Jakob, Tristan und blutbesudeltes Stroh
Egal wie geschrieben, ein ziemlich netter Name. Das Familienkaninchen (ein sehr begabter Ingenieur von Tunnelkonstruktionen) von dem Fanatiker hieß so. Das erste Kaninchen, welches meine Familie besessen hatte, hieß Tristan. Das war das Kaninchen von meinem Bruder, es war schwarz-weiß gefleckt und es war ein deutscher Riese, also wirklich riesig mit Schlappohren. Tolle Tiere. Tristan wurde nie geschlachtet, darum wurde er auch ganz schön alt. So alt, dass er nahezu blind werden konnte und mir als kleines Kind nahezu meinen Daumen abbiss, weil er meinte, dass es vielleicht etwas zu Fressen sein könnte (ja, ich habe meinen Finger durch das Gitter gesteckt).
Letztens habe ich einen Jakob kennen gelernt, der sehr menschlich war. Trotzdem hat er mich an die ganze Kaninchenproblematik erinnert. Ich glaube wir hatten auch ein Kaninchen, welches Jakob hieß…
Das mit der Erinnerung ist wirklich so eine Sache. Wen interessiert es, dass Longhena S. Maria della Salute 1630 begonnen hatte, wenn sein eigenes Leben derart vergessen an ihm vorbei gleitet? Mein Kaninchen, welches ich zur gleichen Zeit hatte, wie Tristan lebte, war braun, hatte innen weiße Ohren und war mindestens genauso kuschelig. Ich erinnere mich auch, dass einer der Köche sagte, dass er einen guten Braten abgebe…, aber hieß er womöglich Jakob? Isolde jedenfalls nicht, er war nämlich ganz sicher ein ER.

