Kinokritiker

28.02.2005 um 19:50 Uhr

Lange Nacht

Ja, die Oscars wurden verliehen und ich muss sagen, dass wir mit 18 von 24 richtig getippten Gewinnern unsere Leistung vom vorjahr getoppt haben. Ansosnten war die Verleihung eher unspektakulär und auch das über dreiste Angagement von Byonce, die so gut wie alle Oscarsongs singen durfte (man erhoffte mehr junge Zuschauer), sogar auf französisch , was total floppte und einfach nur grausam war. Chris Rock moderierte in bekannter Stefan Raab manier und zeigte , das Filmverständniss ganz normaler Kinogänger, was sich hauptsächlich auf "Alien vs. Predator" oder "White Chicks" belief. RObin Williams stahl allen die Show und ich hoffe wieterhin er wird irgendwann mal die Oscars moderieren und es wird die gößte One -Man-Stand-Up-Comedy-Show, der Geschichte.
Nun ja immerhin war dieses Jahr die Bekanntgabe der Sieger etwas spannender als zuvor. So entpuppte sich ,der kurz vor der Oscarverleihung hochgepuschte Eastwoodfilm "Million Dollar Baby" als Academyliebling und der wirklich schwache "Aviator" ging dann in den wirklich wichtigen KAtegorien unter (Auch unser Freund Marty der sich einfach mal von diesen schrecklichen DICAprio Filmen lösen muss um endlich zu gewinnen).Ich muss sagen, dass ich diese Nacht mit gemischten Gefühlen verbracht habe, zum einem war die Spannung etwas durch die seltsame neue Oscarregie etwas weggefallen, aber es haben dieses Jahr nun doch öfters die "Richtigen" gewonnen auch wenn ich mir natürlich viel mehr Preise für Sideways gewünscht hätte (naja es bleibt immer noch der beste Film. Schluss).

Hier die Gewinner:

BESTER FILM
"Million Dollar Baby"

BESTE REGIE
Clint Eastwood für "Million Dollar Baby"

BESTER HAUPTDARSTELLER
Jamie Foxx für "Ray"

BESTE HAUPTDARSTELLERIN
Hilary Swank für "Million Dollar Baby"

BESTER NEBENDARSTELLER
Morgan Freeman für "Million Dollar Baby"

BESTE NEBENDARSTELLERIN
Cate Blanchett für "Aviator"

BESTES ORIGINALDREHBUCH
Charlie Kaufman, Michel Gondry und Pierre Bismuth für "Vergiss mein nicht"

BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH
Alexander Payne und Jim Taylor für "Sideways"

BESTE KAMERA
The Aviator - Robert Richardson

BESTER SCHNITT
The Aviator - Thelma Schoonmaker

BESTE AUSSTATTUNG
The Aviator

BESTE KOSTÜME
The Aviator - Sandy Powell

BESTE MUSIK
Wenn Träume fliegen lernen - Jan A.P. Kaczmarek

BESTER ORIGINAL-SONG
Die Reise des jungen Che - "Al Otro Lado Del Río"

BESTE MASKE
Lemony Snicket: Rätselhafte Ereignisse

BESTER TON
Ray

BESTER TONSCHNITT
The Incredibles

BESTE VISUELLE EFFEKTE
Spider-Man 2

BESTER ANIMATIONSFILM
The Incredibles - Brad Bird

BESTER FREMDSPRACHIGER FILM
Mar adentro - Alejandro Amenábar (Spanien)

BESTE DOKUMENTATION
Born Into Brothels: Calcutta's Red Light Kids

BESTE KURZ-DOKUMENTATION
Mighty Times: The Children's March

BESTER ANIMIERTER KURZFILM
Ryan

BESTER KURZFILM
Wasp
 

27.02.2005 um 14:54 Uhr

Die Oscars 2005

Und es ist soweit die 77. Oscarverleihung wird heute Nacht in La stattfinden und alle frage sich wer wird der strahlende Sieger sein. Wird es wie erwartet "the Aviator" oder kann Clint Eastwood mit seinem Jokerkandidaten "Million Dollar Baby" einen kleinen Coup landen? Und ganz wichtig aus deutscher Sicht, wird das Hitler-Drama "der Untergang" einen Oscar für Deutschland einheimsen, oder wird es gegen das Brilliante spanische Drama "Mar adentro" untergehen?
Das alles und viel mehr stellte sich unserer kleine Jury schon wie im Vorjahr und wir sind stolz nach vielen Stunden lauten Streitgesprächen unsere Tipps und Favoriten zu präsentieren.
WObei rotmerkierte Namen , der eigentliche Favorit ist und blaumarkierte Namen sind die Filme Schauspieler etc., bei denen wir uns total uneinig waren und deshalb als alternativen Sieger miteingerechent haben. Also losgeht es:

ACTOR IN A LEADING ROLE
Don Cheadle - HOTEL RWANDA
Johnny Depp - FINDING NEVERLAND
Leonardo DiCaprio - THE AVIATOR 
Clint Eastwood - MILLION DOLLAR BABY
Jamie Foxx - RAY

(Anmerkung:  Leo ist natürlich auch heißer Anwärter, aber wir denken, man sollte diesmal wirklich die außergwöhnlichen Leistungen der beiden afroamerikanischen Schauspieler höher einschätzen)

ACTOR IN A SUPPORTING ROLE
Alan Alda - THE AVIATOR
Thomas Haden Church - SIDEWAYS
Jamie Foxx - COLLATERAL
Morgan Freeman - MILLION DOLLAR BABY
Clive Owen - CLOSER

(Anmerkung: Nur unter Protest nahm ich diese Wahl an, denn eigentlich verdient es nur Thomas Haden Church , wie sowieso nur "Sideways" alles gewinnen sollte)

ACTRESS IN A LEADING ROLE
Annette Bening - BEING JULIA
Catalina Sandino Moreno - MARIA FULL OF GRACE
Imelda Staunton - VERA DRAKE
Hilary Swank - MILLION DOLLAR BABY
Kate Winslet - ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND

ACTRESS IN A SUPPORTING ROLE
Cate Blanchett - THE AVIATOR
Laura Linney - KINSEY
Virginia Madsen - SIDEWAYS
Sophie Okonedo - HOTEL RWANDA
Natalie Portman - CLOSER

(Anmerkung: Hier war es besonders schwer , denn eigentlich müsste ja Virgina Madsen für Sideways gewinnen, aber das Thema hatten wir schon, doch ich wünsche ganz besonders meinem All-Time-Favorite NAtalie Portman, aber ich wurde überstimmt. => Banausen)

ANIMATED FEATURE FILM
THE INCREDIBLES
SHARK TALE
SHREK 2

ART DIRECTION
THE AVIATOR
FINDING NEVERLAND
LEMONY SNICKET'S A SERIES OF UNFORTUNATE EVENTS
THE PHANTOM OF THE OPERA
A VERY LONG ENGAGEMENT

CINEMATOGRAPHY
THE AVIATOR
HOUSE OF FLYING DAGGERS
THE PASSION OF THE CHRIST
THE PHANTOM OF THE OPERA
A VERY LONG ENGAGEMENT

COSTUME DESIGN
THE AVIATOR
FINDING NEVERLAND
LEMONY SNICKET'S A SERIES OF UNFORTUNATE EVENTS
RAY
TROY

DIRECTING
THE AVIATOR
MILLION DOLLAR BABY
RAY
SIDEWAYS
VERA DRAKE

(Anmerkung: Wenn Martin Scorsese gewinnen sollte dann nur aus mitleid weil er noch nie gewonnen hat. Und wenn Eastwood gewinnt, dann weil er sehr beliebt ist und weil er allein durch diesen rafinierten Spielzug "Million Dollar Baby" erst kurz vor Weihnachten loszulassen schon einen Preis verdienen würde. Aber eigentlich verdient ihn nur Alex Payne für Sideways, aber wenn der Film die aufschrift "Komödie" trägt hat man es schwer... bei der Academy)

DOCUMENTARY FEATURE
BORN INTO BROTHELS
THE STORY OF THE WEEPING CAMEL
SUPER SIZE ME
TUPAC: RESURRECTION
TWIST OF FAITH

(Anmerkung: The Story of the Weeping Camel, ist das Abschlussprodukt zweier deutscher Filmstudenten, also hier könnte es einen Oscar in einer immer unterschätzten Kategorie geben, doch gegen Spurlocks gewichtigen Film wird , wohl auch hier dem Camel nur das weinen bleiben)

DOCUMENTARY SHORT SUBJECT
AUTISM IS A WORLD
THE CHILDREN OF LENINGRADSKY
HARDWOOD
MIGHTY TIMES: THE CHILDREN'S MARCH
SISTER ROSE'S PASSION

