Lösch mir die Augen aus

05.05.2006 um 02:38 Uhr

Pianist und Festival

von: AiHua

Und Übermorgen, eigentlich morgen sollte ich eigentlich extrem begeistert zur U-Bahn hüpfen und mich auf 32 SHORT FILMS ABOUT GLENN GOULD einstimmen. Mal wieder das Dokfest in München, ganz tolle Sachen dabei und eben auch dieser Dokumentarfilm. Ein Porträt ohne Porträt zu sein, im ganzen Film soll nur im Abspann mal Gould zu sehen sein, aber seine ganzen Probleme werden durchaus thematisiert, wobei „[d]er Film […] dem Strukturprinzip der Goldberg-Variationen [folgt]. Überhaupt das, was ich von Gould am meisten liebe, war ich doch in der Familie die, die meinte, dass er zwar bei Bach ungeschlagen ist, aber Horowitz ihn ansonsten immer das Wasser reichen kann (meine Familie strafte mich mindestens mit bösen Blicken, wenigstens war ich keine Rubinstein-Abtrünnige). Um ehrlich zu sein, kenne ich ja nur die zweite Fassung wirklich, die erste habe ich nur einmal gehört. Ich erinnere mich nur daran, dass sie eben so viel schneller war. Und dabei ist es ja legendär, dass Gould nur die Goldberg-Variation nochmals einspielte.
Wie habe ich mich auf seinen quietschenden Hocker gefreut, auf seine Selbstdarstellung, auf das perlende Klavier mit dem „Gesang“ von ihm. Aber ich würde wohl den Leuten im Saal die Freude mehr als nur etwas vermiesen und schon nur mit dem Hüpfen zur U-Bahn ist es mehr als weit her. Aber wenn ihr zufällig in München seid und euch für Glenn Gould begeistern könnt, dann nichts wie hin. Hier der Link (übrigens auch danach zitiert).


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