Neulich.......

27.09.2008 um 18:21 Uhr

Glückshormone

Neulich.......

....... kam mein Mann vom Joggen zurück. „Aah“, sagte er, „das war gut! Da hat man doch gleich super Laune, wenn man so ein Stück gelaufen ist!“
Hmm.......

Etwas später saß ich am PC und erhielt eine Nachricht von einer Freundin. Sie schrieb, dass sie heute morgen recht miesepetrig aufgewacht sei und dann aber direkt Walken gegangen sei. Danach sei es ihr super gut gegangen und jetzt sitze sie im Büro und sei bester Laune.
Hmmm.......

Ich ging in die Küche, machte mir ein leckeres Brötchen, nahm mir eine Frauenzeitschrift und aß und las! Und was finde ich mitten in der Zeitschrift über 2 Seiten? Einen Bericht darüber, dass Laufen die Stimmung hebt, weil jede Menge Glückshormone ausgeschüttet werden.
Hmmmmmmm.......

Ich gehe ja nun auch seit über 9 Wochen täglich walken. Ich tue das deshalb so regelmäßig, weil ich vorher ständig Rückenprobleme hatte und die sich durch das Walken deutlich gebessert haben. Das ist aber auch der einzige Grund, warum ich walke!!!! Davon abgesehen finde ich Walken eigentlich doof!
Zugegeben: an manchen Tagen ist es ganz nett, an der frischen Luft zu sein.
Gerade jetzt, wo der Herbst kommt, es vielleicht grade geregnet hat und es richtig nach Herbst riecht.
Ich habe auch schon interessante Bekannte gefunden: da es jetzt draußen mehr regnet, trifft man jede Menge Nacktschnecken. Manchmal ist es ein regelrechtes Zickzacklaufen, um nicht auf sie zu treten oder sie mit den Walkingstöcken schwungvoll 2 Tagesreisen auf einmal weiter zu befördern.
Ich bin mir sicher, dass die beiden, die ich immer wieder treffe, Bruno und Brunhilde sind. Wahrscheinlich warten sie auch auf die Ausschüttung von Glückshormonen und laufen deshalb immer wieder von rechts nach links und wieder zurück.
Womit wir beim nächsten Punkt sind, warum ich Walken nicht mag. Ich finde es definitiv doof, irgendwohin zu laufen, wo ich eigentlich gar nix zu tun habe. Besonders dumm finde ich es, eine Strecke zu laufen, sich dann umzudrehen und wieder zurück zu laufen! Daher habe ich mir „Runden“ ausgeguckt. 4 Stück in verschiedenen Größenordnungen. Das hat den Vorteil, dass ich nur noch die halbe Strecke wohin laufe, wo ich gar nicht hin will. Die zweite Hälfte habe ich eindeutig ein Ziel: ICH WILL NACH HAUSE!!!!!!!!

Aber auf die Ausschüttung von Glückshormonen warte ich vergeblich. Könnte es sein, dass man mit 50+ so was nicht mehr hat oder so was nicht mehr gebildet wird?
Ebensowenig funktioniert es bei mir, dass ich auf der Stelle fit werde, wenn ich eine Banane esse. Hat das nicht bei Boris Becker immer geklappt? Und auch im Bekanntenkreis höre ich das immer wieder: Banane essen und sofort ist Energie da. Bei mir nicht! Auch mit Traubenzucker geht das bei mir nicht! Wahrscheinlich bin ich so voller Energie, dass keine Steigerung mehr möglich ist.
Nachdem ich hierüber intensiv gegrübelt habe, ist mir noch etwas aufgefallen. Ich bin eine Frau und ich komme locker über 2 – 3 Jahre mit 3 Paar Schuhen!!!!!!!!!!!!
Nachdem ich diese „Defizite“ bemerkt habe, habe ich beschlossen, mir ein Buch zu kaufen. Ein Buch über Aliens! Womöglich bin ich ja ein Alien.
Hmmmm – ich glaube, an manchen Tagen würde mein Mann mir da ohne zu zögern zustimmen.......

18.09.2008 um 15:57 Uhr

Das Gespräch

Neulich.......

....... saß ich mit meinem Mann im Wohnzimmer und blätterte in einem Angebotsprospekt. Darin waren nette Tischläufer in einem schönen Rot, was wunderbar in unser Wohnzimmer (sie erinnern sich vielleicht) passen würde.
Ich sagte: „So ein Tischläufer in Rot würde sehr gut hier auf den Truhentisch passen!“
(Eigentlich war das nur so dahingesagt – eine Feststellung halt).
Mein Mann: „Was? Wie kommst Du jetzt darauf? Das würde furchtbar aussehen!“
Ich (verwundert): „Wieso das denn? Das würde gar nicht furchtbar aussehen. Das wäre sehr harmonisch!“
Mein Mann: „Ich weiß nicht – manchmal habt Ihr komische Vorstellungen!“ (Ich drehte mich suchend um – wir waren völlig alleine im Haus. Warum also „Ihr“?
Ich: „Erstens musst Du mich nicht in der dritten Person ansprechen und zweitens frage ich mich, wieso das eine komische Vorstellung ist.“
Mein Mann: (leicht genervt): „Auf den Tisch hier würde ein Läufer in Rot super passen!“
Ich: „Ja, was habe ich denn gerade gesagt? Genau das habe ich doch vorgeschlagen! Hast Du mir nicht zugehört?“
Mein Mann: „Ich hab schon zugehört – das hast Du nicht gesagt. Ihr müsst mal lernen, Euch klar auszudrücken, dann weiß man auch, was Ihr meint!!!!!!!“

Ich dachte, nun ja, er wird auch älter – es gibt Schlimmeres und vergaß das Ganze.