FILM EDITING
THE AVIATOR
COLLATERAL
FINDING NEVERLAND
MILLION DOLLAR BABY
RAY

FOREIGN LANGUAGE FILM
AS IT IS IN HEAVEN
THE CHORUS
DOWNFALL
THE SEA INSIDE
YESTERDAY

MAKEUP
LEMONY SNICKET'S A SERIES OF UNFORTUNATE EVENTS
THE PASSION OF THE CHRIST
THE SEA INSIDE

MUSIC (SCORE)
FINDING NEVERLAND
HARRY POTTER AND THE PRISONER OF AZKABAN
LEMONY SNICKET'S A SERIES OF UNFORTUNATE EVENTS
THE PASSION OF THE CHRIST
THE VILLAGE

MUSIC (SONG)
"Accidentally In Love" - SHREK 2
"Al Otro Lado Del Río" - THE MOTORCYCLE DIARIES
"Believe" - THE POLAR EXPRESS
"Learn To Be Lonely" - THE PHANTOM OF THE OPERA
"Look To Your Path (Vois Sur Ton Chemin)" - THE CHORUS

SHORT FILM (ANIMATED)
BIRTHDAY BOY
GOPHER BROKE
GUARD DOG
LORENZO
RYAN

SHORT FILM (LIVE ACTION)
EVERYTHING IN THIS COUNTRY MUST
LITTLE TERRORIST
7:35 IN THE MORNING
TWO CARS, ONE NIGHT
WASP

SOUND EDITING
THE INCREDIBLES
THE POLAR EXPRESS
SPIDER-MAN 2

SOUND MIXING
THE AVIATOR
THE INCREDIBLES
THE POLAR EXPRESS
RAY
SPIDER-MAN 2

VISUAL EFFECTS
HARRY POTTER AND THE PRISONER OF AZKABAN
I, ROBOT
SPIDER-MAN 2

WRITING (ADAPTED SCREENPLAY)
BEFORE SUNSET
FINDING NEVERLAND
MILLION DOLLAR BABY
THE MOTORCYCLE DIARIES
SIDEWAYS

WRITING (ORIGINAL SCREENPLAY)
THE AVIATOR
ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND
HOTEL RWANDA
THE INCREDIBLES
VERA DRAKE

BEST PICTURE
THE AVIATOR
FINDING NEVERLAND
MILLION DOLLAR BABY
RAY
SIDEWAYS

(Anmerkung: Es wird "leider" the aviator gewinnen, denn Sideways hat keine Chance , was wiederum total gemein und unfair ist! ABer die Liebhaber des Zockens können auf ALtmeister Eastwood hoffen , denn mit seinem Boxersrama könnte hier ein kleiner-großer Außenseiter entstanden sein, der dem mächtig schweren Hughes Epos gefährlich werden könnte.)

Jetzt kann es heißen => And the Oscar goes to ...

27.02.2005 um 12:47 Uhr

And the loser is ....

Einen Tag vor der offiziellen Oscarverleihung, werden wie gewohnt, die  goldenen Himbeeren verteilt.Der für den schlechtesten Film ist schon Kult und obwohl, noch ein "Gewinner" seinen Preis abgeholt hat, wird der Verleihung ein großer Stellenwert beigemessen.

Die 25. Goldenen Himbeeren

Kategorie Gewinner Schlechtester Film Catwoman
(Warner Bros.)

Schlechtester Schauspieler in einer Hauptrolle George W. Bush (Fahrenheit 9/11)

Schlechteste Schauspielerin in einer Hauptrolle Halle Berry (Catwoman)

Schlechtester Nebendarsteller Donald Rumsfeld
(Fahrenheit 9/11)

Schlechteste Nebendarstellerin Britney Spears
(Fahrenheit 9/11)

Schlechtestes Filmpaar George W. Bush und Condoleeza Rice (Fahrenheit 9/11)

Schlechteste Neuverfilmung Scooby Doo 2: Monsters Unleashed
(Warner Bros.)

Schlechtester Regisseur "Pitof"
(Catwoman)

Schlechtestes Drehbuch Catwoman
(geschrieben von Theresa Rebeck, John Brancato, Michael Ferris und John Rogers )

20.02.2005 um 14:27 Uhr

Überraschung


Die Preise wurden vergeben und natürlich war diesmal, das Urteil der Jury mehr als überraschend, wer gewonnen hat seht ihr hier. das wars von meiner ersten Berlinale nächstes Jahr bin aufjedenfall wieder am Start. Bis dahin haben wir noch die Oscarverleihung vor uns also bis gleich.

Preise der Internationalen Jury


Internationale Jury 2005
Die Mitglieder der Internationalen Jury,
 
Roland Emmerich (Jurypräsident, Deutschland)
Ingeborga Dapkunaite (Litauen)
Bai Ling (China)
Franka Potente (Deutschland)
Wouter Barendrecht (Niederlande)
Nino Cerruti (Italien)
Andrei Kurkov (Ukraine),
 
vergeben die folgenden Preise für lange Filme im Wettbewerb:
Goldener Bär 
 
U-CARMEN eKHAYELITSHA 
von Mark Dornford-May
Pauline Malefane, Mark Dornford-May, U-Carmen eKhayelitsha
Großer Preis der Jury - Silberner Bär 
 
KONG QUE | Der Pfau 
von Gu Changwei
Gu Changwei, Kong que
Silberner Bär für die beste Regie 
 
Marc Rothemund 
für seinen Film
SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE 
Marc Rothemund, Sophie Scholl - Die letzten Tage
Silberner Bär für die beste Darstellerin 
 
Julia Jentsch 
für ihre Rolle in dem Film
SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE 
von Marc Rothemund
Julia Jentsch, Sophie Scholl - Die letzten Tage
Silberner Bär für den besten Darsteller  Lou Taylor Pucci 
für seine Rolle in dem Film
THUMBSUCKER 
von Mike Mills
Lou Taylor Pucci, Thumbsucker
Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Leistung 
 
Tsai Ming Liang 
für das Drehbuch zu seinem Film
TIAN BIAN YI DUO YUN | The Wayward Cloud 
Tsai Ming Liang, Tian bian yi duo yun
Silberner Bär für die beste Filmmusik 
 
Alexandre Desplat 
für die Musik zum Film
DE BATTRE MON CŒUR S’EST ARRETE | Der Schlag, der mein Herz verspielte 
von Jacques Audiard
Alexandre Desplat, De battre mon coeur s'est arrêté
Der AGICOA-Preis Der Blaue Engel, mit 25.000 Euro der am höchsten dotierte Preis, für den besten europäischen Film, geht an
 
PARADISE NOW 
von Hany Abu-Assad
Hany Abu-Assad, Paradise Now
Der Alfred-Bauer-Preis, in Erinnerung an den Gründer des Festivals, geht an einen Film, "der neue Perspektiven der Filmkunst" eröffnet:
 
TIAN BIAN YI DUO YUN | The Wayward Cloud 
von Tsai Ming Liang
Tsai Ming Liang, Tian bian yi duo yun


Quelle: berlianle.de

19.02.2005 um 12:47 Uhr

Berlinale- "DAS FINALE"




Jetzt fangen gerade die großen Aufräumarbeiten am Potsdamer Platz an. Staubsauger und riesiege Föhne behandeln den roten Teppich, der durch das Berliner Wetter ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Ich sitze hier im berliner Sony Center vor dem Cinestar und warte auf den Einlass zu dem vorletzten Film den ich mir ansehen werde. Das W-LAN-Netz ist hier wirklichziemlichs tabil und ich hoffe , dass bleibt es auch während ich schreibe.
Aufregend, anstrengend war die erste Berlinale. Ich hatte viel Spaß habe viele Menschen kennegelernt und auch ein Stars gesehen, all das halt was man sich von einem Filmfestival erhofft. Highlight war das Gesptäch mit dem Regiesseur Ira Sachs, der den Sundancegewinnerfilm "Fourty Shades of Blue" gedreht hat und bei der Europapremiere anwesend war und eine wohl unvergessliche Erfahrung wird die zugegebenermaßen viel zu kruze Begegnung mit dem Nobelpreisträger Imre Kertesz, der Mann ist Jahrgeng 1929 und Präsentierte die Verfilmung seines Romanes "Roman eines Schicksalslosen".

