Ein Stück Ostern
Heute fiel mir ein Stück Ostern
aus meinem Postkasten entgegen. Es handelte sich um einen dicken Umschlag, mit
der Schrift meiner Mutter, mit ihrer unnachahmlichen Art mit Tesafilm
umwickelt, meine Mutter glaubt nicht, dass das Klebezeug von Umschlägen halten
kann. Im Umschlag aber eine selbstbemalte Karte meines Pflegebruders. Außen ist
alles weiß, aber innen, da steckt das Herz, da sind auf der linken Seite
tatsächlich symmetrisch angeordnete Eier (woher hat er das nur?) und rechts ist
der kurze Text von zwei Hasengesichtern eingebettet. „Frohe Ostern wünscht euch
S.“
Ein wahrer Minimalist, aber viel
wichtiger ist, das, was den Umschlag so dick machte. Ich glaube es soll ein
Tischsett sein (werde ich es jemals benutzen?), darauf mit Kartoffeldruck sechs
große Eier. Heute war also noch Ostern.
Ich bin schon überglücklich, dass
es diesmal Eier sind! Das Geschenk ist eines der besten, ansonsten habe ich
ein großes Herz als Schild an meiner Tür hängen auf dem „Willkommen“ steht, des
weiteren eine herzförmige Tafel mit Ranken. Ich hasse Herzen!!! Aber ich liebe
diesen Jungen, da macht der Eingriff in die Wohnungsgestaltung zwar immer noch
Ärger, aber es gehört auch dazu. Und dabei wird er nie hierher kommen, er wird
mich wahrscheinlich nie hier besuchen. Kinder sind etwas schreckliches, es sind
schließlich auch nur Menschen.