2 Tage später rief meine Tochter an und meinte, sie müsse mir kurz ein Gespräch schildern, das sie gerade mit ihrem Freund geführt hat. Die in Irland lebende Mutter des Freundes war gerade auf dem Flug nach Deutschland, um ihre Söhne zu besuchen. Sie sollte um 11.50 Uhr landen, hatte dann einen Leihwagen und wurde folglich gegen 13 Uhr erwartet.
Meine Tochter schaute im Internet nach und stellte fest, dass die Maschine 30 Minuten früher gelandet war, als geplant. Dies wollte sie lediglich ihrem Freund kundtun mit der klaren Aussage:
„Deine Mutter wird wohl schon um 12.30 Uhr hier sein – die Maschine ist früher gelandet.

Der Freund (im anderen Zimmer am PC): „Moment, ich schau gleich nach!“
Kurz darauf: „Nee, die Maschine hat Verspätung – 30 Minuten, da kann sie nicht früher hier sein!“
Meine Tochter: „Wieso Verspätung, sie ist eine halbe Stunde früher gelandet!“
Freund: „Nee, 11.50 Uhr sollte sie kommen, 11.26 Uhr ist sie gelandet!“
Tochter: Ja, und? Das ist eine halbe Stunde früher!
Freund: „Wieso? Ach so, ja – 11.26 Uhr! Ne halbe Stunde früher. Das ist ja super – dann wird sie sicher gegen 12.30 Uhr hier sein!“

Fazit: das ist keine Altersfrage! Männer wollen wohl gerne glauben, dass sie diejenigen sind, die Feststellungen treffen und auf gute Ideen kommen.
Ich denke, als weise Frauen sollten wir sie in dem Glauben lassen!
(Mein Mann hatte übrigens Recht: der rote Tischläufer sieht absolut super aus auf unserem Truhentisch!)



17.09.2008 um 17:57 Uhr

Die Hochzeit

                      Neulich.......

 

....... telefonierte ich mit einer Bekannten. Die Hochzeit ihrer Tochter stand in 3 Wochen bevor und sie war sehr beansprucht und im Stress. Es war Ende August. Beansprucht und im Stress war sie aber schon seit September vergangenen Jahres. Da wurde der Termin bereits festgelegt. Das war 1 Jahr vorher!!!!!!!! Bei einer so langen Vorbereitungszeit frage ich mich, ob man da in der heutigen Zeit überhaupt noch davon ausgehen kann, dass sich das glückliche Paar nicht bis zum Hochzeitstermin schon wieder getrennt hat?

Andererseits: wenn sich das Paar 2 Monate nach Festlegung des Termins trennen sollte, kann ja die Braut die Vorbereitungen ruhig weiter betreiben – in den verbleibenden 10 Monaten lässt sich doch allemal ein neuer Bräutigam finden und dann läuft man nicht Gefahr, nochmal umsonst geplant zu haben.

Als mir die Bekannte im März erzählte, dass sie jetzt los müsse, weil sie die Blumen aussuchen müssten, konnte ich mir die Bemerkung nicht verkneifen: „Jetzt schon? Die sind doch verwelkt bis September! Dafür erntete ich auf einer Skala der Minuspunkte, die von 1 – 10 reicht, locker 50 Punkte!

Eine Freundin erzählte mir dann von der Hochzeit ihrer Tochter, die im Oktober stattfinden soll. Sie war dabei, Menü-Karten zu schreiben und eine Hochzeitszeitung zu entwerfen. Außerdem musste noch die Torte ausgesucht werden und Spiele, die am Hochzeitstag zur Belustigung der geladenen Gäste beitragen sollen.

Meine Tochter ist 26 und es könnte sein, dass auch sie demnächst den Entschluss fasst, zu heiraten. Kurz dachte ich daran, wie es war, als der Vater der Tochter und ich heirateten. Als wir den Entschluss gefasst hatten, kaufte ich mir eine(!!!!) Brautmodenzeitung, suchte mir ein Kleid aus, welches mir meine Patentante – von Beruf Schneiderin – dann nähte.

Ich kaufte einen passenden Schleier, ging mit dem Zukünftigen zum Kirchendiener, sagte ihm, welche Blumen links und rechts vom Altar schön wären und wir besprachen, wie der Sänger, der in der Kirche singen sollte, ins Programm eingebaut werden kann. Das war’s!

Auf der anschließenden Feier gab es auch was zu essen. Und zwar Rinderbraten, Schweinebraten und Schnitzel mit passenden Soßen, verschiedene Gemüse und Salate und Pommes frites, Klöße, Nudeln, Kartoffeln und Kroketten. Suppe und Nachtisch natürlich auch.

All das hat super geschmeckt – auch ohne, dass jeder Gast auf einer Menü-Karte nachlesen konnte, was er da zu essen bekam.

