemacht.

Es geht um Bücher, die im Regal verstauben, weil entweder nicht fertiggelesen, oder noch nicht angefangen und die passenden Begründungen für das schändliche Tun.

 

  1. Tad Williams vier Bände von Otherland.

Ich könnte nicht sagen, dass mir der erste Band nicht auch sehr gefällt, aber ich bin „gerade (vor etwa einem Jahr) in einer so schleppenden Stelle, die mich wirklich nervt. Manchmal ist Williams mir zu detailverliebt, verliert sich in seine Beschreibungen von Welten. Aber ich bin guten Mutes, dass ich die Bücher noch gerne lesen werde.

  1. Ovid: Methamorphosen.

Als Kind habe ich die Geschichten erzählt bekommen ohne zu wissen, dass sie aus den Metamorphosen stammen, irgendwann in der Mittelstufe wurde ich dann aufgeklärt und zum Studium habe ich die eine oder andere Metamorphose gelesen, aber nie in einem Stück. Es könnte womöglich sogar sein, dass ich schon alles gelesen habe, aber irgendwie bezweifle ich es.

  1. Arthur Schoppenhauer: die Welt als Vorstellung

Außer die Passagen die ich für meinen kurzen Auftritt im Philosophiestudium lesen musste, habe ich mich nie wieder an Schoppenhauer gewagt. Mehr gesagt, dann nur über seine Philosophie gelesen, aber nie wirklich ihn. Mir reicht es die zu lesen und halbwegs zu verstehen, die ich irgendwie mag.

Ich meine wenn ein Anhang schon mit diesem Absatz beginnt, dann habe ich einfach nicht mehr so viel Lust am Lesen:

„Es ist viel leichter, in dem Werke eines großen Geistes die Fehler und Irrtümer nachzuweisen als von dem Werte desselben eine deutliche und vollständige Entwicklung zu geben. Denn die Fehler sind ein Einzelnes und Endliches, das sich daher vollkommen überblicken lässt. Hingegen ist eben das der Stempel, welches der Genius seinen Werken aufdrückt, dass diese ihre Trefflichkeit unergründlich und unerschöpflich ist: daher sie auch die nicht alternden Lehrmeister vieler Jahrhunderte nacheinander werden.“

Ich meine ‚unerschöpflich’? Da gebe ich doch gleich mal gerne auf. Wobei mir ja doch der erste Satz „>Die Welt ist meine Vorstellung<“ immer schon gefallen hat.

Wie dem auch sei, ich habe es nie gelesen.

  1. Ödön von Horváth: ein Kind unserer Zeit

Ich habe wirklich keine Ahnung wieso ich es noch nicht gelsen habe, denn ich habe es schon vor langer Zeit auf einem Bücherflohmarkt erstanden, schließlich mochte ich Sladek und der jüngste Tag sehr gerne. Und es ist wohl auch an einem Tag zu lesen, keine 135 Seiten dick…

  1. Joseph Conrad: Lord Jim

Das Buch habe ich auch schon zwei Jahre in meinem Schrank stehen. Ich habe es für einen Euro erstanden, nachdem mit eine meiner Dozentinnen dazu geraten hat. Wenn sie es nicht schon besitzen würde, dann würde sie es sofort kaufen. Und nach dem Geschmack der Dozentin, aber auch nach dem Klappentext zu schließen müsste mir der Roman auch sehr gut gefallen. Vielleicht habe ich es bisher noch nicht gelsen, weil ich an dem Tag so um die 20 Bücher gekauft habe und teilweise auch sofort einsortiert habe, so dass ich es schlicht immer übersehen habe.

  1. William Golding: Close Quaters

Das Buch besitze ich seit 16 Jahren. Ich habe es gerne in meiner Hand und ich schlage die Blätter auf um den Geruch der Seiten zu riechen, wobei ich meine, dass ich noch leicht Pfeifentabak riechen kann. Es ist für mich mehr ein Erinnerungsstück. So was hat also mein Vater gelesen, so was und Hemingway. Warum er Hemingway mochte weiß ich, auch Don Quichotte, aber Golding hebe ich mir noch auf. Vielleicht möchte ich eine weitere Seite von ihm nach 20 Jahren kennen lernen, in vier Jahren finde ich bestimmt die Zeit. Bis dahin bleibt das buch eben ein guter Freund, den ich nicht bis zur letzten Seite kennen muss.

