Mein Weg

10.02.2009 um 14:26 Uhr

das Lernen

von: soralie

Das Lernen

Gelernt habe ich mein Leben lang,

aufgewühlt, nachgefragt, hinterfragt

warum, weshalb, wieso

keine Ruhe gelassen und gehabt, bis die Antwort verständlich war.

Die Schule hat mir wenig gegeben, zusammengewürfelt saßen wir alle zusammen in einer Klasse, in einem Kurs. Was habe ich dort Wichtiges gelernt?

Die Musik, ein paar wichtige Sprachfetzen, Mathematik, die ich schon wieder vergessen habe. Freunde für's Leben gab's dort auch nicht. Die habe ich woanders gefunden - wie in der Musik.

Ich war immer auf der Suche, habe wieder gefragt und gesucht, mein Kopf - mein ständiger Begleiter, Behinderer, Förderer

nervig für andere - manchmal 

herausfordernd für wieder andere - auch manchmal

eine Bereicherung für wieder andere

immer näher komme ich an mich selbst heran

mit dieser ständigen Suche nach Antworten

Dann das Geschenk vom Himmel: Motte

Das Suchen mußte intensiviert werden, es war eingeschlafen worden, schlummerte in Oberflächlichkeit und hinter maskenartiger Selbstverleugnung

zu viel Schminke im Gesicht

Aber jetzt war das Lernen wieder dran, mit aller Macht

Altes mußte und wollte durchbrochen werden immer schon

wieder Fragen und Fragen

Ängste, die losgelassen werden mußten

damit die Wut gehen konnte

ich muß es tun - für mich und für mein Kind

anders geht es nicht, nur so

also wieder lernen, und fragen. Das Neue ist interessant, es zieht mich. Ich hinterlasse Unverständnis, Neugierde, Fragezeichen und Genervtheit

egal, denn ich tue es ja für mich.

Ich habe die Welt früher nicht verstanden. Was - bitte schön - soll ich hier? Mich versteht keiner und ich weiß nicht, wieso die andern so komisch denken, so banal und nichtig.

Durch das Lernen hat sich meine Weltsicht erweitert - zum Glück. Wurzeln muß ich haben. 

Dann ist das Leben lebendig, kann ich meinen Weg weitergehen und das Leben schön finden. Melancholie, ich lass dich los - Lebensfreude kommt daher und wird willkommen geheißen.

JETZT verstehe ich den Sinn - jeden Tag ein bißchen mehr. Glücklich darf ich sein, das Erdenleben voll und ganz genießen und das Gute erleben. 

Hurra, ich bin stark und ich bin lebendig.

03.02.2009 um 12:32 Uhr

Dankbarkeit

von: soralie

Motte hat am Wochenende einen Spruch gefunden, den sie zum besten gegeben hat:

Wenn du bis zum Hals in der Sch.... steckst, solltest du den Kopf nicht hängen lassen...

Ich kannte ihn noch nicht und kann mich heute noch über ihr verschmitztes Gesicht köstlich amüsieren...

Überhaupt sind viele gute Dinge passiert, über die ich sehr dankbar bin.

Ich habe schöne Bücher gelesen in den letzten Wochen. Ganz besonders gut fand ich das Buch von Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg. Diese feinsinnige Art ein Buch zu schreiben und dabei nicht zu intim zu werden - ich war tief beeindruckt und hatte das Gefühl, mit auf dem Weg zu sein, und irgendwie bin ich das ja auch - auf meinem eigenen Weg.

Motte und ich hatten die Grippe und wir haben sie ausgeschwitzt, aber so richtig. Es war ein starkes Gefühl, das Fieber so bewußt zu erleben, obwohl ich zwischendurch echt gedacht habe, daß es zum Glück "nur" ne Grippe ist und sie wieder weggeht. Ich hab's geschafft, Motte nur einmal ein bißchen Fiebersaft zu geben, damit sie die Möglichkeit hat, sich selbst gegen die Viren zu wehren und daran zu wachsen. Das war nicht ganz leicht und ich hab oft Fieber gemessen, aber am Ende war's gut und ich sehr glücklich. Sie hat sich wieder verändert.

Ich habe noch ein tolles Buch gelesen: Ich stehe nicht mehr zur Verfügung. Da ist sehr eindrucksvoll und verständlich beschrieben, wie wir alle zusammenhängen und unsere Energien sich ständig austauschen, so daß wir teilweise Gefühle leben und erleben, die gar nicht unsere sind, die wir aber für unsere halten. Dazu gibt's ein paar Experimente, die man ganz leicht zu Hause mit Freunden machen kann. Ich hab's probiert und es war ein sehr eindrucksvoller und nachhaltiger Abend.

Gestern abend habe ich einen der schönsten Filme überhaupt gesehen: Kirschblüten. Meine Güte, was für ein gefühlsmäßiges und schauspielerisches Geschenk. Wunderschön!

...und mein Chef hat sich gefreut, als ich nach zwei Wochen wieder da war...

 

16.01.2009 um 11:47 Uhr

Chaos und Tränen

von: soralie

Was mache ich nur? Was bin ich durcheinander und total traurig. Ich weiß nicht, was ich tun soll.

S. ist hier, und ich finde es schön, daß sie hier ist. Gestern mittag noch habe ich mich nicht gefreut, daß sie kommt. Ich hatte Magengrummeln und ein richtig doofes Gefühl, ich wußte ja, daß wir miteinander reden müssten, daß ich mich nicht wieder rauswinden kann und das Unangenehme meiden. Wir hatten für heute einen gemeinsamen Termin bei Birgit gemacht. Birgit ist krank geworden und hat abgesagt. Ich konnt's nicht fassen, als ich das hörte. Ich hatte sehr viel Hoffnung in diesen Termin gesetzt - Hoffnung auf mehr Klarheit.

Das einzige, was mir immer klarer wird, ist die Tatsache, daß ich da irgendwie durch muß. Ich finde mich kompliziert, beziehungsunfähig, wie ein totaler Anfänger, so als wüßte ich nicht zu schätzen, was ich alles Gutes habe. Es könnte alles wunderbar laufen - Job, Kind, Partnerschaft, Umgebung, Freunde - aber mich drängt es nach Neuem. Das war immer schon so. Ruhe heißt Ausruhen heißt versumpfen heißt Neues finden müssen.

Wird das auch in Beziehungen ewig so weitergehen? Ich kann mir nicht vorstellen, S. aus meinem Leben zu reißen. Andererseits biete ich ihr seit langem sowieso nur ein bißchen mehr als Freundschaft. Wir sind wahnsinnig miteinander verbunden, aber heißt das, daß es gut so ist????? Mein Kopf, meine Gefühle, mein Herz, alles dreht durcheinander. Sie sieht mich an mit ihren wunderschönen Augen und ich kann sie ganz nah fühlen. Und dann wieder blitzt die Sehnsucht nach Distanz, nach Andersartigkeit auf.

Dann wieder möchte ich nur weg, allein sein. Was habe ich da zu bieten? Sie rausholen, wenn's mir passt und wieder wegpacken, wenn ich genug habe? Ich bin einfach nur tieftraurig und dabei könnten wir so schön Zeit miteinander verbringen - als was???? Freundinnen? Partnerinnen? Es fühlte sich so gut an, einen Menschen - sie - an meiner Seite zu haben.

Wie kann ich vor vier Monaten sagen, sie soll mit mir leben und jetzt sehen, daß es so nicht geht? Wo ist da der Weg? 

Ich werde von ihr geliebt. Das ist ein Geschenk, so groß, daß ich manchmal nicht weiß, ob ich es so annehmen kann, weil ich nicht so viel zurückgeben kann.

Wo ist mein Weg? Wo meine Art zu leben? Wann werde ich es endlich wissen?

