Auch der längste Weg beginnt immer mit dem ersten Schritt

04.07.2009 um 18:21 Uhr

Wer bloggen will, muss lügen (Fortsetzung und abschließende Betrachtung)

Vorab möchte ich unbedingt darauf hinweisen und um das Verständnis bitten, dass es in diesem Beitrag ausschließlich um das obige Thema geht. Ich merke dies deshalb explizit an, damit keinerlei falsche Meinungen und Interpretationen darüber entstehen. Es geht ausschließlich um das Thema "Wer bloggen will, muss lügen". 

Vor einiger Zeit habe ich einen Eintrag mit dem Titel „Wer bloggen will, muss lügen“ in meinen Blog gestellt.

Dieser Beitrag rief vielfältige Reaktionen hervor. Ich war erstaunt darüber, wie unterschiedlich doch die Ansichten darüber waren. Grundsätzlich waren sich jedoch alle Kommentatoren in etwa halbwegs darüber einig, dass wie im echten Leben, auch in einem Blog, hin und wieder etwas beschönigt oder weggelassen wird, vielleicht auch mal geflunkert; jedoch die meisten Blogs und deren Verfasser einen grundehrlichen und authentischen Charakter aufweisen. Dem möchte ich zustimmen.

Geraume Zeit später, nachdem der Eintrag eigentlich schon unter dem Begriff „modernes Antiquariat“ geführt werden hätte müssen, kamen neue Kommentare dazu. Es war deutlich zu erkennen, dass nun auch emotionale Komponenten in das Geschriebene mit einflossen. Zurückzuführen war dies auf eine zusätzliche Begebenheit, geschrieben und diskutiert auch in manch anderen Blogs. Augenscheinlich wurden diese Vorkommnisse mit meinem Blog und mit diesem Artikel in Verbindung gebracht. Plötzlich erschien für manche dieser Artikel in einem ganz anderen Licht und bot wohl genügend Potenzial für Spekulation und Interpretation. Überhaupt wurde mein Blog zu diesem Zeitpunkt von einer kleinen Gruppe von Leuten recht genau durchleuchtet, aber das ist eine andere Geschichte. Auf jeden Fall hatte ich nun den Eindruck, dass es gar nicht mehr um den Artikel an sich ging, sondern nur noch darum, Angriffspunkte zu finden, die einer ganz anderen Sache dienen sollten.

Zurück zum eigentlichen Thema: Ich möchte an dem nachfolgenden Beispiel verdeutlichen, was eine Verfremdung auslösen kann. So wurde in nachfolgendem Artikel nur die Titelzeile des Eintrages herausgelöst, in den Satz „Ein Blogger muss gut lügen können um zu bloggen " [1] umgewandelt. Dies geschah mit Sicherheit nicht in irgendeiner unlauteren Absicht, sondern einfach nur, um kurz und prägnant dazu Stellung zu beziehen. Derart verändert jedoch, hat dieser neue Satz so grundsätzlich gar nichts mehr mit der ursprünglichen These zu tun. Dieser Satz steht nun verändert und aus dem Zusammenhang gerissen da. Dieses Vorgehen kenne ich auch aus dem so genannten Schlagzeilen-Journalismus, wo es nur um Quoten geht, die eine möglichst reißerische Schlagzeile  verspricht. Der Titel alleine kann niemals den Inhalt des eigentlichen Artikels widergeben, sondern dient immer als Aufmacher, einladend zum weiterlesen. Die bezugsfreie Herauslösung des Titels führt zu folgendem: Was der Autor des Ursprungbeitrages damit eigentlich ausdrücken möchte, ist dabei vollkommen irrelevant, geht es doch darum dem ganzen einen neuen, eigen interpretierten Charakter über zu stülpen.

