Pianist und Festival
Und Übermorgen, eigentlich morgen
sollte ich eigentlich extrem begeistert zur U-Bahn hüpfen und mich auf 32
SHORT FILMS ABOUT GLENN GOULD einstimmen. Mal wieder das Dokfest in
München, ganz tolle Sachen dabei und eben auch dieser Dokumentarfilm. Ein
Porträt ohne Porträt zu sein, im ganzen Film soll nur im Abspann mal Gould zu
sehen sein, aber seine ganzen Probleme werden durchaus thematisiert, wobei
„[d]er Film […] dem Strukturprinzip der Goldberg-Variationen [folgt].
Überhaupt das, was ich von Gould am meisten liebe, war ich doch in der Familie
die, die meinte, dass er zwar bei Bach ungeschlagen ist, aber Horowitz ihn
ansonsten immer das Wasser reichen kann (meine Familie strafte mich mindestens
mit bösen Blicken, wenigstens war ich keine Rubinstein-Abtrünnige). Um ehrlich
zu sein, kenne ich ja nur die zweite Fassung wirklich, die erste habe ich nur
einmal gehört. Ich erinnere mich nur daran, dass sie eben so viel schneller
war. Und dabei ist es ja legendär, dass Gould nur die Goldberg-Variation
nochmals einspielte.
Wie habe ich mich auf seinen quietschenden Hocker gefreut, auf seine Selbstdarstellung,
auf das perlende Klavier mit dem „Gesang“ von ihm. Aber ich würde wohl den
Leuten im Saal die Freude mehr als nur etwas vermiesen und schon nur mit dem
Hüpfen zur U-Bahn ist es mehr als weit her. Aber wenn ihr zufällig in München
seid und euch für Glenn Gould begeistern könnt, dann nichts wie hin. Hier der
Link (übrigens auch danach zitiert).

