Neulich.......

10.03.2010 um 20:37 Uhr

Der Mustergatte

Neulich.......

....... zeigte mir meine Waage beim morgendlichen Wiegen 100 Gramm mehr an, als am Tag zuvor. „Naja, 100 Gramm“, dachte ich mir, „macht ja nix!“ Vier oder fünf Tage später wiederholte sich das und dann plötzlich wurden die Abstände kürzer. Das fand ich jetzt schon etwas dreist von meiner Waage. Und dann wurde sie richtig unverschämt! Sie dachte wohl, nur weil ich sie nicht gerügt habe, ob dieser 100 Gramm mehr, könnte sie nun machen, was sie will! Ich habe diese Waage schon längere Zeit immer mal wieder im Verdacht, dass sie ein perfides Spiel mit mir spielt! Peu à peu zeigt sie mir immer öfter 100 Gramm mehr an und wenn ich nicht energisch Einhalt gebiete, „erhöht“ sie sofort! Aber ich will sie ja nicht verprellen! Schließlich hat mein morgendlicher Kontakt mit ihr einen nicht unerheblichen Einfluss darauf, wie meine Stimmung für den Rest des Tages ist. Außerdem: wenn ich - wie schon vorgekommen, ich gebe es rückhaltlos zu - sie anschreie: „Blöde Waage, spinnst Du? Du hast ja wohl einen an der Waffel!“, verfällt sie womöglich in tiefe Depression? Oder motzt? Und welche Frau will schon eine Waage zum Feind haben? Und wenn man mal genau darüber nachdenkt: so eine Waage an sich hat es wirklich nicht leicht in ihrem Leben: jeder trampelt auf ihr herum!!!!
Vielleicht verweigert sie dann ihren Dienst und ich muss mit meiner Körperanalyse-Waage zum Psychoanalyse-Kundendienst!
Also beschloss ich, zunächst mal den Fehler bei mir zu suchen und nahrungsaufnahmemäßig etwas kürzer zu treten. Sofort rief ich meinen Mann auf der Arbeit an und bat ihn, mittags im Imbiss nebenan eine Mahlzeit einzunehmen, damit ich abends nicht kochen muss, sondern mir lediglich einen Eiweiß-Drink zubereiten kann.
Als mein Gatte von der Arbeit nach Hause kam, meinte er voller Verständnis: „Schatzi, ich habe schon einen Speiseplan für mich für die ganze Woche (es war Montag) aufgestellt. Heute Abend esse ich den leckeren Sauerbraten aus der Gefriertruhe (eismann sei Dank!).
Morgen hole ich mir Pizza und übermorgen was von Burger King. Am Donnerstag mache ich eine Brotzeit mit Wurst und Käse und am Freitag hole ich mir ein halbes Hähnchen! Ist das nicht toll? Dann hast Du keine Arbeit und musst nicht kochen, obwohl Du selbst nix essen willst!“ Ich war gerührt! Einen so verständnisvollen Mann kann sich doch jede Frau nur wünschen, oder? Viele Männer würden sicher sagen: „Das ist mir doch egal, ob Du abnehmen willst, aber Du kochst mir gefälligst was!“ Und ich habe einen, der mich unterstützt, der mir beisteht, der versteht, um was es mir geht! Was bin ich doch gut dran mit meinem Mann. „Schatzi, ich fahre grad noch mal zum Edeka“, rief der Mustergatte da gerade und verschwand.
Dann kam er zurück! Und überreichte mir mit der Bemerkung  „Die magst Du doch so gerne“ stolz und freudestrahlend eine große Packung mit 24 Vollmilch- und Zartbitter-Ostereiern, gefüllt mit 4 verschiedenen Obstbränden.......


26.02.2010 um 15:06 Uhr

Der Frühjahrsputz

Neulich.......