Heute heißt das alles ganz anders: heute gibt es „Scheiben vom rosa Schwein“, „Braten von der Lila Kuh“ oder „Filet vom stolzen Hahn“ mit „Röschen von weißem Blumenkohl“ und „Stiftchen von duftendem Kohlrabi“ und das ganze „an Soße vom großen Topf hinten rechts aufem Herd!“

Wir hatten auch keinen DJ, sondern eine 3-Mann-„Band“. Das war toll, denn die haben sich ganz nach der Stimmung gerichtet – wenn bei einem Lied das Tanzen richtig Spaß gemacht hat, haben sie einfach noch eine Strophe wiederholt und sie haben auch zu einer Polonaise durchs ganze Lokal aufgespielt!

Und wenn sich einer der älteren Gäste „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ wünschte, wurde das gespielt und auch die Jugend sang fröhlich mit.

Und als der Bräutigam-Vater verschämt nach dem Schneewalzer fragte, weil er den vor über 25 Jahren mit der Bräutigam-Mutter auf der Hochzeit getanzt hat, wurde der gespielt und das war richtig toll!

Mittlerweile ist die Hochzeit der Tochter von der erwähnten Bekannten vorbei. Alles sei gut gelaufen, sagte sie mir. Und dann sagte sie noch etwas, was mich sehr ins Grübeln gebracht hat. Sie sagte nämlich: „Also das Brautkleid von der Annabell (Name von der Red. geändert)zu toppen, dürfte fast unmöglich sein!“

Aha! Geht es darum bei einer Hochzeit? Muss man dafür sorgen, dass man Kleid, Blumen, Essen, Feier – all dass, von vorangegangenen Hochzeiten von weiblichen Bekannten der Braut unbedingt „toppt“? Kommt daher der Stress?

Ist nicht für jede Braut ihr Kleid das schönste? Kaufen sich die Bräute heutzutage ihre Kleider danach, ob sie es auch wirklich schaffen, andere Bräute zu übertrumpfen?

Die Zeiten haben sich geändert! Natürlich kann nicht alles sein, wie es mal war – aber so einige Traditionen werden wohl immer bleiben, andere werden dazukommen.

Und vielleicht ist auch manches besser, als es zur Zeit meiner Hochzeit mit dem Vater meiner Tochter war. Vielleicht ist das auch gar nicht so verkehrt, denn immerhin sind wir mittlerweile geschieden.......

(Was aber dazu geführt hat, dass ich zweimal geheiratet habe – davon vielleicht mal mehr in einer anderen Kolumne)

07.09.2008 um 16:54 Uhr

Renovierung


                Neulich.......

.......im Kaufhaus sah ich schöne Bettwäsche: ein dunkles Rot mit einem warmen Gelb. Sehr gemütlich sah das aus. Kuschelig.
Dann sah ich bei Freunden eine rote Couch und passende Vorhänge in rot/gelb! Richtig heimelig wirkte das.
Schon geraume Zeit ging mir das kalte, langweile „Rauhfaserweiß“ in unserem Wohn-/Esszimmer auf den Keks.
In meinem Kopf entstand ein Bild: warmes Gelb an den Wänden, rote Teppichbrücken, gelbe und rote Kissen auf der Couch.......
Mit dezenten Hinweisen, subtil eingestreuten Bemerkungen und geschickt verteilten Einrichtungsprospekten hatte ich meinen Mann nach einigen Wochen endlich soweit, dass er vorschlug, doch unser Wohn-/Esszimmer zu renovieren und plangemäß auch tatsächlich der Meinung war, die Idee sei von ihm gekommen! (Jede Frau weiß, dass Mann bei in Auftrag gegebenen Arbeiten in der Regel jedweden Einsatz vermissen lässt, bei Arbeiten, die – so glaubt er - ihm selbst einfallen, jedoch mit unglaublichem Enthusiasmus und Elan zur Sache schreitet).

Eine Woche später sah unser Wohnzimmer aus, als wäre es direkt einem Einrichtungskatalog entsprungen. Zu den Wänden, Teppichen und Kissen kamen – Ikea sei Dank – die exakt passenden Kerzen in rot und gelb, Servietten und das ein oder andere das Bild abrundende Einzelstück! Perfekt!

Wenige Tage später allerdings gab mein Rücken zu verstehen, dass diese Schufterei nicht das war, was er gerne hat. Es zog, blockierte und schmerzte. Folglich: Orthopäde, Physiotherapeutin, Krankengymnastik!
Jede Menge „Hausaufgaben“. „Am besten, Sie besorgen sich einen Gymnastikball!“ „Was auch nicht schlecht ist, ist eine Pilatesrolle!“ „Haben Sie einen Igelball zuhause?“ „Die Übungen machen Sie am besten auf einer Gymnastikmatte!“ „Einen sehr guten Effekt erzielen Sie, wenn Sie mit Gewichten an Händen und Füßen arbeiten!“ „Dieser Schwingstab ist sehr effektiv – sie bewegen ihn mit der Hand, aber durch die Schwingungen werden alle Muskeln am Körper in Bewegung versetzt und kräftigen sich so!“
Okay: der Gymnastikball ist lila.
Die Pilatesrolle ist weiß!
Der Igelball ist blau!
Die Gewichte sind dunkelgrau!
Die Gymnastikmatte ist leuchtendblau!
Lichtblick: der Schwingstab ist weinrot!!!!!!!!!