Ich muß das alleine hinkriegen

15.01.2009 um 11:39 Uhr

mein schönstes Erlebnis

von: soralie

.... mein schönstes Erlebnis gestern:

Ich war mit meinen Kolleginnen in Düsseldorf. Wir sind in einen "Starbucks" gegangen, um dort den leckersten Soya Cappuccino zu trinken, den ich je genossen habe. Die beiden Männer hinter der Theke waren so was von locker und freundlich drauf. Wir haben mit ihnen rumgeblödelt und nachher wie Teenies am Tisch gesessen und geschwärmt: "So was würdest du bei uns NIE finden. Ist das zu glauben? So nette Leute und so offen und FREUNDLICH" (hier ist es eher umgekehrt)

Ich bin dann nachher noch mal zu dem hübschen jungen Mann hin und hab ihn gefragt, welche Soyamilch sie nehmen, weil ich sie soo unglaublich lecker fand. Er zeigte mir die Marke, und ich meinte, wir würden diesen Laden am liebsten mitnehmen. Es sei so lecker und so entspannt hier. Wir kämen aus der Kleinstadt und sie hätten uns heute mal "rausgelassen". Dann kam noch eine nette junge Frau, die meinte, wir sollten ihn doch auch gleich mitnehmen Fröhlich Er schenkte mir den Liter Soyamilch - einfach so. DAS fand ich nett. Ich hab mich riesig gefreut. VIELEN DANK noch einmal!!!  Fröhlich Fröhlich

15.01.2009 um 11:28 Uhr

Hilfe, ich wachse

von: soralie

Ich denke und denke und fühle und weiß, hier kann ich nicht bleiben. Gestern war ich wieder in Düsseldorf. Was war das für ein anderes Gefühl. Die Menschen so viel aufgeschlossener als hier, der Flirtfaktor ungleich viel höher, das Rausgehen viel netter, weil's großzügiger ist, die Mode viel spannender. Ich spüre hin und fühl mich dort viel wohler, wo mehr los ist. Ich denke an Großstadt, wohnen am Rand, so nah dran wie möglich, so weit weg wie noch natürlich.

Mein Gefühl wurde immer stärker. Heute kommt S. Was hab ich da bloß alles am Rennen? Ich fühle mich nach Ausbrechen, Freiheit, raus hier, leben und erleben. Ich werde erst 40. Ich hab noch so viel vor mir. Ich habe gelebt, als sei mein Leben schon in der Ruhephase. Das ist es gar nicht. 

Jetzt sitz ich hier und lerne, mein Leben zu leben. Scheinbar bin ich ziemlich unerfahren. Ich lebe viel, was ich von anderen fühle. Am Wochenende ist mir ein Buch begegnet, das heißt: Ich stehe nicht mehr zur Verfügung (hatte ich das schon geschrieben). Ich bin dabei, es zu lesen und es scheint für mich geschrieben. Ich ducke mich innerlich oft, wenn ich etwas tun will, von dem ich meine, daß es S. oder Motte oder meinen Eltern oder was weiß ich wem nicht gefällt. Oft lasse ich es und merke es nicht einmal.

Gestern ist mir aufgefallen, daß ich viel Energie benötige, um mich auf einem Positiv-Beziehungslevel zu halten. Ich brauche so wahnsinnig viel Raum für mich. Das ist noch nie anders gewesen und wenn ich dann eine Beziehung führe, meine ich immer, wir müssten zusammenrücken. Das klappt einfach nicht. Ich bin innerlich im Moment so weit weg, ich möchte einfach unabhängig sein.

Ist das nicht verrückt? Vielleicht mache ich einfach meinem Sternzeichen alle Ehre. Was immer ich habe, ist nicht das Richtige. Wenn ich Single bin, sehne ich mich nach Zweisamkeit, habe ich einen Partner, dann flüchte ich in die Unabhängigkeit und denke an die Tage, als ich alles alleine entschieden habe. Im Moment habe ich wieder so eine Phase. Ich find's einfach genial, wenn ich niemanden fragen muß, ob wir was vorhaben. Die Verabredungen, wann wer wie wieso und warum am Wochenende sein wird, und das um Wochen im Voraus, gehen mir total auf die Nerven. 

Gestern habe ich geschnuppert und in mich reingefühlt. Das Leben in der Kleinstadt ist nicht meins. Ich hab's mir vorgemacht, weil ich es so wollte. Ich hab gedacht, es ist einfacher, Motte so großzuziehen. Wahrscheinlich war es das auch, aber ich rieche jetzt was anderes. Hier ist es bequem und einfach und gestern ist mir aufgefallen, daß ich in Bequemlichkeit versumpfen könnte, wenn ich so weiter mache. Bequem ist nicht immer auch richtig. Außerdem ist mir der Gedanke gekommen, daß ich so Schwierigkeiten mit meinen Wurzeln habe, weil ich hier einfach nicht hingehöre. Ich bin hier nicht verwurzelt und ich muß es woanders ausprobieren.

Ich schreibe und ich denke so viel. Taten müssen folgen, aber ich will erst irgendwann mit S. sprechen. Sie ist dabei, sich hier zu bewerben. Das ist meine andere Baustelle. Ich muß mich entscheiden und vielleicht habe ich das auch schon. Ich will mir ganz sicher sein. Heute kommt sie. Mir ist ganz komisch dabei zumute. Ich habe so viel auf dem Herzen. Was bedeutet das für uns? Am liebsten würde ich die Beziehung beenden, zumindest fühlt es sich gerade jetzt so an. Ich fühle mich behindert. Ich weiß nicht, was sie dazu denkt, was sie über uns denkt. Wir haben wenig telefoniert in der letzten Woche. Wie hätte ich das alles erzählen können? Es war ja für mich schon zu viel.

Heute morgen fiel mir Siddharta ein. Dieses Buch habe ich vor ca. 8 Jahren gelesen. Es hat mich so beeindruckt, als würde ich so ein Leben führen: auf der Suche nach mir selbst. Er hat alles durchgemacht, alles erlebt, was er erleben wollte und heute morgen fühlte ich mich wie er. Ich hab auch schon so viel durch, daß es für mehr als ein Leben reichen würde. Eine Zeitlang habe ich geglaubt, daß die Beziehung zu S. nun mein Nachhausekommen sei. Warum hätte ich das auch nicht tun sollen? Mir graut es immer wieder vor dem Ende. Ich habe uns gemeinsam gehen sehen, den Weg - und wir sind ja einen gemeinsamen Weg gegangen. Was noch kommt, weiß ich nicht. Ich hab noch etwas Angst. Daher wohl auch mein Magen- und Herzgrummeln. Am liebsten würde ich sie meiden, aber das geht nicht.

Wenn ich Glück habe, dann lebe ich noch lange und gesund und ich kann mir im Moment nicht vorstellen, so lange mit ihr zusammen zu sein.

Ich stelle mir vor, mit Motte in Hamburg zu wohnen, einen guten Job zu haben, meine eigene Ausbildung zu vertiefen, genug Geld zu verdienen, um uns ein gutes Leben leisten zu können, ins Kino gehen zu können mit guten Filmen. Bei der Frage nach Beziehung habe ich eher ein unsicheres schwarzes Loch. Ich weiß es nicht. Im Moment hab ich erst mal wieder genug davon. Ich fühl mich eher verunsichert als gestärkt, weil es immer so vielversprechend anfing. Wenn ich diesem Gefühl nicht mehr trauen kann, auf was kann ich dann überhaupt bauen??

Ich weiß, daß ich einen Spiegel vorgehalten bekomme, daß ich davon lernen und lieben lernen kann. Aber ich weiß, daß es auch die Möglichkeit gibt zu sagen, wir haben voneinander genug gelernt. Es ist vorbei. Ich bin dabei, das herauszufinden. Im Moment ist mein oberster Gedanke herauszufinden, wo ich leben will.

