“In 1632 Galileo might just have whispered to himself as he signed, "but it still moves" - we will never know.”
McEwan, mit ihm bin ich erwachsen geworden (um mal so große Worte auszuspucken). Dabei will ich gar nicht sagen, dass er unbedingt großartige Arbeit in meinem Reifeprozess geleistet hätte (oder dieser abgeschlossen wäre, auch wenn „erwachsen geworden“ doch darauf hindeutet). Obwohl ich müde und kaputt war/bin habe ich seinen Essay im the guardian gelesen (es wurde nach diesem zitiert, außer wenn anders aufgeführt). Er sagt etwas, was wahrscheinlich für die Geisteswissenschaften fast unnötig ist, denn die habe ich bisher sehr selbstreflexiv erlebt (ich schreibe gerade eine Arbeit dieser Sorte), aber wie er anhand eines Beispiels, nämlich das Studium seines Sohnes anführt, nämlich die Biologie, wird es deutlich, dass viele Fächer, vor allem die naturwissenschaftlichen es viel zu wenig sind. Sicherlich, Fakt ist, dass wirklich viele Annahmen von früher, (nehmen wir die Beispiele die McEwan wählt) beispielsweise die von Bacon zu großen Teilen einfach vollkommen falsch. Trotzdem haben gerade diese Thesen unsere Kultur geprägt. Fragestellungen von ihnen interessieren uns heute noch und wenn wir nicht die Geschichte kennen, wissen wir nicht, warum wir eigentlich eine Frage beantworten wollen, oder wieso wir eigentlich in bestimmten Mustern denken. Man denke nur das Stufen- und Entwicklungsdenken (z.B. Darwin), welches wir andauernd auch an Stellen anwenden wollen, ohne das es eigentlich aufgeht, nötig ist. Und immer wieder tappen wir in diese Diskurse, ohne Beschäftigung mit dem „Alten“ wissen wir noch nicht mal, dass wir mögliche Fehler begehen könnten. Wirklich unnötig, denn wir können „Zwerge auf den Schultern von Riesen sein.“ Das sollten wir uns nicht entgehen lassen.[1]