Die Übungen helfen auch, aber jedes Mal in den Keller marschieren? Macht doch keiner! Außerdem: wenn schon anstrengen, dann wenigstens fernsehen dabei. Also das Zeugs ins Wohnzimmer! Aber.......  Sie erinnern sich an mein neues Wohn-/Esszimmer? In den sanften Tönen dunkelrot/warmgelb?
Reicht Ihre Phantasie aus, um sich die aufgeführten Gerätschaften in diesem eleganten Rahmen vorzustellen? Genau! Schrecklich! Wie gut aber hätten diese Hilfsmittel zu „rauhfaserweißen“ Wänden gepasst!
 

07.09.2008 um 16:29 Uhr

Arzt

Neulich.......

....... beim Arzt. Hin und wieder geht man ja dorthin. So wie ich neulich, als ich meine Schilddrüse mal wieder überprüfen lassen musste.
Tolle Praxis, viel Komfort und neueste Untersuchungsmethoden.
Als erstes sollte meine Körpergröße gemessen werden! Wozu??????? Ich bin 1,65 m – das steht in meinem Personalausweis!
Doch die nette Dame wollte partout messen. Dazu hielt sie mir ein stabähnliches Gebilde knapp über den Kopf und behauptete kurz darauf, nun meine genaue Körpergröße zu kennen und die betrage 1,63 m!!!!!!!!!!!!! Ich? 1,63 m????????? Das würde nicht nur bedeuten, dass ich geschrumpft bin! Das würde ebenso bedeuten, dass ich zu klein für mein Gewicht bin und aus meinem leichten Übergewicht – ohne dass ich wenigstens genussvoll 4 Stück Torte verzehrt oder die Weihnachtsgans alleine vertilgt hätte – ein deutliches Übergewicht geworden wäre!
Unmöglich!
Man kann mir viel von neuer Technik erzählen, aber ein über mein Haupt gehaltener Stab kann nicht wissen, wie groß ich bin! Schnickschnack!
(Als nächste Errungenschaft moderner Untersuchungstechnik wird wohl beim Neurologen oder beim Fahrtauglichkeitstest nicht mehr der Kreidestrich auf den Boden gezeichnet, den man entlanglaufen soll, sondern der Untersuchende leuchtet mit einer Taschenlampe und verlangt, dass man auf dem Strahl des Lichts balanciert.)

Nun sollte ich mich auf eine Waage stellen. Auch hier wieder neueste Technik: keine normale Waage, nein! Eine, die Körperfett, Muskelmasse, Wasseranteil und Gewicht misst!
Auch diese Technik sollte unbedingt überprüft werden, denn anhand der Zahlen, die sie für das vorhandene Körperfett und die vorhandene Muskelmasse bei mir ausgedruckt hat, war ganz klar zu erkennen, dass diese beiden Werte nur vertauscht sein konnten!!!!!!!

Überhaupt ist einiges anders, wenn mit über 50 zum Arzt geht. Zum Beispiel beim
Radiologen: während man früher von der Dame am Empfang gefragt wurde (zumindest, wenn man weiblichen Geschlechtes ist): „Besteht eine Schwangerschaft?“ verändert sich mit den Jahren der Satzaufbau. Erst heißt es: „Eine Schwangerschaft besteht.......“ (fragender Blick, aber immerhin am Tonfall noch als Frage zu erkennen, während der Kugelschreiber aber schon über dem „Nein“ kreuzt.
Und irgendwann heißt es nach einem kurzen Blick auf die über 50jährige: „Eine Schwangerschaft besteht nicht!“ und schwupps wird das „Nein“ angekreuzt.

Aber andererseits: wenn das alles ist, worüber man sich nach einem Arztbesuch Gedanken machen muss, ist doch eigentlich alles in Ordnung.
Und nur der Ordnung halber erwähne ich noch, dass ich, zuhause angekommen, mich sofort an den Türrahmen stellte und über meinem Kopf einen Strich zeichnete.
Dann habe ich nachgemessen: 1,63 m!!!!!!!
(Aber das war sicher nur, weil ich nach dem Vertauschen meiner Körperfett- und Muskelmasse-Werte mit hängenden Schultern herumgelaufen bin!).




07.09.2008 um 13:08 Uhr

Verwählt

Neulich.......

....... rief meine Freundin Marlies an. (Sie erinnern sich: sie ist die Mitfühlende). Auch sie hat ja die 50 überschritten und ihre Söhne sind aus dem Haus. Als einzige von uns ist sie bereits Oma! Ihr Ehemann ist ihr erhalten geblieben, aber das Haus, in dem sie wohnen hat mehrere Etagen, so dass das meistens kein Problem darstellt!

Auch sie hat sich Gedanken gemacht und sich nach Neuem umgesehen (also nicht nach neuen Männern!). Dabei ist sie auf „Chefkoch“ gestoßen und seitdem kocht und backt und experimentiert sie eifrig. In regelmäßigen Abständen treffen sich auch einige der „Mitköche“, die im näheren Umfeld wohnen, zu gemeinsamen Kochorgien! Ich glaube, es gibt dort auch flüssige Nahrung – jedenfalls scheinen diese Treffs immer sehr lustig zu sein.
Aus gegebenem Anlass ist sie deshalb zum letzten Treffen mit dem Zug gefahren und hat mit ihrem Ehemann besprochen, dass sie ihn anruft, sobald sie in den Zug steigt, der sie in 30 Minuten zum Bahnhof ihres Wohnortes bringt, damit er sie dort abholen kann.
Soweit – so gut!