... erreichten endlich einige Sonnenstrahlen Mainz-Laubenheim und fielen durch mein Fenster! Endlich??? Als ich sah, worauf sie fielen, war ich mir nicht mehr sicher, ob mir nicht der sonnenlose Winter oder ein verregneter Frühling lieber ist. Ihr Einfall zeigte nämlich gnadenlos, dass in meiner Wohnung Staub lag! Und da, wo kein Staub zu sehen war, lag es nur daran, dass das Fenster so beschlagen war, dass ihr Einfall gebremst wurde. Das brachte  mich notgedrungen auf den Einfall, die Fenster zu putzen - mit dem Ergebnis, dass der Staub nun überall sichtbar war. „Darüber muss ich mal eine Kolumne schreiben“, dachte ich bei mir. „Vielleicht meldet sich jemand, bei dem das auch so ist und bringt mich von dem sich mir stark aufdrängenden Gedanken ab, dass ich keine gute Hausfrau bin!“
Ich ging nach oben an den PC, um das sofort zu tun. Ohweia! Auf dem dunklen Schreibtisch: Staub! Also ab in den Keller, Staubwedel holen! Im Keller angekommen begrüßte mich der Trockner mit lautem Piepen. Ich räumte ihn aus, legte die Wäsche zusammen und ging nach oben, um sie einzuräumen. Im Schlafzimmer angekommen, fiel mir auf, dass die Betten noch nicht gemacht sind. Also schnell Betten gemacht. Und fix die Papierchen der 14 Sahnebonbons, die mein Mann abends als Betthupferl genascht hat, vom Nachttisch in den Mülleimer! Oh, Mülleimer voll! Ich brachte ihn in die Mülltonne in den Keller. „Pieppieppiep“ – begrüßte mich nun die Waschmaschine. Wäsche schnell in den Trockner – ups: Wasserbehälter voll! Stimmt, das Flusensieb muss auch mal wieder durchgespült werden. Ich ging damit nach oben und spülte es in der Badewanne aus. Und putzte auch gleich das Waschbecken. So, jetzt wieder runter an den Trockner und anstellen. Irgendwie sind ein paar Flusen auf der Treppe gelandet. Also hab ich schnell die Treppe gesaugt und wo ich  mit dem Sauger schon mal im Erdgeschoss war, hab ich hier weitergemacht! Als ich dabei in die Küche kam, sah ich, dass die Spülmaschine fertig war. Ich räumte sie aus und stellte die Gläser in den Schrank. Was war denn das an der Schranktür hier? Irgendwer hat die wohl mit klebrigen Fingern angefasst! Ich nahm ein Tuch, wischte die Tür sauber und wo ich schon mal dabei war, machte ich das gleich mit allen Türen und Schubladen. „So“, dachte ich, „jetzt hab ich mir aber einen Kaffee verdient!“ Ich stellte die Kaffeemaschine an und was „sagte“ sie mir: „Wasser füllen“. Der Wasserkanister in der Küche war natürlich leer. Also runter in den Keller, um Nachschub zu holen. „Pieppieppiep“ begrüßte mich freudig der Trockner. Ich räumte ihn schnell aus und ging mit der Wäsche nach oben. Nach oben gehen? Wollte ich das nicht irgendwie vor Stunden? Hatte ich nicht einen Gedanken, der mich nach oben gehen ließ? Was wollte ich da? Ich hoffe, es fällt mir wieder ein...








31.10.2009 um 15:19 Uhr

Die Weihnachtsplanung

Neulich.......

