Gedanken am Morgen
Nachdem ich die eine oder andere
Nacht an den Bildern für den Geburtstag meiner Mutter saß steht also genau eine
Woche danach der Geburtstag meines Bruders an. Nachdem ich den Fehler begangen
habe ihn zu erzählen, dass ich in Nächten von Schlaflosigkeit zu stricken
angefangen habe, fing er wenig unterschwellig an zu erzählen, dass er gar keine
selbst gestrickten Socken mehr hat. Dabei hat er das meiner Mutter doch schon so oft
gesagt, dass er sich gar nichts Besonderes wünscht, sondern eben nur mal ein
paar schöner selbst gestrickter Socken.
Nee klar.
Gut, kriegt er eben Socken und
die CD’s, die ich ihn schon immer schicken wollte. Wenigstens muss ich mir bei
ihm kaum den Kopf zerbrechen was ihn denn so gefallen würde. In den zwei Wochen
zuvor habe ich schließlich die ganzen Nächte vor dem weißen Blatt gesessen hin
und wieder was skizziert und dann wieder verworfen. Ich sag nur, die Ideen
waren wahre Geniestreiche (jedenfalls nahm ich es ohne Schlaf an), aber meiner
Mutter gefällt nichts Geniales… es soll ja schließlich auch zu den Fliesen
passen.
Nicht das ich mich jetzt
vergleichen will, aber über meinen Mühen musste ich doch mal wieder daran
denken, dass unser Kunstverständnis meistens ganz von der Wirklichkeit ab geht.
Ab einer gewissen Zeit kommt es natürlich vor, aber in der gesamten
Kunstgeschichte überwiegen die Werke, die nach Auftrag gearbeitet wurden. Ich meine,
so ein Künstler setzt sich ja nicht mal ein Jahr an ein Bild mit teuren
Materialien ohne dass er da nicht schon mal einen Käufer hat. Ist heute
übrigens auch nicht ganz so untypisch wie man denken möchte. Ich denke nur an
das Memento Mori vom Hai, welches in den letzten Monaten so oft in der Presse
stand. Der Hai wurde schließlich extra erlegt wegen dem ganzen Brimborium und
das Kunstwerk schon für eine Sammlung gekauft.
Was ich eigentlich sagen wollte:
Warum muss meine Familie eigentlich so dicht aufeinander Geburtstag haben. Mein
Stiefvater tanzt aus der Reihe und ehemals auch mein Vater, aber das hat sich
ziemlich erübrigt; aber dann kommen sie alle Schlag auf Schlag. Irgendwie
unheimlich.


und eigentlich ist damit auch bereits die gesamte freie marktwirtschaft aktionskunst.
bidde, bidde!!! reine aktionskunst!