Das Treffen war sehr gemütlich und zog sich daher in die Länge. Erst gegen 2.30 Uhr war sie am Bahnhof, um in den Zug nach Hause zu steigen. Da der Akku ihres Handys leer war (nein, das hat nichts mit Vergesslichkeit jenseits der 50 zu tun!), musste sie auf einen öffentlichen Fernsprecher zurückgreifen. In Eile, weil ihr Zug gleich abfahren würde, fand sie immerhin einen, der tatsächlich funktionierte, wählte hastig die Nummer von zuhause und als sich ihr Mann (nur ganz leicht verschlafen klingend) meldete, sagte sie nur: „Du kannst mich in 30 Minuten abholen!“ Sie wollte grade auflegen, da hörte sie eine äußerst sympathische Männerstimme sagen: „Sehr gerne, wenn Sie mir sagen, wen und wo, bin ich pünktlich da!“
Vor lauter Schreck konnte sie nur ein „Oh, Entschuldigung“ murmeln, legte auf und rief ihren Mann an – diesmal schaffte sie es, ohne sich zu verwählen!

Nachdem sie mir das erzählt hatte, war ich fassungslos: da gibt es doch tatsächlich irgendwo in Deutschland einen Mann, der sich – mitten in der Nacht aufgeweckt – als schlagfertig und humorvoll entpuppt und sie legt einfach auf!!!! Und da es eine Telefonzelle und sie ein Eile war, konnte sie nicht mal mehr die Wahlwiederholung drücken, um zu erfahren, wen sie da angerufen hatte!!!!

Diese Kolumne habe ich nicht nur deshalb geschrieben, weil es eine lustige Geschichte ist. Dieses Mal hatte ich so ein bisschen den Hintergedanken, dass der nächtlich Aufgeweckte sie liest und sich womöglich meldet, denn auch Regina, Hannelore, Monika und Cornelia wären schon etwas neugierig auf ihn.......


07.09.2008 um 09:06 Uhr

Physiotherapeutin

Neulich.......


.......bei der Physiotherapeutin. Im Rücken schmerzt es, in den Beinen zieht es und mein Musculus spinatus (der heißt tatsächlich so – ich nenne ihn liebevoll „mein Gemüsemuskel“),
welcher macht, dass der Arm sich nach hinten bewegt, verweigert nahezu vollständig seinen Dienst. Beim Orthopäden fielen Worte wie „Fehlhaltung“, „altersgemäß“ und „X-Beine“ und er entschied: Krankengymnastik, um „Anleitungen zum Beüben“ zu erhalten.
Beim Anruf zum Termin-ausmachen sagte die freundliche Dame: „Und bitte bequeme Kleidung anziehen, nichts, was einengt, etwas, worin Sie sich gut bewegen können!“
Hm.......
Als ich zu meinem ersten Termin kam, schaute ich mich in der Praxis um. In die vorderen Räumlichkeiten hatte ich etwas Einsicht und erkannte in jedem Raum eine Liege. Meine Stimmung stieg – ich sah mich schon gemütlich auf dem Bauch liegend eine wohltuende Massage genießen.
Dann betrat die Physiotherapeutin die Bildfläche, rief freundlich „Hallo“ und „Wir gehen in die 5“. („Die 5“ war bisher meiner Einsicht verborgen!).
Ich betrat „die 5“ und .... erstarrte! Keine Liege!!!!!!!!! Dafür Gymnastikmatten auf dem Boden! Gymnastikbälle in der Ecke! Foltergeräte an den Wänden! Und ein Spiegel!!!!!!!
Ein Spiegel, der vom Boden bis zur Decke reichte und eine Breite hatte, in der sich die Wildecker Herzbuben locker drin erkennen könnten und zwar nebeneinanderstehend!!

In diesem Spiegel sah ich mich nun – in „bequemer Kleidung“ – also kein Miederhöschen, keine figurformende Jeans, keine streckenden hohen Absätze.......! Weglaufen war zu spät, also drehte ich mich wenigstens mit dem Rücken zum Spiegel! „Nee, nee, nee“, sagte die nette Physiotherapeutin, „schon zum Spiegel schauen!“
Hm.......
Dann machte sie mir mit anmutigen Bewegungen eine Übung vor, die ich dann (mit deutlicher weniger Anmut, dafür umso mehr Mut) nachmachte, richtiger gesagt: versuchte
nachzumachen!
Überflüssig, zu erwähnen, dass die Übungen bei ihr locker und schön anzusehen waren, bei mir mehr an einen auf dem Rücken liegenden Maikäfer erinnerten!
Kurzfristig dachte ich, dass die in der letzten Kolumne erwähnte moderne Waage vielleicht doch nicht defekt war und die meine Muskelmasse und mein Körperfett betreffenden Werte evtl. doch nicht vertauscht!
Es wurde bei den folgenden Terminen noch ganz schön heftig – ich hätte nie geglaubt, wie man sich ohne Fitnessgeräte oder sonstige Hilfsmittel so anstrengend bewegen kann.
(Knien Sie sich mal auf den Boden, stützen die Hände auf und strecken dann den rechten Arm nach vorn und das rechte Bein nach hinten und fallen dabei nicht um!)

Mittlerweile kann ich allerdings sagen, dass ich die Übungen ganz gut hinkriege, tatsächlich auch zuhause (ohne Spiegel) meine „Gebrechen“ beübe und erste Erfolge zu verzeichnen sind.
(Toitoitoi!).
Und ich muss auch nicht mehr in „die 5“, sondern darf jetzt in „die 4“ und „die 4“ hat eine Liege. Zwar werde ich auch hier  nicht wohltuend massiert, sondern wehtuend bearbeitet, aber
das ist alles für den guten Zweck!
Und ich denke mit Wehmut daran, dass das Rezept bald aufgebraucht ist.......

