Lösch mir die Augen aus

19.02.2006 um 23:38 Uhr

Entgleiste Kunstbetrachtung

von: AiHua

Ich bin ein ziemlich egozentrischer Mensch, jedenfalls stelle ich das in meiner Kunstbetrachtung fest. Mehr gesagt darin, was mir gefällt. Ein Landschaftsbild wird für mich interessant, wenn ich es auf  den Rezipienten untersuche, ganz einfach, wenn ich mich bei meinen Empfindungen, Gedanken bei der Betrachtung der Landschaft reflektiere. Bei Richtungen wie dem Fotorealismus interessiert mich dann auch vor allem, zu entlarven, dass der Versuch objektiv zu sein vollkommen gescheitert ist. Der Blick durch die Kamera ist kein objektiver!

Aber wieder erstmal ein Schritt zurück. Der Rezipient in der Kunst. Ich komme gerade darauf, weil ich mir mal wieder ein paar Werke von Olafur Eliasson angesehen habe. Ich bin kein Spezialist für seine Kunst, wage aber zu behaupten (und habe es ziemlich sicher auch schon gelesen), dass seine Kunst sich immer um die Wahrnehmung von Phänomenen handelt. Als ich auf der vorletzten Biennale war und vor allem im dänischen Pavillon mich aufhielt wurde mir vor allem wichtig, dass es eine spielerische Art ist wahrzunehmen. Auf einmal schaut man wieder so, als wäre man wieder ein Kind, legt zeitvergessend den Kopf in den Nacken und schaut einfach dem Blätterrauschen zu, sieht wie das Licht sich in dem Grün bricht, durch die vielen Schichten lasiert wird. Es ist sicher falsch zu sagen, dass die Kunst nicht anspruchsvoll ist, aber Eliasson scheint einfache Beispiele zu finden und einem zu zwingen sie wieder –oder überhaupt- wahrzunehmen.

Nehmen wir Beauty von 1993. Hier wird gezeigt, dass Licht auf die Körperlichkeit eines Raumes angewiesen ist um überhaupt von uns wahrgenommen zu werden. Es muss auf einen Körper strahlen. Bei diesem Objekt handelt es sich hier um einen Wasservorhang, auf dem das Licht eines Strahlers trifft, ansonsten ist der Rum in Dunkel gehüllt. Wenn der Betrachter nun eine bestimmte Position findet, kann er einen Regenbogen sehen. Die Bewegung des Rezipienten ist also unbedingt notwendig. Der Betrachter wird sich bewusst, dass er sich bewegt, dass er sich bewegen muss. Der Betrachter wird eigentlich so auch zur Reflektion gezwungen. Was sehe ich gerade? Warum von hier? So in der Art.

(die Seite des Künstlers ist wirklich zu empfehlen.)


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