  1. Hermann Hesse: Siddhartha

Mir ging diese ganze geistige Überlegenheit von Siddhartha schon nach wenigen Seiten so entsetzlich nervig. Schon nur dieser Satz: „Schon verstand er, im Innern seines Wesens Atman zu wissen, unzerstörbar, eins mit dem Weltall.“

Der weise Spruch, dass ich mit dem Alter dieses Buch zu schätzen lernen würde, kann ich bisher noch nicht bestätigen. Tja, ich muss verdammt unreif sein.

  1. Frederik Berger: die Provençalin

Das Buch habe ich gleich zweimal, jeweils von der gleichen Person zu aufeinander folgenden Geburtstagen geschenkt bekommen. Die Person fand, dass dieses Buch so genau das Richtige für mich zu sein scheint (deshalb hat sie es mir aber nicht gleich zweimal geschenkt, sondern weil sie sich nicht mehr erinnern konnte). Ich werde es trotzdem wohl nicht lesen. Ich mag nämlich opulente Historienschinken mit viel Leidenschaft und Adelskram inmitten von Intrigen und Religionskriegen und was es da noch so tragische Wirrung geben kann nicht. Jedenfalls diese Sorte von Historienroman, die gleich im Schlepptau von die Päpstin, die Wanderhure, die was-auch-immer und so weiter daher kommt.

  1. Karl May: durch die Wüste

Ich mag Karl May nicht. Mir hat dieses unsägliche erste Buch um dieses Prachtindianer vollkommen gereicht. Danach habe ich nur noch einmal zwei Kapitell gelesen und das nur zum Zwecke des Vorlesens für meinen Pflegebruder.

Mich würde man also auch nicht in einem Seminar finden, in dem es um fiktive Reiseberichte von Karl May geht (ich kann den Schauder nicht unterdrücken).

  1. Colette: Geträumte Sünden

Klar, Gigi habe ich als 13jährige gelesen und als meine Großmutter starb habe ich unter den 1000enden Büchern mir einiges zusammen gesammelt, eben auch dieses, aber bisher habe ich es nicht gelesen. Ich weiß auch gar nicht, ob ich Colette noch mag. Gerade wenn ich an die Heldin denke, Minie. Das schließt doch ein, dass es sich um ein Mädchen handelt, die wie ein Kind Sehnsüchte träumt und auslebt, bis sie erwachsen ist (nicht mehr ganz Minie). Aber wer weiß, jetzt ist ja bald Wochenende.

29.09.2006 um 08:01 Uhr

dieser ganze verdammte unnötige Müll eben

von: AiHua

Der Verpackungspreis wurde vom Publikum auch dieses Jahr erfreut wahrgenommen (Quelle: manager-magazin ), dabei könnte man ja durchaus behaupten, dass Verpackungen im Grunde Müll sind, aber nur, wenn man sich über die Wegwerfkultur definiert, bestimmt. Da ich mich ja schon für Werbung an sich durchaus interessiere (wobei auch ich durch einiges angenervt bin, glaubt mir, ich würde die verdammte Perlweiswerbung jetzt auch nicht kunsthistorisch betrachten), interessiere ich mich natürlich auch für den diesjährigen Verpackungspreis.

 


 

Vor allem hat es mir der Schuhkarton angetan, da kommt so ein gewisser ordnungsfanatischer Spieltrieb durch (auch wenn ich weiterhin auch gleich daran gedacht habe, dass ich dann gar keine praktischen Postpaketformate mehr hätte…).

Eher uninteressiert habe ich es hingenommen, dass die Kräuterbutter in der Tube gleich zwei Preise abgesahnt hat, aber was soll’s immer noch besser als die schlanke Dose, die aber zu Recht mal keinen Preis bekommen hat, weil das Auge ist zwar wichtig, aber praktisch soll so eine Verpackung schon sein. Dementsprechend hat die Tea-to-go-Tasse zwar einen Preis bekommen ist aber jetzt gar nicht so ansehnlich und er innert mich jetzt eher an so ein tolles Wischmopsystem.

 


 

Ja, schön mal darüber gesprochen zu haben… öhm.