So sind dann die Kommentare dazu auch nicht weiter verwunderlich, da ja der tatsächliche Zusammenhang mit dem Ursprung nicht bekannt war:

Zwischenweltler: …das trifft meines Erachtens nur auf die zu, die unbedingt Quote machen wollen…“ [1]

„Mockingbird:  Die These … ist in der Tat sehr merkwürdig. Dazu gibt es genug Gegenbeweise. Die "Windbeutel" entlarven sich meist selbst...“ [1]

„Anima_cara: … Man muss nicht alles schreiben, aber wenn man schreibt, muss es stimmen, sonst macht das keinen Sinn. Man findet die Blogs aber gut und schnell heraus aus denen nur heiße Luft kommt…“ [1]

Die Kommentatoren antworten auf die ihnen dargebotene These in zu erwartender und angemessener Art, weil sie die angebotenen Worte der verfremdeten These als wahr erachten. Tatsächlich aber ist die so dargestellte These verfremdet und streng genommen bereits eine Lüge.

Ich habe mir daraufhin nochmals den Beitrag, der im Original von Susanne Englmayer [2] stammt, aufmerksam durchgelesen. Ich kann damals wie heute, nichts Unwahres daran feststellen, all das Beschriebene ist schlüssig und nicht von der Hand zu weisen. Meine persönliche Überzeugung steht voll und ganz hinter diesem Artikel.

Jeder Mensch lügt! *

Und das ist auch gut so, denn lügen gehört zum überleben in unserer Gesellschaft. Genauso dient die Lüge der Wahrheit, denn „Wenn man wissen will, was Wahrheit ist, muss man lügen lernen.“ So sieht es zumindest Nietzsche [3]. Der Tod und die Lüge sind zwei Dinge, die jedem Menschen unumstößlich widerfährt. Manch einer mag mit dieser Kernaussage nicht einverstanden sein, dennoch entspricht sie den Tatsachen. Es geht mir dabei um die wirklich grundsätzliche Überlegung zu diesem Thema, der eigentlichen Bedeutung der Lüge und deren Betrachtung; die Lüge in ihrer elementarsten Bedeutung. Ein Gedankenexperiment nur des Denkens willen eben. Vielleicht war die Reaktion deshalb so kontrovers, weil jeder für sich den Begriff der Lüge anders definiert?

Der Duden definiert die Lüge als eine ,,bewusst falsche, auf Täuschung angelegte Aussage; absichtlich, wissentlich geäußerte Unwahrheit''.

Es gibt so viele Synonyme für Lüge und die Verniedlichung derselben. Warum ist das wohl so? Warum sprechen wir auch oft von einer „Notlüge“, in der auch bewusst eine Falschaussage gemacht wird und absichtlich die Unwahrheit gesagt wird, um zu täuschen, aber bei der Notlüge wird gewissermaßen ein edleres Ziel vorausgesetzt, also zum Beispiel in einer Notlage, um etwas Schlimmeres zu verhindern oder in einer Situation, wo man jemand anderen schonen möchte?

Die Lüge ist wohl die häufigste Form eines Verhaltens, das zum einen als Fehlverhalten geächtet wird und zum anderen eben durch seine Verbreitung offenbar auch einer Rechtfertigung bedarf. Da man sich nicht traut zu sagen, Lügen ist eine zulässige notwendige Handlungsform, wird versucht, das Lügen zu verniedlichen, um seiner möglichen Verurteilung die moralische Schärfe zu nehmen.

Der Mensch lügt statistisch betrachtet etwa 40-mal am Tag, bis hin zu 200-mal. Diese Zahlen lassen sich leicht überprüfen und jeder kennt wohl in irgendeiner Art Artikel zu diesem Thema. Wer sich detaillierter informieren möchte, dem empfehle ich den Artikel „Die Wahrheit über Schwindeln, Flunkern & Co.“ [4] , der in leicht verständlicher Form das wiedergibt, was auch ich damit meine.

Die Frage ist natürlich auch, ab wann wird eine Lüge als Lüge in ihrer moralisch verwerflichen Ausprägung gesehen? Hierzu  möchte ich gerne als Beispiel das Thema „Blog und Lüge“ anführen. Ich wurde ja mehrfach darüber aufgeklärt, dass alles was nicht dem Eigenen entspringe, einen Vermerk tragen sollte, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, dass das geschriebene oder abgebildete das Eigene sei. 

