Lösch mir die Augen aus

19.04.2006 um 02:10 Uhr

I lost a friend

von: AiHua

“Slow Journalism”, beschreibt es Serrao „Brooding” beschreibt es der eine Herausgeber vom Freund, die Schreibart der Zeitschrift, die nach ihrem achten Erscheinung wieder Geschichte ist. Irgendwo in Nepal, in der „irren Straße“ hatte sie ihren Hauptsitz und wollte unschuldig sein, was aber die Kollegen nie abgenommen haben. Redet der eine von „Pop-DandySäue[n]“, schimpft der andere weitaus böser: „Versuch einiger nicht mehr ganz junger, wohlhabender und ratloser Männer, mit hochgezogenen Augenbrauen und abgespreiztem kleinen Finger von ganz oben herab auf die Welt zu blicken“. Kracht und „seine Popfreunde“, urteilte Martenstein, seien peinlich, eitel und für ihr Alter unsexy.“
Und tatsächlich haben sie vielleicht wirklich die Ironie nie abstreifen können, die sie doch nie haben wollten, die sie leugneten.
Jedenfalls hatte das Staunen, der Versuch außergewöhnlich zu sein ohne gewollt witzig zu sein, etwas tatsächlich Unschuldiges an sich. Erinnert mich an den Fanatiker, an Jónsis Attitüde und überhaupt an den ganzen Elfenelektronikkram. Attitüde hört sich immer konstruiert an, aber der Versuch zeigt die Unschuld, zeigt eine Arroganz einer ganz anderen Art.
Der Freund gab nicht nur Platz für langsam, zeitaufwendige Texte über das Bosseln, sondern auch die längsten Interviews, die man so kriegen konnte mit 25 Seiten. Das letzte Interview wird mit David Lynch sein, dem sich die Herausgeber des Freundes in ihrer Art verbunden fühlen.
In dem Interview mit Serrao im Tagesspiegel (alle Zitate nach dieser Quelle) kündigt Kracht das Ende der Zeitschrift an und sagt abschließend: „Letzten Endes ist ein Freund doch der einzige Halt, den es auf der Welt gibt.“
Ist das Ironie oder Unschuld?


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