Nun komme ich zu meiner Bewertung der Wettbewerbsfilme, denn die Publikumsjury der "Verliner Morgenpost" hat sich heute schon entschieden und gab ihren Preis "Paradise Now" und dem will ich nicht anchsetehen.Also los gehts:

Beste Regie:

Platz 3: Gu Changwei für "Peacock"

 

Platz 2:  Alexandr Sukorov für "Slonze"



GEWINNER: Lajos Koltai für "Fateless"



Bester Hauptdarsteller:

3.Platz: Marcell Nagy für Fateless
2.Platz: Michel Boquet für "Le promeneur de champs"

GEWINNER: Issey Ogata für "Slonze"

Beste Hauptdarstellerin:

3.Platz: Julia Hummer für Gespenster
2.Platz: Kang Sheng Lee für The Wayward Cloud

GEWINNER: Julia Jentsch für Sophie Scholl

Silberner Bär:

3.Platz: "Thumbsucker" von Mike Mills



2.Platz:"The Wayward Cloud" von Tsai Ming-Liang



GEWINNER: "Anklaget" von Jacob Thuesen



Goldene Bär:

3.Platz: "Fateless" von Lajos Koltai



2.Platz: "Sometimes in April" von Raoul Peck



GEWINNER: "Paradise Now" von Hany Abu-Assad



Die Wahl sicherlich keine Überraschung aber mein Bär geht an "Paradise Now" , um einfach auf einen Film aufmerksam zu machen, der die Thematik des Nah-Ostkonflikts nicht von der politischen Seite aufwickelt sondern von der viel wichtigeren menschlichen.

Ich meld mich nach der Verleihung der richtigen Preise wieder.

cya

P.S alle Bilder von tagespiegel.de

18.02.2005 um 22:59 Uhr

Berlinaletagebuch: 8.Tag




Jetzt kommen sie die letzten Wettbewerbsfilme der 55.Berlinale. Dabei Dänemark vs. China, ein Duell was sich durchaus als Fußball WM-Spiel eignen könnte, also hier das Ergebnis des aktuellen Spieltages.

Kong Que
Ich weiß zwar woran dies liegt, aber für mich haben schon seit längerer Zeit asiatische Filme einen weitaus größeren Reiz als die anderen. Es mag vielleicht daran liegen, dass dort auch die einfachsten Geschichten gemischt mit der, uns doch noch ziemlich fremden Kultur, einen völlig neuen Blick auf die Dinge werfen lässt.  Träume , Hoffnungen und Fehlschläge von drei Geschwistern stehen im Mittelpunkt des Regiedebüts von Kameramann Gu Changwei ("Lebewohl meine schöne Koncubine").Dabei spielt die Handlung am Ende der Kulturrevolution in den Siebzigern und gewährt neben den teils tragischen Schicksalen der Hauptcharacktere einen tiefen Einblick in das China dieser Zeit.Eine wirklich anrührige Geschichte mit der Moral, dass oft die größten Begabten und Talentierten in dieser Welt am schwersten haben und teilweise auch an ihren Fähigkeitenund Vorstellungen zerbrechen.

Siegchancen? EIn herrlicher Film und er verdient eine Bären. Für was? Das überlasse ich der Jury , denn das ist deren Job.

Angeklagt
WOW! Von unserem kleinen nördlichen Nachbern kommt für mich der überraschendste Film im Wettbewerb. Überraschend in der Hinsicht, dass er sowohl durch seine puritanische Ausstattung (Es ist kein Dogmafilm!) und tolle Schauspieler eine  Atmosphäre erzeugt, die diese überaus geniale Story perfekt in Szene setzt. Und es ist hier ganz klar , dass  beste Drehbuch imk Wettbewerb, auch wenn es dafür keinen Bären gibt. Das junge Mädchen Stine zieht sich immer mehr zurück. Im Gespräch mit einem Psychologen beschuldigt sie ihren Vater der Vergewaltigung. Es beginnt ein Prozess , bei dem der Vater nur seine Frau an seiner Seite hat. Er wird schließlich freigesprochen, nachdem Urteil treffen sie sich zu einem klärenden Gespräch mit Stine und hier zu einer überraschender Wendung.
Jacob Thuesens Regeidebüt, spielt mit dem Publikum. Er zwingt die Zuschauer permanent dazu, Stellung zu beziehen. Wie die Figuren auch, wird man gezwungen, die Indizien abzuwägen gegen das eigene Misstrauen. Man lernt, wie leicht man Dinge für wahr hält, die man glauben möchte.


Siegeschacen? Der Film hat großes Potenzial und sollte er in die Kinos kommen, was ich wirklich stark hoffe ist er absolutes Pflichtprogramm für jeden atmenden Cineasten. Am liebsten würde ich ihm einen ganzen Bärenkäfig geben.


18.02.2005 um 22:20 Uhr

Berlinaletagebuch: 7.Tag





Solnze
Gestern lief dann der russische Beitrag im Wettbewerb an. Aleksandr Sokurov zeigt die letzten Tage des gottgleichen japanischen Kaisers Hirohito , der kurz vor der Kapitulation steht. Mit der Kapitulation Japans wurde der Zweite Weltkrieg beendet. Doch um die Politik geht es hier nur im Hintergrund. Eine sehr merkwürdige Einstellung im FIlm: Kaiser Hirohito steht vor einer Tür und mustert die Türklinke mit einer so außgeprägten Aufmerksamkeit, dass man meinen könnte er sieht so ein Ding zum ersten mal. Irgendwie stimmt es auch. Ein gottgleicher Kaiser darf und muss keine Türen öffne, es gibt Leute die das machen. Und es ist witzig, denn Hirohito weiß wirklich nicht wie man die Tür öffnet. Er hat angst und hilflos. 5 Filme über 5 Diktatoren, will Sokurov drehen. Doch seine bisherigen Filme unterscheiden von Solnze. So wird es im Film nie richtig hell, dass einem die Augen nach einiger Zeit wehtun. Außerdem im hintergrund beunruhigendes getrommel oder andere unidentifizierbare Geräusche, doch was sie genau sind wissen wir nicht. Es ist ein interessanter Film über Einsamkeit, Isolation und Vereinsamung. EIn Film, dem man sich voll und ganz hingeben muss, um sich auf eine fazinierende Reise in die Abgründe der menschlichen Seele zu begeben.

Siegeschancen? Ich könnt emir gut vorstellen , dass Sokurov eine  Regiebären bekommt. Sollte der FIlm einen bekommen ,wäre dies eine riesige Überraschung.

Sometimes in April
Wieder ein Film zum Themengebiet Afrika und wieder ein Film der sich mit dem Massenmord der Hutu an den Tutsi außernandersetzt.Ein Mann besucht seinen Bruder im Gefängnis, der während des Genozids in Ruanda zu Gewalt gegen die Tutsi-Minderheit aufgerufen hatte. Er selbst hatte damals als Soldat das Morden verweigert."Sometimes in April" durchleuchtet neben der Brüdergeschichte die Zeit während des Massengenozids und er macht es in dem er auf das Emotionspedal drückt. Ein handwerklich einwandfreier Film, der mich jedoch weit weniger berührt hat als der sensationelle und nochmals für alle herzlich empfolene Hotel Rwanda.

Siegeschancen? Da Hotel Rwanda nicht im Wettbewerb läuft , hat der Film ziemlich große Chancen auf einen Bären (egal ob Silber oder Gold).

De battre mon cœur s’est arrêté
Ein Mann erzählt überstürzt und heftig einem Freund von seinem Vater: vom Hass auf dessen lebenslanges Kindischbleiben und dann, unvermittelt, von der Trauer doch über seinen Tod. Der mittlerweile 100 französische Beitrag (oh mein Gott ist das die Berlinale oder ist das schon Cannes?) überzeugt weder durch Schauspieler, Ideen noch durch sonst irgendeine filmische Handwerkskunst. Er passt, wie erstaunlich viele Filme im Wettbewerb, in die Kategorie:Gesehen und vergessen.

Siegeschancen? Ich seh einfach keine und hoffe , dass sich die Jury meinem Urteil anschließt.

17.02.2005 um 15:28 Uhr

Berlinaletagebuch: 7.Tag





Der Mittwoch war ganz klar von Hollywoodschaulaufen geprägt, denn Wes Anderson präsentirete seinen Film "The Life Aquatic" mit Stars wie Bill Murray, Cate Blanchett und  Angelica Juston.Weiter gab es den chinesischen und wieder einen französischen (LOL) Beitrag zu betrachten.AUßerdem erfüllt Dieter Kosslik seine Versprechen, bei der Berlinale wird es um SEX, Fußball und Politik gehen, jedenfalls für das erste stimmt es voll und ganz.

Les mots bleu
Die sechsjährige Anna weigert sich zu sprechen, ihre Mutter Clara hat hingegen nie das Lesen und Schreiben gelernt: Die beiden leben weitestgehend in Isolation. Als Anna in eine Taubstummenschule kommt, begegnen sie dem Lehrer Vincent, der Tochter und Mutter langsam ins Leben zurückführt.
Langsam erzähltes Emotinskino ohne Tiefe und Substanz. Prädikat: Stinklangweilig!!!