Nehmen wir an, ein Blog wird mit Bildern ausgeschmückt, die überhaupt nichts mit dem Verfasser zu tun haben und auch keine Quellenangaben enthalten. Es könnte also durchaus sein, dass im Gesamteindruck die Fiktion erzeugt werden soll, dass das Geschriebene in direktem Zusammenhang mit den Bildern steht, die aber in Wirklichkeit überhaupt nichts mit dem Verfasser zu tun haben. Wohlwollend betrachtet, kann man diese Lüge mit dem stimmigen und runden Gesamtarrangement des gesamten Blogs abschwächen. Werden allerdings in den Textpassagen direkte Bezüge zu den Bildern hergestellt, ist der Gedanke an einer bewusst falschen, auf Täuschung angelegten Handlung, nicht wirklich abwegig. Werden dann von interessierten Lesern gestellte Fragen, zu den gezeigten Bildern, die im Zusammenhang mit der Textpassage stehen, nicht eindeutig beantwortet; also die Bilder nicht als Fiktion klargestellt, dann  stellt dies durchaus eine absichtlich und wissentlich geäußerte Unwahrheit des Blogverfasseres dar.

Man mag sich jetzt darüber streiten, ob ein fehlender Quellverweis, ein nicht den Tatsachen entsprechendes Bild, oder eine erfundene Textpassage der Wertigkeit der moralisch verwerflichen Form der Lüge standhält, oder nicht. Das ist eine Frage des persönlichen Ermessens und des eigenen Urteils. Zieht sich dieses Verhalten jedoch von Anfang bis Ende durch den ganzen Blog, kann die abschwächende Möglichkeit, von einer  Zufälligkeit oder einem Versehen, kaum mehr als glaubwürdig aufrecht erhalten werden.

Es mag sein, dass als Argument für solches Vorgehen die Absicht dahinter steht, einem gesichtslosen Blog eine Identität, ein bisschen Farbe, zu geben. Genauso gut kann es aber auch sein, dass die Absicht darin besteht, etwas darzustellen zu wollen, was man selbst gar nicht ist und nie sein wird, eine Wunschvorstellung eben; anderen zu gefallen und einen gewollten Eindruck zu erwecken. Schlussendlich lügt sich der Darstellende nur selbst damit an.

Dem Leser des Blogs ist es eigentlich vollkommen egal, ob wahr oder unwahr, es muss für ihn persönlich interessant und stimmig sein; mehr nicht. Es ist zum Beispiel vollkommen unerheblich, wenn ein Autor schreibt, er trinkt gerade einen köstlichen Wein, in Wahrheit er aber ein Glas Mineralwasser zu sich nimmt. Das ist literarische Fiktion, um ein Stimmungsbild zu erzeugen und auch nicht als verwerflich anzusehen.

Wer liest schon dauerhaft, für sich selbst ganz persönlich bewertet, einen langweiligen, nichts sagenden und unattraktiven Blog?

Ich bleibe dabei: „Wer bloggen will, muss lügen“

Noch Fragen? Fragen!

 

 

 

 

Quellen:

[1] http://www.blogigo.de/gedanken_oder_fragen/Mitblogger-Frau-Mausekind-und-Galahad/1255/ **

[2] S. Englmayer http://minuszero.de/?p=43

[3] F. W. Nietzsche: Also sprach Zarathustra, 4. Teil, Vom höheren Menschen

[4] http://www.br-online.de/wissen/forschung/luegen-DID1188595897/index.xml

[5] H. Lukesch: Erkennbarkeit der Lüge: Alltagstheorien und empirische Befunde.

