Coolnessfaktor am Boden
Mir ist klar geworden, dass es
mit mir nicht mehr so weiter gehen kann. Ich bin nicht ultra abgehangen,
verdammt lässig und verkommen genug. Das muss verdammt noch mal anders werden.
Darum werde ich eine The-Band
gründen und meinen Kleidungsstil mehr kultivieren. Bei einer The-Band ist es ja
obligatorische, dass man rückbezogenen Rock spielt. Nicht unbedingt innovativ
und etwas dreckig. Hin und wieder werde ich Anzüge mit schmalen Krawatten
tragen (die Anleitung dafür kriege ich bestimmt von To01), zu große Hemden,
oder aber weiße, knittrige T-Shirts drunter, hin und wieder auch mal eine
Weste; aber meistens werde ich die Existenzialistenuniform tragen. Bestehend
aus dem schwarzweißen Pullover, der sehr engen, schwarzen Hose, die natürlich
meine Hüftknochen sehr gut zu Geltung bringt und ausdrückt, dass ich schon weit
über das diesseitige Leben hinaus bin (Nahrung ist etwas für Spinner -> da
muss ich wohl noch etwas an mir arbeiten). Die Baskenmütze wird schief auf
meinem schwarzen Bubikopf liegen und meine knochigen Finger (da muss ich wirklich
noch etwas tun) werden gelb von dem Nikotin meines Zigarettenkonsums sein,
dabei rauche ich natürlich Spitze (wobei, ist das Rock?).
Zurück zur Musik. Dreckig soll
sie natürlich sein, gitarrenlastig, was wohl sonst? Den Gitaristen gibt es auch
schon, er wird immer ausgewaschene Jeans mit dem weißen Unterhemd dazu tragen, darüber
des Öfteren die James-Dean-Lederjacke. Außer ihm brauchen wir noch einen
weichen Bassisten, auf den die Frauen stehen und der hin und wieder mal
austickt und alles zerschreddert… Wenn wir also gerade mal keine Gigs geben
oder Schwarzweiß-Videos drehen, dann
demoliert natürlich der Bassist das Mobiliar unseres Hotelzimmers und wenn ich
nicht gerade den Fernseher aus dem Fenster werfe, dann sitze ich auf der
Sofagarnitur, dessen zierliche Kissen noch ihre Federn durch die Gegend spucken
und neben mir der Gitarrist ne Blondine vögelt, die eigentlich den Bassisten
will, der aber gerade noch beschäftigt ist, und dichte an neuem Liedgut. Vor
allem sartrelastige Texte in Fäkalsprache…

