Lösch mir die Augen aus

06.04.2006 um 14:04 Uhr

Noch sind Schwangerschaften ohne Männer nicht wirklich möglich

von: AiHua

Das will ich nur einwerfen, ohne dass ich da viel Ahnung habe, bin ich jedenfalls noch nicht mit oder ohne Mann schwanger gewesen (der heilige Geist wird sich bei mir sicherlich nicht einstellen, die Vase mit den Lilien benötigt keiner hervor zu kramen). Diese ganze Diskussion, dass die deutschen Frauen zu wenige Kinder bekommen nervt mich dann doch wirklich an. Da denkt man nach Gewalt an den Schulen und vollkommen neuen Migrantenproblemen, dass dieses Thema endlich kleinheimlich vom Tisch gefallen wäre, da kommt Jeanne Rubner und schreibt in der SZ einleitend, dass es den deutschen Frauen einfach zu gut geht. Deutsche Frauen würden so sehr „bemuttert“, dass sie so weich fallen würden, dass sie nicht mehr aufstehen und somit nie Kariere machen würden. Ich kann daraus nur herleiten, dass die gute Frau meint, dass Frauen mit Kariereambitionen Angst hätten Kinder zu bekommen, weil sie meinen nach der weichen Brust des Vater Staats nicht mehr von ihr los zu kommen. Äh, was? Es ist doch eher so, dass es Frauen schwer gemacht wird, nach einer Schwangerschaft in ihren Job zu kommen, da ist die Förderung des Staats vollkommen nebensächlich! Nur höchstens in der Argumentation der Arbeitgeber, aber das darf doch kein Grund sein!
Und worauf ich die ganze Zeit hinweisen will, Rubner sollte selber wissen, dass man zum Familiegründen auch noch immer einen Mann benötigt (selbst verheiratet und Mutter von drei Kindern). Wo bleibt der bei der ganzen Diskussion. Warum fragt sich kein Schwein warum die Männer keine Kinder kriegen? Aber wer Bücher schreibt mit Titeln wie Was Männer und Frauen so im Kopf haben" (dtv, 1996) ist für mich sowieso ein rotes Tuch.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Seether schreibt am 06.04.2006 um 14:39 Uhr:Ähhh... wenn ich mal so ein schlimmer Wort in das Eingabefeld tippen darf - Bullshit!!!

    Diese ganze Debatte ist an sich völlig überflüssig. Wenn man ein solches Erklärungsmodell zur Hilfe nimmt, bekommt man schon fast einen albernen Rahmen um das ganze!

    Die Paare bekommen keine Kinder weil es in diesem Staat nicht einfach ist ein Kind groß zu ziehen ohne sich irgendwo abhängig zu machen. Unsere Wirtschaftslage begünstigt das in keinem Maße, da die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, allgegenwärtig ist. Und nicht zuletzt leben wir in einem ziemlich Kinderunfreundlichen Land in dem der Nachbar gerichtlich verfügen kann wann ein Kind zu schreien hat und wann nicht.



    Amen!
  2. AiHua schreibt am 06.04.2006 um 14:46 Uhr:Keine Sorge, auf meinen Blog ist das erlaubt. Ich habe die womöglich etwas irrige Annahme, dass Erwachsene einfach woanders hinklicken können wenn sie sowas nicht lesen wollen und Kind sowieso von ihren Eltern überwacht sind und später zum Erwachsensein erzogen werden. Wenn das also nicht überhand nimmt, geht das völlig in Ornung. Auch wenn ich erstmal erschreckt wurde: Verdammt, habe ich da etwa jemanden vor mir, der nicht meiner unheimlich durchdachten Meinung ist? Nö, die Diskussion nervt anscheinend nicht nur mich. Mehr gesagt die Art wie sie geführt wird...
  3. Seether schreibt am 06.04.2006 um 14:57 Uhr:Tut mir leid wenn ich in den ersten zwei Zeilen einen falschen Eindruck vermittelt habe! *g* Und ja, ich werde mich zusammen reißen. Aber es freut mich zu erfahren, das nicht nur mir diese Diskussion (speziell wenn sie mit einer solch weltfremden Argumentation geführt wird) auf den Zeiger geht.