Siegchancen? sehr gering

The Life Aquatic with Steve Zissou
Nachdem er bei einer Haiattacke seinen Tauchpartner verloren hat, beginnt der Unterwasserfilmer Steve Zissou (Bill Murray) mit seinem Forschungsschiff eine Strafexpedition gegen den Fisch. Bizarre Komödie mit Starensemble und allerlei erfundenen Tieren von Regisseur Wes Anderson ("The Royal Tenenbaums").
Obwohl mit Starbesetzung hat diese Komödie so wenig Tiefgang wie ihre Hauptfigur. Stinklnagweilige Gags ohne gelungene Pointen. Was soll dieser Film überhaupt im Wettbewerb? Antwort => Glamourfaktor

Siegchancen? 0,0000000000 .... 0000

Tian bian yi duo yun
Zwischen dem Uhrenverkäufer Hsiao-Kang und der jungen Schiang-chyi entwickelt sich eine heftige Romanze. Allerdings weiß Schiang-chyi nicht, dass Hsiao-kang neuerdings dem Beruf des Porno-Darstellers nachgeht. Musicalszenen und expliziter Sex wechseln sich ab.
Eines vorweg, ich habe vorher noch nie einen asiatischen Porno (das sei jetzt mal dahingestellt) bzw. ein asiatisches Musikal gesehen. Und jetzt bekam ich beides aufeinmal. Obwohl der FIlm total trashig daherkommt , mit wenig Dialog und dafür ausgeprägteren Sexszenen, kann man das Gefühl nicht loswerden der Regiesseur einen will verarschen und das dachten auch sicherlich einige aus dem Publikum , die vorzeitig den Saal verließen (besser für mich => mehr Platz).Interessante Sextechniken sind wohl eher nichts für das gehobene Berlinale Publikum, außerdem benahmen sich die Menschen, als ob sie das erste mal Sex gesehen hätten.
Was kann man aus diesem Film mitnehmen? Habe immer eine Melone zu hause und Frauen sollten Flaschen ohne Deckel benutzen (beide Insiderwitze). Witziger, absurder und skuriller Trasch aus China , mehr ist hier nicht rauszusehen.

Siegerchance? Vielleicht bei bekommt er ja die goldene Venus aber sicher nicht den goldenen Bären.

16.02.2005 um 20:54 Uhr

Berlinaletagebuch: 6.Tag





The hidden blade
Als Fan des japanischen (und überhaupt des asiatischen) Kinos erwartete ich mit Spannung den japanischen Beitrag im Wettbewerb, voller Hoffnung , dass sich wenigstens dieser Film von den schlechten Wettbewerbsfilmen absetzt.Ich muss aber sagen, dass ich durchaus mit gemischten Gefühlen aus dem Kino gegangen bin. In the hidden Blade erzählt Yoshij Yamada (Oscar-Nominierung für "twilight samurai"), die Geschichte eines Samurais in der Zeit des Umbruchs anfang des 19 Jahrhunderts.Er sieht sich mit der neuen westlichen Technik konfrontiert und verfängt sich in Zweifeln über seinen Stand, seine Kultur und seine Identität. Nicht zu letzt verleitet ihn die Liebe zu einer Frau niedrigeren Standes zum Überdenken seines bisherigen Lebens.
Der Film erzählt diese Geschichte in langsamen Bildern und gefühlvoller Hintergrundmusik. Zu den Highlights gehören die Szenen in denen sich die die altgesottenen Samurai mit den neuen Schießwaffen ausernandersetzen, was unweigerlich zu vielen Lachern führt. Doch zu recht muss man bemängeln, dass viele Leute keinen Zutritt bzw. keine Zuneigung zum Bollywood-Kino haben und dass sich das Publikum für diese Art von Geschichte nicht interessiert.

Siegerchancen? Eigentlich keine , da der Film (wie viele andere auch) im Wettbewerb eher deplaziert ist.

Gespenster
Françoise (Marianne Basler) hat vor 15 Jahren ihr Kind verloren. Das damals dreijährige Mädchen wurde vor einem Berliner Supermarkt entführt und ist seitdem verschwunden. Jedes Jahr fährt die Pariserin nach Berlin, um nach Marie zu suchen.
Christian Petzolds neues Werk Gespenster ist der Nachfolger von "Wolfsburg".
Hier haben wir  wieder einen "Depri-Film", jedoch unterscheidet sich das ganze vom italienischen Beitrag gewaltig. Petzold versucht eindriglich mit geradezu poetischen Erzählsinn eine Geschichte zusammenzufassen, die  im Endeffekt auf nichts hinausläuft. Man sieht Menschen die den Tiergarten durchqueren.ISt man böse kann man sagen:"mehr ist da nicht".
Wahrscheinlich ist da auch mehr, nur schafft es Petzold nicht es rüberzubringen. Es gelingt dem Film nicht den
Blick auf die durch den Verlust des Kindes zerstörte Mutter und die in ihrer Stärke so hilflosen Mädchen zu schärfen.

Siegerchancen? Auch wenn er vermeitlich der beste deutsche Beitrag im Wettbewerb ist, sehe ich keine großen Chancen auf den Sieg.

Fateless
Un wieder einmal gibt es erfreuliches aus dem Wettbewerb zu berichten. Der nachnominierte ungarische Beitrag Fateless vom zweifachen Oscarnomminierten Kameramann
Lajos Koltai (Malena und Mephisto) , ist ein wirklich großes Stück ungarisches Kino mit einem grandiosen sehr jungen Hauptdarsteller und dem, ich weiß es hört sich verwunderlich an, besten Filmschnitt seit Jahren.Der Reihe nach:
Die Romanvorlage zu dem Film Fateless , nämlich der "Roman eines Schicksalslosen", bescherte dem Autor
Imre Kertesz nicht nur Weltruhm sondern auch den Literaturnobelpreis.
Bei Fateless handelt es sich also um einen Holocaust-Film, der so grandios in Szene gesetzt ist, dass ich jetzt an dieser Stelle schon mal einen sehr gewagte Prognose abgeben werde: Der Film könnte 2006 einen Oscar in der Kategorie bester fremdsprachiger FIlm holen und das zurecht.Wir sehen das Schicksal der ungarischen Juden im Zweiten Weltkrieg, dass besondere daran ist dennoch, dass es sich beim Hauptdarsteller um einen 14-jährigen Jungen handelt, der durch die "Vororte der Hölle" (gemeint sind die Konzentrationslager Auschwitz, Birkenau etc.) geschicht wird. Dabei erschüttert die Zuschauer die Verwahrlosung des Jungen
Gyurka , der ursprünglich mit langer Mähne immer mehr zum Spiegelbild seiner selbst wird.
Natürlich reiht sich der Film nahtlos ind die Reihe bekannter Holocaust-Filme ein wie "Schindlers Liste","Das Leben ist schön" und "Der Pianist". Und er zeigt deshalb auch nicht wirklich neues, doch man sollte sich die Frage stellen, muss er das überhaupt? Nein, muss er nicht, denn jedes am zweiten Weltkrieg beteiligte Land darf und muss sogar, sich filmisch mit seiner Rolle in dieser Zeit außernander setzten.Und wenn dies so geschieht wie , es Koltaj gemacht hat dann umso besser.
Ach da wäre noch die SAche mit dem SChnitt. Ich bin FAn von langen Hardcuts(für Laien, das Bild verdunkelt sich, man sieht ein-zwei Sekunden eine schwrze Leinwand und dann wird langsam wieder auf ein neues Bild geblendet.Man kann so die Szenen auch als Episoden ansehen) Der Film bekommt dadurch den Augenlid-Effekt, d.h. wir sehen das Leiden , das Grauen der Konzentrationslager schämenhaft, dafür aus nächster Nähe und wir haben das Gefühl wir würden unser Auge schließen und immer wieder dann öffnen, wenn sie unser Hauptdarsteller es tut (herrlich).

Siegerchancen? Auch wenn die Thematik rein  für den Wettbewerb betrachtet wieder einmal aus der Reihe tanzt, könnte bei Fateless der Dänemark-Effekt (lauter Effekte)  auftrete. 1992 bei der Fußball EM wurde Dänemark anchnominniert und hat anschließend gesiegt, dass könnte ich mir auch bei FAteless vorstellen.

16.02.2005 um 18:29 Uhr

Berlinaletagebuch: 5.Tag




Der späte Mitterand
Französischer Politiker liegt im sterben, Jounalist versucht die letzten Infos für eine Lebensgeschichte zusammen zu bekommen. Mehr will ich nicht sagen, ich bin eingeschlafen und auch sonst höre ich von befreundeten Journalisten , dass dies hier einfach nur großer Flopp ist.
Jetzt mal ehrlich was für ne Frachheit, einen Film über einen in Deutschland unbekannten Politiker zu drehen und ihn dann im Wettbewerb laufen zu lassen, dass wäre vergleichbar mit der Situation, wenn ein jemand einen Film über Adenauer drehen würde und ihn auf dem türkischen Filmfest laufen lassen würde, dann würden auch alle Fragen: "Was soll das".

Siegchancen? Wenn hier irgendetwas gewinnt, dann werden ahufenweise Filmkritiker Suizid begehen (außerdem sah ich wie Herr Emmerich bei diesem Film mit dem Schlaf kämpfte und ... verlor).