Die Engel haben gesagt, ich solle mit Experten darüber sprechen. Das ist ein schöner Hinweis, dem ich nachgehen werde. An erster Stelle steht da für mich, meinen Bruder mal zu besuchen und mir Hamburg vor Ort anzusehen und anzufühlen. Da isses wieder: das Wochenende, das ich dann frei haben müßte. S. hat schon eine stark einnehmende Ausstrahlung, bei der ich es bisher schwer geschafft habe, mich rauszunehmen.

Ich mußte das jetzt alles einfach mal aufschreiben, ganz egal, wie richtig, wichtig oder lebbar es ist.

12.01.2009 um 08:39 Uhr

Geheimnisse

von: soralie

Ich laufe durch die Gegend, begrüße meine Kollegen, meine Eltern, heute morgen Motte und habe das Gefühl, ich trage ein Geheimnis mit mir herum. Ein Geheimnis, das mich ausfüllt, aufregt, lebendig macht. Ich konnte noch nie Geheimnisse für mich behalten. Alles mußte immer gleich raus in die Welt. Als Diplomatin wäre ich völlig ungeeignet *grins*

Aber dieses Mal muß ich es schaffen. Ich würde Aufregung säen und ernten. Ich muß erst ganz genau wissen, was ich will. Auch die Nacht schlafen hat meinem Herz-Brennen keinen Abbruch getan. Ich überlege schon, ob ich meinen Lieblingsbruder nicht mal besuchen fahre am übernächsten Wochenende. Lust hab ich dazu. Ich muß einfach mal nach Hamburg hin, allein.

Gestern nacht hab ich mir noch Stellenanzeigen rausgesucht. Es waren zwei dabei, die mich interessieren. Leider hab ich jetzt meine Unterlagen zu Hause vergessen. Ich werde heute mittag dran denken und dann auch neue Fotos machen lassen. 

Ist es Hamburg? Ich bin fast sicher, daß ja. Als auf der Hochzeit meines Bruders all die jungen Menschen das Hamburg-Lied sangen, fühlte ich Stiche in meinem Herzen, weil ich nicht dazugehörte - nicht zu den jungen Menschen. Das war nicht wichtig, aber ich durfte dieses Lied nicht aus vollem Herzen singen. Es gehört denjenigen, die dort wohnen und leben - und ich will auch dazu gehören.

Kleine Männchen sitzen da und sagen zu mir: und was machst du, wenn Motte mal krank wird, wenn du mal Freiraum brauchst und niemand da ist, den du kennst?

Mein Mut sagt mir: ich werde das dann lösen, wenn's ansteht. Ich kann mich nicht ständig durch irgendwelche Bedenken hindern lassen, zu leben was mir gut tut.

Im letzten Jahr ist eine Bekannte von mir nach München gezogen - ebenfalls alleinerziehend. Sie kannte dort keine Menschenseele, aber sie wußte ganz tief, daß sie dort hin muß. Innerhalb von drei oder vier Monaten war sie umgezogen mitsamt ihrer Tochter. Ich fand das beeindruckend.

Ich merke wohl, daß ich ziemlich weit weg bin, was meine Beziehung betrifft. Die ist weit in den Hintergrund getreten und kommt immer wieder als schlechtes Gewissen hervor. Am Donnerstag kommt S. Was mache ich dann? Ich weiß es noch nicht und vielleicht lasse ich es auf mich zukommen. 

Der Aufgestiegene Meister mit seinem "Geh jetzt" begleitet mich immer noch auch im Schlaf. Mir ist auch die Legung eingefallen, die ich vor einigen Monaten gemacht habe, in der stand, daß ein Jobwechsel bevorsteht. Ich habe das damals auf S. bezogen, weil die Frage sich auf unsere Beziehung bezog, aber mittlerweile bin ich fast sicher, daß dieser Hinweis für mich bestimmt gewesen ist.

11.01.2009 um 18:02 Uhr

Bewegung in meinem Leben - Umzug nach Hamburg?

von: soralie

Meine eigene kleine Weltreise :-)

Ich bin raus in die Welt - wow, was hat mir das gut getan. Ich die Suchende - hab einen Teil meines Weges entdeckt - hurra, es war ein Schritt in die richtige Richtung. Ich habe geschlafen in den letzten Monate, habe übersehen, was mich immer bewegt hat - die Bewegung an sich.

Ich war mit Motte bei Omi und Opi in Bremen. Bremen ist nicht meine Lieblingsstadt, ABER sie gehört in den Norden. Der Norden - meine immerwährende Sehnsucht, seit ich nicht mehr dort wohne. Ich habe sie immer bei mir. Wenn ich nach Hamburg fuhr, hatte ich immer Angst, daß ich nicht mehr weg wollte. Ich bin hier nicht am richtigen Ort. Ich muß noch mal weg von hier. Daher auch meine Unzufriedenheit, meine Unruhe. Ich bin noch nicht angekommen.

Ich habe so viele Gespräche geführt mit meinen "Schwiegereltern", die ja eigentlich offiziell gar keine mehr sind. Es war einfach total bereichernd. Ich habe viel gehört und gesehen. Es hat mich teilweise betroffen gemacht und sehr berührt und teilweise sehr glücklich. Wir konnten früher nicht reden, zuviele Mauern und Blockaden. Seit der Trennung ist es mir irgendwann wichtig geworden, daß Motte ihre Großeltern kennt und sie erlebt. Das hat uns zusammengeführt.

Ich habe in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht und gefühlt, warum Heygen, Mottes Vater so ein Band in mir hinterlassen hat, daß ich es immer wieder merke. Ich habe ihn geliebt und wenn mich heute einer fragt, dann müßte ich diese Frage immer noch so beantworten. Das ist es: die Liebe kann ich mir nicht aussuchen. Sie ist da, wo sie hinfällt. Wir könnten so nie im Leben zusammen leben. Wir konnten es auch damals nicht, aber die Liebe ist trotzdem da, und ich bin so kühn zu behaupten, daß auch er das so empfindet. Er ist damals nicht gegangen, weil er mich nicht mehr liebte. Das hatte ganz andere, verworrene Gründe, die wir leider nie gemeinsam aufgedröselt haben.

Nun ist er verheiratet mit drei weiteren Kindern. Das sind die Fakten. Ich habe getrauert um seine Distanz zu Motte. An diesem Wochenende ist mir aufgegangen, daß er sie sehr wahrscheinlich liebt, und daß sie irgendwann in seinem Leben eine feste Größe sein wird. Ich habe das Gefühl, seine neue Frau will nicht, daß er mehr Kontakt zu ihr hat, weil sie eifersüchtig auf mich ist und vielleicht nicht zu unrecht. Ich spreche hier rein über meine Intuition und diese Erkenntnisse tun mir gut. Ich erkenne an, daß wir wahrscheinlich nicht aufgehört haben, uns zu lieben, daß diese Liebe nicht lebbar ist, daß ich frei sein will und daß ich dafür mein Leben wieder in die Hand nehmen muß. Er steht für mich auch für Freiheit, Unabhängigkeit, Leben. Mit ihm habe ich das Motorradfahren gelernt, das Skifahren, wir haben gelebt und viel ausgekostet, Reisen gemacht. Das war etwas richtig Gutes in unserer Beziehung. Wir haben Motte bekommen und das war ein Geschenk. So ist es - nicht mehr und nicht weniger.