29.09.2006 um 03:41 Uhr

von Mördern, Versicherungsbetrügern und einfachen Liebenden

von: AiHua

«Es gibt noch anderes im Leben als glücklich zu sein.», ist in einer der acht Geschichten zu lesen, die Roger Monnerat in Konturen des Unglücks und eine schöne Geschichte dieses Jahr veröffentlichte. Ich habe keine Ahnung was er sonst so geschrieben hat, ich kenne sonst nur die Schule der Scham die irgendwann Ende der 90er herausgekommen sein muss. Ein Buch welches sich mit dem männlichen Weltbild des 20. Jahrhundert beschäftigt und dabei natürlich Philosophie, Ethik und ziemlich viel Sex behandelt, dabei kommt er wohl auf andere Thesen als Herman und auch andere als Frank T. J. Mackay in Magnolia. In Konturen es Unglücks schreibt er auch wieder über teilweise sehr düstere Seiten. Über Verbrechen wie nahezu zufälligen Mord und über einen Mann, der sich mit einem Golfschläger bewaffnet oder anderen Menschen, die sich in Liebesabenteuer verstricken. Grausam, teilweise sehr nüchtern Geschriebenes prallt auf poetischen Ton von weicher Gefühlswelt und dabei ist auch der Humor gar nicht so weit weg.

Wer sich selbst einen Eindruck machen möchte kann hier den Anfang von Der Junge auf dem Schlitten lesen.

29.09.2006 um 02:00 Uhr

"my blood beats black tonight"

von: AiHua

ARghhH!

[einfach weitergehen, die kriegt sich wieder ein]


Ich kann hier ja offen sprechen, also nochmals tief Luft geholt und los:

Ihr Idioten, ihr Käufer von Eva Hermans Büchern. Ich meine, wenn schon eines dann vielleicht vom Glück des Stillens (hört sich ja unheimlich praktisch an), aber warum denn das Eva-Prinzip? Ich meine, es war doch klar, dass sie jetzt noch ein zweites in die Richtung schreibt und dann sind die Nachrichten wieder voll davon. Dann muss man sich wieder über Rollenmodelle Gedanken machen, die vielleicht gar nicht so wichtig wären, wenn man nicht sie zu Tode reden würden. Ich meine, wenn ich mal meine Rollen so aufzählen würde, dann würde die der Frau ziemlich spät an die Reihe kommen… so aber werde ich andauernd darauf gestoßen... Und davon abgesehen, zu den fünf Dingen, die mir total egal sind, da hätte ich auch schreiben können, dass es mir egal ist, ob die Deutschen als Rasse bald aussterben, die hat es nämlich an sich auch nie so rein gegeben. Ganz mal davon abgesehen, dass ja demnach schon eine Verschmutzung wäre. Das Eva so was nämlich durchaus auch andeutet, wenn sie vom Aussterben der deutschen Rasse schreibt scheinen ihre verblödeten Befürworter entweder tatsächlich gut zu heißen, oder aber einfach nicht zu verstehen (und wie kann man mich als Verschmutzung ansehen? Mich? Ich bitte euch, ihr Käufer dieses bestimmt saublöden Buches.)

Wie newsroom berichtet schreibt sie schon daran, vor allem durch die positiven Leserbriefe animiert, sie will die Stimme der "bislang schweigende Mehrheit“ sein. Hingegen seien die Reaktionen in der Medienwelt auf ihre fulminanten Ideen "meist subjektiv, oft sogar hämisch" gewesen.

Tja Eva, das tut mir jetzt leid, dass Du das so siehst, denn ich habe durchaus einige Texte gelesen, die sich höchst wissenschaftlich mit Deinen Thesen beschäftigt haben und dabei hast Du keine einzige These augenscheinlich belegen können…(jedenfalls in den Auszügen, die ich in den Medien und in Deinen eigenen Zeitungsartikel lesen durfte, muss ich ehrlich zugeben). Ich frage mich wirklich wer hier subjektiv ist, wenn er von eigenen Scheitern und Erleben schreibt und es dann auf die gesamte verfickte Welt stülpen will.

So das halte ich von einem zweiten Eva-Prinzip-Nachfolger, vielleicht rege ich mich dann ja wieder total unnötig auf.

28.09.2006 um 21:23 Uhr

4 x 5 Fragen, wieso auch immer

von: AiHua

5 Dinge wegen denen Du schon mal komisch angesehen wurdest

1. meine Ethnie
2. dummer Bemerkungen
3. erstaunlich klugen Bemerkung
4. ätzende Besserwisserei (es ist für mich nicht abzuschalten, wenn ich die ganzen Perlohring- und Ponnyhof-trotzdem-supergestylten Mitstudentinnen ertragen muss)
5. Gedankengänge überhaupt laden zu skeptischen Blicken ein

5 Dinge, die Dich verrückt machen können (negativ)

1. wenn ich in der Nacht durch das Fernsehprogramm wandere und dabei das Ende eines Filmes sehe, den ich schon immer mal sehen wollte
2. Rollendenken
3. das so viel nur in meinem Kopf passiert
4. Geld
5. Versagen

5 Dinge, für die Du sterben könntest (positiv)

1. Ideale
2. das Falsche
3. das weiß ich dann
4. Erhaltung der lebendigen Kultur
5. für andere, aber das sagt ja an sich jeder Punkt, oder nicht?