Paradise Now
Einen Tusch bitte, Applaus, steigt auf die Tische udn tanzt. Hier ist endlich, ich wiederhole endlich ein filmisches Glanzstück im Wettbewerb, obwohl um sich aus diesem Nivau herauszuheben ist nicht wirklich schwer, umso besser, dass hier eine palästinensisch- israelische CO-Produktion mit wirklich solider und intelligenter Filmkost aufmischt.
Wir lehrnen die beiden Palästinenser Said und Khaled gut kennen. Wir finden sie sympathisch , witzig schön und freundlich. Das alles gerät sofort in vergessenheit, wenn wir erfahren, dass die beiden Freunde "auserwählt" worden sind, um sich und vielen anderen Menschen mit einen Selbstmorattentat, mit den Einsatz von  Sprengstoffgürteln, das Leben zu nehmen. Doch die beiden verlieren sich auf dem Weg zum Zielort aus den Augen.
Es gab noch keinen Spielfilm der dieses sehr aktuelle Thema der Selbstmordattentate so expliziert zeigt wie "Paradise Now". Doch im Vordergrund steht nicht der Nahost-Konflikt , der Film gibt keine Wertung ab und stellt sich auf keine Seite. Er zeigt während die Tage im Leben eines Selbstmordattentäters. EIn bedrückendes, sapnnendes und zugleich äußerst wichtiges Filmdokument und zurecht einer der Favoriten für den Goldenen Bären.
Auf Khaleds Frage, was kommt, nachdem er an der schwarzen Strippe gezogen hat, antwortet Jamal ganz lapidar: «Dann kommen zwei Engel und holen dich.» «Bist du sicher?» «Ganz sicher.» Damit ist Khaled zufrieden.

Siegchancen? Mega! Riesig! Wenn der Wettbewerb weiter so flach bleibt, dann haben wir hier den Sieger.

16.02.2005 um 17:40 Uhr

Berlinaletagebuch: 3.Tag




Mein Eindruck zur Halbzeit der Berlinale  ist , was den Wettbewerb betrifft eher bescheiden. Die Wettbewerbsfilme scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, deshalb ist es wirklich schwer Tipps in Richtung Bärenverleihung abzugeben. Aber es gibt ein Licht am Ende des Horizonts , aber liest selber.

Sophie Scholl - Die letzten Tage
Was war es nicht laut in den letzten Tagen um diesen Film. Angeblich sind neue Protokolle aufgetaucht die die letzten Tage Sophie Scholls dokumentieren. Deshalb erhofften sich wohl alle brisante neue Einsichten in die letzten Tage Sophie Scholls. Doch etwas großartig neues erfährt man im  Film nicht. Und somit ist die Kritker- und Publikumsbegeisterung nur teilweise berechtigt. Allem voran ist dies ein Film mit Julia Jentsch , die sich eines golfenen Bären für die beste weibliche Hauptrolle schon so gut wie sicher sein kann. Doch das erhoffte große Kinospektakel ist "Sophie Scholl-Dieletzten Tage" nicht.

Siegchancen? Sie sind da und sollte der Wettbewerb weiter so schwächeln, dann kann eigentlich nur Sophie Scholl gewinnen.

U-Carmen eKhayelitsha
Die Theatergruppe aus den südafrikanischen Townships zeigt in der Opernverfilmung von Mark Dornford-May nach Georges Bizets «Carmen». Die unglückliche Liebesgeschichte wurde in eine Barackensiedlung vor Kapstadt verlegt, und Carmensita ist diesmal keine feurige Spanierin, sondern eine schwergewichtige, männerumgarnende Südafrikanerin. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl eine ganze Opernverfilmung in der Landessprache "Xhosa" (viele Knacklaute) zu sehen. Und genau deshalb fragt man sich was soll das eigentlich. Wieder ist man gewillt die seltsame Zusammenstellung des Wetttbewerbsfilme zu kritisieren. Es ist und bleibt eine Oper, neu aufgelegt aber langatmig und im Wettbewerb deplaziert.

Siegchancen? 0

In Good Company - Reine Chefsache
Sagt da jemand es fehlt der Glanz in den Berlinalefilmen? Also bitte hier ganz viel Mainstream aus Hollywood: Dennis Quaid spielt einen 51-jährigen Manager, der nach einer Firmenfusion um seinen Job fürchten muss. Sein neuer Boss ist halb so alt wie er und zu Beginn ein eiskalter Karriere-Jäger, der sich dann aber - wie es in solchen Filmen kommen muss - zum Guten wandelt. Und daran sind unter anderem die Verführungskünste von Scarlett Johansson (wie immer genial) schuld.
Der Film geht klar auf die Probleme die durch die New Economy in den USA entstehen, dabei konzentriert es sich auf Werte die durch die Geldgeilheit einiger Konzerne und 'Menschen verlorengegangen sind. Expliziert wird dies hier an der Familie demonstriert , die durch wachsenden Kindermangel etc. in den Schatten der Karriere rückt.
Schön der Film kommt bald in die Kinos ... und was soll er im Wettbewerb?? => nichts

Siegchancen? Auch wenn doch nicht so flach ist wie er scheint, darf sich hier keiner Hoffnungen machen zu gewinne.

14.02.2005 um 21:47 Uhr

Berlinale- "BREAKING NEWS"




Fern ab jeglicher Kinos, Menschenmassen und Fotografen, findet ein Festival statt, welches vielleicht nicht wirklich zur Berlinale gehört, aber mit seiner ganzen Einfachheit und Banalität ein kleiner aber feiner Tipp für exotische Cineasten ist.
Der Eintritt kostet einige Leute nichts,der große Rest zahlt höchsten 2€. Es gibt freie Sitzwahl und wahlweise sogar Stehplätze. Über tragen wird gleichzeitig auf zwei LCD-Displays mit ca. 30cm Durchmesser. Was??? werden vermutlich einige sagen, aber bei dem Festival handelt es sich um das "Going Underground" Filmspiele.

Wie der Name schon sagt, werden in der Berliner U-Bahn 14 internationale und nationale Kurzfilme gezeigt. Eine Jury gibt es natürlich auch, die besteht nämlich aus der gesamten berliner Bevölkerung die sowohl per Telefon als auch per Internet für ihre Lieblingsfilme abstimmen kann.

Dieses Jahr gehen die ersten drei Plätze an deutsche Produktionen. Der Sieger ist der wirklich witzig-ironische Kurzfilm "Das Foto" von Sükriye Dönmez gewonnen.



Die Preisverleihung fand am 10.Februar im Cinestarr am Alexanderplatz statt. Wer noch nicht in den Genuß der Wettbewerbsfilme gekommen ist kann am 24.Februar in den Rathaus Passagen in Mitte (neben dem Roten Rathaus), alle 14 Festivalfilme noch einmal sehen.

Wie gesagt, eigentlich hat der Wettbewerb nichts mit der Berlinale ansich zu tun, sehenswert sind die Kurzfilme aber alle mal.

14.02.2005 um 15:58 Uhr

Berlinale- "PANORAMA"





Im Programm des Panorama werden neue Filme renommierter Regisseure und Regisseurinnen neben Debütfilmen und spannenden Neu-Entdeckungen präsentiert. Die Filmauswahl versteht sich als ein Ausblick auf die Tendenzen des Arthouse-Kinos und versucht eine Brücke zu schlagen zwischen künstlerischen Visionen und kommerziellen Interessen.
Quelle:berlinale.de

Das zum offiziellen Teil, der den Panorama-Wettbewerb erklärt und schon hier kommen die Filme , die im Schatten des Wettbewerbes stehen, von denen aber einige um längen besser sind als die Wettbewerbskandidaten.

Forty Shades Of Blue
Ira Sachs zeigt in ihrem Drama eine ganz besondere Freiecksbeziehung zwischen ganz besonderen Menschen.Alan James ist eine Legende in Memphis. In den 60er und 70er Jahren, als der Memphis-Soul künstlerisch wie geschäftlich auf dem Höhepunkt war, produzierte er als einer von wenigen Weißen schwarze Musik.Jetzt wo die glorreichen Jahre vorbei sind, wurde es zwar Karrieremäßig ruhig um Alan James doch Privat ist er noch ordentlich im Geschäft.Alan hat einen erwachsenen Sohn – Michael. Das Verhältnis zwischen den beiden Männern ist nicht unkompliziert. Als Michael zum ersten Mal seit Jahren wieder in Memphis vorbeischaut, entwickelt sich die spontane Feindseligkeit, die er dem „neuen Mädchen“ seines Vaters (eine Russin mit Kind) zunächst entgegenbringt, rasch in etwas ganz anderes. Bald beginnen die beiden eine prekäre Affäre…
Ein wunderbar insziniertes Kammerspiel mit wirklich überaus großartigen Schauspielern bekommt man geboten wenn man seine 6€ für diesen Panorama-Wettbewerbsteilnehmer ausgegeben hat.Denn schließlich bewundert man hier den diesjährigen Sundance Festival Gewinner und das will schon etwas heißen! Einfühlsames , emotional gewaltiges Kino.


