Mordfall Gülsüm
Ich habe mich mal mit dem durch den Fall Gülsüm aktuell gewordenen Thema Ehrenmord auseinandergesetzt. Viele Leute führen diese fälschlicherweise auf den islamischen Glauben zurück oder die Kultur in der Türkei oder anderen Ländern. Dies ist grundsätzlich falsch, da weder in der Türkei noch im Koran gefordert wird, Menschen zu töten. Ich denke, dass die Ursachen ganz andere sind und, dass es falsch ist, zu fordern, Menschen mit den selben Ansichten aus Deutschland zu verbannen.
Es bringt nichts, die Leute wegzuschicken, es geht um die Menschen an sich, nicht wo es passiert. Ob es in Deutschland, in der Türkei, Spanien, Russland, USA, sonstwo, ganz egal, passiert: Das Problem bleibt das selbe.
Diese Leute haben ein völlig verzerrtes Bild von dem, was recht oder unrecht ist, sobald es um ihre Ehre geht. Hier muss man ansetzen, man muss sich um solche Fälle kümmern, gerade in diesem Fall war es doch offensichtlich für die Behörden, dass eine hohe Gefahr bestand, dass etwas derartiges passieren konnte. Es hätte eine Kontaktaufnahme mit diesen Leuten stattfinden müssen von der Seite der Behörden, psychologische Betreuung, klärende Gespräche, eventueller Polizeischutz etc. Es gibt viele Möglichkeiten, zumindest zu versuchen, eine solche Tat zu verhindern, genau wie in anderen Fällen.
Solange sich an der Ansicht, dass Menschen einfach nur funktionieren müssen, nichts ändert, können auch keine Präventivmaßnahmen für so geartete Verberachen ergriffen werden.
Statements wie "Ehrenmord bringt keine Ehre, sondern ist ehrenlos" sind Subjektiv, für die Leute, die dieses Verbrechen begangen haben, waren sie sehr wohl ehrenvoll und solange man die Denkweise der Menschen nicht hinterfragt und sich damit beschäftigt, kann man solche Taten nicht verhindern.
Selbst wenn die Taten in dem ach so tollen Deutschland stattfinden und von den Medien hochgepusht werden... Warum interessiert es denn Deutsche, die sagen, dass "Ausländer nicht hierher gehören"? Sie sind doch überhaupt nicht durch solche Verbrechen betroffen außer dass sie darüber lesen und dann unbedingt ihre Meinung dazu deutlich machen müssen. Warum? Weil sie Opfer der Medien sind...
Was ich sagen will ist hoffentlich deutlich geworden, nämlich dass man
die Personen als Individuen ansehen muss und sich mit ihren
persönlichen Fällen auseinandersetzen muss, egal woher sie kommen und
weshalb sie hier sind und nicht irgendwo anders. Man kann nicht
ausschließen, dass ihre Herkunft, ihre Religion oder etwas anderes
entfernt etwas mit ihrem Verhalten zu tun haben, allerdings nicht die
Religionen oder die Herkunftsländer an sich, sondern die subjektiven
Eindrücke(!), die die Personen von diesen haben. Es gibt, denke ich,
noch sehr, sehr viele andere Faktoren, die in diesem Zusammenhang eine
Rolle spielen können und es mit Sicherheit auch tun.


