Essen die zigste Klappe!
Als Kind habe ich alles gegessen
(mir fällt auch eigentlich kaum was ein, was mir heute nicht schmeckt).
Angefangen von Schlange über 100jährige Eier, alles wurde vorbehaltlos
gegessen, woher sollte ich wissen, dass es vielleicht nicht normal war, bei uns
war das normal. Heute würde ich einiges nicht mehr essen. Zum einen, weil es
tierschutzmäßig für mich nicht vertretbar ist und zum anderen gar nicht schmeckt.
Habt ihr mal auf Haifischflossen herum gekaut? Die Qual der Tiere wäre sowieso
nicht berechtigt (lebendig werden ihnen die Flossen abgeschnitten, danach
kriegen sie noch nicht mal einen Gnadentod und werden einfach wieder ins Wasser
geworfen), aber wenn das Zeug auch noch ziemlich nach gar nichts schmeckt und nur
hartes Gummi in eurem Mund ist, dann ist das für mich einfach ein Rätsel
(trotzdem sollte man nur mit viel Bedacht die Haifischsuppe abgelehnt werden,
denn wenn die jemand euch in China beispielsweise auftischt, dann will er euch
was sehr, sehr Gutes tun, und wäre dementsprechend beleidigt…). Schlange
hingegen war wirklich lecker. Ach ja, ich würde auch heute noch Hund essen. In
manchen Teilen Asiens (und wo auch immer), werden sie wie Schweine gezüchtet,
ich weiß nicht wo der Unterschied sein soll. Schweine sind auch äußert nette
Mitbewohner dieser Erde!
Außer solchen, oftmals
kulturellen Unterschieden und Gewohnheiten gibt es noch die Art der Darbietung.
Lamm ist ja in unserer Kultur auch nicht Außergewöhnliches, wir sind es aber
nicht unbedingt gewohnt, dass man den Kopf anschmort und mit Augen und Zunge
auf einen Teller serviert (auch wenn ich darauf hinweisen will, dass es einem
vielleicht schockieren könnte, wenn man weiß, was in Kniep so alles drin ist,
ist der Schock erstmal bei einem ganzen Kopf wohl größer).
Siebeck beschreibt in der Zeit
sehr schön, wie er auf seiner kulinarischen Reise Islands endlich an seine
Schafsülze, den Schafskopf (er musste an eine Mumie denken) und den
Trockenfisch gekommen ist. Ach ja, er ist jetzt auch gegen die Walfischjagd,
ihm hat er nicht gerade gemundet…


Da bleib ich lieber bei meinem Rinderwahn ;-)
við að stíga tanngomatangó\"
Ein Gedicht, das Schafskopfsülze in einem Atemzug mit tanzenden Gebissen nennt, muss aus einem (kulinarischen) Kulturkreis kommen, dem ich nur mit Bedacht über den Weg trauen würde...