Va, vis et deviens| Live And Become
Eines vorweg: Auch wenn der Titel etwas dumm gewählt handelt es sich bei dieser französisch-israelischen Produktion um ein Kinoerlebnis der Extraklasse, nein noch viel mehr nur leider fehlen mir die Superlativen.
Äthiopien Mitte der 80er Jahre. Als es um die Jahreswende 1984/85 zu einer Hungerkatastrophe kommt, gelangen mit Hilfe Israels und der Vereinigten Staaten im Zuge der „Operation Moses“ mehrere Tausend äthiopischer Juden nach Israel – schwarze „Falashas“, die sich selbst als „Bet Israel“ bezeichnen. Genau in dieser Zeit gibt eine christliche Mutter ihr Kind unter der Lüge er sei auch Jude in die Obhut einer jüdischen Familie um ihn vom Hungertod zu retten. Dass muss man sich mal vorstellen, einmal in der Geschichte , mussten sich die Menschen als Juden ausgeben um zu überleben , dies war weiß Gott sonst immer anders. Wir begleiten diesen Jungen nach Israel, wo er neben ignoranz auch auf verstärkten Ausländer hass trifft. Der afroamerikanische Junge kämpft sich durch und erlebt neben des Krieges noch so einige andere tragische Wendungen, dabei vergisst er nie: Er ist ein Äthiopier, der überlebt hat.
Kino at it's best. Intelligent, emotional, clever und bewegend, ach! noch viel mehr als das. In ein politisches Festival, als was sich die Berlinale ja immer sieht, mit dem Schwerpunkt Afrika ist dies bisher der mit abstand beste Beitrag. Obwohl er so prikäre Themen in seinen Filmen behandelt sagt Regiesseur Radu Mihaileanu: „Die Menschen werden allzu oft nach alten und überholten Stereotypen beurteilt: Araber, Juden, Rumänen, Franzosen, Deutsche… Solche Identitäten sind restriktiv und grob. Sie sind einfach falsch."
Applaus bitte jetzt!!!!!

The Ballad Of Jack and Rose

Kommunensterben Ende der 80. Jack (einfach nur spitze: Daniel Day Lewis) versteckt sich und seine 16 Jahre alte Tochter Rose (herzerweichend:Camilla Belle) in einem Gebäude, dass früher als Kummunenhochburg galt. Darüber hinaus lebt Jack streng nach den Regeln und Ideologien der Hippiezeiten, wie Love, Peace & Happiness. Doch eine anscheinend immer ernster werdenede Krankheit zwingt Jack zurück in die Realität. Die Konfrontation der beiden mit der Außenwelt bringt so allerhand Probleme und Streitigkeiten mit sich, da überrascht es nur wenig, dass sich die Probleme bald bedrohliche Ausmaße annehmen.
Die mehrmalige Preisträgerin Rebecca Miller (“Angela,” “Personal Velocity”) erschafft hier kräftiges nahezu poetisches Werk, mit kraftvollen Bildern und einem grandiosen Esembel in dem wir Zeugen des Konfliktes eines Mannes werden, der an seinen Ideologien noch dann festhält, wenn alle Stricke reißen und einem Mädchen dessen Phase des Erwachsenwerdens durch seinen Vater eine ganz andere Richtungen nimmt als bei normalen Coming-of-age-Teens.

Willenbrock
Bernd Willenbrock ist Gebrauchtwagenhändler. Die Geschäfte laufen gut. Er hat eine schöne Frau, eine Geliebte, ein Haus in einem Neubaugebiet und einen Landsitz. Sein einziger Angestellter ist Jurek, ein erfahrener Mechaniker aus Polen, der die Autos für den Verkauf zurechtmacht.Sein Erflogsmotto "Hilf dir selbst" bekommt schließlich risse.
Wirklich guter deutscher Film über die Suche nach einem erfüllten Leben.




13.02.2005 um 20:15 Uhr

Berlinaletagebuch: 3.Tag




Provincia Meccanica
Eine noch sehr junge Familie steht im Mittelpunkt des italienischen Beitrages im Wettbewerb. Hier wo Kinder und Eltern gleichberechtigt sind, kommt zu einer tragischen Wendung als durch die harsche interventin der Großmutter, die Famiele ausßernader gerissen wird. Der ganze Film ist ziemlich deprimierend und man möchte über ihn auch gar nicht reden. Stellenweise ziemlich langatmig quält man sich über durch das Schicksal der Familie, die dem Zuschauer viel zu flach näher gebracht wird.

Siegerchancen?  Ich würde mal sagen depremierend gering.

One day in Europe
Mit Johannes Stöhrs Episodenfilm "One day in Europe" startete der erste deutsche Beitrag in den Wettbewerb. Während des Champions League Final spieles in Moskau zwische DePotivo und Galtasaray geschehen zur selben Zeit aber an vier verschiedenen Orten in Europa Diebstähle. Nun müssen sich die verschiedenen Polizeistationen in einem Sprachenwirrwar sondersgleichen zurecht finden und schon bald kommt es zu immer skurileren und komischeren Zwischenfällen. Ein warer Segen war Johannes Stöhrs Film , nach dem erschütternd depremierenden (ich erhole mich immer noch nicht davon, wieviel schlimmes einer Familie geschehen kann) italienischen Beitrag. Ganz angelehnt an Jim Jarmuschs 1992 Erfolgsfilm "One night on Earth"  werden wir zeugen eines Sprachencrashs im vermeindlich vereinten Europa, dass man sich kaum ahlten aknn vor lachen. Für einen deustchen Film haben wir hier ein erstaunlich solides und gutes Stück Filmarbeit, mit dem der studierte Europarechtler Stöhr ein unterhaltsames, intelligentes und cleveres Plädoyer für ein Europa abgibt, welches sich noch enger zusammenleben soll und muss.

Siegerchancen? Wenn, dann nur Außenseiterchencen, Komödien gewinnen ja grundsätzlich nie (was oft sehr schade ist)!

Les temps qui changent
Hier haben wir also den nächsten französischen Beitrag im Wettbewerb (zur Erinnerung: "Man to Man" ist zwar nicht 100% französisch aber zu 60%). Mit den beiden Starikonen des franz. Kinos Catherine Deneuve und Gerard Depardieu bekommt der Zsuchauer eine Liebesgeschichte geboten, die vorallem die Sehnsucht nach der verlorenen großen Liebe schildert.Knapp 30 Jahre nach ihrer Trennung fängt Antoine (Gérard Depardieu) an, einzige große Liebe Cécile (Catherine Deneuve) zu suchen. Als er sie findet , bemerkt er schnell, dass Cecile schon mit einem marokkanischen Artzt verheiratet ist.
Ein riesieges "Gähn" an diesen gräßlich mainstreamigen Liebesstreifen aus Frakreich. Angeblich soll ein Journalist gesagt haben , dass man den Streifen auch getrost hätte als Hörspiel verkaufen können, denn wozu braucht man Bilder wenn man ewig laaaaange Dialoge hat.

Siegerchancen? Ich muss immer noch "gähnen".


 

13.02.2005 um 18:59 Uhr

Berlinaletagebuch: 2.Tag




Sorry, viele Filme , wenig Zeit, aber jetzt kann es losgehen.

Thumbsucker
Mike Mills Regiedebüt ist gutes Hollywood-Independentkino, mit einem wirklich sehr gutem Schauspieleresemble aber mit einigen Schwächen im Drehbuch. Dabei lässt die sanfte und melancholische Stimmung des Films (grandiose Musik!), berechtigterweise an Hollywoods-Hits wie "Sideways", "Station Agent" und "Lost in Translation" erinnern. Mills schildert die Zeit des Erwachsenwerdens eines 17-jährigen Jungen Justin (super Schauspieldebüt von Lou Taylor Pucci) der immer wieder an seinem Daumen lutscht. Sein näheres Umfeld versucht ihn davon abzubringen. Darunter auch seine Eltern (Tilda Swinton ganial wie immer und ein toller Vincent d'Onofrio) die aber reichlich eigene Neurosen haben, die es ihnen unmöglich machen ihrem Sohn zu helfen. So scheint es , dass James leicht esoterisch angehauchter Zahnartzt (kleiner aber feiner Gastauftritt von Keanu Reeves) ihm helfen kann. Durch eine Hypnose hört der Junge wirklich auf an seinem Daumen zu lutschen, fängt nun aber an seine bis dahin verlorene Jugend nachzuholen und dass in vollen Zügen, was so einige Probleme mit sich führt. Es ist ein sehr liebevoller, ironischer und ein stückweit auch ein amoralischer Film. Denn seine durchaus intelligente Botschaft lautet: Auch Kiffer können mit schlechten Noten haben manchmal im Leben eine Chance, während gute Schüler den Leistungsdruck und mögliche Niederlagen oftmals nur mit hilfen von kleinen medizinischen Fruenden aushalten.

