Kinokritiker

07.08.2004 um 17:18 Uhr

Owning Mahowny




tragikkomödie, kanada 2003
    original: owning mahowny
            regie
: richard kwietnowski
drehbuch
: maurice chauvet
                    cast:
phillip seymour hofmann
            minnie driver,
      john hurt,
                     maury chaykin, u.a.
 


Rien ne va plus
Es ist schon eine Frechheit , dass dieser Film der schon 2003 auf der Berlinale lief erst in einem Monat auf unsere Kinoleinwände trifft. Aber so viel sei gesagt: Das Warten hat sich gelohnt. Bei "Owning Mahowny" handelt es sich um das vielleicht beste und packenste psychologische Filmporträt eines Gamblers (ein Spielsüchtiger).



Dabei handelt es sich bei der Story um keine Fiktive Geschichte. 1982  begann der Vizepräsident der Kanadischen Bank Mitgliedskonten anzuzapfen, um seine anfänglich eher kleinen Schulden abzubezahlen. Alles endete damit, dass er schließlich 10 Millionen Dollar in seine eigene Tasche fließen ließ. Die ganze Affäre beschrieb ein junger kanadischer Journalist Gary Ross in seinem Buch, welches 20 Jahre später auch als Drehbuchvorlage zum Kinofilm diente. Es ist keine Schande , dass wir 20 Jahre auf einen Menschen warten mussten , der sich dem heikelen Stoff annimmt, denn das Resultat ist hier einmalig Eindrucksvoll.



Der Titelheld Mahowny (Ein Anagramm: How many ???) wurde für den Plot des Spielfilmes etwas degradiert und ist nur der Assistentschef eines Bankfillialleiters. EIn schlichter netter "Normalo" dem niemand seine tiefen persönlichen Probleme anmerkt. Mahowny führt nämlich ein Doppelleben. In seinem zweiten Leben hat er sich voll und ganz dem Spiel hingegeben. Er spielt. Er spielt um zu spielen. Er spielt nicht um zu gewinnen. Er spielt nicht um mit dem gewonnen Geld sein Leben wieder auf Forderman zu bringen oder seinen Job genegen einen besseren einzustauschen. Nein Er spielt weil ers spielen will. Mahowny verliert nicht nur.Ab und zu hat er wirkliche Glückssträhnen und gewinnt stattliche Summen."Er muss das Geld gewinnen , um es später zu verlieren." so einer der Besitzer des Casinos indem Mahowny sein Glück versucht. Das alles macht Mahowny um sich selber zu überzeugen, dass er weder am Rouletttisch noch im richtigen Leben einen Sieg verdient.



Mahownys exzessive Spielsucht lässt sogar seinen Buchmacher streiken. Er gibt ihm kein Geld mehr. "Thats no bussines..", stellt er kopfschüttelnt fest. Sonderbar, denn Buchmacher sind doch darauf aus , dass ihre Klienten immer mehr verlieren und somit bei ihnen immer tiefer in die Schuldenfalle tappen. Sogar der Kasinobesitzer, der als alter routinierter Fuchs mit sehr gemischten Gefühlen den Untergang seines besten Kunden beobachtet, zeigt wie sehr die Person Mahowny polarisiert und fasziniert. Übrigens ist es bisher vielleicht der einzige Kinfilm der Leuten wie Kasinobesitzern menschliche  Charktereigenschaften zuweist. Mahownys Freundin (Driver in einer sehr  schlimmen Perrücke)  observiert das Treiben ihres Freundes mit einer geradezu leichtfertigen Gedult aber als er sie dann in  Las Vegas alleine im Hotelzimmer sitzen lässt , reist ihr auch der Faden.



Wir haben hier einen einfachen, ruhigen und effektarmen Film der irgendwo im hinteren Mittelfeld sämtlicher Hollywoodproduktionen stehen würde, die so ein Thema behandeln würden. Es gibt hier keine emotionalen Fragen wie z.B. "Schafft es der Held eine so große Summe zu gewinnen , um seinem schlimmen Leben endlich lebewohl zu sagen?". Diese Fragen erübrigen sich, da man weiß das Mahowny einfach jedne Gewinn egals wie hoch er ist wieder setzen würde und damit wieder verlieren würde. Und man sieht auch ,dass die illegalen Bankgeschäfte irgendwann zum Vorschein kommen und ihm großen Ärger bringen. Es ist alles eine Frage der Zeit. Alles was dem Publikum bleibt sit also Mahownys 'untergang mitzuverfolgen, egal wie schmerzhaft er sein Sturz auf sein wird. Genau diese konstellation schafft es aus "Owning Mahowny" eine wirklich mitreisenden und vorallem sehr spannenden Film zu machen.

Bei die diser zugegeben One Man Show muss man dem Hauptdarsteller  Philip Seymour Hoffman ein wirklich sehr großes Lob aussprechen. Seine  Darstellung  des Mahownie ist so so perfekt , dass man  ihm den ruhigen schon fast unkomunikativen und psychisch immer weiter verfallenen Charakter ohne weiteres abkauft. Schon wie bei Monster, wo Charlize Theron eine grandiose One Woman Show abliefert, ist der Gang ins Kino schon allein wegen des Hauptdarstellers ein muss.



