Aviator

biopic, usa 2004
original: The Aviator
regie: Martin Scorsese
drehbuch: John Logan
cast: Leonardo DiCaprio,
Cate Blanchett,
Kate Backinsale,
John C Reilly u.a.
Adler ohne Flügel
Es ist schon erstaunlich wie schwer es ist einen Oscar zu bekommen. Martin Scorsese ist bisher der einzige Top-Regisseur in Hollywood , der auf den "Golden Knight" immer vezichten musste. Dabei steckt er doch immer so viel Energie und Arbeit in seine Werke, dass deren Fertigstellung meist mehrere Jahre brauchen. Weinige Leute zweifeln deshalb daran, dass es dieses Jahr schon fast sicher ist, dass Marty schon beginnen kann einen Platz auf dem Kamin für den Oscar freizumachen."Aviator" sein neuster Film, so tönen die meisten Kritiker, soll Scorseses unangefochtener Regiehöhepunkt sein. Vorsicht sage ich, es lohnr sich ein genauerer Blick, denn nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Bei Howard Hughes handelt es sich sowohl um eine der schillernsten amerikanischen Persönlichkeiten, als auch um eine der tragischten. Sein Leben liest sich ja schon wie ein Drehbuch. Nach dem Tod beider Eltern lässt sich der junge Hughes , als volljährig erklären und war somit alleiniger Herr über das Millionenvermögen seiner Eltern. Er geht nach Hollywood und fängt an Filme zu drehen und zu produzieren. Dabei gelingen ihm einige der markantesten Filmwerke der Vorkriegszeit, wie z.B. "Hell's Angels" oder "Scarface". Hughs bekommt mit dem Durchbruch in Hollywood alles. Ruhm, Frauen und noch mehr Geld. Doch jede freie Minute widmet er seinem Hobby, dem Fliegen. Er ist aber kein Hobbyflieger, nein dafür ist Hughes zu ambitioniert, Er strebt nach Geschwindkeitsrekorden, dem Kick, der Gefahr, dem Todesthrill. Er riskiert viel, setzt oft alles auf eine Karte und akzeptiert kein nein. Hinter diesem Harakiriverhalten versteckt Howard sich in eine andere Welt, voller Neurosen ängste und Ticks. Q-u-a-r-a-n-t-ä-n-e halt es oft aus seinem Mund. Sauberkeit und der Ekel vor seiner Umgebeung werden für ihn zum FLuch und Alptraum zugleich,. Sein Leben entwickelt sich zu einem gefährlichen Spiel, dass Hughs aber spielen will.

Man merkt schon man kann über das Leben von Howard Hughes Bände
schreiben und das macht Filmbiographien (oder wie das neuen
Filmfachwort heißt: Biopic) so unglaublich anspruchsvoll. Anspruchsvoll
für den Regisseur, die Schauspieler aber vorallem auch für den
Drehbuchautor. Es ist klar, dass sich Logan bei dem Drahbuch zu "The
Aviator" nur auf die Goldenen Jahre des Howard Hughes beschränkt, doch
auch hier hat er entscheidende fehler gemacht. So ist der FIlm nicht
als ein durchgängiges Ereignis zu betrachtet. Logan und Scorsese
springen von Szene zu Szene ohne einen richtigen Bezug zur Gesamtheit
zu nehmen.

Nun wäre es aber vermessen zu sagen, dass ein durchschnittlicher Kinofan dem Film nicht folgen kann. Man kann ihm folgen, zweifels ohne aber die Frage ist ob man das überhaupt will. Wie sehr kann man sich in Hughes leben hineinversetzen, was will man wissen was nicht? Es ist berechtigt zu fragen, ob das Leben von Howard Hughes überhaupt zu einer Verfilmung nützt. Denn "Aviator" kommt an großartige Biopics wie z.B. "Amadeus" oder "A Beautiful Mind" nicht ran. Außerdem ist die Überlänge des Films schlicht und einfach eine Qual. Manch einem mag dagegen "Herr der Ringe" als Kurzfilm vorkommen. Es ist nämlich der Inhalt der die Überlänge vergessen lässt. Man will mehr Dialoge, mehr großartige Schauspieler, immer mehr. Doch bei Aviator ist dies nicht der Fall. Während der Vorführung wünscht man sich nicht nur ein mal, dass der nächste Absturtz Hughes der letzte ist.