 

Anmerkungen:

* Allerdings erst etwa ab dem vierten Lebensjahr, denn vorher haben es die Kinder nicht gelernt, die Unwahrheit zu sagen oder etwas vorzutäuschen. Danach beginnen sie im Laufe ihrer Entwicklung ihre Fähigkeit andere in die Irre zu leiten oder zu täuschen zu perfektionieren. H. Lukesch sagt hierzu : "Lügen ist durchaus eine beachtliche intellektuelle Leistung" [5]

 

** der wirklich wesentliche und wichtige Inhalt dieses Beitrages ist leider ein sehr trauriger!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 04.07.2009 um 20:07 Uhr:Lieber Herr aquarius.
    Natürlich ist es nachzusehen, wenn mit dem Bloggen angefangen wird, man es vielleicht noch nicht wissen kann, dass zu fremden Texten die Quelle genannt wird.
    Allerdings wundere ich mich ein wenig, da du ja scheinbar mehr oder weniger ein IT Fachmann bist, dich auskennst, dass du dann die Copyright- und Zitatrechtbestimmungen nicht kennst.
    Oft sehe ich, vot allem bei sehr jungen Bloggern, dass sie Texte oder Fotos verwenden, die nicht die ihren sind.
    Mache dann eventuell darauf aufmerksam, um sie vor Abmahnungen zu bewahren.
    Wenngleich ich diesen Abmahnwahn und auch die Copyrightgesetze überzogen und nicht so, wie sie sind, richtig finde.
    Bei fremden Bildern ohne Genehmigung des Rechteeigentümers veröffentlicht, kann man sich noch schneller eine Abmahnung einfangen.

    Dein Ursprungsartikel hatte mich zu einer Reaktion veranlasst, da ich mit dem Inhalt überhaupt nicht übereinstimme. Auch deine Kommentare auf die Kommentare, regten bei mir Widerspruch.
    Deine Anmerkungen, auch weglassen, nicht alles zu schreiben, sei schon eine Art Lüge.
    Dieses sehe ich nicht so. Es ist doch kein Mensch verpflichtet alles zu sagen, oder auf alles eine Antwort zu geben, wenn er es nicht möchte.
    Lüge ist für mich bewusst die Unwahrheit sagen, um zu täuschen, um einen Vorteil zu erlangen.
    Ob meine verkürzte These aus dem Zusammenhang gerissen ist, dieses sehe ich nicht so, denn bei aufmerksamen lesen des Eintrages stellt es sich so, wie von mir genannt da.
    Du schreibst dort unter anderem:
    Gut zu lügen.......Das vor allem macht die Kunst des bloggens aus.
    Dieses sehe ich ganz anders. Gut zu lügen beim bloggen macht einen Blog über kurz oder lang uninteressant, jedenfalls für mich.
    Denn weshalb soll ich etwas lesen, was so nicht stimmt, nur ausgedacht ist.
    Ein wenig anders mag es sein, wenn es als Fiktion deklariert oder erkennbar ist.
    Aber selbst dieses interessiert mich dann meistens weniger, denn nichts ist so interessant und vielfältig wie das Leben selbst.
    Dieses mag aber vielleicht auch nur meine eigene Meinung sein.
    Auf meinem Blog verwende ich ja auch desöfteren Textpassagen oder Zitate, die nicht von mir sind, auch manchmal um sie zur Diskussion zu stellen, doch schreibe meistens meine eigene Meinung dazu dabei, damit ich als Person hinter diesen Zeilen kenntlich bleibe. Wenn du so manche der Kommentare von anderen, egal ob auf meinem Blog, oder anderswo bei Blogigo liest, müsstest du feststellen wie ehrlich sie in der überwiegenden Zahl sind.

    Wenn Nietzsche meinte lügen zu müssen um die Wahrheit zu finden, mag ja schon dieser Ausspruch von ihm gelogen gewesen sein sowie seine ganzen anderen Thesen.
    Was vielleicht seiner Erkrankung zuzurechnen ist. Falls sie nicht auch erlogen war.Es mag auch sein, dass der normale Mensch zwischen 40 bis 80 mal am Tage lügt, sagt aber nichts darüber aus, wie schön es sein kann ohne Lügen zu leben. Du sagtest oder fragtest in einem Kommentar, ob es nicht auch schon eine Lüge ist, um jemanden zu schonen, die Wahrheit zu verschweigen.
    Dieses sehe ich nicht als Lüge an. Denn zuviele nutzen dieses "ich bin doch nur ehrlich" dazu um andere ganz bewusst zu verletzen. Oftmals sogar mit rein subjektiven, nicht der Wahrheit entsprechenden Äusserungen, die dann als Ehrlichkeit deklariert werden.

