House of Sand and Fog

drama, usa 2003
original: The House of Sand and Fog
regie: Vadim Perelman
drehbuch: Vadim Perelman,
Shawn Lawrence Otto
cast: Ben Kingsley,
Jennifer Connelly,
Shohreh Aghdashloo,
Ron Eldard u.a.
Einige Träume können nicht geteilt werden
Er arbeitet hart, Tag für Tag in der glühenden Sonne und auf dem heißen Asphalt, wie alle Anderen auch.Der Schweiss rennt ihm die Wangen herunter, wie allen Anderen auch. Und doch unterscheidet sich seine Gestalt von den Arbeitern.Alles was er tut wirkt stolz und so voller Kraft, dass man meinen könnte es handle sich um einen jungen Mann.Colonel Behrani (Ben Kinsley) ist aber schon über 40. Er hat einen Sohn und lebt mit ihm und seiner Frau in Amerika im Exil. Wenn wir den Iraner in seiner Uniform sehen, als er bei einer Hochzeit die Ansprache hält, erkennt man den Arbeiter nicht meh. Seine Augen funkeln wie Diamanten, wenn er von der Heimat erzählt.
Kathy (Jennifer Connely) hingegen hat ganz andere Probleme. Ihr Haus wird von der Bezirksverwaltung zwangsgeräumt und zur Versteigerung freigegeben. Verzweifelt und grundlos vor die Tür gesetzt ,findet sie trost bei dem lokalen Debuty Lester, der trotz Frau und Kindern, Kathys verletzter und hilfsbedürftiger Gestallt verfällt. Als Colonel Behrani Kathys Haus kauft, kommt es zur unvermeidlichen Konfrontation aller Charaktere,wobei die Ereignisse immer dramatischere Konturen annehmen.

Der Streit um Kathys Haus, steht im Mittelpunkt von "The House of Sand and Fog" und doch geht es hier mehr als nur um das Haus. Das Haus steht für die unerfüllten Träume und Hoffnungen der beiden Parteien.Für Kathy ist es der einzige Zufluchtsort den sie hat. Die Familie wohnt weit weg, und weiß nichts von ihrer mißlichen finanziellen Lage oder von der Trennung von ihrem Partner. Die Welt da draußen, die ihr so übel mitgespielt hat, vor der kann sich Kathy in ihrem Haus verstecken. Um so aufgeschmießener ist sie als sie es verliert.
Im Gegensatz dazu ist für Colonel Behrani und seine Familie das Haus ein Symbol für ihre Heimat, nach der sie sich so sehr sehnen. Es ist eine Erinnerung an jene gloreiche und vergangene Tage, an die sich Behrani immer voller Stolz zurückerinnert. Aber es ist dann doch viel mehr die Hoffnung der drei Einwanderer, sich in einer fremden Kultur einzuleben und von der noch ungewohnten und neuen Umwelt akzeptiert zuwerden. Ein Neuanfang also den sich wohl die meisten Immigranten wünschen.

Vadim Perelmans Hollywooddebüt funktioniert als knallharter
psychologischer Thriller, aber auch als gesellschaftskritisches Drama.
Perelman erstellt sein erstes Drehbuch auf der Grundlage des
gleichnamigen Romans von Andre Dubus III. , der weltweit von
Feullietonisten gefeiert wird. Als Perelman das Buch bei einem Flug von
Rom nach L.A. las verliebte er sich sofort in den Stoff (Es sei
angemerkt , dass auf eine ähnliche Weise Sam Ramini sich mit dem Stoff
zu American Beautity angefreundet hat).Selbst mit seiner Mutter aus
seiner Heimat Kiew nach Rom geflohen, musste Perelman oft sein zu Hause
wechseln und konnte sich auf Anhieb in die Hauptpersonen des Romanes
hineinversetzen. Als Ben Kinsley ihm zu sagte und auch Jeniffer Conelly
, nach ihrem Oscargewinn (für "A Beautiful Mind") ihre zuvor
gegebene Zusage einhielt, hatte Perelman seine beiden Idealbesetzungen
gefunden.

Und tatsächlich steht und fällt der Film mit seinen beiden Hauptdarstellern. Conelly beweist hier noch deutlicher als zuvor in "A Beautiful Mind" , dass sie eine außerordentlich begnadete Charakterdarstellrin ist, die es schafft auch ohne lange intelligente Dialoge zu glänzen. Es ist ihre Gestik und ihre Körpersprache die , die aufkommenden inneren Zweifel der Kathy so intensiv wirken lassen.Doch auch Conelly muss ihren Hut vor Altmeister Ben Kinsley ziehen, der durch die Bank durch von allen Kritikern zurecht das Lob ausgesprochen bekommt, seine beste Leistung seit Ghandi zu erbringen. Kinsley ist das Haus, groß, stur, mächtig und allgegenwärtig. Es ist ein wahrhaftiger Genuß und ein absolutes muss für jeden Kinofan Ben Kinsley in dieser Rolle zu sehen (vorallem in der Originalversion, denn sein antranierter iranischer Akzent ist mehr als nur glaubwürdig).

Nach den ganzen Superlativen fällt es oft schwer Kritikpunkte
anzubringen. Die gibt es aber und man sollte sie wirklich benennen. So
kommen einem angerissene Nebenhandlungen doch unnötig vor. Allen
voran ist da die Beziehung zwischen Lester und seiner Familie zu
nennen, die leider einige überflüssige Längen mit sich führt. Hier
hätte man getrost mehr Zeit aufwenden können, um die kontroversen
Charaktere näher zu durchleuchten. Denn einiges Handeln wird nicht so
recht erklärt und somit bleiben einige Fragen auch gegen Ende hin
offen. So ist der schnelle und unausgeführte Sinneswandel von Lester
mehr als unglaubhaft und hinterlässt einen leisen unerfreulichen
Beigeschmack, denn man hätte vermeiden können.

