noch ein Bild weniger
Nach der Goldenen Adele jetzt auch noch die Berliner Straßenszene von Kirchner, die restituiert, wobei es ja
anders als bei Adele durchhaus Zweifel
angebracht sind, ob diese Restitution nötig war. Aber hier geht es ja, wie Stefan
Kirschner in der Welt richtig feststellt, darum, „dass moralische und juristische
Aspekte verschmelzen“, so dass berechtigte Zweifel eben nicht so schwer wiegen.
Außer, dass ich interessant
finde, wie die Wertsteigerung von diesem Bild ausfällt, nämlich von 800 000
Euro 1980 auf schöne 14 Millionen Euro, finde ich es spannend, was kulturzeit berichtet.
Nämlich von der Mutmaßung, dass hinter den ganzen Restitutionsgeschichten die
Auktionshäuser stehen (was dann wiederum die Preissteigerung in manchen
Hinsicht erklärt). Ludwig von Pufendorf, Vorsitzender des Freundeskreises des
Brücke-Museums sagte im Interview mit kulturzeit: "Jeder weiß, dass der
größte Teil nicht von den Erben initiiert worden ist, sondern von den großen
Auktionshäusern. Gerade dann muss man besonders aufpassen, damit man nicht von
dem bösen Wort 'Shoah-Business' sprechen muss. Umso wichtiger ist es im
Einzelfall, dass man nicht gleich Genüge tut, nur weil er erhoben worden ist."
Sicher, eine Meinung, die
wenigstens nicht jetzt belegbar ist, aber nicht gerade abwegig.

