Lösch mir die Augen aus

08.11.2006 um 16:40 Uhr

Verwirrung und Katzen, fast identisch

von: AiHua

Zeit der absoluten Verwirrung!

Ist ja nicht so, als würde ich mir gedanklich nicht des Öfteren selbst das Bein stellen, wobei ich ja auch ohne stolpere, aber viel öfter falle ich, wenn andere mich kunstfertig verwirren. Heute, mehr gesagt eben war es wieder soweit.
Franz Marc, einer der beliebtesten Maler außer den Impressionisten (Ei, aber er malt auch so schöne Tiere!) ist euch bestimmt ein Begriff.

 

 

Franz Marc: blaues Pferd, 1911, Öl auf Leinwand, Lenbachhaus: München.

Franz Marc: gelbe Kuh, 1911, Öl auf Leinwand, Guggenheim Museum: New York

Das Tier als das Ursprüngliche, Reine und so was eben, kennen wir ja in der Literatur beispielsweise auch von Hesse. Das was mich immer an Marc fasziniert hat war seine Farbenlehre. An sich durchaus kompliziert, hier aber nur sehr vereinfacht und auch nur auszugsweise erklärt (nach Wikipedia zitiert). Ein Aspekt seiner Farbenlehre war nämlich symbolisch zu verstehen, so dass „nach den[… Farbgesetzen] Blau für das Männliche, Gelb für das Weibliche und Rot für die Materie an sich steht“. Ich habe euch jetzt nicht ohne Grund diese beiden Bilder hingestellt… Ja genau, Blau, die Farbe des Denkens, des Männlichen und Geld, die Farbe des Weiblichen, des Empfindens... ja genau, die Kuh also die Weiblichkeit an sich… aber glücklich ist sie…

 


Franz Marc: Kater auf gelben Kissen, 1912, Öl auf Leinwand, Staatliche Galerie Moritzburg: Halle

 

Was mich aber heute verwirrte war ganz anderer Natur. Bei der Betrachtung von Marcs Kater auf gelben Kissen stellte ich fest, dass das Viech immer wieder unterschiedlich gezeigt wird. Es handelt sich um dasselbe Bild, aber anscheinend waren sich selbst Kunsthistoriker in ihren teueren Büchern nicht sicher wo oben und unten ist. Naja, man zitiert es wahrscheinlich immer wieder falsch, weil man eben nicht auf alles achtet. Es reicht aber um mich zu verwirren und zu beschäftigen. Ich überlegte also, ob ich es womöglich in der Ausstellung falsch gehängt gesehen habe.

 

 


Ich kann mich aber beruhigen, indem ich die Signatur ausfindig gemacht habe. Ich bin beruhigt, mein Empfinden vom Bild war doch richtig, obwohl ich zugebe, es könnte auch anders gemeint sein… aber nein.

 


Ja, das wollte ich mal los werden.

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Galahad schreibt am 08.11.2006 um 17:15 Uhr:Das "männliche " blaue Pferd sieht doch auch glücklich aus... und wenn an dem Gelben kein Euter dran wär, hätte ich ernste Probleme mit der Identifizierung ... ;-)

    Aber dafür wär ich nie auf die Idee gekommen, die Katze so wie in der 2. Version, also Kopf nach oben, aufzuhängen... das wäre ja gegen die Schwerkraft...
  2. AiHua schreibt am 08.11.2006 um 17:22 Uhr:genau... nicht, dass katzen nicht verquer liegen, aber irgendwie fehlt da dann unten die basis, ein Kissen welches es hält... es passt schon irgendwie von der Komposition nicht. Ach es passt eben einfach nicht. Sieht auch nicht so kuschelig aus.

    Aber Du musst zugeben, dass es bei der Kuh mehr ab geht...
  3. Galahad schreibt am 08.11.2006 um 17:35 Uhr:mehr abgeht - findest du? Kommt drauf an, ob die Kuh jetzt galoppiert oder flach liegt oder gerade den Kopf am Baumstamm reibt... reine Ansichtssache! ;-)
  4. AiHua schreibt am 08.11.2006 um 17:59 Uhr:Die gallopiert natürlich und springt muhend durch die Gegend, das ist aber mal sicher! Aber sowas von sicher!
  5. vonWegen schreibt am 09.11.2006 um 23:53 Uhr:Interessant auch, dass das Kätzchen auf einem weiblichen Kissen döst... oder geht das zu weit?
  6. AiHua schreibt am 10.11.2006 um 02:56 Uhr:Ja und nein... in etwa ist das alles ja nicht nur auf weiblich und männlich gepolt, sondern einfach eines der vielen Dualsysteme. Aber da Gelb ja auch für das Weiblichwarme, fröhliche steht, voller wohligem Gefühl, passt es wieder perfekt...

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