    Aber bevor ich abschweife.
    Mein Eingangskommtar beruhte darauf, dass ich eben nicht der Meinung bin, wer bloggt muss lügen können. So wie auch die anderen Einträge von dir oftmals ein Empfinden von Widerspruch in mir hervorrufen.
    Da sie vielfach pauschalisierend sind, schwarz/weiss..die Frauen, die Männer sind so..und deshalb.
    Auch den Menschen dahinter nicht erkennen lassen..ausser in einigen Einträgen, wie dem mit dem Balkonfoto.
    Du bist ausgesprochen höflich in deinen Antwortkommentaren, kannst schreiben, wie man da ja sieht. Hast es im Grunde garnicht nötig Fremdmaterial zu benutzen, es sei denn als Anregung mit Hinweis darauf.

    Vielleicht hättest du auch in diesem Falle, über den wirklichen und wichtigen, aber truarigen Anlass, wie du schreibst, bloggen sollen.
    Liebe Grüsse
  2. zitierenAquarius schreibt am 04.07.2009 um 20:34 Uhr:Lieber Sternenschein,
    ich bedanke mich recht herzlich für deinen ausführlichen und inhaltlich sehr ansprechenden Kommentar. Einer gut begründeten, wenn auch anderen Meinung, kann ich sehr gut akzeptieren und anerkennen. Ich kann dir in weiten Teilen unumschränkt zustimmen. Das mag sich jetzt seltsam anhören; aber trotz scheinbar gegenseitig andere Ansichten, die wir vertreten, so haben wir doch eine gemeinsame Grundlage. Es ist lediglich eine andere Sichtweise.

    Ja, das mit Frau Mäusekind macht mich sehr betroffen, obwohl ich sie nicht kenne, also auch ihren Blog nicht. Ich habe eben den Eintrag gelesen. Es ist ein sehr beklemmendes Gefühl, das zu lesen. Ich hoffe sehr, dass dieses einschneidende Erlebnis irgendwann einigermaßen gut von ihr verarbeitet wird. Es ist jedoch auch wiederum so, dass wenn man jeden Schmerz und jedes Leid an sich heran lässt, man selbst dabei untergehen würde. Trotzdem macht mich das alles sehr, sehr nachdenklich und vielleicht hätte ich tatsächlich darüber schreiben sollen?

    Liebe Grüße,
    Aquarius
  3. zitierenkassastra schreibt am 04.07.2009 um 21:22 Uhr:...eine sehr interessante These...
    ...eine sehr spannende Diskussion...

    Ich habe dazu eine eigene Meinug, die von euch beiden inhaltlich geprägt ist.
    z.B. ist für mich "nur die Hälfte" erzählen auch schon eine Lüge...
    Grundsätzlich, so glaube ich, hat jeder Mensch seine individuelle Schmerzgrenze. Das eigene empfinden von Lügen anderer und der selbstbestimmte Anteil an einer "Lügengschichte" ist in meinen Augen nicht greifbar. Daher ist es schwer, eine "generelle" These zu erstellen.

    Ich habe dies zu lesen sehr spannend gefunden.
  4. zitierenAquarius schreibt am 04.07.2009 um 22:29 Uhr:Danke für deinen Kommentar. Schön, dass du dich nicht gelangweilt hast, denn es war ja doch eine ganze Menge an Text zu lesen. Ich denke du bringst es auf den Punkt: jeder hat seine persönliche Wertung, ab wann eine Lüge auch wirklich als Lüge gewertet wird. Und es ist absolut richtig: beide Meinungen haben gleichtberichtigt gute Argumente.