Vielleicht spinne ich hier auch total rum, aber ich bin sicher, daß er nicht das lebt, was er gern leben würde. Das ist sein Problem. Meins ist, das unsichtbare Band anzunehmen, das uns immer verbunden hat, es zu lieben und dann gehen zu lassen oder in Frieden ansehen zu können: Ja ich habe ihn geliebt und ja ich liebe ihn immer noch. Ich brauche ihn nicht in meinem Leben und unsere Liebe hat nicht getragen, aber ich liebe ihn immer noch.

Vielleicht ist dies auch meine stille, verzehrende Sehnsucht, die mich immer wieder überfällt, die Sehnsucht, mein Leben mit einem Mann zu teilen. Vielleicht ist es gar nicht EIN Mann, vielleicht ist es einfach nur DER Mann.

Ich weiß, daß er NIE im Leben zugeben würde, was ich hier schreibe. Er hat die Wahrheit immer schon gedreht, verändert, erfunden, verbessert - seine eigene am meisten. Wie ich gehört habe, war er im letzten Jahr im Krankenhaus mit einem leichten Infarkt. Darüber hat er nicht gesprochen. Er sagte immer, es gehe im gut, und er lachte dabei. Er steht zu seiner neuen Familie, 100%ig und das ist gut so.

Bevor wir fuhren, erzählte ich meiner "Schwiegermutter" noch vom Auswandern, vom Leben in einer anderen Stadt. Ich erzählte ihr, daß mein Bruder mal gesagt hatte: "komm nach Hamburg" und sie sagte sofort zu mir: "mach das! Du bist so nicht glücklich. Versuch's einfach. Bewirb dich hier und dort und sieh was passiert." Sie hat sofort gemerkt, daß ich unruhig bin und unzufrieden, obwohl ich nicht darüber geredet hatte.

Und ich konnte fühlen: sie hat recht. Sie hat ja so recht. Ich wußte sofort, daß ich dafür etwas tun werde. Ich sah mich in Hamburg - mein Auto hatte schon das HH Kennzeichen in meiner Vorstellung, ich suchte eine Schule für Motte und das alles sah ich auf dem Rückweg vor mir. Ganze 3 1/2 Stunden habe ich darüber nachgefühlt. Ich hatte auch an ganz weit weg gedacht. Johannesburg hat eine gute Schule, aber ich glaube, für mich ist es eher Hamburg. Ich hab schon oft gefühlt, daß ich kleine Stiche hatte, wenn ich von anderen hörte, die in London, in Hamburg oder in einer anderen größeren Stadt leben, oder die auswanderten. Ich hab sie beneidet und es nicht beachtet.

Ich werde darüber schlafen, aber ich weiß jetzt schon, daß ich mich auf jeden Fall bewerben werde. Der Engel, der mir gesagt hat "Geh jetzt" hat mir ziemlich deutlich gezeigt, daß ich ein Projekt angehen soll, meinen Job kündigen oder eine Beziehung verlassen. Dies ist mein Weg und das wunderherrliche daran ist, daß ich energiegeladen wie nie fühle. Ich weiß, ich werde wieder meinen Preis zahlen für's Umziehen, aber der Gedanke belebt mich als hätte ich aus einem Jungbrunnen getrunken.

Ich werde meinen Bruder anschreiben, ob er mir dabei hilft und ich bin sicher, ich renne damit offene Türen ein.

11.01.2009 um 17:32 Uhr

Genervt

von: soralie

Ich bin grad genervt. Dies ist jetzt mein dritter Versuch, ein neues Weblog anzulegen. Ich komme nicht bis zum Ende durch. Ist das normal? Wie kann ich das umgehen? Habt Ihr das auch erlebt oder habe ich irgendwas übersehen? Ich bekomme jedesmal erzählt, ich solle einen sinnvollen Titel wählen, und ich finde meine Titel so sinnvoll wie geht...

08.01.2009 um 11:01 Uhr

Nebel und Licht :-)))

von: soralie

Der achte Tag des neuen Jahres. Motte und ich werden am Wochenende ihre anderen Großeltern besuchen fahren. Seit einigen Jahren schon verstehen wir uns sehr gut miteinander und ich freu mich drauf, sie wiederzusehen. Leider wohnen sie weit weg, so daß die Besuche sehr selten stattfinden. Motte ist gerne dort und ich finde es super wichtig, daß sie Zeit mit ihnen verbringt. Sie will mir zeigen, wo sie immer reiten geht, wenn sie ihre Ferien dort verbringt und ich freu mich auf das leckere Essen, was meine ehemalige Schwiegermutter kochen kann. Sie ist eine Zauberin in der Küche... *freu*

Heute morgen ist mir schon ein lächelnder Chef begegnet. Überhaupt war unsere gemeinsame Arbeitswoche bisher von Freundlichkeit und Entspanntheit geprägt. Wir haben schon viel gelacht und bewegt.

2009 - das Positiv-Jahr.

Es ist morgens jetzt immer sehr glatt und sehr dunkel und sehr neblig. Die totale Herausforderung, morgens um kurz nach sieben mit dem Auto über eine Landstraße zu fahren, die nicht mal Mittelstreifen hat und ziemlich schmal ist. Ich komme mir vor wie ein Pfadfinder, wenn ich nicht mal sehe, an welcher Stelle der Straße ich mich befinde. Unser Autolicht durchscheint die Dunkelheit kaum, der Nebel wallt auf uns zu, das Radio läuft und es ist kaum warm zu kriegen im Auto - und ich betrachte es als Abenteuer. Heute hatten wir eine ziemliche Autoschlange hinter uns - vor mir kein Mensch. Von oben muß das ein schönes Bild gewesen sein - all die Lichter in der Dunkelheit wie eine riesige Boa durch den Dschungel des Landlebens *hihi*

Motte hat vor sich hingesummt und mir erklärt, sie könne nicht mehr zum Klavierunterricht gehen, weil sie Klassische Musik hasse, weil diese Musik sie immer an Papa erinnert und sie dann traurig werde. Klingt geschrieben recht gut, oder? Sie ist ein gewitztes kleines Biest. So langsam steige ich dahinter, daß sie die Papa-Masche extra für mich auspackt, wenn ihr was nicht passt. Ich bin immer wieder darauf hereingefallen und heut mußte ich schmunzeln darüber. Ich bin gar nicht darauf eingegangen und das Thema war sofort wieder erledigt. Wow, sie hat echt meine Knöpfe gut drauf, die sie benutzen muß. Sei es Krankheit, Papa oder großes Theater. Spannend, echt wahr.

05.01.2009 um 10:53 Uhr

Urlaub, Krise und Australia

von: soralie

Gestern habe ich SEHR viel begriffen, was für ein Tag. Es fing eigentlich schon vorgestern an.

Ich war mit Motte bei Birgit. Die hat mir nach der Behandlung gesagt, daß Motte in sich ganz klar ist und daß es IHR gut geht. Sie spiegelt mir etwas, das zu mir gehört. Wow, das saß. Ich fühlte mich ganz erkannt und getroffen. Ich wußte, es stimmt. Birgit sagte mir, daß mein Ruhebedürfnis nicht Mottes sei, daß ich darauf anspringe, wenn sie Wehwechen hat, daß sie eine Sehnsucht ausdrückt, die meine ist. Ich war auf einmal sehr traurig. Wir haben eine Weile geredet und als wir wegfuhren, wußte ich, daß ich Motte nicht an ihrem Leben hindern darf. Sie will raus, sie will eigene Entscheidungen fällen, eigene Erfahrungen machen und in vielerlei Hinsicht hat sie bereits andere Energien als ich. Sie hat ein Wissen in sich, das für sie selbstverständlich ist, das ich ständig bei ihr fühlen kann, das noch nicht zu ihrem Kindsein passt und das es sehr anstrengend macht, mit ihr zu leben und sie in ihrem Kindsein zu leiten und ihrem Wissen nicht zu unterdrücken.