06.09.2008 um 18:20 Uhr

Freundinnen

Neulich.......

....... ging mir so durch den Kopf,  dass sich das Leben als Mutter doch verändert mit 50+.
Das Kind ist von zuhause ausgezogen, der Ehemann zum Glück (?) nicht und man sucht nach neuen „Inhalten“.
Da ist es gut, wenn man rechtzeitig vorgesorgt hat und  eine gewisse Anzahl an Freundinnen
hat. Mit Freundinnen ist es in gewisser Weise wie mit Männern. Man sagt ja, dass frau mehrere Männer haben sollte – für jeden Bereich einen, weil ja bekanntermaßen kein Mann mehrere Dinge kann.

Freundinnen können, da sie ja Frauen sind, naturgemäß mehrere Dinge, aber dennoch ist es hilfreich, Auswahl zu haben.
Das lässt sich an einem Beispiel erklären: wenn bei mir mal alles schief geht und ich mich nur ärgern muss, kann ich meine Freundin Regina anrufen.
Sie hört mir zu und dann lacht sie! Ein sattes, diabolisches, amüsiertes Lachen! Dann hört sie kurz auf zu lachen, sagt: „Ach, Du Arme! Du tust mir ja soooo leid!“ und kann einen erneuten Ausbruch dieses diabolischen Lachens schon nicht mehr unterdrücken.
Sehr hilfreich! Sehr aufbauend! Regina ist die Schadenfrohe!

Rufe ich dagegen meine Freundin Marlies an und schildere mein Ungemach, ist die Reaktion eine ganz andere: Sie ist betroffen, schimpft heftig auf die, die mir dieses Ungemach bereitet haben und bedauert mich. Marlies ist die Mitfühlende!

Dann habe ich noch meine Freundin Hannelore zur Hand. Sie sagt: „Was? Unglaublich!“ Und dann erzählt sie von ihren Missgeschicken und schon sind meine nur noch halb so schlimm!
Hannelore ist die Ablenkende!

Nun kommt meine Freundin Monika. Sie ist entsetzt, fragt sich, wie man mit einer Frau wie mir so umspringen kann, mit einer so netten, liebenswerten, hilfsbereiten, intelligenten, weltgewandeten Frau.
Monika ist die, die die Tatsachen klar erkennt!

Nach diesen Gesprächen geht es mir dann meist besser – außerdem ist der Vormittag danach sowieso vorbei. Ich bin sehr froh, dass Telefongespräche nicht nach Worten abgerechnet werden – keine einzige Telefongesellschaft würde mir sonst eine Flatrate gewähren!

Selbstverständlich habe ich meine Freundinnen gefragt, ob ich ihre richtigen Namen verwenden darf für diese Kolumne. Ich durfte in allen 4 Fällen und dabei ist mir noch etwas aufgefallen: auch anhand der Vornamen meiner Freundinnen ist unschwer zu erkennen, dass ich die 50 überschritten habe (die Freundinnen übrigens auch): wer heißt heute noch Regina, Marlies, Hannelore oder Monika? (Würde ich nicht zu meinem Alter stehen, hätte ich Gina, Mara, Hannah und Monique verwendet!)

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Freundinnen eine ganz tolle Erfindung sind, die frau unbedingt haben muss! Ich hoffe, meine bleiben mir erhalten – auch, wenn vielleicht noch die ein oder andere Kolumne über sie erscheint! Und es ist gerade eine alte Freundin wieder neu dazugekommen – wkw sei Dank. Über sie kann ich noch nichts schreiben, aber auf jeden Fall  passt sie immer noch perfekt zu uns – nicht nur vom Namen her: Cornelia!


01.09.2008 um 18:57 Uhr

Der 50. Geburtstag

Neulich.......


.......habe ich gebügelt und dabei so an dies und jenes gedacht. Dabei fiel mir etwas auf: von dem Tag an, an dem der Mensch auf die Welt kommt wird er älter. Und zwar jedes Jahr an diesem Datum 1 Jahr älter! 1 Jahr jedes Jahr – und das geht nicht schneller, auch wenn man manchmal 2 Jahre auf einmal älter werden möchte, sei es, weil man in die Schule kommen will, endlich volljährig sein möchte oder unbedingt zum nächsten Bundestagsabge-
ordneten seines Wahlkreises gewählt werden will. Nein, es geht immer nur Jahr für Jahr.
Bis.......
Ja, bis der Mensch 49 Jahre alt ist. Am darauffolgenden Geburtstag geschieht Merkwürdiges, Rätselhaftes, Unglaubliches: Mit dem 50. Geburtstag wird man nicht mehr nur einfach 1 Jahr älter, sondern man wird eine ganze Generation älter!!!!!!!!!!!!!!!!
Man mutiert vom eben noch von der Wirtschaft hofierten, umworbenen, ge- und befragten Kunden, dem alle Türen offen stehen oder zumindest bei seinem Erscheinen geöffnet werden, zur „Generation 50+“!
„50+“ – was soll das eigentlich sein? Was haben sich die da oben dabei gedacht, als sie diesen Begriff kreiert haben?
Da es nach „50+“ keinen Begriff mehr gibt, unter dem man Menschen zusammenfasst, ist es folglich gleichgültig, ob man nun 50, 64, 77, 88 oder 104 Jahre alt ist. Man ist einfach „50+“!
Soll das Mut machen? Man fühlt sich wie eine Briefmarke: 50. Geburtstag – Stempel „50+“ drauf und fertig!
Da gibt es Mittelchen für die Generation „50+“, Kurse, ganze Studiengänge, Fitneß- und Rückenkurse, Kleidung – alles für abgestempelte 50+ - Menschen!
Ein Fitnesskurs mit jungen Menschen? Aber nicht doch, Sie sind doch 50+!