5 Dinge, die Du Dich schon immer gefragt hast

1. Warum ist gerade die 7 eine heilige Zahl im Christentum?
2. Warum verschwende ich meine Zeit mit so was?
3. Warum hat der ein oder andere mich noch nicht in seiner Favoritenliste?
4. Warum hatte ich nicht die Idee? (bei mehreren einzusetzen)
5. Wie war das nun, dachte jetzt der Steinmetz mehr als der Auftraggeber am Königsportal herum?

5 Dinge, die Dir egal sind

1. Golf
2. ob Bonsai-Halter und –Züchter Pflanzenquäler sind
3. ob ich Himmel- und Erdpflanzen ausgewogen esse
4. ob Paul McCartneys Hunde unter Vitaminmangel leiden
5. Wrestling

28.09.2006 um 18:42 Uhr

return

von: AiHua

Ganz eindeutig, ich bin normal.
(Das auch will ich aber bei sjÁlfur gar nicht dazu setzen, dafür kenne ich ihn zu gut.)

P.S.
Diese Person ist eindeutig nicht normal, dafür aber einfallsreich.

28.09.2006 um 18:38 Uhr

Blitzerinnerung

von: AiHua

In einem Prospekt sehe ich anstatt eines Holzschaukelpferdes einen Elch, was mich um einige Jahre zurück wirft. Ich hatte nämlich als sehr kleines Mädchen kein Schaukelpferd, aber ihr müsst jetzt kein Mitleid haben, denn ich hatte die schönste Schaukelkuh, die ich mir vorstellen kann… wenn man mal davon absieht, dass der Schaukelfuß aus hässlichen, giftgrünen Plastik war, aber das sind ja nur Feinheiten.
Diese Kuh hatte einen breiten Rücken, etwas zu kurz geratene, pummelige und zudem wunderschön kuschelige Beine, ein seelenvolles Auge (das andere ist bei einem scharfen Ritt verloren gegangen), gebogene, braune Hörner sowie Schlappohren zum Festhalten, denn der Ritt auf einer Kuh ist wie Wellenreiten, ein offenes Maul, so dass es auch im schnellsten Galopp noch ein Grashalm zupfen konnte und ein Schwanz, mit dem ich meinen ersten Kinderreim lernte. Und sie war nicht etwa schwarz weiß, sondern eine stolze Hochlandkuh, mit zottigem braun changierendem Fell.
Vielleicht ist es das Spielzeug überhaupt aus meinen ersten Jahren (abgesehen von diesem Telefon mit dem Gesicht drauf, welches man hinter sich her ziehen konnte). Während ich mit der Kuh spielte konnte es schon mal passieren, dass ich auf ihrem breiten Rücken einschlief. Davon gibt es sogar Fotos.
Nichts gegen einen roten Holzelch, aber meine Schaukelkuh ist mir um einiges lieber, auch wenn es sie bestimmt nicht mehr gibt.

23.09.2006 um 09:05 Uhr

"Just singing to be free"

von: AiHua

Wind in the wires
It’s the sigh of wild electricity
I’m on the edge of a cliff
Surpassing
Comfort and security

 

But here comes a gale
A crippling anger
Sea birds are blown
Into the rocks
Grace is lost to thunder  

Der September macht draußen klar, dass er Herbst fühlt und die Supermärkte kurbeln schon mal das Weihnachtsgeschäft an. Mir gingen die Augen über (um hier Goethe mal zu bemühen), als ich die Berge von Spekulatius, Lebkuchen und Dominosteinen sah.

Thunder
Pressure
Getting
Lower

Nein eindeutig, ich habe keinen Hunger darauf. Noch nicht, noch lange nicht.

But see her waters break
Rain falling to the sea
Into a granite wave

Aber wer weiß, ich bewege mich wahrscheinlich unwissend auf einem schmalen Grat. Wer weiß schon, ob ich morgen nicht schon dieses große, unstillbare Verlangen fühle.