Siegchancen => trotz guter Leistungen und witzigen Ideen nicht gewichtig genug um bei den Hauptkategorien abzuräumen, aber es könnte vielleicht ein kleiner Preis für Reeves heraus springen.

Asylum
Ein mit reichlich namenhaften Schauspielern besetztes Psychodrama im England der 50. Die Frau eines Irrenanstaltsdirektors verliebt sich in einen Patitenten, der aus lauter Langeweile seine Frau umgebracht hat. Daraus entwickelt sich eine Beziehung die zu Bedrohung aller wird. SO spannend es klingt ist der Film nicht, um ganz erlich zu sein hat er mich sehr enttäuscht. Dabei lassen die ersten 25 Minuten auf ein einzigartiges Kinoerlebnis schließen. Und  dann nach einer wirklich genial inszinierten Sexszne in einer Gartenlaube  kackt der film ab. Es klingt zwar hart es ist aber so. Der ganze Erzählfluss wird zunehmends unrythmischer. Es wird die Geschichte nicht mehr weiter erzählt sonder nur das Leben des Päarchens gezeigt. GAnz ehrlich ahtte ich nicht über Lust den Saal zu verlassen, dass Ende kann ichnicht so wirklich erzählen, denn ich habe begonnen die Sitze im FIlmpalast zu zählen, was weitaus spannender war als Asylum.

Siegchancen => Laufen gegen -100

Hotel Rwanda (außer Konkurenz)
Als 1994 die ersten Bilder des Bürgermassakers der Hutu an den Tutsi um die Welt gingen, waren alle geschockt, was eine Frachheit ist, denn der Massenmord war keine plötzliche unvorhersehbare Handlung , die Nationen haben bloß ihre Augen vor dem Unheil verschloßen und ließen es zu diesem unmenschlichen Drama kommen. In genau dieser Zeit spielt der Film "Hotel Rwanda". Don Cheadle  (für diese Rolle für den Oscar  nomminiert, wird ihn aber leider nicht bekommen da Jamie Foxx ihn sich holt, dazu aber nach der Berlinale mehr), vielen bekannt aus "Boogie Nights" und "Oceans Elven", spielt einen Hotelbesitzer der durch den Bürgerkrieg alle seine Holtegäste verliert und kurz vor dem Beschluss steht sein Hotel zu schließen, als Ströme von Flüchtlingen in genau diesem Hotel ihren einzigen Schutz vor dem Tod sehen.So und nicht anders kennt man Hollywood, oder besser gesagt sollte man Hollywood kennen. Auf einer wahren Geschichte Basiert dieses wirklich packende,spannende und sehr bewegende Drama . Zum Berlinale Themenschwerpunkt "Afrika" passt dieser Film wie angegossen. Ein Film , den man jedem wirklich nur empfehlen kann. Hier passt einfach alles und ist für jeden Cineasten ein muss, schade nur dass er außerhalb der Konkurenz läuft, denn hier hätte man sich schon auf einpaar Bären freuen können.

10.02.2005 um 22:31 Uhr

Berlinale- "BREAKING NEWS"








Als absoluter taufrischer Neuling im Filmjournalismusgeschäft, muss ich mich leider damit abfinden, dass ich nicht überall hinkomme und auch nicht an jeden rankomme. Also muss ich mein kleines aber feines Spionennetzwerk arbeiten lassen. Hier ein Kameramann, da ein Fotograf, ein Türsteher und ein Filmjournalist befinden sich in dem Team.

Wahrscheinlich ist es nicht wirklich neu, aber so eben wurde mir berichterstattet. Es geht um den Eröffnungsfilm der 55.Berlinale "Man to Man", hier ein Foto



Es geht um die Suche eines Forschungsteams nach dem sogennanten "missing link", also dem fehlenden Glied zwischen Affe und Mensch (was unter uns gesagt bilogisch nicht mehr ganz korrekt ist). Als man im Urwald auf ein unbekanntes Pygmäen Volk trifft glauben die Forscher (darunter in der männlichen Hauptrolle Joseph Fiennes) dem geheimnis auf die Spur gekommen zu sein. Prompt wird ein Päarchen (im Film werden die beiden perfiderweise nur "männchen und "weibchen" genannt) mit nach Schottland (genauer gesagt Edinburough) gebracht und es beginnt eine an menschenverachtung nicht zu übertreffende Qual deren sich die beiden aussestzen müssen.

Vorsicht es folg ein Spoiler der den Schluss verrät er ist in weißer Farbe  geschrieben, also für die die es interessiert einfach markieren:
Letztendlich wird das "Männchen" durch eine aufgebrachte Meute von Menschen getötet. Fiennes fasst sich ein Herz (er ist ja schließlich der Hauptdarsteller ) und mutiert vom heftigsten Verfechter der Experimente zum absoluten Gegner, als er merkt ,dass das "Weibchen" schwanger ist. Als sich die beiden am Urwald treffen kommt es zu Blicken beiderseits die sagen danke dass wir für einader da waren. ( Wooot =>Was für ein Blödsinn!!)

Um 16 Uhr wurde es kritisch für den Eröffnungsfilm, denn er wurde der Meute der Journalisten vorgeführt. Wie sich schnell zeigte, waren die meisten Journalisten einer Meinung und der Film wurde mit einigen Buh-Rufen bedacht (Ach! diese Kinder). Natürlich gab es einige derenj der Film scheinbar tadellos gefallen hat und so wurde ordentlich applaudiert. (vielleicht die BILD und etc. Journalisten?)

Nun die andere Seite der Medaille, der Film wurde dem hungriegen Publikum vorgeführt und oh wunder hier scheint es wohl mal einstimmigkeit zu geben, denn das Berlinale-Publikum hat den Film in ihr Herz geschlossen und Spende den anwesenden Schauspielern langen Applaus.

Fazit: Es scheint sich bei "Man to Man" um den ersten Berlinale -Flop zu handeln, dessen Makel scheinbar nur den Fachleuten vorbehalten ist.
Außerdem muss ja zu dieser zum Teil französischen Produktion sagen, dass sich die Veranstallter gegenseitig die Filme zu spielen, denn die Franzosen haben scheiber immer öffter die leichteres Spiel ihre Filme in den Wettbewerb einzuschleusen. ("Läuft unser Film nicht im Wettbewerb, dann gibt es keinen deutschen Beitrag in Cannes etc.) [aber das nur am Rande]

Stay tuned to see what's hot or not

10.02.2005 um 15:29 Uhr

Berlinaletagebuch: 1.Tag





Berlin heißt seine Gäste mit einem miesen, kalten und nassen Wetter willkommen. Ein Omen? Nein sicher nicht. Berlin ist launisch ,wenn es ums Wetter geht. Wenn es regnen soll, dann regnet es, egal ob nun Hollywoodstars in der Stadt sind oder nicht. Doch auch ohne aufdringliche Plakate und Werbehinweise , merkt der Berliner ganz schnell, dass etwas großes im Anmarsch ist.
Wenn die  Menschenschlangen zu kleinen Pappehäuschen größer sind als die bei "Starbucks" und wenn riesige Lastkraftfahrzeuge, mit bekannten Fernseh- und Radiologos die viel zu kleinen Straßen, die zum Marlene-Dietrich-Platz führen, versperren, so dass die Berliner Taxifahrer ihren ganzen Schimpfwortkatalog runterrattern können, weiß man es ist Berlinale-Zeit.
Und es ist seltsam, denn man stellt fest, dass auch in der meistens eher grauen Hauptstadt, tausende von Filmfans leben. Filmfans, Freaks, Cineasten und wie sie sich sonst nennen ( ich zähl mich jetzt mal auch dazu) sind schon ein seltsames Völkchen, aber sie heben sich deutlich vom "normalen" Berliner "Hotte" ab.
Sie lächeln, auch wenn es hart klingt, es ist so. Wenn sie in der Schlange stehen, um sich die heißersehnten Karten zu besorgen, stecken sie ihre Nasen tief in das Programmheft, um die langgestreckten Lippen und das Funkeln in den Augen zu verbergen.Bei nährerer Betrachtung könnte man sie fast mit Kindern verwechseln die in der Adventszeit durch die Kaufhäuser rauschen und sich in der "Kinderwelt" aufhalten.
Er mag es vielleicht leugnen, aber der Berliner mag es nicht lächelnd und fröhlich gesehen zu werden, es sind vielleicht noch die Überbleibsel der preussischen Tugend und Erziehung oder es ist einfach nur sein hauptstädtischer Stolz der es ihm nicht erlaubt, man weiß es nicht so genau.
Er trägt eine schwarze Jacke und dazu passende Jeans. Seinen Kopf bedeckt eine schwarze Basecap auf der prozig der Berlinale Bär seine Tatzen in den Himmel streckt. Er kniet auf dem roten Teppich und befästigt gerade einige Kabel mit einem Kabelbinder an einer silbrigen Stange. Dies ist der untere Teil des Berlinale-Eingangstores. Das Tor zum Berlinale-Palast. Hier durch werden alle die schreiten, die im Besitz einer Karte sind oder weltberühmt sind.
Doch jetzt um 12 ist noch nichts von dem zu erkennen, was hier um 18 Uhr los sein wird. Der rote Teppich wirkt unter der Plastikplane steril, erstickt und fast schon tod.
Er richtet sich wieder auf und ruft seinem Kollegen auf der Leiter zu, er solle sich beeilen. Der hantiert geschickt mit den letzten Fäden und Stricken die dem großen Eingangsposter sicheren halt geben.
Beobachtet werden die beiden von einer Gestalt am Rande des Eingangs. Wenn wir näher ranzoomen, erkennen wir ,dass ich es bin der unerlaubt über die Absperrung gesprungen ist. Mit großen Augen beobachte ich das ganze Szenario. Die goldüberzogene Bärenstatue ist 2,20 Meter groß und sieht ehrerbietig aber auch stolz aus. Hätte der Bär Augen würden sie wahrscheinlich genau so strahlen wie die, der FIlmfans, die immer noch in den Arkaden am Potsdamer Platz stehen und an ihrem Terminplan ordentlich pfeilen.

