erzwungene Beschäftigung mit Nervensystemen
Ich saß einige Zeit auf dem
Balkon, wärmte meine Beine in der Sonne und trank einen Tee, der meine innere
Mitte stabilisieren soll, zudem schmeckt er gut. Als ich wieder rein kam,
konnte ich gerade meinen Salzstreuer daran hindern auf meine Kosten ein Buch
bei einem bekannten Internetanbieter zu bestellen. Nachdem ich alles stornierte
guckte ich mir den Titel an: Eric Kandel: Auf der Suche nach dem Gedächtnis.
Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes.
Hm, ob ich vielleicht dem Kleinen
diese Buch doch bestellen sollte? Aber es ist verdammt teuer! Ich las also
erstmal die Rezension von Karl Hafner.
Hört sich ja ganz interessant an,
schön wenn es etwas gibt, was Freud angerichtet/angestoßen hat, was nicht nur
schrecklich ist. Aber meinem kleinen Freund musste ich dann doch mitteilen,
dass dieses Buch nichts für ihn ist.
Kandel bietet keine Hilfe für
zerstreute Porzellangänse! Kandel verfolgt zwei Ziele, schreibt Hafner, „[z]um
einen erzählt er die Geschichte der äußerst erfolgreichen Wissenschaft des
Geistes der letzten fünfzig Jahre, zum anderen die seines eigenen Lebens und
seiner eigenen Forschung.

Aplysia (an die 30 cm lang und ein Pfund schwer)
Kandel geht in der Erforschung
des Geistes sehr reduktiv vor, er benutzt als Versuchstier eine Meeresschnecke,
eine gelehrige zwar, sogar sehr erstaunlich gelehrige, aber eben eine Schnecke.
Er verzettelt sich dadurch nicht, wie seine Forschungskollegen, die Säugetiere
benutzen um dem menschlichen Geist zu untersuchen, sein Nervensystem. Toll für
ihn, aber ob es einem porzelanenen Salzstreuer in Form einer Gans Hilfe bieten
kann? Ich wage es zu bezweifeln.
Der Kleine guckt mich an! Hm, ich
werde es in der StaBi ausleihen, wenn es dann angeschafft wurde. Ich schwöre
es.

