"Verzeih!"
Mal wieder nachts, mal wieder ein
guter Film. Ganz unvorbereitet beginnt er, ich sitze gerade am Rechner und
schreibe. Nach einem anstrengenden Satz schalte ich den Fernseher an. Das ist
bei mir so, wie bei meinem Bruder die Zigarette, oder M. der Kaffee, oder für
den Fanatiker die Cola. Ich schalte den Fernseher an und schaue. Und der Film
beginnt gerade. Mon Homme. Mein Mann. Ich erinnere mich an die Aufregung bei
der Berlinale. Es ist schon erstaunlich, dass Filme, die direkt sind und vor
allem Sex auf eine bestimmt Art zeigen immer schockieren, obwohl es sich immer
wieder wiederholt. Jedenfalls kann man bei diesem Film aber kaum sagen, dass es
sich um Pornographie handelt (auch schon des Öfteren auf so tollen
Filmfestivals vorgekommen). Auch wenn ich sagen muss, dass ich noch niemals so
schmutzige Hände an dem weiblichen Geschlecht gesehen habe, aber es ging da ja
nicht nur um Sex, sondern um die Liebe selbst.
zdf klassifiziert Bertrands Bliers Film als
Erotikkomödie, leider, denn das trifft so gut wie gar nichts an dem Film. Ja,
man kann auch lachen, ja, es geht auch um viel Sex, aber ich würde nicht sagen,
dass es darauf bei dem Film allein ankommt. Eigenartiger Weise kriegt im Text
das zdf halbwegs noch die Kurve, auch wenn nur dadurch, dass es die Welt
zitiert:
"Mein Mann" ist kein
Melodram, sondern eine kleine, doppelbödige Satire über das Leben mit seinen
Widersprüchen, auf das Verhältnis von Mann und Frau."
Wobei „doppelbödig“ anzeigt, dass
es auch etwas von einem Melodram hat, nicht wahr?
Aber der Film lebt auch von allen möglichen Schauspielern, wobei
nicht nur in den Hauprollen, sondern auch in den ganz kleinen...