Eine echte Herausforderung. 

Ich fühle mich sehr lebendig, als wir wieder wegfuhren und ich wußte, ich lasse Annika zu ihrer Freundin ziehen. Vorher dachte ich noch, das sei vielleicht nix für sie, sie brauche die Gemütlichkeit von zuhaus. Aber das stimmt nicht. Es stimmte einfach nicht, und das war mir so klar wie eine saubere Glasscheibe. Wir haben gesungen und gelacht und ich hab mir LaFee angehört (blöde Texte *grins*) und Motte war richtig gut drauf. Ich hab Freude gehabt, hab sie total entspannt weggebracht und seitdem ist sie weg. Sie wollte nur eine Nacht bleiben, aber gestern riefen sie an, ob sie noch eine bleiben könne. Es sind ja Ferien und ich hab Ja gesagt. 

Wieso bin ich nicht schon viel eher auf diese Idee gekommen?????

Ok, aber nun hatte ich, hatten wir, gestern einen freien Tag. Wir haben Kriesengespräch gemacht. 

Am Samstag nachmittag hatte ich Besuch von einem alten Freund. Ich kenne ihn seit meinem 16. Lebensjahr und es ist, als hätten wir uns gestern erst gesehen. Es tat mir gut, mit ihm als Mann zu reden. Mir fehlt die Männlichkeit in meinem Leben. Ich war unzufrieden, sehr unzufrieden mit all der weiblichen Energie um mich rum. Wir waren spazieren, haben geredet, philosphiert, gelacht - wie damals, als ich mit 16 noch die Welt verändern wollte und mich unschlagbar fühlte. Wir haben denselben melancholischen Ansatz. Er kann wunderbar Klavier spielen. Das hat er auch getan. S. und er haben sich total gut verstanden. Es war Harmonie pur und sehr viel Gelächter, als wir zu Abend gegessen habe.

Eigentlich war vorgesehen, daß er abends wieder fährt, daß S. und ich den Abend gemeinsam verbringen. Ich hatte aber keine Lust, daß er wieder fährt. Ich wollte, daß er bleibt und hab das einfach entschieden, ohne sie zu fragen. Ich wollte mal einfach niemanden danach fragen, ob meine Wünsche in Ordnung sind. Also sind wir zu dritt tanzen gegangen. Es war einfach ein wunderbares Gefühl, mal wieder mit einem Mann tanzen zu gehen. Er ist größer als ich (früher mein heimlicher Traum - ein Mann, der größer ist als ich  *lächel*) und es fühlte sich einfach so total richtig an, daß ich einen Schrecken bekam. Ich meinte damit auch nicht ihn persönlich, sondern ihn als Mann. Er brachte mich jetzt nicht zum Kribbeln, aber das selbstverständliche Gefühl, mit einem Mann an meiner Seite aufzutauchen. Da habe ich erst mal gemerkt, unter wieviel Spannung ich oft stehe, wenn ich mit S. zusammen gehe.

Ich mit meinem Freund getanzt und ich habe mich daran erinnert, wie es damals war. Wir waren viel zusammen tanzen und wir hatten kaum etwas vergessen. Es hat soooo viel Spaß gemacht, daß ich wußte, ich strahle. Es war einfach richtig so. Ich hatte ewig nicht mit einem Mann getanzt. Es war einfach nur genial.

S. sah traurig aus, sehr nachdenklich. Sie tanzt eigentlich auch sehr gern, aber an dem Abend sah sie nicht glücklich aus, so wie eigentlich schon die ganze Woche nicht. Wir hatten viele Spannungen in der letzten Woche. Es ging mir ganz vieles auf die Nerven, Motte war für mich anstrengend zu handeln und ich sehnte mich einfach nach Ruhe und Zeit für mich. Immer reden müssen, sorgen müssen, organisieren müssen. Ich war's einfach nur müde und leid.... und trotzdem hab ich's getan, hab nicht für Ruhe gesorgt. Es schien mir nicht möglich zu sein.

So zweifelte ich an allem, an mir, an der Beziehung, an meinem Urlaub, an meiner Organisation, an meiner Fähigkeit zu überleben usw. usw....

Im Gespräch morgens mit Birgit kam raus, daß ich mich entscheiden sollte. Entscheiden fällt mir schwer, sehr schwer. Ich müsste mich ja dann von dem trennen, wogegen ich mich entschieden habe. Wie könnte ich S. einfach gehen lassen? Sie ist so ein wunderbarer Mensch. All die viele schöne Zeit, die wir schon hatten...

...und doch: immer wieder die Sehnsucht nach "Normalität", nach dem Männlichen, was auch immer ich damit verbinde. Mein Kopf, der mir sagt, daß es mit einem Mann anders kompliziert ist, daß diese Beziehung sehr liebevoll ist....aber die Leidenschaft fehlt mir. Ehrlich wahr.

Tja, und nun das Tanzen abends. Leidenschaft war nicht im Spiel, das ist sicher, aber Ganz da sein, Einssein mit mir selbst, mich zufrieden fühlen und strahlend. Es hatte mir gefehlt.

Wir sind danach nach Hause gefahren und hatten noch spät in der Nacht Lachanfälle, weil S. und mein Freund sich super gut die "Bälle" mündlich zuwerfen konnten. Ich spürte, da ist ein Band zwischen den Beiden. Es war super schön und ich fühlte mich übermütig und lebendig. Ich wäre sogar noch irgendwo in eine Disco gefahren, was sonst überhaupt nicht mein Ding ist, um mich mal wieder zu fühlen. Ich bin noch nicht so alt, wie ich mich in den letzten Wochen gegeben habe. 

Gestern war ich dann weiter genervt, wollte eigentlich allein sein. Ich habe meinen Freund zum Zug gebracht. Motte rief an, ob sie noch eine Nacht bleiben könne. Ich habe zugestimmt und damit gelernt, daß es wunderbar ist, mal frei zu haben. S. und ich haben geredet und geredet und alles gesagt, was auf unseren Herzen brannte. Wir waren dabei achtsam miteinander aber offen und ehrlich. Ich wollte auch alles sagen, ich wollte nicht mehr überlegen, was ich nicht tun oder sagen darf. Ich will mich selber leben. Ich bin ein Abenteuergeist, immer schon gewesen. Unabhängigkeit ist etwas, das ich haben muß. Wie passt das in eine Beziehung? S. lebt da enger. Sie zeigt mir auf, daß ich mich einsetzen muß für meine eigenen Wünsche. Ich verschwinde sonst vor mir selbst.

Ich habe alles gesagt, sie hat alles gesagt. Sie ist so auch nicht glücklich, vermisst einiges. Ich kann sie verstehen. Würde mir auch so gehen. Sie hat über Trennung nachgedacht. Ich auch. Wir wissen es nicht. Wir haben spontan entschieden, nach Düsseldorf zu fahren. Das ist über ne Stunde Fahrtzeit, weil wir was Unnormales machen wollten. Es war schon recht spät, aber es war genial. Wir waren in der "Großstadt" und haben mal andere Menschen gesehen, haben eine urige Kneipe gefunden, mit dem Kellner geflirtet, lecker gegessen, Cappu getrunken, viel gelacht, die kalte Stimmung draußen genossen und uns leichter gefühlt.

Keine Ahnung, was wird. Ich habe ständig an das "Geh jetzt" denken müssen. Die Direktheit darin hat mich gestresst. Es ist alles in bester Ordnung. Der Sog der Welt, die Gefühle von anderen, meine eigenen - ich find's nicht ganz leicht, das Gefühl zu behalten, daß alles in bester Ordnung ist. Ich konnte mir nicht vorstellen, S. zu verlieren und sie nicht mehr in meinem Leben zu haben. Sie ist so wunderschön - innen und außen... 