Doch man sollte sich von diesen Kritkpunkten wirklich nicht entmutigen.Perelsmans Debüt darf man als recht gut gelungen ansehen, auch im Hinblick darauf, dass es schon viel schlimmere Debüts gab, die Hollywood gerne vergessen würde. Es sei noch angemerkt, dass neben dem Duo Kinsley-Conelly , man durchaus ein Auge auf die Leistung der im Iran wohl bekanntesten Schauspielerin Shohreh Aghdashloo werfen kann. Dies taten die Mitglieder der Academy und beschenkten sie daraufhin mit einer Nomminierung als beste Nebendarstellerin.Somit ist "The House of Sand and Fog" exzellentes und hochklassiges Schauspielkino , dass seine 7€ Eintrittsgeld allemal wert ist.
Bewertung:
(8 von 10 Raben)
Er arbeitet hart, Tag für Tag in der glühenden Sonne und auf dem heißen Asphalt, wie alle Anderen auch.Der Schweiss rennt ihm die Wangen herunter, wie allen Anderen auch. Und doch unterscheidet sich seine Gestalt von den Arbeitern.Alles was er tut wirkt stolz und so voller Kraft, dass man meinen könnte es handle sich um einen jungen Mann.Colonel Behrani (Ben Kinsley) ist aber schon über 40. Er hat einen Sohn und lebt mit ihm und seiner Frau in Amerika im Exil. Wenn wir den Iraner in seiner Uniform sehen, als er bei einer Hochzeit die Ansprache hält, erkennt man den Arbeiter nicht meh. Seine Augen funkeln wie Diamanten, wenn er von der Heimat erzählt.
Kathy (Jennifer Connely) hingegen hat ganz andere Probleme. Ihr Haus wird von der Bezirksverwaltung zwangsgeräumt und zur Versteigerung freigegeben. Verzweifelt und grundlos vor die Tür gesetzt ,findet sie trost bei dem lokalen Debuty Lester, der trotz Frau und Kindern, Kathys verletzter und hilfsbedürftiger Gestallt verfällt. Als Colonel Behrani Kathys Haus kauft, kommt es zur unvermeidlichen Konfrontation aller Charaktere,wobei die Ereignisse immer dramatischere Konturen annehmen.

Der Streit um Kathys Haus, steht im Mittelpunkt von "The House of Sand and Fog" und doch geht es hier mehr als nur um das Haus. Das Haus steht für die unerfüllten Träume und Hoffnungen der beiden Parteien.Für Kathy ist es der einzige Zufluchtsort den sie hat. Die Familie wohnt weit weg, und weiß nichts von ihrer mißlichen finanziellen Lage oder von der Trennung von ihrem Partner. Die Welt da draußen, die ihr so übel mitgespielt hat, vor der kann sich Kathy in ihrem Haus verstecken. Um so aufgeschmießener ist sie als sie es verliert.
Im Gegensatz dazu ist für Colonel Behrani und seine Familie das Haus ein Symbol für ihre Heimat, nach der sie sich so sehr sehnen. Es ist eine Erinnerung an jene gloreiche und vergangene Tage, an die sich Behrani immer voller Stolz zurückerinnert. Aber es ist dann doch viel mehr die Hoffnung der drei Einwanderer, sich in einer fremden Kultur einzuleben und von der noch ungewohnten und neuen Umwelt akzeptiert zuwerden. Ein Neuanfang also den sich wohl die meisten Immigranten wünschen.


Und tatsächlich steht und fällt der Film mit seinen beiden Hauptdarstellern. Conelly beweist hier noch deutlicher als zuvor in "A Beautiful Mind" , dass sie eine außerordentlich begnadete Charakterdarstellrin ist, die es schafft auch ohne lange intelligente Dialoge zu glänzen. Es ist ihre Gestik und ihre Körpersprache die , die aufkommenden inneren Zweifel der Kathy so intensiv wirken lassen.Doch auch Conelly muss ihren Hut vor Altmeister Ben Kinsley ziehen, der durch die Bank durch von allen Kritikern zurecht das Lob ausgesprochen bekommt, seine beste Leistung seit Ghandi zu erbringen. Kinsley ist das Haus, groß, stur, mächtig und allgegenwärtig. Es ist ein wahrhaftiger Genuß und ein absolutes muss für jeden Kinofan Ben Kinsley in dieser Rolle zu sehen (vorallem in der Originalversion, denn sein antranierter iranischer Akzent ist mehr als nur glaubwürdig).


Doch man sollte sich von diesen Kritkpunkten wirklich nicht entmutigen.Perelsmans Debüt darf man als recht gut gelungen ansehen, auch im Hinblick darauf, dass es schon viel schlimmere Debüts gab, die Hollywood gerne vergessen würde. Es sei noch angemerkt, dass neben dem Duo Kinsley-Conelly , man durchaus ein Auge auf die Leistung der im Iran wohl bekanntesten Schauspielerin Shohreh Aghdashloo werfen kann. Dies taten die Mitglieder der Academy und beschenkten sie daraufhin mit einer Nomminierung als beste Nebendarstellerin.Somit ist "The House of Sand and Fog" exzellentes und hochklassiges Schauspielkino , dass seine 7€ Eintrittsgeld allemal wert ist.
Bewertung:
(8 von 10 Raben)