Oder wie es mir nun ständig geht: immer hatte ich ein offenes Ohr für die verschiedenen Meinungsforschungsinstitute, die pünktlich zum Abendessen telefonisch bei mir erschienen, um mich zu fragen, wo auf einer Skala von 1 – 10 ich unseren Bundeskanzler einordne oder ob die Aussage „Die da oben machen ja doch was sie wollen“ meiner Meinung nach „voll und ganz“ oder „eher ja“ oder „eher nicht“ oder „weiß nicht“ zutrifft!
Lange Minuten habe ich aufgezählt, welche Joghurt-Marken ich kenne oder welche Automarken mir einfallen, mir dann – manchmal vergisst man ja viele – aufzählen lassen, welche es noch gibt und ob ich diese Namen schon mal gehört habe oder sogar gegessen/gefahren habe.
Und dann geschah es: ein Anruf, ein netter junger Mann, eine Umfrage! Zuerst die höfliche Frage, ob ich denn kurz Zeit hätte und auf mein Bejahen das überschwängliche Bedanken dafür. Dann die Frage nach meinem Alter und nach der Antwort: „51“ ein durchs Telefon hörbares Zusammenzucken und dann die schüchterne Antwort: „Oh, ich sehe gerade, wir haben in diesem Bereich schon genug Interviews. Aber vielen Dank dafür, dass Sie bereit waren, mit uns zu sprechen!“
Nun könnte man meinen, dass sei gerade erst aufgefallen, dass niemand mehr gebraucht wird für diese Umfrage. Aber nein, das stimmt nicht, denn es fehlt die obligatorische Schlussfrage: „Dürfen wir Sie denn mal wieder anrufen, wenn wir.......?“
Und nachdem das einige Male passiert war, hatte mich auch das letzte Institut wegen Erreichens der „50+-Marke“ aussortiert und aus allen Listen gestrichen!




01.09.2008 um 16:31 Uhr

Autogeräusche

Neulich.......

....... war ich mit dem Auto unterwegs. Als ich am Ende der Autobahnabfahrt in den Stand bremsen musste, hörte ich unter dem Auto seltsame Geräusche. Schon etwas beängstigende Geräusche! Als mein Mann nach Hause kam, entwickelte sich folgendes Gespräch:
Ich:  „Mein Auto macht merkwürdige Geräusche!“
Ehemann, Augen gen Himmel verdrehend, gereizter Tonfall: „Was für Geräusche?“
Ich:  „Als wenn ein Traktormotor unter dem Auto laufen würde!“
Ehemann: Genervter Blick!
Ich: „Ehrlich! Als ich in den Stand gebremst habe, war das schrecklich laut!“
Ehemann: „Du wirst ein Steinchen im Reifenprofil haben. Das klingt dann so!“
Ich: „Nee, ein Steinchen ist das nicht! Würdest Du mal mit mir fahren, damit Du das hörst?“
Ehemann (äußerst gereizt): „Ja, auf dann!“
Probefahrt – keinerlei Geräusche.
Ehemann (höchst belustigt): „Was ich gesagt habe, Du hattest ein Steinchen im Profil!“
Na, wenn ich ihm wenigstens auf die Art zu guter Laune verholfen habe – aber ich weiß, dass da ein Geräusch war!

2 Tage später das gleiche Geräusch wieder. Diesmal die Aussage des fachkundigen, nie um eine Erklärung verlegenen Ehemannes: „Das ist der Straßenbelag – das überträgt sich auf die Reifen und das ist, was Du da hörst!“
Aha!
Da ich es doch lieber einem richtigen Fachmann vorführen wollte, sind wir in unsere Werkstatt gefahren. (Ehemann und Werkstattmann verstehen sich gut!).
Ehemann, mit belustigten Blick zum Werkstattmann: „Meine Frau hört ein Geräusch an ihrem Auto!“
Werkstattmann, belustigter Blick zurück: „Soso! Und welches?“ (Ich konnte seine Gedanken lesen: eine Frau! Und über 50! Wieso fährt die überhaupt noch Auto?).
Ich erkläre es und die Antwort des Werkstattmannes: „Da ist sicher ein Steinchen im Reifenprofil!“
Ehemann, mit stolzgeschwellter Brust: „Genau das habe ich ihr auch gesagt!“
Probefahrt - keinerlei Geräusche.
Auf der Heimfahrt kommt das Geräusch und der Ehemann sagt, dass sei mit absoluter Sicherheit der Straßenbelag, der sich auf die Reifen überträgt.
Das Geräusch kam nun immer öfter und lauter, aber der Ehemann wollte nix mehr davon hören und verwies nach wie vor auf den Straßenbelag!
An einem Sonntag waren wir bei meinem Bruder eingeladen (1 Stunde Fahrzeit). Ich bestand darauf, mit meinem Auto zu fahren, damit der Ehemann das Geräusch noch mal hört.
Der Ehemann fuhr selbst. Kurz vor der Ankunft am Ziel war das Geräusch dermaßen laut, dass selbst der Ehemann nicht mehr an eine Straßenbelag-Übertragung glaubte.
Es wurde der ADAC angerufen und der nun wirkliche Fachmann stellte fest, dass die Bremsbeläge komplett runter waren und diese Tatsache das Geräusch verursachte.
Und was sagt der Ehemann: „Das habe ich mir schon gedacht!“
Ich, ebenso erstaunt wie wütend: „Achja? Ich denke, es war der Straßenbelag!“
Ehemann: „Normalerweise sind das die Bremsbeläge, wen so Geräusche kommen. Aber so viele Kilometer sind ja noch gar nicht auf dem Auto, dass die runter sein könnten. Deswegen habe ich nix von Bremsbelägen gesagt. Aber ich habe vergessen, dass Frauen durch ihre völlig falsche Fahrweise das ja viel schneller hinkriegen, die runterzufahren!“
Nur der Tatsache, dass ich für einen Ehegattenmord ins Gefängnis müsste und dadurch nix von der Lebensversicherung hätte, verdankt mein Gatte, dass er diesen Tag überlebt hat. (Obwohl, wenn die Richterin eine Frau gewesen wäre, die mit einem ebenso versierten Ehemann gesegnet ist.........)