A unit
A family

Bin ich überhaupt frei? Bleibt mir eine Wahl? Ist es nicht mein Schicksal weit vor der Adventszeit Spekulatius in Glühwein zu tunken (üüüähh, hört sich widerlich an)?

It’s just a sigh
Just a sigh

Freie Wahl oder Bestimmung?

This wild electricity
Made static by industry
Like a bird in an aviary
Singing to the sky
Just singing to be free

Egal was, nicht vor Mitte November!!!

To be free[1]



[1] Patrick Wolf: Wind in the Wires, auf: Wind in the Wires. 2005

 

23.09.2006 um 08:03 Uhr

"i fear no crime"

von: AiHua

 


Get this video and more at MySpace.com

 

I am the tragedy
And the heroine
I am lost And I am rescuing

The storm is come
And I am following

My name is Tristan
And I am alive

Forever young
I come from God knows where
'Cos now I’m here
Without a hope or care

I am trouble
And I am troubled too

My name is Tristan
And I am alive

Sorrow by name
And sorrow by nature
Working for joy
On overtime

Stuck on a line
Of misadventure
I fear no crime

I am the victim
And the murderer
You speak of love
But I’ve never heard of her

I am fucked
And I am fucking too

My name is Tristan
And I am alive

23.09.2006 um 04:18 Uhr

Spawn

von: AiHua

Heat auf dem einen Sender, die Üblichen Verdächtigen auf dem anderen, sich geärgert, weil man es erst beim letzten Drittel gesehen hat. Ansonsten zugeguckt wie die Zeit verrinnt, wie die Zeit verrinnt, wie die Zeit verrinnt…

“Learn to evolve, learn to, learn to evolve”

Dabei füllen sich leider wieder nicht die weißen Blätter in meinem Schreibprogramm, aber die Zeit rinnt trotzdem, sie rinnt, sie rinnt, sie rinnt…

„So eat what you murder”

Der Fanatiker schläft derweil auf dem Sofa, ich habe Kopfhörer über meinen Schädel gezogen, die Haare ziepen dabei, Folgen einer unerwünschten Grippe. Und die Zeit rinnt trotzdem, sie rinnt, rinnt, rinnt…

“Drink up, drink up, look down”

Und wie geht es mir? Gut natürlich, jedenfalls wenn man fragt, wenn ich darüber nachdenke. Alles in kleinen Dosen, wer weiß schon wohin das hin führt.

“I'll hold it back, I'll hold it back”

22.09.2006 um 18:27 Uhr

gestern in meinem virtuellen Postkasten

von: AiHua

Gestern bekomme ich eine Mail von einem sehr guten Freund und mir wäre die Kinnlade runter geflogen, wenn sie nicht vor lauter Lachen so angespannt gewesen wäre. Es ist nicht so, dass besagter Freund sonst komplett ernst wäre (eher das Gegenteil ist der Fall), aber so was hat er vorher noch nie geschrieben. Meine Verwunderung war sowieso relativ groß, da wir uns erst vor wenigen Wochen für zwei Tage gesehen hatten, an sich hätten wir also erst in einem halben Jahr Kontakt gehabt…

Wie dem auch sei, ich will euch an diesem Urlaubsgruß teilhaben. Viel Spaß.

 

Liebe Gruesse aus dem schoenen Spanien!

Hier scheint viel Sonne, es laufen tolle Chicas rum. Hotel und Essen sind auch sehr gut. Ich fuehle mich wie zuhause. Ich glaube die Spanier moegen deutsche Touristen. Vor allem mich mit meinen weissen Socken in den neuen Sandaletten. Gestern hat mich ein Spanier amigo genannt, nachdem ich fuenf Zinnfiguren und drei Miniaturplastikmodelle der Sevillaner Katedrale in seinem Souvenirladen gekauft habe. Besonders freuen sich immer alle hier, wenn ich mit ihnen italienisch rede. Aber der Luigi in Hannover versteht mich ja auch. Der Spananier als solcher ist ja eher nicht so fleissig wie der Deutsche. Aber die Hitze macht uns allen hier zu schaffen. Gut dass wir Deutschen hier alle herkommen, dann haben die auch wieder was zu tun. Hauptsache weg von der Strasse denk ich.