"Owning Mahowny"  ist ein  immer in sehr kaltem und steril wirkenden weißen Licht  gehalten , was die Atmosphäre eines FIlm-Noir erzeugen soll. Es ahdnelt sich aber viel mehr um eine Tragikkomödie, die die Scuht und  den seelischen Verfall eines Menschen auf fast schon schmerzhaft realistische Weise zeigt und darstellt. Ein sehr gutes Beispiel für einen Film , welcher mit einfachen Mitteln noch lange beim Publikum nachwirken wird.
 
Bewertung:

 
(9 von 10 Raben)

04.08.2004 um 16:26 Uhr

Spider-Man 2




action-drama, usa 2004
    original: Spider-Man 2
  regie
: sam raimi
drehbuch
: alvin sargent
           cast:
tobey maguire,
                kirsten dunst,
                alfred molina,
                       james franco, u.a.

Der Wandkrabbler kommt
DAs Rezept für ein Sequel ist bekannt. Mehr Geld ist gleich mehr Effekte , mehr Liebe udn noch mehr Effekte. Somit ist von vornherein klar, dass die meisten Fortsetzungen in einem filmischen Fiasko landen. Doch wie immer gibt es eine Ausnahme von der Regel. Und voi la Spider-Man 2 ist nicht nur das beste Filmsequel seit langem sondern auch die beste Comicverfilmung  der Filmgeschichte.


Das perfekte an diesem Film ist, dass man die Geschichte weiter erzählt ohne ein größeres bombastischeres Drumherum. Das Leben von Peter Parker und seinen Freunden steht im Vordergrund. Seit den angriffen des grünen Kobolds sind mittlerweile schon zwei Jahre vergangen. Peter studiert Naturwissenschaften und schlägt sich mit gelgenheites Jobs durch leben, doch durch seine Verpflichtung als Spiderman kommt er ständig zu spät und macht den Eindruck eines sehr müden Tennagers.Als seiner Tante schließlich noch eine Zwangsräumung bevorsteht , beschließt Peter Spider-Man ein Ende zu setzten und endlich sein Leben in den Griff zu kriegen. Mary Jane hat ihren Traum verwirklicht und spielt in einer sehr Erflogreichen Theateraufführung eine der Hauptrollen, außerdem hat sie einen Verlobt. Und Harry der hat die Fima seines Vatersübernommen und träumt vom großen Durchbruch mit dem Kernfusionsversuch von Professor Doctor Octopus. Dieser geht natürlich schief und "Doc Oc" terrorisiert die Stadt. Spider-Man muss zurück.


Und wieder haben wir einen Bösewichtder es baer diesmal nur sekundär auf Spider-Man abgesehen hat. Und das tut dem ganzen Film fürchterlich gut, denn im Mittelpunkt steht der junge Peter Parker der in einem riesigen Konflikt ist.  Normales Leben oder Superheldenalltag? Und hier kommt der Leitspruch des Films wieder zurück ins Spiel: "Aus großer Karft , folgt große Verantwortung." Tobey Maguire , dessen Einsatz im zweiten Teil wirklich fraglich war, wegen der Verletzungen, die er sich beim Dreh zu Seabiscuit zugezogen hatte, macht sich als der gespaltene Superheld einen hervoragenden Job.



Das Regisseur Raimi dies auch für seinen auf ein Massenpublikum ausgerichteten Film so umsetzt, ist ihm gar nicht hoch genug anzurechnen. Denn es wäre auch ein Leichtes gewesen mit dem zur Verfügung stehenden Geld ein oberflächliches, reines Actiongewitter abzuliefern, das ganz sicher auch genug Kohle wieder reingeholt hätte.
Doch eben das ist dieser Film nicht, sondern ein sehr gefühlvolles, manchmal bitteres und oft berührendes Drama von beizeiten fast shakespeareschen Ausmaßen. Und das soll jetzt bitte schön nicht heißen, dass es hier nichts fürs Auge gäbe: Über den extrem coolen Doctor Octopus haben wir ja schon gesprochen, aber auch sonst bekommt der Freund aufregender Verfolgungsjagden und kerniger Keilereien durchaus etwas geboten. Womit auch der einzige wirkliche Schwachpunkt des Vorgängers behoben wäre, sahen die dort vorgeführten Hüpfereien durch die Straßenschluchten New Yorks doch manchmal noch allzu sehr nach Videospieloptik aus. Hervorzuheben ist dabei die atemberaubende Sequenz in der Spider-Man versucht, mit geradezu übermenschlicher Anstrengung einen dahinrasenden Zug zu stoppen, eine Szene, die wie vielleicht keine Andere diesen Helden definiert, auch wenn man sich irgendwann die Frage stellt, ob der Gute mit der Wahrung seiner "Geheimidentität" nicht vielleicht etwas leichtfertig umgeht. Und deshalb darf auch ein "simpler" Superhelden-Film dann hier mal die Höchstwertung abstauben.

Wir haben hier ein sehr positives Beispiel von einem Mainstreammovie , welcher Lust auf mehr macht. Hier werden die Spinnefäden so überzeugend gut gesponnen , dass es fast schade ist, dass zum Ende noch einige Köder in Richtung dritter Teil ausgeworfen werden. Denn besser kann es eigentlich gar nicht mehr werden.

Bewertung:

(10 von 10 Raben)