Berlinaletagebuch: 7.Tag

Solnze
Gestern lief dann der russische Beitrag im Wettbewerb an. Aleksandr Sokurov zeigt die letzten Tage des gottgleichen japanischen Kaisers Hirohito , der kurz vor der Kapitulation steht. Mit der Kapitulation Japans wurde der Zweite Weltkrieg beendet. Doch um die Politik geht es hier nur im Hintergrund. Eine sehr merkwürdige Einstellung im FIlm: Kaiser Hirohito steht vor einer Tür und mustert die Türklinke mit einer so außgeprägten Aufmerksamkeit, dass man meinen könnte er sieht so ein Ding zum ersten mal. Irgendwie stimmt es auch. Ein gottgleicher Kaiser darf und muss keine Türen öffne, es gibt Leute die das machen. Und es ist witzig, denn Hirohito weiß wirklich nicht wie man die Tür öffnet. Er hat angst und hilflos. 5 Filme über 5 Diktatoren, will Sokurov drehen. Doch seine bisherigen Filme unterscheiden von Solnze. So wird es im Film nie richtig hell, dass einem die Augen nach einiger Zeit wehtun. Außerdem im hintergrund beunruhigendes getrommel oder andere unidentifizierbare Geräusche, doch was sie genau sind wissen wir nicht. Es ist ein interessanter Film über Einsamkeit, Isolation und Vereinsamung. EIn Film, dem man sich voll und ganz hingeben muss, um sich auf eine fazinierende Reise in die Abgründe der menschlichen Seele zu begeben.
Siegeschancen? Ich könnt emir gut vorstellen , dass Sokurov eine Regiebären bekommt. Sollte der FIlm einen bekommen ,wäre dies eine riesige Überraschung.
Sometimes in April
Wieder ein Film zum Themengebiet Afrika und wieder ein Film der sich mit dem Massenmord der Hutu an den Tutsi außernandersetzt.Ein Mann besucht seinen Bruder im Gefängnis, der während des Genozids in Ruanda zu Gewalt gegen die Tutsi-Minderheit aufgerufen hatte. Er selbst hatte damals als Soldat das Morden verweigert."Sometimes in April" durchleuchtet neben der Brüdergeschichte die Zeit während des Massengenozids und er macht es in dem er auf das Emotionspedal drückt. Ein handwerklich einwandfreier Film, der mich jedoch weit weniger berührt hat als der sensationelle und nochmals für alle herzlich empfolene Hotel Rwanda.
Siegeschancen? Da Hotel Rwanda nicht im Wettbewerb läuft , hat der Film ziemlich große Chancen auf einen Bären (egal ob Silber oder Gold).
De battre mon cœur s’est arrêté
Ein Mann erzählt überstürzt und heftig einem Freund von seinem Vater: vom Hass auf dessen lebenslanges Kindischbleiben und dann, unvermittelt, von der Trauer doch über seinen Tod. Der mittlerweile 100 französische Beitrag (oh mein Gott ist das die Berlinale oder ist das schon Cannes?) überzeugt weder durch Schauspieler, Ideen noch durch sonst irgendeine filmische Handwerkskunst. Er passt, wie erstaunlich viele Filme im Wettbewerb, in die Kategorie:Gesehen und vergessen.
Siegeschancen? Ich seh einfach keine und hoffe , dass sich die Jury meinem Urteil anschließt.
Gestern lief dann der russische Beitrag im Wettbewerb an. Aleksandr Sokurov zeigt die letzten Tage des gottgleichen japanischen Kaisers Hirohito , der kurz vor der Kapitulation steht. Mit der Kapitulation Japans wurde der Zweite Weltkrieg beendet. Doch um die Politik geht es hier nur im Hintergrund. Eine sehr merkwürdige Einstellung im FIlm: Kaiser Hirohito steht vor einer Tür und mustert die Türklinke mit einer so außgeprägten Aufmerksamkeit, dass man meinen könnte er sieht so ein Ding zum ersten mal. Irgendwie stimmt es auch. Ein gottgleicher Kaiser darf und muss keine Türen öffne, es gibt Leute die das machen. Und es ist witzig, denn Hirohito weiß wirklich nicht wie man die Tür öffnet. Er hat angst und hilflos. 5 Filme über 5 Diktatoren, will Sokurov drehen. Doch seine bisherigen Filme unterscheiden von Solnze. So wird es im Film nie richtig hell, dass einem die Augen nach einiger Zeit wehtun. Außerdem im hintergrund beunruhigendes getrommel oder andere unidentifizierbare Geräusche, doch was sie genau sind wissen wir nicht. Es ist ein interessanter Film über Einsamkeit, Isolation und Vereinsamung. EIn Film, dem man sich voll und ganz hingeben muss, um sich auf eine fazinierende Reise in die Abgründe der menschlichen Seele zu begeben.
Siegeschancen? Ich könnt emir gut vorstellen , dass Sokurov eine Regiebären bekommt. Sollte der FIlm einen bekommen ,wäre dies eine riesige Überraschung.
Sometimes in April
Wieder ein Film zum Themengebiet Afrika und wieder ein Film der sich mit dem Massenmord der Hutu an den Tutsi außernandersetzt.Ein Mann besucht seinen Bruder im Gefängnis, der während des Genozids in Ruanda zu Gewalt gegen die Tutsi-Minderheit aufgerufen hatte. Er selbst hatte damals als Soldat das Morden verweigert."Sometimes in April" durchleuchtet neben der Brüdergeschichte die Zeit während des Massengenozids und er macht es in dem er auf das Emotionspedal drückt. Ein handwerklich einwandfreier Film, der mich jedoch weit weniger berührt hat als der sensationelle und nochmals für alle herzlich empfolene Hotel Rwanda.
Siegeschancen? Da Hotel Rwanda nicht im Wettbewerb läuft , hat der Film ziemlich große Chancen auf einen Bären (egal ob Silber oder Gold).
De battre mon cœur s’est arrêté
Ein Mann erzählt überstürzt und heftig einem Freund von seinem Vater: vom Hass auf dessen lebenslanges Kindischbleiben und dann, unvermittelt, von der Trauer doch über seinen Tod. Der mittlerweile 100 französische Beitrag (oh mein Gott ist das die Berlinale oder ist das schon Cannes?) überzeugt weder durch Schauspieler, Ideen noch durch sonst irgendeine filmische Handwerkskunst. Er passt, wie erstaunlich viele Filme im Wettbewerb, in die Kategorie:Gesehen und vergessen.
Siegeschancen? Ich seh einfach keine und hoffe , dass sich die Jury meinem Urteil anschließt.
