Plagiatpolizei, alles was Sie sagen kann gegen Sie verwendet werden
Erstmal habe ich das Zitat „Ich binne nicht tot“ gebracht, weil mir klar war, dass ich in den nächsten Tagen erstmal rar bin, mehr gesagt es mich machen sollte. Aber auch aus anderen Gründen.
Das erste Mal ist mir dieser Satz begegnet, als ich Oma Wetterwachs begegnet bin, eine der vollen Figuren der Scheibenwelt, also aus der Feder von Terry Pratchett entkleckst. Diese Hexe hat sich die Fähigkeit erarbeitet ihre Seele in Tiere zu projizieren, ihr Körper bleibt dabei personenleer. Da sie Angst hat, dass sie dabei jemand finden könnte und für tot hält legt sie sich ein Schild auf de Brust, auf dem nun besagtes Zitat steht.
Wer den guten Terry schon sich des Öfteren mal zu Gemüte geführt hat weiß, dass er nicht nur ein genialer Kopf ist dem immer mal wieder etwas Neues einfällt, sondern auch gerne Geschichten einarbeitet, die das Leben oder aber andere vorher geschrieben haben. Und richtig, auch hier hat das richtige Leben zugeschlagen. Der gute Christian Andersen hat nicht nur immer ein Seil (zum Abseilen bei plötzlichen Feuer beispielsweise), sondern auch jede Nacht neben sich einen Zettel gelegt. Andersen war schon etwas, sagen wir paranoid (ich als Nichtmediziner, Nichtpsychologe kann mich da sorglos auf dünnes Eis wagen), allerdings kam es noch zu seiner Zeit häufiger vor, dass man lebendig begraben wurde (soll heute übrigens sich auch wieder allgemeiner Beliebtheit erfreuen, weil man kaum noch Totenwachen abhält, muss ja alles ruck zuck gehen. Wobei man dann nicht plötzlich im Grab erwacht sondern in der Kühlbox erfriert…).
Pratchett benutzt zwar gerne Fußnoten (die schließlich im wissenschaftlichen Bereich bevorzugt sind), macht aber nicht die Angabe woher er jetzt was hat. Sollten wir jetzt entrüstet Plagiat schreien? Nein! Er benutzt es als Zitat, als Anlehnung. Er nimmt eine Sprache um etwas deutlich zu machen.
Also will ich hier deutlich eine Fürsprache für das Entlehnen fremder Worte (aber auch anderer Bereiche) halten. Leute, zitiert, klaut aber nicht. Aber ich finde schon, dass man auf einen Blog etwas freier sein kann als bei einer wissenschaftlichen Arbeit, weshalb ich auch bei dem vorangegangenen Eintrag nicht geschrieben habe wen ich eigentlich zitiert haben. Angeregt wurde ich übrigens in meinen Gedanken hier.


Hm, an sich haben ich:
1. ein Zitat gebracht, welches ich toll finde
2. die Geschichte etwas erläutert
3. damit erklärt, dass ich es gut finde auch mal zu zitieren, denn das Leben gibt so viel her, dass man selbst daraus für sich etwas suchen kann
und 4. habe ich geschrieben, dass ich finde, dass man nicht so hart gegen andere sein muss, wenn sie mal nicht 100% angeben woher sie etwas zitieren. Wobei ich nicht zum Ideenklau anregen will... Ich meine, Fehler können passieren und manchmal ist man so gedankenlos und denkt, dass viele wissen woher etwas stammt. Es weiß ja auch jeder was das Symbol der Taube bedeutet und benutzt es einfach. Dabei könnte man durchaus auch verlangen, dass man nachweist woher das Symbol kommt.
ich hoffe das war klarer.
Ich würde mir auch eher das dritte Märchen von ihm jetzt kaufen.
Irgendwie anders als die Scheibenweltromae eigentlich und eigentlich genau so wie immer. Im dritten Märchen kommt glaube ich Wetterwachs vor...