Lösch mir die Augen aus

28.05.2006 um 01:22 Uhr

ein schwarzer Faden könnte Gedanken verbinden

von: AiHua

Annegret Soltau arbeitet mit schwarzen Garn, welches sie sich in Performances beispielsweise um den Kopf gewickelt hatte, so dass sie sich selbst durchaus damit auch verletzte, davon wurden Fotos gemacht, die sie wiederum mit weiteren schwarzen Garn vernähte. Für diese Werkreihen ist sie jedenfalls bekannt. Für die zerrissenen Bildfragmente, die sie mit dem Faden zusammen näht. Körperempfinden, Werden, Vergänglichkeit und auch Familienbande verarbeitet sie. Beispielsweise thematisiert sie die Suche nach ihrem im Krieg verschollenen Vater…

Ich lese durchaus interessiert den Bericht, der anlässlich einer Ausstellung in Darmstadt geschrieben wurde, aber komme nicht von den Gedanken los, dass die Künstlerin nur ihren Vater sucht um ihn für diesen Namen mal ehrlich die Meinung zu sagen. Wer in Lüneburg geboren wurde, kennt bestimmt die „Stadt“ Soltau. Eine von diesen Städten am Ende der Welt.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Retransmission schreibt am 29.05.2006 um 01:10 Uhr:Soltau, oh Himmel, Kindheitstrauma ohne dass ich je dagewesen wäre. Eine entfernte, etwas spinnerte Tante wohnt dort. Eine der eher unerwünschten, aber leider nicht zu leugnenden Vernetzungen.

    Habe mir vorgenommen mal nach Darmstadt zu düsen und mir das Narbengewebe der A.S. anzusehen. Werde dann vielleicht nicht mit Worten, aber wenn erlaubt mit Bildern berichten. Hast mich neugierig gemacht, danke!

  2. AiHua schreibt am 29.05.2006 um 01:19 Uhr:Ich bin in Soltau geboren und habe da wirklich ganz schön lange gelebt.
  3. Retransmission schreibt am 29.05.2006 um 02:14 Uhr:Ay! Dann kann ich nur hoffen dass Du nie bei einer alten Frau in der Wohnung warst, wo die Teppiche und Möbel mit Plastikplanen abgedeckt waren (kenne das zum Glück nur aus Erzählungen). Das einzig tolle an dieser Vernetzung war der Käfer, den sie viele Jahre gefahren hat (also die Tante meine ich jetzt).

    Ansonsten weiß ich gar nichts über Deine Heimatstadt, da ist nur eine leise Verknüpfung mit süssem Brotaufstrich, mir fällt aber parout nicht ein, was das war! ...Und das A7 Schild.

    Die Gegend mochte ich immer....aus dem Rücksitzblickwinkel wenn wir gen Norden zum Rest der Familie gefahren sind. Meine Mam stammt aus der Nähe HH. Bin quasi ein halbes Nordlicht :-)
  4. AiHua schreibt am 29.05.2006 um 02:25 Uhr:Ich dachte das macht man in Amerika... das mit den Plastikplanen.



    Außerdem weiß ich jetzt nicht, ob wir einen besonderen Brotaufstrich haben. Die Heide ist bekannt für ihren Honig... Ansonsten gibt es Heidschnucken und was man so aus denen macht...
  5. Retransmission schreibt am 29.05.2006 um 15:14 Uhr:Diese Vernetzungen sind schlimm stelle ich fest. Habe da eine, die schlicht nicht stimmt, die mit dem Brotaufstrich war ein anderer Wohnort besagter Tante, ein paar Kilometer weiter nordöstlich: in Bad Schwartau.



    Kannte die Plastikplanen bisher eigentlich ausser aus den Erzählungen eher von Festivals, da machen sie in Form von Zelten bisweilen Sinn...


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