    LG Aquarius
  5. zitierenlara_13 schreibt am 05.07.2009 um 10:08 Uhr:nur mal ganz kurz....
    ich denke es ist ebenso einfach die Wahrheit zu schreiben ,wie eine Lüge...beides natürlich unter falschem Namen ,bzw einem Pseudonym :o)
  6. zitierenAquarius schreibt am 05.07.2009 um 11:29 Uhr:@lara :-)) irgendwie habe ich so das Gefühl, das Lüge und Wahrheit manchmal ganz schön nah beieinander liegen, oder?
  7. zitierenAquarius schreibt am 05.07.2009 um 12:00 Uhr:
    sternenschein:
    Allerdings wundere ich mich ein wenig, da du ja scheinbar mehr oder weniger ein IT Fachmann bist, dich auskennst, dass du dann die Copyright- und Zitatrechtbestimmungen nicht kennst.


    In der Programmierung liegen die verbindlichkeiten, was Lizenzrecht, Nutzung und Quellcodeverfügung angehen etwas anders, bzw. sind klarer geregelt. Die Regelungen gerade für Fotos sind mir schon geläufig, aber dass private Texte auch einem weitreichenden Copyright unterliegen, war so noch nicht klar. Davon abgesehen, macht eine Copyright Bemerkung, so wie sie meistens zu lesen ist, noch keinen Schuh draus, solange sie nicht juristisch / rechtlich der anerkannten Form entspricht und das ist bei nahezu allen privaten Quellen, z.b. Blogs so. Eigentlich könnte man sich diesen Copyright Hinweis auch sparen, weil so in der Form nicht durchsetzbar. Aber die generelle Botschaft von dir, was das kenntlichmachen von fremden Quellen betrifft, ist auch bei mir angekommen!

    In diesem Sinne, einen schönen Sonntag.
  8. zitierenlara_13 schreibt am 05.07.2009 um 12:32 Uhr:man kann auch phillosphieren,was überhaupt Wahrheit und was Lüge ist..........eine endlose Bandbreite an Gesprächs/Geschreib-Material tut sich da auf...
    LG Lara
  9. zitierenanima_cara schreibt am 05.07.2009 um 12:49 Uhr:hey aquarius

    die meisten blogs hier sind doch tagebücher bzw. persönliche 'berichterstattungen'.
    wenn man sich die mühe macht (machen will) den menschen dahinter zu lesen, wird man immer herausfinden, welche blogs oder einträge echt sind und welche nur der quote dienen.
    da ist es auch -vorerst mal- nicht von belang, ob nun jemand rotwein mit mineralwasser 'verwechselt'. ;o)

    wenn ich das gefühl habe, jemand schreibt unecht oder nur um sich zu produzieren, dann les ich den nicht weiter. und ich schätze mal, so machen das die meisten hier auch.

    ich kannte deinen blog bisher nicht.
    warum blogst du hier, wenn ich fragen darf? und ich meine das keineswegs provozierend.

    lg anima
  10. zitierensternenschein schreibt am 05.07.2009 um 13:22 Uhr:@aquarius,
    zum Thema Copyright und Texte.
    Es braucht wirklich kein Vermerk im Blog stehen, dass die Texte geschützt sind.
    Sie sind es an einer gewissen Schaffenshöhe von Haus aus.
    Die Schöpfungshöhe wird von einigen Gerichten sehr niedrig angesetzt.
    Das Zitatrecht erlaubt aber aus anderen Veröffentlichungen zu zitieren.
    Der ganze Text darf glaube ich nur zietiert werden, wenn er in einem wissenschaftlichen Werk Verwendung findet.
    Etwas anderes ist es, wenn der Urheber schreibt, er erlaubt die Verwendung.
    Kann dieses aber von Bedingungen abhängig machen, wie Quellenangabe etc., was bei Open Lic. in der Regel der Fall ist.
    Bei Bildern haben Gerichte bei nichtgenehmigter Verwendung in der Vergangenheit dem Fotografen oftmals einen exorbiant hohen Schadenersatz zugesprochen.

