"it's in the water baby"
Während der eine oder andere
Wecker im Haus missvergnügt gegen die Wand geworfen wurde, warte ich darauf,
dass die Farbe trocknet und fische nach einen der herabgefallenen Pinsel. Nachdem
der Fanatiker auf der Couch eingeschlafen ist, hat er sich in das andere Zimmer
verzogen und ich setzte mich an eine ungeliebte Auftragsarbeit.
Geburtstagsgeschenke, die nicht nur mir gefallen müssen sind nicht immer leicht
zu erfüllen. Ich darf Bilder für ein Gästebadezimmer anfertigen... Großartig.
Noch bin ich nicht überzeugt,
dass ich was Passendes habe, was die Arbeit an den Details nicht erfreulicher
macht. Da müht man sich ab und ist sich noch nicht Mal sicher, dass das Ergebnis
das Geschenk wird, aber so langsam muss ich ran. Bald muss ich es mit der Post
aufgeben und hoffen.
Wobei es mir eigentlich egal sein
kann. Es handelt sich eh nur um meine Mutter, das ist die Frau, die mich
geboren hat. Diese Frau hat mich auch angerufen und hat mich nach meiner
Meinung gefragt, ob ich bestimmte Kleidungsstücke zu meinem Geburtstag haben
möchte. Als sie sie gesehen hatte, musste sie sofort an mich denken, sie waren
genau mein Stil (aha). Als ich leise anmerkte, dass es für mich nicht gerade
passend fände und anderes Kleidungsstück doch womöglich besser zu mir passen
würde erwiderte sie: „Nee, das passt nicht zu Dir, das andere ist genau dein
Stil, das finde ich viel schöner für dich.“
Ja dann.
Ich will ja jetzt nicht undankbar
sein, aber warum fragt mich diese Frau, an sich eine ganz Nette, immer um meine
Meinung, wenn diese Meinung sie sowieso nicht umstimmt? Und woher kennt diese
Frau meinen Stil so viel besser als ich, obwohl sie mich seit fünf Jahren
gerade zweimal pro Jahr sieht? (Das ist eine rhetorische Frage, ich will da gar
keine Antwort)
Ansonsten war übrigens letzte Woche
gar nicht so unerfolgreich, wenigstens
habe ich zwei Aufgaben recht gut bewältigt. Erstmal habe ich ein „Aufnahmegespräch“
erfolgreich für die Lange Nacht der
Museen (ich werde richtig viel Geld verdienen) hinter mich gebracht (das
Problem war das Telefon, ich hasse Telefone) und ich habe die ersten Bilder „abgeliefert“
für ein Opensource Spiel.
Ich darf also jetzt stolz
vermelden, dass irgendwann ein Spiel zu spielen ist, in dem Bilder von mir als
Vorlage dienen. Meine Bezahlung ist der Ruhm! Heißt so viel, dass mein Name da
irgendwo veröffentlicht wird... da fällt mir auf, ich sollte dem netten Herren
aus Australien vielleicht mal schreiben, dass ich nicht ausschließlich Ai Hua
heiße... Aber noch ist es schließlich in Mache und hört sich zudem viel
versprechend an.
So, meine Farbe ist trocken.