Natuerlich haben wir auch einen traditionellen Flamencoabend besucht. Ich fand das alles so toll dass ich spontan mitgeklatscht habe. Der Spanier ist ja eher reserviert bei solchen Sachen. Aber das ist auch klar, als wir damals nach dem Krieg in unsere Ruinen zurueck mussten, haben wir auch nicht viel gelacht. Jedenfalls habe ich allen Postkarten (postales) geschrieben. Die Hotelanimation ist ok, mir persoenlich fast zu wild. Der Deutsche mag es ja lieber gepflecht, das sind natuerlich kulturelle Unterschiede. Ich habe immer etwas Mitleid mit dem Hotelpersonal. Wenn die sehen, dass der Deutsche so viel Urlaub macht, muessen die ja sonstwas denken. Was der Suedlaender nicht weiss, da haben wir alle viel fuer arbeiten muessen. Das kennt man hier ja gar nicht.

Ich hoffe ihr gruesst mir mein Muenchen und lasst recht bald was von euch hoeren.

 
Euer …

21.09.2006 um 21:13 Uhr

Namen sind Namen sind Namen...

von: AiHua

Mal wieder denke ich über einen Namen nach. Ein kolumbianischer Radfahrer heißt doch glatt Uran Uran.
Eine Freundin von mir hat mir beim Essen mal erklärt, dass sie Menschen, die über Namen lachen/ sich amüsieren können für etwas einfach gestrickt hält. Mich hält sie eigentlich nicht für einfach…. Aber ihr wisst schon, ich habe schon öfter über Namen nachgedacht.
Besagte Freundin hält aber auch Menschen für neurotisch, die als Erwachsene irgendwo ein Kuscheltier besitzen. Naja, sie ist auf jeden Fall in meinem Freundeskreis einer der Anwärter für den Ehrenpreis für den superneurotischsten Menschen und wenn sie es nicht ist, so zieht sie so was magisch an… man muss nur ihren Freundeskreis angucken… oh… naja.

19.09.2006 um 20:06 Uhr

etwas kurzfristig

von: AiHua

Und heute könnte man um 22:10 Uhr  A Clockwork Orange sich auf WDR angucken. Wegen der alten Zeiten, weil man ihn nie müde wird, weil man ihn noch nie gesehen hat, weil man sich so anders fühlt und weil einem Samtblazer und Beethoven mal anders so gut gefällt, weil Kubrick nun eben Regie geführt hat und weil man nichts anderes zu tun hat.
Also viel Spaß.... oder so.
 

19.09.2006 um 09:32 Uhr

unbedenkliche Drogen?

von: AiHua

 
 

19.09.2006 um 08:41 Uhr

"me and shame are the same"

von: AiHua

Außerdem habe ich im Park auch noch etwas anderes vor die Linse genommen. Dieses Bild soll auch für schon erwähntes Open Source Spiel sein, allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob die Leute es überhaupt gebrauchen können. Darum ist die Ausführung auch noch nicht wirklich gut und müsste mindestens noch um einiges überarbeitet werden.

 

"me and shame are the same" 

 

 

Ich hoffe man erkennt, dass es so aussehen soll als würde ich mich da gerade selbst verprügeln... 

19.09.2006 um 08:28 Uhr

"throw the sailors over board"

von: AiHua

Es ist Herbst! Es ist hier einfach nicht zu bestreiten. Der Fanatiker hat schon über 100 Kastanien gesammelt, ich habe mich etwas zurück gehalten. Das Sammeln und Bewundern ist zwar ein großer Spaß, aber was macht man dann mit dem Zeug. Ein paar kann man irgendwo in der Wohnung unterbringen, aber mehr als ein paar eigentlich nicht.
Tja, das hat den Fanatiker natürlich nicht abgehalten voller Eifer weiter zu sammeln, nein, natürlich nicht!
Aber so hatte ich Zeit Bilder zu machen (was mich davon abhielt mit zu sammeln), außer Herbstkastanien, habe ich auch noch ein paar Wassereindrücke, man gönnt sich ja sonst nichts.
 
"throw the sailors over board"
 
Man sollte meinen, dass es im Süden keine tückischen Gewässer zum Ertrinken gibt, aber wir erinnern uns, Ludwig hat es geschafft und Seemänner können traditionell nicht schwimmen... 