    Ich würde zum Beispiel manchmal gerne einen Songtext reinstellen und noch etwas dazu schreiben.
    Aber leider unterliegen diese Texte auch dem Copyright, so dass ich nur Zitatweise einen kurzen Auszug davon benutze.

    Zum Thema Wahrheit liegt manchmal ganz schön dicht bei der Lüge.
    Da bin ich icht deiner Meinung, da gibt es für mich schon einen Unterschied.

    Und ich weiss nicht, wieviel Lara13 oder anima_cara hier in den Blogs lesen würden, wenn sie wüssten alles was hier in den Blogs geschrieben ist, entspricht nicht der Wahrheit, soll nur dazu dienen etwas vorzutäuschen und ist insgesamt ausgedacht.
    Ich selbst hätte dann keine Lust hier zu lesen.

    Wie Lara schon sagte, solange man anonym unter einem Pseudonym bloggen kann, weshalb sollte man dann nicht die Wahrheit schreiben.
    Anders wäre es, wenn die Impressumpflicht auch für private Blogs gelten würde, was sie zum Glück noch nicht tut. Wenn wir unseen Namen, Adresse und Tel. Nummer im Blog nennen müssten.
    Ich glaube dann würden die meisten der privaten Blogger mit dem bloggen aufhören.
    Es kam hier schon oft genug vor, dass User hier ihre Blogs löschten, da sie zu ehrlich geschrieben hatten, ohne die Namen von betroffenen zu ändern und so gefunden wurden.
  11. zitierenAquarius schreibt am 05.07.2009 um 14:32 Uhr:@Sternenschein

    Ich glaube, dass man dieses Thema mit Wahrheit und Lüge noch endlos diskutieren könnte, ohne wirklich Konsens zu ereichen. Irgendwie sind aber beide Begrifflichkeiten schon eng miteinander verwoben. Ich glaube, wirklich wichtig ist das, was wir für uns selber als "wahr" empfinden, also gewissermassen "glauben wollen".

    Zu dem Thema "Anonymität", habe ich eine reltiv entspannte Haltung, vielleicht auch von Berufs wegen. Das Internet ist schon lange nicht mehr anonym. Ich bin mir fast sicher, dass es viele entsetzen würde, wenn sie wüssten, wieviel Information jeder Besuch auf einer Website hinterlässt, also auch hier. Diese Informationen sind frei verfügbar und für jeden nutzbar.

    Allerdings messen viele der Bedeutung dieser Informationen zuviel Gewicht bei, so wie auch sehr viele Menschen die eigene Wertigkeit, bzw. den Stellenwert von Blogs, Foren, Chats, etc. viel zu hoch ansetzen. Das naive und oftmals unbedarfte Verwenden eben dieser Medien stellt in Konsequenz manch einen schon mal vor erhebliche Probleme, da hast du schon recht mit deiner Meinung. Ich denke aber, dass das eher die Ausnahme ist.
  12. zitierenAquarius schreibt am 05.07.2009 um 22:27 Uhr:
    anima_cara:warum blogst du hier, wenn ich fragen darf?


    Hi Anima,
    irgendwie ging mir diese Frage den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf und eine wirklich überzeugend klingenede Antwort habe ich noch nicht darauf gefunden! Wirklich seltsam?! Aber ich werde finden und es dann schreiben.

    LG Aquarius
  13. zitierenkassastra schreibt am 06.07.2009 um 00:02 Uhr:Ich persönlich denke, dass Wahrheit und Lüge genauso eng nebeneinander liegen wie Liebe und Hass.
    Manchmal eben mehr und manchmal eben weniger.

    Schönen Start allen Lesern in die neue Woche!!
  14. zitierenAquarius schreibt am 07.07.2009 um 22:10 Uhr:@kassastra

    "Liebe und Hass"; ein vollkommen neues Thema, aber ich verstehe genau, was du damit meinst. Un du hast recht damit.
    LG Aquarius
  15. zitierenAquarius schreibt am 09.07.2009 um 23:27 Uhr:
    anima_cara: warum blogst du hier, wenn ich fragen darf? und ich meine das keineswegs provozierend.