....... fragte meine Tochter: „Wie machen wir das eigentlich dieses Jahr an Weihnachten? Wer is(s)t wann und wo mit wem bei wem?“
Die Frage lässt schon etwas auf die Kompliziertheit der Antwort schließen. Denn unsere Familie ist wohl nicht so, wie man das normalerweise kennt.
Vor 3 Jahren hatten wir folgendes Arrangement: mein zweiter Mann und ich hatten an Heiligabend die zweite Frau meines ersten Mannes (der mittlerweile mit der dritten verheiratet ist) mit Tochter eingeladen. Meine Tochter und ihre Tochter haben den gleichen Vater und sind somit quasi Schwestern. Da sie aber samt Tochter in Norddeutschland lebt, haben wir vor einigen Jahren beschlossen, uns ab und an zu treffen oder auch mal ein Mädchen in den Ferien zur Schwester zu „versenden“, damit die beiden Mädchen zumindest zeitweise eine gemeinsame Kindheit haben.
Diese Treffen waren auch immer sehr nett! Was gabs da so alles über den gemeinsamen Ex und auch über seine „Dritte“ zu lästern! Wir nannten diese Treffen immer „Ehemaligen-Treffen“!
Doch ich schweife ab: zurück zu Weihnachten vor 3 Jahren! Zusätzlich hatten wir noch meine Mutter eingeladen und meinen Bruder mit seiner zweiten Frau und der gemeinsamen Tochter sowie seiner Tochter aus erster Ehe. Abgerundet wurde die Gästeliste von meiner jetzigen Schwiegermutter, die ja auch die Stiefoma meiner Tochter ist. Sie finden das merkwürdig? Ja, wir auch! Wir sind genau wie Sie der Meinung, dass es in dieser Familie viel zu viele Frauen gibt. Nur Töchter! Von 11 Anwesenden nur 2 Männer!!
Es war ein schöner, bunter, lustiger Heiligabend!
Am 1. Weihnachtstag sind wir (die beiden Mädchen, die beiden „Ex“ und mein Mann) zu meinen ersten Schwiegereltern gefahren, die ja die Großeltern der Mädchen väterlicherseits sind.
Hier waren nun die beiden Enkeltöchter anwesend und die beiden Ex-Schwiegertöchter mit dem zweiten Mann von einer.
Der Sohn und seine „Dritte“ waren nicht da: ihr sind das wohl zu viele Damen, die die Aufmerksamkeit ihres Gatten auf sich ziehen könnten.
Weitere Gäste waren meine Ex-Schwägerin, also die Tochter meiner Ex-Schwiegereltern und somit auch die Tante der beiden Mädchen. Sie kam mit ihrem dritten Mann, der der Bruder ihres zweiten Mannes ist und ihren beiden Söhnen aus zweiter Ehe.
(Können Sie mir noch folgen? Falls nicht, lesen Sie noch mal von vorne: es ist wirklich alles schlüssig nachvollziehbar!).
Auch dieser Tag war wunderschön! Wir haben viel erzählt und viel gelacht!
Mittlerweile sind die beiden Mädchen allerdings erwachsen und außer Haus und besuchen sich eigenständig gegenseitig. Trotzdem kommt die Schwester meiner Tochter immer auch bei uns vorbei, wenn sie hier ist.
Tja und dieses Jahr an Weihnachten? Was machen wir da? Mein Mann und ich sind nun allein zu Haus! Meine ersten Schwiegereltern sind jetzt doch so betagt, dass sie solche großen Feiern nicht mehr ohne weiteres bewältigen können. Meine jetzige Schwiegermutter ist mittlerweile Urgroßmutter geworden und verbringt Weihnachten bei ihrer Enkelin und den Urenkeln. Wer kommt nun zu wem? Oder sitzen wir hier alleine rum? Die Schwiegermutter meiner Tochter lebt in Irland und die Kinder sind über Weihnachten auch mal gerne dort! Sitzen wir hier wirklich alleine rum? Aber nein! Wir könnten meinen Bruder einladen. Der ist nämlich von seiner zweiten Frau getrennt und nunmehr Single. An Weihnachten hat er seine inzwischen 3 Töchter!  Sicher würde er sich freuen, wenn er da nicht alleine kochen und backen muss! Es ist doch schön, wenn man eine solch weitläufige Verwandtschaft hat.......

22.08.2009 um 16:25 Uhr

Das Brautmutter-Outfit

Neulich.......

....... hatte ich ja schon die Befürchtung geäußert, dass es sich problematisch gestalten könnte, ein passendes Outfit für die Hochzeit meiner Tochter zu finden.
Prompt fragte dieser Tage meine Schwiegermutter: „Hast Du jetzt eigentlich schon was zum Anziehen für die Hochzeit?“
In Anbetracht des sich doch recht schnell nähernden Termins ist diese Frage durchaus berechtigt. Und: Nein, ich habe noch nix!
Als ich darüber mit einer Freundin sprach, meinte sie: „Denk dran, Du bist die Brautmutter!“ Ja, und? Weiter? Ihren folgenden Ausführungen konnte ich entnehmen, dass ich als Brautmutter wohl so was wie die First Lady unter den weiblichen Hochzeitsgästen bin! Na super! Ausgerechnet!
Ich begann, das Internet zu durchforsten und fand etwas, was mir nicht nur ganz gut gefiel, sondern sogar in Kurzgröße zu haben war! (Nein, ich bin kein Zwerg, aber die Bekleidungsindustrie scheint bei einer Körpergröße von 163 cm davon auszugehen!).
Ich bestellte das Ensemble – Rock mit kurzem Top dazu. Sah an der ca. 180 cm großen Trägerin sehr gut aus, Rock wadenlang, hohe Schuhe dazu, schick!
 Bei mir ist der Rock allerdings trotz Kurzgröße bodenlang, was aber von Vorteil ist, denn dann kann ich meine Turnschuhe mit den notwendigen Einlagen dazu tragen und es fällt gar nicht auf! ;-)
Das Oberteil hat die richtige Länge. Aber es ist ein Neckholder-Top! Tja, wie soll ich es sagen: wenn mein unterer Rückenbereich so locker wäre, wie meine Oberarme, wäre ich hoch erfreut. Und ich habe dann doch Hemmungen, diese „lockeren“ Oberarme unbekleidet zu zeigen! Oder kann ich es wagen, ebenso hemmungs- wie ärmellos zur Hochzeit zu erscheinen? Lieber nicht! 
Ein Versuch, in einem Brautmodengeschäft, das auch Brautmutter-Mode führt, etwas Geeignetes zu finden, scheiterte. Hier gab es zwar schöne Sachen, aber keine Kurzgrößen. Das, was man da an Länge hätte abschneiden müssen, hätte für Kleidchen für 4 Blumenstreu-Mädchen oder 2 Brautjungfern gereicht!
Auch stundenlanges Abklappern einschlägiger Geschäfte in der Stadt war mehr als frustrierend: alles schulter- und oberarmfrei und für andere Gewichtsklassen gemacht – sowohl was mich betrifft als auch, was mein Portemonnaie betrifft!
Voller Tatendrang hab ich mir 2 Hanteln geschnappt und ein Oberarm-Training begonnen. Straff ist allerdings nur das Training – die Oberarme sind davon meilenweit entfernt.
Also wieder ins Internet und weitergesucht. Und siehe da: bei einem anderen Versandhaus fand ich zu meinem Rock ein passendes Oberteil mit kurzen Ärmeln.
Somit hat sich dieses Kapitel erledigt! (Die Hanteln ruhen wieder gemütlich im Keller!).
(Nur so nebenbei erwähnt: Letzte Woche war ich mit meinem Mann in der Stadt, Hochzeitsklamotten für ihn kaufen. Ins erste Geschäft rein, Anzug genommen, anprobiert, gepasst, gekauft.
Zu meinem Ensemble und zum Anzug farblich fein abgestimmtes Hemd vom Bügel genommen, angezogen, gepasst, gekauft.
Nach Krawatte geschaut, gleich passende gesehen, gekauft).

