Ich bin kein Andy-Fan
Nein, ich kenne sicherlich Einiges,
habe mich auch gerne mit Warhol beschäftigt, aber er war mir bisher noch nicht
mal ein Buch wert. Sicher, Bücher, Zeitschriften, Dokumentationen habe ich gewälzt,
die Augen auch nicht geschlossen, wenn ich an einem Exponat von ihm vorbei kam,
aber ich hatte bisher keine Intention wirklich mich mit ihm zu beschäftigen.
Ein Thema ist ja nie fertig bearbeitet, aber Warhol ist sicher ganz schön viel
bearbeitet. Die Rezension Werneburgs in der taz über die Interviews Kenneth Goldsmith
mit Andy Warhol, hat mich aber gefesselt (alle weiteren Zitate nach dieser
Quelle). Diesen Menschen will ich näher betrachtet, der da gezeichnet wird. Ich
mag seine Paradeantwort: „I don’t know.“
Dieser Warhol-Ton, diese Art
still Kritik zu üben, sich auszuklinken, gegen die hat auch ein Reporter gekämpft,
aber Warhol nicht wirklich mehr entlockt und dabei aber trotzdem den Künstler
somit eine Folie gegeben sich gewohnt zu präsentieren.
Der Reporter irgendwann
einsichtig: "Ja, ich weiß, ich weiß. Reden ist sehr wenig, Tun ist
alles."
Andy: "Ja."
Werneburg meint, dass in der
rezensierten Ausgabe Warhol richtig gepackt wird. Er öffnet sich mehr, als beim eben
erwähnten Reporter, da ist z.B. der Reporterin Michelle Bogre, er redet mit ihr über
das Knipsen, eigentlich ein kritisches Thema.
Sie: "Ich glaube nicht, dass
Sie nicht gucken, und ich glaube nicht, dass der Humor in Ihren Bildern ein
Zufallsprodukt ist. Er ist zu durchgängig."
Er: "Na ja, ich verknipse
mindestens zwei Rollen Film pro Tag."
Sie: "Der Humor ist
interessant. Er widerspricht Ihrem Image und der Annahme, Sie seien
emotionslos."
Er: "Oh nein! Sie meinen,
diese Annahme ist verschwunden? Das geht aber nicht."
Und gegen seine Aussage ist er
eben nicht emotionslos, ob gespielt oder nicht, er drückt Empörung aus.
Ich merke es schon, ich werde wieder fanatisch.