Wir haben dann in Düsseldorf spontan entschieden, im Anschluss ins Kino zu gehen. Wir haben uns Australia angesehen. Das passte einfach herrlich zu dem Tag. Schöner Film! Als wir rauskamen, hatte es angefangen zu schneien, die Welt war so still, es schneite unsere Köpfe zu. Es war schon spät, beinahe halb zwölf, aber das war egal. Wir sind nach Hause gegangen, ich hab noch geräumt und gesucht und S. lag schon gemütlich im Bett, als ich um halb eins Lust hatte, noch mal rauszugehen in den ruhigen Schneefall. Sie ist mitgekommen, hatte ihr lustiges Lächeln mitgenommen und wir haben uns die Schneeflocken aufs Gesicht fallen lassen... Es war wie der Bildschirmschoner von Windows - nur in echt *lächelzwinker*

Ein schöner Urlaubstag, der sich auch wie Urlaub anfühlte. Loslassen bedeutet auch Freiheit für mich selbst.... Mal wieder erkannt....

02.01.2009 um 21:50 Uhr

Fehlermeldungen...

von: soralie

Irgendwas stimmt hier wieder nicht. Ich hab ständig Fehlermeldungen gekriegt und nun steht der Beitrag xmal hier drin. Löschen geht auch grad nicht. Ich werd's dann später mal tun. Ärgerlich!

02.01.2009 um 21:42 Uhr

Heilstrom - Dr. Fuller und Fragen

von: soralie

Der zweite Tag des Jahres - mir geht's komisch. S. trifft sich gerade mit meiner besten Freundin - das ist ein komisches Gefühl. Wir hatten Stress vorhin. Sie ist seit einer Woche hier und ich schaff's einfach nicht, auf so engem Raum so lange mit Motte und ihr zusammen zu sein. Das ist nicht mein Ding. Ich brauch Raum für mich allein. Ich hab ne müde, komische Stimmung im Moment. Sie ist spazieren gegangen und hat vorhin angerufen, daß sie sich noch mit meiner Freundin in einer Kneipe trifft. Sie kennt ja hier nur meine Freunde. Fühlt sich komisch an, aber ich will das jetzt aushalten, denn das ist es ja, was ich auch für mich selbst haben will: Frei-raum in der Beziehung. Ich fühle mich sonst total erdrückt, ohne Luft zum Atmen.

Ich weiß manchmal nicht, was draus werden kann. Diese Zwangssituation ist nicht gut, fühlt sich einfach nicht gut an. Entweder ist sie weg oder hier. Ich will das so nicht mehr.

Vorhin hab ich den Heilstrom fließen lassen, habe danach Karten der Aufgestiegenen Meister gezogen. Der eine sagt mir: Erkenne den Segen der Situation und der andere sagt: Geh jetzt! Das erste fühlte sich gut an, das zweite bedrückt mich. Geh jetzt! Ich soll mich jetzt bewegen, aus der Situation heraus oder auf etwas zu. Ich weiß es nicht.

Vorgestern juckte mich der Abenteuergeist, ich wollte wieder was erleben, meine alten Freunde aus Buxtehude und Stade treffen, auf der Elbe paddeln gehen, Lagerfeuer dort machen, einfach spontan jemanden besuchen, ohne planen zu müssen, wann's denn in die Wochenendplanung hineinpasst. 

Habe ich überhaupt schon mal mit jemandem so viel Zeit an einem Stück verbracht? Ich glaube nicht. Manchmal wird's mir zuviel. Ich finde mich dann verschroben, wenn ich sehnsuchtsvoll an Ruhe denke. Ich werde dann abwesend. Es nervt mich dann schon, wenn ich nicht mal genervt gucken darf, ohne gefragt zu werden, was los ist. Wenn ich allein bin, dann fragt mich niemand danach und das ist echt wohltuend.

Es hat mich schon etwas geärgert, daß S. meine Freundin angerufen hat. Ich hatte mir nämlich vorgenommen, mit ihr heute zu telefonieren. Nun war sie schneller.

Es gibt auch etwas Schönes zu erzählen: ich habe Dr. Willard Fuller angerufen. Mein Kiefer war trotz fehlendem Zahn noch etwas entzündet und ich verzweifelt. Da hab ich ihn angerufen. Er war total nett am Telefon und hat mir einen Tip gegeben und gesagt, er werde für mich beten. Ich solle ihn nächste Woche noch einmal anrufen. Danach war ich total glücklich - vielleicht vor allem deswegen, weil ich mich getraut hatte, ihn anzurufen und ihn auch erreicht habe.

S. hat gesagt, ich könne ja auch kommen, wenn ich Lust hätte.

Motte war in der letzten Zeit leider auch nicht gut zurecht. Sie hatte viele Bauchschmerzen und einiges an Sehnsucht in sich. Gestern starrte sie viele Minuten lang nur auf denselben Punkt. Das hat sie in den letzten Wochen häufig gemacht. Sie vermisse ihren Papa. Sie war zwei Wochen vor Weihnachten dort gewesen für eine Nacht. Er hat ihr das Geschenk mitgegeben und seitdem hat er sich nicht mehr gemeldet. Sie hatte ihn Heiligabend angerufen, aber leider war niemand zu Hause. Das Thema ist für sie jedenfalls wichtig. Morgen fahren wir zu Birgit. Ich hoffe, sie kann Motte etwas Heilung geben. Mir fällt es da nicht immer leicht, den nötigen Abstand zu wahren, obwohl ich schon viel besser darin geworden bin.

Was meint der Meister wohl mit "Geh jetzt"? Soll ich S. verlassen? Schadet mir die Beziehung? Auf was soll ich zugehen? Soll ich daran arbeiten, daß sie endlich hier wohnt?

Ich brauche viel mehr Energie, als ich derzeit selbst zur Verfügung habe.

Gehe ich gleich noch was trinken? Oder schlafen????? 

Ich habe gehört, das Jahr 2009 soll ein kreatives, tolles Jahr werden. Die Kreativität fängt erst mal ohne mich an....

18.12.2008 um 15:26 Uhr

Er ist draußen

von: soralie

Der Zahn ist gezogen. Er ist weg und hinterlässt eine ziemlich große Lücke.

Da ist wohl viel Platz für was Neues....   *lächelvorsichtigzaghaft*

 

18.12.2008 um 11:08 Uhr

Ängste und Freuden

von: soralie

Afrika, das waren die unbeschwertesten Jahre meines Lebens.

Hier und Jetzt sitz ich bei der Arbeit *lächel* und gehe gleich zum Zahnarzt. Eigentlich (!!!) gehe ich mit der Absicht hin, diesen Zahn ziehen zu lassen. Das Antibiotikum ist um Einiges schlimmer als das, welches ich im Sommer genommen habe. Mein Darm spielt verrückt, mein Magen mag das Zeug auch nicht und es juckt überall. Meine Geschmacksnerven merke ich auch kaum noch. Immerhin tut der Kiefer unter dem Zahn nicht mehr so weh..... *lächelgequält*

Ich war immer schon ein Kämpfertyp, hab an Dingen festgehalten, die andere schon verloren glaubten und hab dabei auch schon Dinge gewonnen oder erreicht, die unerreichbar schienen. Alle sagen: der Zahn will und muß raus. Er will sich von dir trennen. In mir glimmt immer der Funke Hoffnung, daß ICH es schaffen kann, daß er bleibt.

Aber wozu??

Weil ich Angst davor habe zu bereuen. Weil ich nicht hinterher sagen will, ich hätte nicht alles versucht. Das geht nicht wieder zurück. Ich erlebe immer häufiger, daß andere Menschen sich viel leichter von ihren Zähnen trennen können als ich. Meine Mutter z. B. hat ein ähnliches Thema derzeit, allerdings geht das bei ihr ohne Schmerzen ab.