19.09.2006 um 00:43 Uhr

Ob Zwiebelschalen oder Falluntersuchungen

von: AiHua

Nicht nur in Deutschland hat eine Biographie eines Autors viel Staub aufgewirbelt. Als „Spätgeborener“ kann Michel Houellebecq zwar nicht Mitglied der Waffen SS gewesen sein, aber Houllebecq hat sein öffentliches Erscheinungsbild höchst drastisch umgeformt. Houllebecq sieht es als Wahrung seiner Privatsphäre, wahrscheinlich auch als Errichten einer Kunstfigur oder aber einer extremen Form von Selbstdarstellung.
Denis Demonpion, Journalist der französischen Wochenzeitschrift Le Point schrieb nun eine Houellebecq-Biographie, die sich weit von dem selbst gezeichneten Bild des Schriftstellers entfernt. Es ist die erste ausführliche Lebensbeschreibung des französischen "Skandalautors", die jetzt auch auf Deutsch vorliegt. Und sie stellt nicht etwa einfach dar oder „richtig“, sondern klagt an. Demonpion schreibt nicht über das Leben, sondern über einen Fall. Er muss Houllebecq wenn schon nicht hassen, so doch extrem nicht ausstehen können.
Dieser Hass ist dabei nicht etwa darin begründet, dass er findet, dass Houllebecq die Welt belogen hätte, sondern weil er den Schriftsteller mit Aussagen houllebecqscher Romanfiguren  in einem Topf wirft. Etwas was ja gerne immer wieder passiert, vor allem bei Schriftstellern, die in ihren Werken Fährten ihres eigenen Lebens legen. Hildesheimer beschreibt beispielsweise in seinen Romanen genau die eigene Einrichtung, den eigenen Wohnort und zeichnet bei seinem Protagonisten Übereinstimmungen in der Biographie zu sich selbst. Houllebecq lässt die Mutter des Protagonisten in Elementarteilchen genau wie seine eigene Mutter heißen. Trotzdem heißt das noch lange nicht, dass diese autobiographischen Elemente es einem erlauben zu entscheiden, ob Houllebecq islam- und frauenfeindliche Äußerungen seiner Figuren genauso sieht. Brigitte Preissler beschreibt in der Welt treffend, dass Houllebecq sich nicht zu den Taten und Aussagen seiner Romanfiguren stellen muss, wie es Demonpion  fordert, denn „schließlich wäre das ungefähr so, als würde man von Alfred Hitchcock verlangen, die Morde in seinen Krimis zu gestehen.“
Demonpion kann Houllebecq wahrscheinlich auch aus weiteren (durchaus auch verständlichen) Gründen nicht leiden, seine „Abrechnung“ steht ihm aber nicht gut. Sie ist zwar wohl recht gut recherchiert, aber es interessiert mich nicht, dass Hollebecq mal einen Wellensittich getötet hat, oder aber mal bei einem Freund angetrunken und schluchzend auf dem Sofa saß und sich daran erinnerte, dass er in seiner Jugend so allein war und kein Mädchen auf Partys ab bekam. Und vor allem interessiert es mich nicht dass Demonpion findet, dass alles diese kleinen Indizien, wie auch die Verdauung Houllebecq als Kleinkind, darauf schließen lässt, dass Houllebecq ein furchtbarer Mensch ist.
Preissler beschreibt dann auch, dass diese Art der Annäherung das Buch werbestrategisch spannend macht, aber leider geht dabei eindeutig die sachliche Annäherung flöten. Und dabei wäre es durchaus spannend, warum Houllebecq sein Geburtsjahr wahrscheinlich fälschte (um zwei Jahre), oder warum er insgesamt eine so drastische Form der Selbstdarstellung geht, sein Leben soweit neu erfindet, dass er behauptet, dass seine Mutter tot sei, obwohl sie tatsächlich noch lebt.
Aber so ist es natürlich auch spannend, was Houllebecq giftig dagegen stellt und zumindest mit seinem Namen hat er Recht. Es ist sein gutes Recht als Autor ein Pseudonym zu nutzen und in gewisser Weise blieb er ja noch nah bei sich. Anstatt Thomas nahm er den Namen seiner Großmutter an, eindeutig spannender. Jack London bekam ja auch keine Schmähreden, nachdem er als Autor den Nachnamen seines Stiefvaters annahm.
Ich würde mir jedenfalls das Buch nicht kaufen, als Leihausgabe ist es auch vollkommen ausreichend.