01.09.2008 um 16:27 Uhr

Bissschiene

Neulich.......

....... telefonierte ich mal wieder mit meiner Lieblingscousine. Sie war leicht deprimiert. Beruflicher Stress,  Meinungsverschiedenheiten mit den Söhnen, beginnende Beschwerden des Alters – solche Dinge eben.
Außerdem war sie etwas verstört, weil ihr mehrfach etwas passiert war, was ihr sehr peinlich ist.
Wie ich schon in einer früheren Kolumne beiläufig erwähnt hatte, muss sie seit einiger Zeit nachts eine Bissschiene tragen.
Morgens im Bad zieht sie aus und legt sie zum Aufbewahren in ein Teil, was wir alle noch aus Teenagerzeiten kennen – nur war es damals für die Zahnspange.
Neulich war sie morgens sehr in Eile und als sie auf der Arbeit war, fiel ihr ein:
Die Bissschiene liegt im Bad!!!!!!!
Und zwar frei im Bad! Bei ihr wohnt ihr 19jähriger Sohn und dessen Freundin hatte die Nacht bei ihm verbracht. Den Gedanken, dass selbige nun ins Bad gehen und die Bissschiene sehen würde, fand sie alles andere als angenehm!

Einige Wochen später feierte ihr Sohn zuhause eine Party, zu der jede Menge Kids zwischen 17 und 21 kamen. Es wurde gegessen und getrunken und als Folge hiervon mussten die Jugendlichen auch hin und wieder ins Bad. Kein Problem! Das Bad war sauber, Gästehandtücher lagen bereit, alles war in bester Ordnung.
Als sie gerade mitbekam, wie mal wieder einer der Gäste den Weg Richtung Bad einschlug, fiel ihr siedendheiß etwas ein. Sie hatte sie am morgen gereinigt und:
Die Bissschiene liegt im Bad!!!!!!!
Und zwar frei im Bad! Sie hat sie stehenden Fußes in das dafür vorgesehene Döschen gepackt, aber da in der Zwischenzeit fast jeder schon mal im Bad war und die Bissschiene gesehen hatte, war sie doch peinlich berührt!

Meine liebste Cousine hat einen Lebensabschnittsgefährten, mit dem sie allerdings nicht in einer Wohnung zusammen lebt. Hin und wieder jedoch übernachtet der eine mal beim anderen. So auch an einem Tag kurz nach der oben erwähnten Party. Den Entschluss, die Nacht bei ihr zu verbringen, hatte ihr LAG spontan gefasst. Sie hatte nicht damit gerechnet und als er ins Bad ging, fiel ihr ein, dass sie schon Vorkehrungen für abendliches Badritual getroffen hatte. Und folglich:
Die Bissschiene liegt im Bad!!!!!!!
Und zwar frei im Bad! Aber was solls: solange es nur die Bissschiene ist.......

Der nächste Tag war beruflich voller Stress und Hektik für sie. Hundemüde und total erschlagen kam sie abends zuhause an und wollte nur noch eines: gemütlich ins Bett.
Da sie allerdings Probleme mit dem Rücken, den Hüften und den Beinen hat – weswegen auch die Bissschiene vonnöten ist – muss sie einen ziemlichen Aufwand betreiben, bis sie endlich so im Bett liegt, dass sie an Schlafen denken kann. Also begann sie die abendliche Schwerstarbeit: Kopfkissen raus, Stützkissen dafür rein ins Bett. Dann sie selbst ins Bett, Kopf richtig lagern, Seitenlage wählen, ein Bein anwinkeln, ein Bein ausstrecken und zwischen die Beine ein Kissen platzieren, damit selbige nicht aufeinander liegen, was nicht gut für die Hüften wäre. In den Rücken dann ein weiteres Kissen platzieren, damit sie nicht nach hinten „kippt“, wenn sie eingeschlafen ist. Dann Decke obendrüber – endlich fertig! Als sie gerade mit einem tiefen Seufzer die Augen schließen wollte, fiel ihr etwas ein:
Die Bissschiene liegt im Bad!!!!!!!