When it ain't gonna stop them anyway
Minimal Funk, genau das richtige
jetzt. Schwung, aber nicht mehr als notwendig. Dreckig gereinigte Klänge,
quitschiger, genau getimter Hüftschwung, keine obszönen Worte mehr, aber dafür
immer noch Stöhnen und Seufzen… wenn’s Gott so besser gefällt, mir soll’s recht
sein. Als ich in meinem Kühlschrank gucke sehe ich ein Bier in fast glücklicher
Leere liegen, ich muss an das Notfallbier einer Freundin denken. Diese studiert
Tiermedizin, damit befindet sie sich in ihrer Familie in guter Gesellschaft,
alles Mediziner, zwar Humanmediziner, aber die paar Unterschiede… Jedenfalls
ist ihr Studium durchzogen von Testaten, Prüfungen und anderem netten Stress.
In ihrem ersten Semester jedenfalls stand sie gerade total vor der Krise, sie
war am Ende, die Welt ging unter und sie sah zu. Was tut man als verzweifeltes
Mädchen? Ja, Papa anrufen. Papa ist romantischer Psychiater, aber manchmal ganz
praktisch veranlagt. Meine Freundin weint ins Telefon, ihr Vater sagt (das sind
Saarländer, die sprechen eine französische Grammatik in deutscher Sprache, so
was wie: „Ich habe kalt“, ist vollkommen normal!) „Ei gut (das sagen sie
wirklich andauernd), jetzt gehst du erstmal zum Kühlschrank und holst dir ein
Bier. Und dann setzt du dich hin und trinkst das in Ruhe und danach lernst du
noch ein bisschen.“
Meine Freundin verzweifelt noch
mehr. „ich habe kein Bier!“
„Kleines, du musst doch ein
Notfallbier haben! Na, da kann ich dir auch nicht mehr helfen, kauf dir gleich
nach der Prüfung am Montag Bier!“
Es war natürlich Sonntag. Seitdem
hat meine Freundin jedenfalls immer ein Bier im Kühlschrank. Ich frag mich, ob der
seinen Patienten den gleichen Rat gibt.
“If you don't
wanna get yours, then let me get mine
See, ain't gonna be no drama 'cause we have a good time
Bounce
Aww, shake that thing, c'mon
Ahh, bounce it baby
Aww, shake that thing c'mon
Good god”

