Gefunden bei JennyJ und unaufgefordert auch gemacht.
Es geht um Bücher, die im Regal verstauben, weil entweder
nicht fertiggelesen, oder noch nicht angefangen und die passenden Begründungen
für das schändliche Tun.
- Tad Williams vier Bände von Otherland.
Ich könnte nicht
sagen, dass mir der erste Band nicht auch sehr gefällt, aber ich bin „gerade (vor
etwa einem Jahr) in einer so schleppenden Stelle, die mich wirklich nervt.
Manchmal ist Williams mir zu detailverliebt, verliert sich in seine Beschreibungen
von Welten. Aber ich bin guten Mutes, dass ich die Bücher noch gerne lesen
werde.
- Ovid: Methamorphosen.
Als Kind habe
ich die Geschichten erzählt bekommen ohne zu wissen, dass sie aus den
Metamorphosen stammen, irgendwann in der Mittelstufe wurde ich dann aufgeklärt
und zum Studium habe ich die eine oder andere Metamorphose gelesen, aber nie in
einem Stück. Es könnte womöglich sogar sein, dass ich schon alles gelesen habe,
aber irgendwie bezweifle ich es.
- Arthur Schoppenhauer: die Welt als Vorstellung
Außer die
Passagen die ich für meinen kurzen Auftritt im Philosophiestudium lesen musste,
habe ich mich nie wieder an Schoppenhauer gewagt. Mehr gesagt, dann nur über
seine Philosophie gelesen, aber nie wirklich ihn. Mir reicht es die zu lesen
und halbwegs zu verstehen, die ich irgendwie mag.
Ich meine wenn
ein Anhang schon mit diesem Absatz beginnt, dann habe ich einfach nicht mehr so
viel Lust am Lesen:
„Es ist viel leichter, in dem Werke eines
großen Geistes die Fehler und Irrtümer nachzuweisen als von dem Werte desselben
eine deutliche und vollständige Entwicklung zu geben. Denn die Fehler sind ein
Einzelnes und Endliches, das sich daher vollkommen überblicken lässt. Hingegen
ist eben das der Stempel, welches der Genius seinen Werken aufdrückt, dass diese
ihre Trefflichkeit unergründlich und unerschöpflich ist: daher sie auch die
nicht alternden Lehrmeister vieler Jahrhunderte nacheinander werden.“
Ich meine ‚unerschöpflich’?
Da gebe ich doch gleich mal gerne auf. Wobei mir ja doch der erste Satz „>Die
Welt ist meine Vorstellung<“ immer schon gefallen hat.
Wie dem auch
sei, ich habe es nie gelesen.
- Ödön von Horváth: ein Kind unserer Zeit
Ich habe
wirklich keine Ahnung wieso ich es noch nicht gelsen habe, denn ich habe es
schon vor langer Zeit auf einem Bücherflohmarkt erstanden, schließlich mochte
ich Sladek und der jüngste Tag sehr gerne. Und es ist wohl auch an einem Tag zu
lesen, keine 135 Seiten dick…
- Joseph Conrad: Lord
Jim
Das Buch habe
ich auch schon zwei Jahre in meinem Schrank stehen. Ich habe es für einen Euro
erstanden, nachdem mit eine meiner Dozentinnen dazu geraten hat. Wenn sie es
nicht schon besitzen würde, dann würde sie es sofort kaufen. Und nach dem
Geschmack der Dozentin, aber auch nach dem Klappentext zu schließen müsste mir
der Roman auch sehr gut gefallen. Vielleicht habe ich es bisher noch nicht
gelsen, weil ich an dem Tag so um die 20 Bücher gekauft habe und teilweise auch
sofort einsortiert habe, so dass ich es schlicht immer übersehen habe.
- William Golding: Close Quaters
Das Buch
besitze ich seit 16 Jahren. Ich habe es gerne in meiner Hand und ich schlage
die Blätter auf um den Geruch der Seiten zu riechen, wobei ich meine, dass ich
noch leicht Pfeifentabak riechen kann. Es ist für mich mehr ein
Erinnerungsstück. So was hat also mein Vater gelesen, so was und Hemingway.
Warum er Hemingway mochte weiß ich, auch Don Quichotte, aber Golding hebe ich
mir noch auf. Vielleicht möchte ich eine weitere Seite von ihm nach 20 Jahren
kennen lernen, in vier Jahren finde ich bestimmt die Zeit. Bis dahin bleibt das
buch eben ein guter Freund, den ich nicht bis zur letzten Seite kennen muss.
- Hermann Hesse: Siddhartha
Mir ging diese
ganze geistige Überlegenheit von Siddhartha schon nach wenigen Seiten so
entsetzlich nervig. Schon nur dieser Satz: „Schon
verstand er, im Innern seines Wesens Atman zu wissen, unzerstörbar, eins mit
dem Weltall.“
Der weise
Spruch, dass ich mit dem Alter dieses Buch zu schätzen lernen würde, kann ich
bisher noch nicht bestätigen. Tja, ich muss verdammt unreif sein.
- Frederik Berger: die Provençalin
Das Buch habe
ich gleich zweimal, jeweils von der gleichen Person zu aufeinander folgenden
Geburtstagen geschenkt bekommen. Die Person fand, dass dieses Buch so genau das
Richtige für mich zu sein scheint (deshalb hat sie es mir aber nicht gleich
zweimal geschenkt, sondern weil sie sich nicht mehr erinnern konnte). Ich werde
es trotzdem wohl nicht lesen. Ich mag nämlich opulente Historienschinken mit
viel Leidenschaft und Adelskram inmitten von Intrigen und Religionskriegen und
was es da noch so tragische Wirrung geben kann nicht. Jedenfalls diese Sorte
von Historienroman, die gleich im Schlepptau von die Päpstin, die Wanderhure,
die was-auch-immer und so weiter
daher kommt.
- Karl May: durch
die Wüste
Ich mag Karl
May nicht. Mir hat dieses unsägliche erste Buch um dieses Prachtindianer
vollkommen gereicht. Danach habe ich nur noch einmal zwei Kapitell gelesen und
das nur zum Zwecke des Vorlesens für meinen Pflegebruder.
Mich würde man
also auch nicht in einem Seminar finden, in dem es um fiktive Reiseberichte von
Karl May geht (ich kann den Schauder nicht unterdrücken).
- Colette: Geträumte
Sünden
Klar, Gigi habe ich als 13jährige gelesen und
als meine Großmutter starb habe ich unter den 1000enden Büchern mir einiges zusammen
gesammelt, eben auch dieses, aber bisher habe ich es nicht gelesen. Ich weiß
auch gar nicht, ob ich Colette noch mag. Gerade wenn ich an die Heldin denke,
Minie. Das schließt doch ein, dass es sich um ein Mädchen handelt, die wie ein
Kind Sehnsüchte träumt und auslebt, bis sie erwachsen ist (nicht mehr ganz
Minie). Aber wer weiß, jetzt ist ja bald Wochenende.