18.09.2006 um 04:59 Uhr

Das Opium fürs Volk könnte besser wirken

von: AiHua

Morgen könnte man also tatsächlich in die Stadt, ganz ohne dass man angehalten wird weiter zu gehen, ganz ohne dass sich Menschenmassen mit verklärtem und angenervten Blick gleichzeitig durch die Straßen rollen und rührende Devotionalien hinter sich herziehen.
Der Papst ist wieder weg und wahrscheinlich kommt er nie wieder, wobei sein „Aufwidersehen, so Gott will!“ beängstigend nach etwas anderem klang.
Also nicht dass ich etwas gegen dem Papst hätte, also ich würde jetzt niemals auf die Idee kommen Papstpüppchen abzufackeln, aber eigentlich habe ich schon etwas gegen das durchaus absolutistische anmutende System der katholischen Kirche… was mir wiederum egal sein kann, da ich größtenteils protestantisch erzogen wurde und kirchenlos bin.
Äh, was ich ausdrücken wollte, ich muss etwas in der Innenstadt besorgen und jetzt kann ich das endlich tun. Ich habe sowieso schon einiges gegen unachtsame Menschenmengen (dadurch kann ich nie unaufmerksam sein, was heißt, dass mir einige Ecklösungen in der Stadt entgehen und dass nur, weil Mütter mit Kinderwagen meinen, dass es in Ordnung ist Menschen, die nach Single und kinderlos aussehen umzunieten), aber walzende, weihrauchbetörte Mengen finde ich irgendwie noch erschreckender, die werden nämlich gar nicht unbedingt netter!

18.09.2006 um 04:27 Uhr

ich bin nur neidisch, nicht drauf achten

von: AiHua

Mein Bruder geht zu der Caravaggio-Ausstellung in Düsseldorf und ich nicht. Ist ja auch an sich nicht so schlimm, aber mein Bruder ist ein Idiot, der auch mit Erklärung nicht kapiert, dass an Caravaggio es nicht außergewöhnlich ist, dass er als Modelle Bettler, Huren und Diebe anheuerte, sondern dass er die Heiligen die er darstellte genauso aussehen ließ, wie eben auch sein Modell ausgesehen haben könnte. Als widerlich realistisch wurde er lange verschrien, oder aber als anrührender, ehrlicher Erzähler geschätzt. Bei ihm kann eben die barfüßige Madonna dreckige Füße haben, bei ihm sind die Evangelisten tatsächlich nicht sehr gebildet, so dass der heilige Geist ihnen nicht nur den Text einflüstert, sondern ihm auch noch liebevoll die Hand führt, dabei die Stirn des alten Mannes, gefurcht und die Zunge vor Anstrengung zwischen den Lippen steckt. Caravaggio verstieß durch seine „Einhaltung“ der Geschichte und der Erzählkraft gegen das Decorum und das hat ihm auch viel Ärger eingebracht.

 

hl Matheus, erste Fassung, sie war zu gewagt. Die zweite Fassung wurde allerdings auch angefeindet. Eigentlich gibt es die erste Fassung auch gar nicht mehr, sie wurde übermalt, leider.

 

 

hl. Matheus, zweite Fassung von 1602 in Rom
 

Mein Bruder lässt sich aber von den nicht so tollen Texten der Zeitungen blenden (Welt und die FR z.B.), die irgendwie alle auch ein Text hätten sein können. Fast alle versuchen einem nur mit dem bewegten Leben des Künstlers zu fangen und dabei ist e wirklich nicht außergewöhnlich Ärger mit dem Gesetz zu haben, wegen Mord flüchten zu müssen und was es da sonst noch gibt. Leonardo da Vinci hatte andauernd Ärger, Benvenuto schreibt mindestens genauso arrogant und spannend seine eigene Geschichte und nicht nur durch diese Autobiographie wird klar, dass auch Künstler Todschlag, wenn nicht gar Mord begehen können und vor allem mal des Öfteren irgendwen um ihr Geld geprellt haben.
Aber wir hängen eben zu gern dem Geniegedanken nach und demnach muss nun mal der Künstler ein außergewöhnliches Genie sein, dass ein anderer Künstler genauso außergewöhnlich war, das vergisst man bis zur nächsten Ausstellung.
Und dabei habe ich nichts gegen die Kunstgeschichte nach Personen, aber diese „Methode“ halte ich für Tourisstengeschichte, Geschichte, die die Menschen für blöde hält.
Viel spannender ist es, dass die Ausstellung in Düsseldorf sich zwar auch um einen Künstler, dem genie kümmert, aber vielmehr darum, ob ein Werk wirklich von ihm, welches von dem Nachahmer und woran es erkannt wurde. Man kann also häufig Bilder, Motive gedoppelt bewundern.
Und auch ohne den ganzen Gedankentrara lohnt sich ein Besuch bestimmt:

 

Zu sehen im Museum Kunst Palast in Düsseldorf bis zum 7. Januar.