Was ist tatsächlich so schlimm daran, den Zahn aufzugeben? Ich hab dann da ein Loch in meiner Zahnreihe. Dieses Loch könnte man füllen mit einem künstlichen Zahn. Das haben viele andere auch. Ich habe in den letzten Tagen gelernt, daß wir viel gesünder sein könnten, wenn wir gesunde oder keine Zähne hätte - zumindest keine, die krank sind. Und ich möchte doch so gerne Zähne haben, die gesund sind.

Na, dieser hier ist eh schon gestorben und er nimmt mir Energie, die ich anderswo brauche.

Heute morgen war es richtig schön mit Motte. Sie war total aufmerksam und richtig schnell fertig mit allem. Wir waren so früh im Auto wie noch nie. Heute nachmittag gibt's ne Adventsfeier in der Schule. Sie will Klavier spielen. Ich bin gespannt drauf Fröhlich

Meine Arbeitskollegin hat ihren bis zum Jahresende befristeten Vertrag ein klein wenig verlängert bekommen. Das war eine Riesenfreude. Sie wird uns allen echt fehlen, wenn sie mal geht. Erst mal können wir die Abschiedsfeier nach hinten verschieben....   Fröhlich Fröhlich

17.12.2008 um 21:24 Uhr

Afrika

von: soralie

Habe ich schon erzählt, wie Afrika sich in mir, in meinem Körper, in meinem Herzen ausgebreitet hatte? Afrika - das ist ein Wort, das ich mir ganz langsam auf der Zunge zergehen lasse. Wenn ich an Afrika denke, fällt mir die erste Zeile eines sehr bekannten Filmes ein: „ I had a farm in Afrika" und so war das. Afrika, das ist blauer Himmel im Winter, Sonne, Sonne und noch mal Sonne. Afrika, das ist staubige Straßen, ohne Anfang und ohne Ende, das sind Menschen zu Fuß unterwegs aus dem Nichts ins Nichts. Afrika, das sind so viele Menschen, so viele verschiedene Kulturen, wie es Sterne am Himmel gibt. In Afrika leben Menschen, die die Langsamkeit erfunden haben. Zu Afrika gehört auch die Gewalt zwischen den Menschen, da gehört Gesang und Tanz und Ursprünglichkeit hin. In Afrika leben die Big Five und wer einmal unter dem Sternenhimmel das Brüllen eines Löwen gehört hat oder im Sonnenuntergang das Schnauben eines Elefanten an einem Wasserloch gesehen hat, der wird das nie vergessen und er wird immer wissen, daß er dort gewesen ist, weil ein Teil von uns dort bleiben wird. Afrika, das ist Sonnenuntergang in tiefrot, ein Sonnenuntergang, wie er nirgendwo sonst zu sehen ist. Der glühendrote Himmel, der so ohne Dämmerung in die Nacht übergeht. Afrika, das ist Wildnis, Malaria, Freiheit, Freiheit und noch mal Freiheit. Afrika, das ist Sehnsucht, das sind Berge und Täler, Flüsse und Meere, alles in einem Land. Afrika bedeutet Hilfsbereitschaft über Grenzen hinaus, es bedeutet Freundlichkeit, Neugier, es heißt auch Phlegma und es bedeutet, wenn ich heut genug verdient habe, komme ich morgen nicht mehr. Afrika heißt auch das Land der Gerüche, das Land des Verhandelns, aus Afrika kommt das Elfenbein, die Steinfiguren vom Straßenrand, Afrika heißt brennende Mülltonnen, heulende Sirenen, Menschen, die auf Autobahnen aus Taxis aussteigen und einsteigen, es ist das Land, in dem im Sommer der Regen die Straßen unter Wasser setzt und wo im Winter die Menschen an den Radiatoren frieren. Ich liebe dieses Land. Es ist immer noch in mir drin.

Afrika, da leben die Könige der Tiere - Löwen - die stolzen Tiere. Wie großartig sie aussehen, abends im leichten Wind, wenn die Sonne untergeht und der Wind in ihrer Mähne weht, sie langsam zur Wasserstelle gehen. Die Luft riecht animalisch, sie riecht nach Hitze, die sich legt, nach Ausruhen am Ende des Tages, sie riecht nach Stolz und nach Ruhe. Die Grillen tun ihr übriges, um zu erzählen, daß der Tag in die Nacht übergeht, und das ohne große Vorankündigung, einfach so, Licht aus. Aber vorher, ja vorher, da verbrennt die Sonne noch einmal den Himmel mit ihrem wahnsinnigen Afrikarot, am Horizont sehe ich die Affenbrotbäume und die Akazienbäume, durch die eine Giraffenherde langsam dahin wandert. Sonne von Afrika, wie hab ich Dich geliebt, wie bin ich offen geworden, wenn Du am Himmel die Nacht angekündigt hast. Nie wieder so ein Rot, nie wieder diese afrikanische Nacht mit diesem 1000fachen Sternenfunkeln. Wo bist Du, Kreuz des Südens? Ich habe Dich bewundert, 100fach des Nachts in den Bergen, wenn wir unterm Sternenhimmel auf dem Feuer unser Essen gekocht haben. Ich hatte solche Sehnsucht nach Dir Afrika Wieso hab ich Dich verlassen? Ich bin einer anderen Liebe gefolgt und ich hab dafür den Preis bezahlt, dich zu verlassen. Du meine Freiheit, meine unbändige Freiheit, trotz der Mauern, der Hunde, der Tore, der Gefahren. Ich war frei dort unter dem afrikanischen Himmel. Afrika, es gibt in dir die Farben, diese vielen wunderschönen Farben, die Farben der Erde, des Grases, des Himmels, der Sonne. Afrika, ich habe Dich geliebt - und tue es immer noch.....

17.12.2008 um 10:00 Uhr

zu Hause - Bruno Gröning

von: soralie

Ich brauche Ruhe - Ruhe zum Nachfühlen, was für mich das Richtige ist. Gestern war ich bei einem Zahnarzt, der ganzheitlich arbeiten soll, hat mir jemand empfohlen. Ich war nicht arbeiten, ging gar nicht, weil die Entzündung meinen ganzen Kopf lahmgelegt hat.

Der Zahnarzt hat sofort gesagt, daß dieser Zahn auch Auswirkungen auf meinen Rücken und meinen Magen hat. Er meinte, mein Biss sei schief, der Zahn zu viel belastet worden. Jetzt belastet er andere Organe. Er meinte, der Zahn muß raus.

So langsam freunde ich mich mit dem Gedanken an. Leider hat er mir nicht viel darüber gesagt, was danach kommt, welche Möglichkeiten ich habe - zahnlos steht irgendwie nicht so auf meiner Top-Freuden-Liste ....*lächelgequält*... Ich hab auf jeden Fall angefangen, das Antibiotikum zu nehmen. Ging nicht mehr anders, ohne daß ich vielleicht größere Schäden angerichtet hätte. Meine Schulter tat schon weh und der ganze Hals.

Ich war so freudig gestimmt letzte Woche, nachdem ich das Thema kenne, das dahinter steckt, habe fest geglaubt, daß jetzt alles gut wird. Aber vielleicht mußte der Zahn sterben, damit ich das endlich löse.

Im Moment bin ich einfach nur verwirrt und weiß nicht, wohin ich mich wenden soll. Das Zeug scheint zu wirken. Immerhin da kehrt Ruhe ein. Ich hoffe, daß ich ohne den Druck des Schmerzes klarer sehen kann.