    Und ich bin ein Mann. Eigentlich sollte ich mir das mehr oder weniger entspannt von der Seite ansehen und warten welches Ergebnis dabei rumkommt. Aber ich sehe die direkten und mittelfristigen Konsequenzen. Und dabei wird mir schon ein bisschen anders...
  4. To01 schreibt am 06.04.2006 um 15:57 Uhr:vorraussetzungen hin | her, man muß wieder stolz sein können auf seine brut; seht her, ich bin elter!



    mehr kinder, mehr kindertagesstätten, mehr förderung, mehr bildung, mehr kultur, mehr intelligente arbeitnehmer... gießt das kleine pflänzchen nationalstolz! - schon wieder das wörtchen stolz verwendet, damn - es kann halt nicht sein, das wir brav vom statistischen bundesamt ausrechnen lassen, das wir bald aussterben und männer _und_ frauen - leider männer mehr als frauen - wollen nur kariere machen, statt dem staat mal den mittelfinger zu zeigen und kompromisse bei dem eigenen lebensplan zu machen und ein paar kinder in die welt zu setzen... für mich persönlich ist es ziemlich schnurzpiepe, wie hoch ich aufsteige | nicht, ich will meinen kindern alles geben, was ich habe und noch mehr... nur so wird evolution geschrieben...



    damn, getting emotional!



    seether hat es besser getroffen: bullshit! ;)
  5. Seether schreibt am 06.04.2006 um 16:05 Uhr:Ein Blick Richtung Norden führt diese Diskussion zu einem sofortigen und radikalen Ende!!!

    Wenn der Staat seine Pflicht erfüllt, können auch Karriere Menschen eine Familie unterhalten/pflegen/gründen. Nur würde das Geld kosten das wir derzeit für Rüstung/Beamte/Beamte/Beamte und ähnlich nutzlosens ausgeben... Habe ich mich hier etwas wiederhollt? Na so was... *g*
  6. sjAlfur schreibt am 07.04.2006 um 00:08 Uhr:andererseits kann der staat - so sehr ich euch auch zustimme - nicht die gesellschaft ändern. so lange hier die mentalität herrscht \"das ist mein recht, das nehme ich mir, egal ob ich\'s brauche oder nicht!\", solange kann auch der staat nur bedingt etwas ändern. problem ist doch, dass die staatliche seite keine ursachen sondern nur auswirkungen bekämpft (siehe momentan die Rütli-Schule in Neukölln, jahrelang sich nicht drum gekümmert, aber sobald es in den Medien ist und Publicity bringt wird was von großen radikalen Konzepten erzählt, für die weder Geld noch Ideen da sind). andererseits wird aber auch generell gerne mal alles auf den staat geschoben. in skandinavien z.b. funktionieren gewisse gesellschaftliche prinzipien nur deshalb so gut, weil soziales engagement in einem gewissen rahmen einfach dazu gehört.



    und hier? hier streiten menschen monatelang um dumme 20 Minuten mehr Arbeit in der Woche. (ich nehme die Ärzte mal davon aus, die sind wirklich scheiße dran...) ich als Aushilfskraft für acht oder zehn Euro die Stunde hänge ungefragt mal ein oder zwei Überstunden dran, wenn\'s sein muss, aber wenn Leute meinen auf die Straße gehen zu müssen, weil sie mal \'ne halbe Stunde später ihre Stempelkarte durchziehen müssen, dann fehlt mir für diese leute jegliches Verständnis (für die Gegenseite allerdings auch, aber das ist ein anderes Thema).



    naja, und man könnte ewig so weiter machen...
  7. To01 schreibt am 07.04.2006 um 20:54 Uhr:oh, wie wahr; mein lieblingsfeindbild in, an und um deutschland: die mitnahmementalität!

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