Was München einfach nicht bietet
Recklinghausen, Shakespeare und
Spaecy. Keine Ahnung wie das zusammen gekommen ist, aber ich würde gerade gerne
da sein und mir Spacey als King Richard ansehen. Drei Stunden mir völlig die Kante
mit Worten geben, oben schweben die deutschen Texte vorbei, vorne, langsam
getragenes Englisch, kaum Bewegung auf der Bühne. Wie hier beschrieben wird,
wechseln die Schauspieler in einer Szene höchstens „vom Stand- aufs Spielbein.“
Das nenn ich mir eine
abendfüllende Angelegenheit. Wenn ich es mir recht überlege, dann verwundert es
gar nicht mehr, dass sie drei Stunden Theater in Recklinghausen anbieten. Zu
Kultur muss man auch gezwungen werden, wenn es nichts anderes gibt, dann macht
man vielleicht auch so was. Eigentlich schade, dass die Schauspieler in Anzügen
erscheinen, projiziert in Ausschnitten auf riesige Leinwände, Strumpfhosen und
Knieplumphosen können unheimlich unterhaltsam sein, so für mindestens eine
Stunde.