       

24.05.2009 um 10:26 Uhr

Die Ehemänner-Abwrackprämie

Neulich.......

....... las ich, dass ein Fahrradgeschäft beim Kauf eines neuen Fahrrades eine Abwrackprämie für das alte zahlt.
Ein Möbelhaus zahlt eine Abwrackprämie für alte Sofas, das andere für alte Küchen und noch ein anderes für alte Möbel generell.
Da kam mir plötzlich ein Gedanke in den Sinn! Wie wäre es denn mit einer Abwrackprämie für „alte“ Ehemänner/Lebensgefährten???????
Das Prinzip könnte funktionieren wie beim Auto: frau gibt das Auto = Mann ab samt Fahrzeugbrief = Personalausweis! Ganz einfach!
Aaaaber.......  w o   gibt frau den Mann ab und vor allem:  w e r   zahlt ihr etwas dafür?
Auch verstöße es gegen das ein oder andere Gesetz, die abgewrackten Männer einfach zu „verschrotten“! Wäre ja auch nicht unbedingt nötig. Auch für das ein oder andere abgewrackte Auto hätte sich sicher noch ein Liebhaber gefunden!

Schnell war mir klar, dass diese Idee vom Grundsatz her hervorragend ist, aber in der praktischen Ausführung noch einiger Überlegungen bedarf!
Zur Zeit würde ich folgende Lösung favorisieren: frau gibt den abzuwrackenden Mann an einer noch einzurichtenden Sammelstelle ab.
Diese Sammelstelle ist gleichzeitig Anlaufort für all die Geschlechtsgenossinnen, die ein Ersatzmodell oder auch ein Erstmodell suchen.
Wer fündig geworden ist, zahlt einen Obulus in die Sammelstellen-Abwrackkasse (abgekürzt: SAK).
Hieraus werden dann zweimal jährlich die Abwrackprämien an die jeweiligen „Vorbesitzerinnen“ (oder gerne auch Vorbesitzer)  gezahlt.
Wer sich bei Abgabe direkt in ein Ersatzmodell verliebt und es mitnimmt, zahlt nichts, bekommt aber auch keine Prämie!

Kritiker könnten nun anmerken, das gäbe es alles schon längst und nenne sich Heiratsvermittlung. Aber das stimmt nicht. Bei einer Heiratsvermittlung werden die Kandidaten in den schillerndsten Farben und meist auch völlig unrealistisch geschildert.
Bei der Abwrack-Sammelstelle (abgekürzt: ASSt) kann sich jede Interessentin ausführlich bei der Vorbesitzerin über das Modell erkundigen und wird zuverlässige, der Wahrheit entsprechende Auskünfte erhalten!

Eine Sache allerdings macht mir noch Gedanken: was ist mit den Modellen, die so schnell keine Interessentin finden? Wer zahlt hier die Instandsetzung, -haltung und die laufende Wartung? Da müsste dann die SAK der ASSt geplündert werden!

Da fällt mir ein: es könnte ja unter Umständen auch passieren, dass eine Frau einen von ihr abgewrackten Mann nach einiger Zeit doch gerne wiederhaben möchte. Was, wenn der dann aber schon eine neue Besitzerin/einen neuen Besitzer gefunden hat?
Ich fürchte, es sind noch weitere Überlegungen vonnöten! Also wer Ideen hat: her damit! Das muss doch hinzukriegen sein.......




                      Â