Ja, ich bin bereit für meine erste Berlinale, denke ich mir, als es unerwartet anfängt immer heftiger zu schütten.

Die Gestalt steigt über die Absperrung, schaut sich einen kleinen Augenblick um und fängt an zu rennen. Sie rennt an allem vorbei, bis sie schließlich im U-Bahneingang verschwindet.

07.02.2005 um 15:59 Uhr

Aviator






biopic, usa 2004
   original: The Aviator
               regie: Martin Scorsese
drehbuch: John Logan
                        cast: Leonardo DiCaprio,
                        Cate Blanchett,
                           Kate Backinsale,
                            John C Reilly u.a.


Adler ohne Flügel

Es ist schon erstaunlich wie schwer es ist einen Oscar zu bekommen. Martin Scorsese ist bisher der einzige Top-Regisseur in Hollywood , der auf den "Golden Knight" immer vezichten musste. Dabei steckt er doch immer so viel Energie und Arbeit in seine Werke, dass deren Fertigstellung meist mehrere Jahre brauchen. Weinige Leute zweifeln deshalb daran, dass es dieses Jahr schon fast sicher ist, dass Marty schon beginnen kann einen Platz auf dem Kamin für den Oscar freizumachen."Aviator" sein neuster Film, so tönen die meisten Kritiker, soll Scorseses unangefochtener Regiehöhepunkt sein. Vorsicht sage ich, es lohnr sich ein genauerer Blick, denn nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Bei Howard Hughes handelt es sich sowohl um eine der schillernsten amerikanischen Persönlichkeiten, als auch um eine der tragischten. Sein Leben liest sich ja schon wie ein Drehbuch. Nach dem Tod beider Eltern lässt sich der junge Hughes , als volljährig erklären und war somit alleiniger Herr über das Millionenvermögen seiner Eltern. Er geht nach Hollywood und fängt an Filme zu drehen und zu produzieren. Dabei gelingen ihm einige der markantesten Filmwerke der Vorkriegszeit, wie z.B. "Hell's Angels" oder "Scarface". Hughs bekommt mit dem Durchbruch in Hollywood alles. Ruhm, Frauen und noch mehr Geld. Doch jede freie Minute widmet er seinem Hobby, dem Fliegen. Er ist aber kein Hobbyflieger, nein dafür ist Hughes zu ambitioniert, Er strebt nach Geschwindkeitsrekorden, dem Kick, der Gefahr, dem Todesthrill. Er riskiert viel, setzt oft alles auf eine Karte und akzeptiert kein nein. Hinter diesem Harakiriverhalten versteckt Howard sich in eine andere Welt, voller Neurosen ängste und Ticks. Q-u-a-r-a-n-t-ä-n-e halt es oft aus seinem Mund. Sauberkeit und der Ekel vor seiner Umgebeung werden für ihn zum FLuch und Alptraum zugleich,. Sein Leben entwickelt sich zu einem gefährlichen Spiel, dass Hughs aber spielen will.

Man merkt schon man kann über das Leben von Howard Hughes Bände schreiben und das macht Filmbiographien (oder wie das neuen Filmfachwort heißt: Biopic) so unglaublich anspruchsvoll. Anspruchsvoll für den Regisseur, die Schauspieler aber vorallem auch für den Drehbuchautor. Es ist klar, dass sich Logan bei dem Drahbuch zu "The Aviator" nur auf die Goldenen Jahre des Howard Hughes beschränkt, doch auch hier hat er entscheidende fehler gemacht. So ist der FIlm nicht als ein durchgängiges Ereignis zu betrachtet. Logan und Scorsese springen von Szene zu Szene ohne einen richtigen Bezug zur Gesamtheit zu nehmen.

Nun wäre es aber vermessen zu sagen, dass ein durchschnittlicher Kinofan dem Film nicht folgen kann. Man kann ihm folgen, zweifels ohne aber die Frage ist ob man das überhaupt will. Wie sehr kann man sich in Hughes leben hineinversetzen, was will man wissen was nicht? Es ist berechtigt zu fragen, ob das Leben von Howard Hughes überhaupt zu einer Verfilmung nützt. Denn "Aviator" kommt an großartige Biopics wie z.B. "Amadeus" oder "A Beautiful Mind" nicht ran. Außerdem ist die Überlänge des Films schlicht und einfach eine Qual. Manch einem mag dagegen "Herr der Ringe" als  Kurzfilm vorkommen. Es ist nämlich der Inhalt der die Überlänge vergessen lässt. Man will mehr Dialoge, mehr großartige Schauspieler, immer mehr. Doch bei Aviator ist dies nicht der Fall. Während der Vorführung wünscht man sich nicht nur ein mal, dass der nächste Absturtz Hughes der letzte ist.

Und doch ist nicht alles schlecht. Es ist sogar ziemlich viel gutes in dem über 3 Stunden langen Streifen. Da wäre zunächst einmal Leonardo DiCaprio. Als Howard Hughes erlebt der Zuschauer, den schauspielerischen Höhepunkt einer Kariere, die als Eisleiche in Titanic begann. Man spürrt förmlich wie sich DiCaprio in seiner Rolle eingelebt hat. Kein Wunder den es war seine Wunsch einen Film  über den Millionär zu drehen und somit war er auch maßgeblich an der Entstehung beteiligt. Aviator ist die DICaprio show, vergleichbar mit Charlize Theron in Monster lässt er nichts in Film nur an sich rankommen und dabei gibt es noch einige Glanzpunkte in der Besetzung. Da wäre zum einen Cate Blanchett die durch Performance als Katherine Hepburn, sich schon mal auf eine Dankesrede bei der diesjährigen Oscarverleihung vorbereiten kann. Wenn Blanchett als zickige und eingeschnappte Hepburn im Film auftaucht leuchtet die Leinwand auf, sie war eine wahre Bereicherng in Hughes Leben und sie ist es auch für das Publikum. Außerdem sind noch Ian Holm, John C Reilly und Alec baldwin zu nennen die in ihren kleinen Rollen neben DiCapio wirklich zur höchstform auflaufen, schade nur dass sie nicht noch mehr aus dem Schatten des mächtigen DiCaprio treten können.

Somit haben wir hier mit Aviator die erste kleine Enttäuschenung (oder ist es doch eine große Enttäuschung?) des Filmjahres und trotzdem wird uns dieser Film spätestens bis zum 27. Februar verfolgen, denn dann wird er wahrscheinlich (und das ist wirklich nicht gerecht), den Oscar für den besten Film bekommen.
Es bleibt festzuhalten, dass Scorsese auch wenn er den Oscar für Aviator gewinnen sollte, immer noch der Pechvogel Hollywoods bleibt. Für seine wirklich grandiosen Werke ungeehrt, würde er den golden Knight für einen eher mittelwertigen Film bekommen und dass kann wohl ganz und gar nicht in seinem ermessen liegen. Sorry Marty :-(


Bewertung:

(6 von 10 Raben)

 

01.02.2005 um 21:29 Uhr

BERLINALE



Am 10 Februar beginnt die 55. Berlinale und obwohl dieses Jahr weniger Hollywoodstars als sonst kommen werde, glaube es könnte sich ein oder der andere Schatz unter den gesendeten Filmen befinden, hier eine kleine Auswahl von Filmen die ich mir ansehen werde:

-Kinsey
-Ono
-Hotel Rwanda
-Asylum
-Les temps qui changent
-Sa som i Himmelen
-Peacock

Aufjedenfall folgen berichte und heiße Infos rund um die Stars. :-)


I'll promise