Gestern abend hatte ich ein interessantes Gespräch mit einer Freundin von mir. Wir haben herzlich gelacht, weil sie sämtliche Zahnärzte kannte, die ich in diesem Jahr durchbesucht habe ("aaach, da war ich auch schon mal, geh ich nie wieder hin..") Sie hat mich an eine Heilmethode erinnert, die ich mal kennengelernt und dann nicht wieder verwendet habe. Das ist eine ruhige, Frieden bringende Methode und selbst, wenn man es nicht schafft, spontan heil zu werden, bringt sie doch eine Veränderung mit sich. Ich bin ganz dankbar, daß sie mich wieder daran erinnert hat.

Fröhlich

 

16.12.2008 um 09:13 Uhr

Wintervollmond

von: soralie

Vollmond 12. Dezember 2008

 
 
Wundervolle Welt der Stille, der Ruhe und des Einsseins....
 
 
 

15.12.2008 um 16:14 Uhr

Fotos und der Vollmond - Hilfe erbeten

von: soralie

Ich hätt jetzt ziemlich gern ein wunderschönes Foto vom Vollmond hier reingesetzt. Ich wußte nicht, daß Vollmond ist und wurde am Freitag nachmittag in den Bergen im Schnee überrascht, als ich mit Motte um eine Kurve fuhr und er am rötlichen Himmel vor uns auftauchte. Es war genial - ich mußte einfach meine Kamera rausholen (obwohl es saukalt war)

Aber ich kann's einfach nicht. Das Foto ist total verzerrt - keine Ahnung, wie ich das schöner hinkriege. So was nervt, finde ich. Habe auch schon verschieden Layouts versucht, aber es wurde nur schlimmer dadurch, weil die Ränder so begrenzt sind.

Kennt jemand den Trick, wie ich das Foto so klein hier reinstelle, daß es mittig ist und auch unverzerrt dargestellt wird???

15.12.2008 um 09:36 Uhr

Scheißzahn

von: soralie

Am Wochenende dachte ich irgendwann: wieso hast du diese Elefantengeschichte nur aufgeschrieben? Sie ist doch für die Welt so unwichtig wie sonst was. Gestern abend ist mir klargeworden - so richtig - daß sie für mich wichtig war und derzeit ist.

Gerade in diesem Jahr habe ich ein inneres Panikszenario entwickelt, das anstrengend und lebensbehindernd ist. In meiner Fantasie gibt es immer wieder die schlimmsten Dinge, die mir oder Motte zustoßen könnten, z. B. unser Auto könnte die Räder während der Fahrt verlieren oder das Auto mitten durchbrechen, oder jemand könnte Motte klauen, während sie irgendwo herumläuft, ich bekomme Schrecken vor meinem eigenen Schatten und ich wache mitten in der Nacht manchmal auf, weil ich denke, da ist jemand, jedes Geräusch am Auto lässt mich denken, es passiert was Fürchterliches und ich sehe uns gegen die Leitplanken schleudern oder gegen den nächsten Lkw. Wenn ich die Augen schließe, drängt sich oft Dunkles davor. Das Licht ist auch da, das weiß ich mittlerweile, aber das Dunkle packt mich noch immer wieder. Ich durchlebe Ängste, die mich bis ins Tiefste berühren und bei denen es mich all meinen Verstand und Kraft kostet, um normal weiterzumachen, denn ich weiß ja, das Auto ist in Ordnung, mein Schlafzimmer ist leer, Motte ist in guten Händen.

Bei diesen Ängsten kann ich nachvollziehen, daß es Menschen gibt, die sich davon total packen lassen und nichts mehr in der Lage sind zu tun.

Ich brauche Hilfe dabei. Ich krieg's einfach allein nicht hin. 

Der Zahn ist auch ne absolute Nervensäge. Ich bin's langsam leid. Soll ich herumlaufen mit Gebiss? Ihn ziehen lassen? Dann hab ich auf jeden Fall Ruhe, was den Kiefer betrifft. Dafür klafft dann ein Riesenloch in meinem Gebiss. Ich bin verzweifelt und hab einfach keine Lust mehr - Kraft zu Ende, Nerven am Ende, Fantasie am Ende - Lust am Ende.

Renne ich mit dem Kopf durch die Wand?????? Oder vielmehr: dagegen??? Oder tue ich das Richtige? Ich fühl mich wie ein alter, störrischer Esel, der nicht einsieht, daß sein Weg woanders hinführt.... Außerdem bin ich total traurig....

12.12.2008 um 09:06 Uhr

Zusammentreffen mit einem Elefanten

von: soralie   Stichwörter: Elefant, Afrika, Botswana, Freiheit

Mir ist gestern abend meine eigene Elefantengeschichte eingefallen. Sie hat meinem Leben ziemlich sicher eine andere Richtung gegeben. Immer wieder fällt sie mir ein und ich wünsche mir, daß ich den Schock von damals jetzt loslassen kann.

Als Heygen und ich geheiratet hatten, haben wir uns entschieden, unsere Hochzeitsreise mit Bekannten als Safari durch das Okavango Delta und Botswana zu machen. Wir haben entsprechende Fahrzeuge gemietet, Toyota Hilux mit Zeltaufbau auf dem Dach und Kühlschränken auf der Ladefläche und zusätzlichen Benzintanks. Ein absolutes Hihglight. Wir waren zu zehnt mit drei Autos, sechs Erwachsene und 4 Kinder.

Anfangs führten noch einigermaßen fahrbare Wege durch den Busch, aber im Laufe der Tage wurde es immer sandiger. Wir waren durchgesandet bis in die letzte Pore.Klima-Anlage gab's in diesen Autos leider keine. Als es dann nur noch durch den Sand ging, haben wir uns in der Fahr-Reihenfolge abgewechselt, weil die hinteren beiden Fahrzeuge nur Staub und Sand schluckten. Es war also ein Privileg, vorn das erste Fahrzeug zu fahren. Heygen hatte Knieschmerzen, also bin ich gefahren. Wir hatten zwei der Kinder bei uns im Auto. Die Sicht war nicht weit, weil es doch noch Busch gab und Windungen, so daß man nur bis zur nächsten Kurve gucken konnte.

Als wir um eine der nächsten Kurven fuhren, stand da ein RIESEN-Elefant - schwarz wie die Nacht. Er war höchstens 100 m von uns entfernt, und mir blieb das Herz stehen. Ich glaube, in dem Moment lief mein Leben im Innern vor mir ab. Es blieb alles stehen. Der Elefant schaute uns an, eine Ewigkeit lang, wandte dann den Kopf ab und ging weiter. Für ihn nur ein kurzer Moment des Schauens, für mich ein Schock, der bis in den kleinen Zeh ging. Ich bin langsam weitergefahren, nur um festzustellen, daß es natürlich da noch viele weitere Elefanten gab, die zu den Wasserlöchern liefen.

Von dem Tag an hatte ich Angst vor Dingen, die mir vorher unbekannt waren. Ich war immer gern geflogen. Danach hatte ich Flugangst und das vom Feinsten. Die Zusammenhänge waren mir est gar nicht klar. Erst viel später, als ich darüber nachdachte, woher meine Ängste kommen könnten und wieso ich früher so anders war, da ist mir dieses Erlebnis eingefallen. Das Wort "Risiko" war in meinem Wortschatz wenig bis gar nicht vorhanden bis zu diesem Zeitpunkt. Mir gehörte die Welt und ich gehörte ihr. Ich hatte Vertrauen in meine Fähigkeiten und in meinen Erfolg und mein Leben lief bestens.

Ich will frei sein von diesen Ängsten. Sie haben mich behindert. Dieser Elefant und ich - gerade überlege ich, ob er wohl noch irgenwo lebt, ob ich mit seiner Seele Frieden schließen kann, auch wenn er so weit weg wohnt.