Lösch mir die Augen aus

30.08.2006 um 01:42 Uhr

"pain and suffering in various tempos"

von: AiHua

I’m not sure
What I’m looking for
I just know
That I’m harder to console
I don’t see who I’m trying to be
Instead of me
But the key
Is a question of control

Es ist erbärmlich. Ich mache mir zu viele Gedanken über das Wetter. Ich friere und kann gleichzeitig verdrängen. Großartig. Herrje, es ist so erbärmlich. Es ist mir erbärmlich kalt. Ich würde jetzt auch Marzipan essen, fast hätte ich mir einen Wintertee gemacht. Das spricht doch wohl Bände. Dabei sollte ich eindeutig meine Gedanken nicht darauf lenken, dass es in der Nacht nur fünf Grad warm ist und es morgen über Tag hier 14 Grad werden sollen. Nein, ich sollte richtig ich sein.

Just hang on
Suffer well
Sometimes it’s hard
It’s hard to tell

Eindeutig! Meistens ist es so schwer, weil zumindest ich nicht richtig weiß, wie und überhaupt. Es ist so schwer zu sagen und an sich ja auch unnötig, wenn man es wenigstens sich selbst klar machen kann. Und gleichzeitig arbeitet die Zeit gegen einen. Gwen Stefani würde irgendwas von „tic tock“ singen. An sich vergeht Zeit auch lautlos.

If I could just hide
The sinner inside
And keep him denied
How sweet life would be
If I could be free
From the sinner in me

So extrem würde ich das gar nicht sehen. Mit meinen größeren Sünden kann ich irgendwie leben, oder habe mich zumindest auf einen Waffenstillstand mit mir geeinigt. Aber diese kleinen Dinge, die auf einmal das Leben so schwer machen. Erbärmlich.

I wish I could take the pain for you
If God has a master plan
That only He understands
I hope it’s your eyes He’s seeing through

Das denke ich tatsächlich öfter beim Anblick von anderen Menschen. Und ich wünschte auch, dass ich die Welt mit anderen Augen sehen könnte. Ich wünschte nicht nur durch andere Augen zu sehen, sondern noch viel mehr zu sein.

Overflowing senses
Heightened awareness
I hear my blood flow
I feel its caress
Whispering cosmos
Talking right to me
Unlimited endless

Erinnerungen an solche Erlebnisse sind es schließlich, die es erträglich machen. Bei aller Erbärmlichkeit hat man schon Großes geatmet. Und es gibt Augenblicke, auch wenn man sie später belächelt, in denen es so viel Sinn macht. Und auch wenn man das meiste nicht versteht schlicht Teil davon ist.

Even the stars look brighter tonight
Nothing’s impossible
I still believe in love at first sight

Nothings impossible

Zuerst hört sich das sehr positiv an. Aber das ist es nicht nur. Wenn alles möglich ist, dann ist auch das Schrecklichste möglich. Es ist eben alles möglich, alles.
Mein Urgroßvater verbot seinem Sohn Romane zu lesen, die davon handelten, dass man auf den Mond reisen könnte. Es wäre einfach zu utopisch. Sein Sohn hat mir als alter Mann mit Euphorie erzählt, dass es eben doch möglich war (ich weiß es gibt da Mutmaßungen…). Es ist eben weitaus mehr möglich als man sich vorstellen kann, warum dann nicht auch das was ich mir vorstellen kann?

Just give me a reason some kind of sign
I’ll need a miracle to help me this time
Iheard what you said and I feel the same
I know in my heart that I’ll have to change

Und ich bin durchaus bereit an Wunder zu glauben. Ich bin schwer darin schwer zu überzeugen, darum brauche ich ja auch ein Wunder. Paradox? Ach was. Vielleicht erbärmlich aber sonst...

Oh you blind one
Gentle and kind one
Seeing the world as a loaded gun


Stay as you are the darkest star
Shining for me
Majestically[1]



[1] Depeche Mode: Auszüge von: playing the angel. Mute: venusnote 2005.

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