Und doch ist nicht alles schlecht. Es ist sogar ziemlich viel gutes in
dem über 3 Stunden langen Streifen. Da wäre zunächst einmal Leonardo
DiCaprio. Als Howard Hughes erlebt der Zuschauer, den
schauspielerischen Höhepunkt einer Kariere, die als Eisleiche in
Titanic begann. Man spürrt förmlich wie sich DiCaprio in seiner Rolle
eingelebt hat. Kein Wunder den es war seine Wunsch einen Film
über den Millionär zu drehen und somit war er auch maßgeblich an der
Entstehung beteiligt. Aviator ist die DICaprio show, vergleichbar mit
Charlize Theron in Monster lässt er nichts in Film nur an sich
rankommen und dabei gibt es noch einige Glanzpunkte in der Besetzung.
Da wäre zum einen Cate Blanchett die durch Performance als Katherine
Hepburn, sich schon mal auf eine Dankesrede bei der diesjährigen
Oscarverleihung vorbereiten kann. Wenn Blanchett als zickige und
eingeschnappte Hepburn im Film auftaucht leuchtet die Leinwand auf, sie
war eine wahre Bereicherng in Hughes Leben und sie ist es auch für das
Publikum. Außerdem sind noch Ian Holm, John C Reilly und Alec baldwin
zu nennen die in ihren kleinen Rollen neben DiCapio wirklich zur
höchstform auflaufen, schade nur dass sie nicht noch mehr aus dem
Schatten des mächtigen DiCaprio treten können.
Somit haben wir hier mit Aviator die erste kleine Enttäuschenung (oder ist es doch eine große Enttäuschung?) des Filmjahres und trotzdem wird uns dieser Film spätestens bis zum 27. Februar verfolgen, denn dann wird er wahrscheinlich (und das ist wirklich nicht gerecht), den Oscar für den besten Film bekommen.
Es bleibt festzuhalten, dass Scorsese auch wenn er den Oscar für Aviator gewinnen sollte, immer noch der Pechvogel Hollywoods bleibt. Für seine wirklich grandiosen Werke ungeehrt, würde er den golden Knight für einen eher mittelwertigen Film bekommen und dass kann wohl ganz und gar nicht in seinem ermessen liegen. Sorry Marty :-(
Bewertung:
(6 von 10 Raben)
Es ist schon erstaunlich wie schwer es ist einen Oscar zu bekommen. Martin Scorsese ist bisher der einzige Top-Regisseur in Hollywood , der auf den "Golden Knight" immer vezichten musste. Dabei steckt er doch immer so viel Energie und Arbeit in seine Werke, dass deren Fertigstellung meist mehrere Jahre brauchen. Weinige Leute zweifeln deshalb daran, dass es dieses Jahr schon fast sicher ist, dass Marty schon beginnen kann einen Platz auf dem Kamin für den Oscar freizumachen."Aviator" sein neuster Film, so tönen die meisten Kritiker, soll Scorseses unangefochtener Regiehöhepunkt sein. Vorsicht sage ich, es lohnr sich ein genauerer Blick, denn nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Bei Howard Hughes handelt es sich sowohl um eine der schillernsten amerikanischen Persönlichkeiten, als auch um eine der tragischten. Sein Leben liest sich ja schon wie ein Drehbuch. Nach dem Tod beider Eltern lässt sich der junge Hughes , als volljährig erklären und war somit alleiniger Herr über das Millionenvermögen seiner Eltern. Er geht nach Hollywood und fängt an Filme zu drehen und zu produzieren. Dabei gelingen ihm einige der markantesten Filmwerke der Vorkriegszeit, wie z.B. "Hell's Angels" oder "Scarface". Hughs bekommt mit dem Durchbruch in Hollywood alles. Ruhm, Frauen und noch mehr Geld. Doch jede freie Minute widmet er seinem Hobby, dem Fliegen. Er ist aber kein Hobbyflieger, nein dafür ist Hughes zu ambitioniert, Er strebt nach Geschwindkeitsrekorden, dem Kick, der Gefahr, dem Todesthrill. Er riskiert viel, setzt oft alles auf eine Karte und akzeptiert kein nein. Hinter diesem Harakiriverhalten versteckt Howard sich in eine andere Welt, voller Neurosen ängste und Ticks. Q-u-a-r-a-n-t-ä-n-e halt es oft aus seinem Mund. Sauberkeit und der Ekel vor seiner Umgebeung werden für ihn zum FLuch und Alptraum zugleich,. Sein Leben entwickelt sich zu einem gefährlichen Spiel, dass Hughs aber spielen will.


Nun wäre es aber vermessen zu sagen, dass ein durchschnittlicher Kinofan dem Film nicht folgen kann. Man kann ihm folgen, zweifels ohne aber die Frage ist ob man das überhaupt will. Wie sehr kann man sich in Hughes leben hineinversetzen, was will man wissen was nicht? Es ist berechtigt zu fragen, ob das Leben von Howard Hughes überhaupt zu einer Verfilmung nützt. Denn "Aviator" kommt an großartige Biopics wie z.B. "Amadeus" oder "A Beautiful Mind" nicht ran. Außerdem ist die Überlänge des Films schlicht und einfach eine Qual. Manch einem mag dagegen "Herr der Ringe" als Kurzfilm vorkommen. Es ist nämlich der Inhalt der die Überlänge vergessen lässt. Man will mehr Dialoge, mehr großartige Schauspieler, immer mehr. Doch bei Aviator ist dies nicht der Fall. Während der Vorführung wünscht man sich nicht nur ein mal, dass der nächste Absturtz Hughes der letzte ist.

Somit haben wir hier mit Aviator die erste kleine Enttäuschenung (oder ist es doch eine große Enttäuschung?) des Filmjahres und trotzdem wird uns dieser Film spätestens bis zum 27. Februar verfolgen, denn dann wird er wahrscheinlich (und das ist wirklich nicht gerecht), den Oscar für den besten Film bekommen.
Es bleibt festzuhalten, dass Scorsese auch wenn er den Oscar für Aviator gewinnen sollte, immer noch der Pechvogel Hollywoods bleibt. Für seine wirklich grandiosen Werke ungeehrt, würde er den golden Knight für einen eher mittelwertigen Film bekommen und dass kann wohl ganz und gar nicht in seinem ermessen liegen. Sorry Marty :-(
Bewertung:
(6 von 10 Raben)

Viel Spass auf der Berlinale und guck mal einen für mich mit ;)