Voreinstimmung auf eine Ausstellung
Kantige Gesichter, volle Farbe, pathetische Gesten und alles
in der neu restaurierten Villa Stuck!
Ich freue mich auf die
schwelgerische Inszenierung der Ausstellung Offenbarung der Liebe
Simeon Solomon und die Präraffaeliten. Ganz privat habe ich eine Schwäche für diese Künstlergruppe.
Einzelne Tagebucheintragungen über Wombats und ähnliche Erinnerungen machen sie
so sympathisch. Als sie ihre Bilder malten, eine Gruppe wurden, da waren sie
fast noch Kinder. Und darum verzeihe ich auch viele ihrer Ansichten,
Vorstellungen und Gedanken. Sie waren bestimmt schwärmerisch, sie haben eine
Zeit über ihr Alter geprägt. Aber viel ist da jugendliche Unbesonnenheit. Wenn
man nur an die Deckenbemalung in Oxford denkt. Schön, aber technisch miserabel,
so dass sie schon nach ein paar Jahren anfing zu blättern.
Simeon Solomon prägte mit das die
Kunst des 19. Jhdt und schuf zudem mit an der homosexuellen Formsprache,
erklärt der Text auf der Seite der Villa Stuck. Schön, ich bin gespannt. Mal
sehen was jetzt besonders homosexuell ist. Einiges der Körper ist ja schon bei Michelangelo
zu finde, auch wenn die Präraffaeliten ja nicht viel mit ihm am Hut hatten. Die
kantigen, muskulösen Körper sind sich doch gar nicht so unähnlich, ähnlich wie
die pathetische „Überbewegung“ der Körper, man denke nur an die Sklaven…