    @anima_cara

    Mich faziniert von jeher die Mächtigkeit des geschriebenen Wortes. Berauschend. Eine der mächtigsten Waffen. Ich schreibe, um zu sehen. Und. Ich schreibe, weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, verstanden zu werden.

    LG Aquarius

    by the way: „Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen“ ist ein intressanter Titel für einen noch bemerkenswerteren Blog.
  16. zitierenanima_cara schreibt am 10.07.2009 um 13:35 Uhr:@aquarius
    *lächel* schön, wenns dir gefällt!

    lG anima
  17. zitierenAquarius schreibt am 15.07.2009 um 17:55 Uhr:In dem alten Beitrag http://www.blogigo.de/Arbeitstitel_Hirnwurz/Wer-bloggen-will-muss-luegen/4/ gibt es neue Kommentare, die ich nun hierher kopiere. Bitte nur in diesem Thread weiter posten. Danke.

    Neue Kommentare:

    38. engl schreibt am 12.07.2009 um 19:00 Uhr:
    Manueller Trackback: <a href="http://minuszero.de/?p=61">Blogger stehlen nicht</a>

    39. sammelmappe schreibt am 12.07.2009 um 20:15 Uhr:
    Blogger stehlen nicht - dem schliesse ich mich an. Alles andere ist dreist!

    40. sternenschein schreibt am 12.07.2009 um 21:00 Uhr:
    Manchmal hilft es schon die AGB von Blogigo wirklich zu lesen, der mit der Anmeldung ja zugestimmt wurde..
    (5) Der Nutzer erklärt, dass er über die Rechte aller auf der Plattform der Blogigo.de von ihm platzieren Inhalte (Texte, Bilder, Dateien etc.) verfügt. Diese Rechte verbleiben beim Nutzer.
    Liebe Grüsse
    sternenschein

    41. Aquarius schreibt am 15.07.2009 um 00:00 Uhr:
    engl:Manueller Trackback: &lt;a href="http://minuszero.de/?p=61"&gt;Blogger stehlen nicht&lt;/a&gt;
    @engl
    Aus Fehlern lernt man, auch ich. Meine Lektion habe ich erhalten.
    Den Beitrag http://minuszero.de/?p=61 habe ich gelesen und verstanden.
    Abschliessend eine sachliche Zusammenfassung:
    -Auf der Webseite http://minuszero.de/?p=43 mit dem Titel "Wer bloggen will, muß lügen" findet sich keinerlei Copyright- oder Creative Commons Hinweis.
    -Als Reaktion auf einen Kommentar bei Blogigo.de erfolgte eine Anfrage zur Verwendung, in der als Antwort die Lizenzbedingungen genannt wurden. Der Hinweis auf die by-nc-nd Bestimmung findet sich nicht, wie allgemein üblich, auf der betreffenden Webseite, sondern im Impressum und weiterführenden Links und ist somit nicht direkt erkennbar.
    -Nach Nennung der Lizenbedingung, durch Bekanntgabe eines Links, entspricht der Beitrag "http://www.blogigo.de/Arbeitstitel_Hirnwurz/Wer-bloggen-will-muss-luegen/4/" den by-nc-nd Bedingungen in allen Punkten.
    Schade, dass wir uns unter diesen Umständen kennen gelernt haben.
    Und vielen Dank für den Hinweis auf die CC-Thematik, die ich bislang noch nicht kannte.

    42. Aquarius schreibt am 15.07.2009 um 00:16 Uhr:
    @Sternenschein
    Wer bist du eigentlich, der du dir herausnimmst ein Urteil über die Bloger von blogigo meinst abgeben zu können? Du schreibst auf einer anderen Plattform (http://minuszero.de/?p=61) "Zumindest die Blogger auf Blogigo lügen aus meiner Sicht zum grossen Teil nicht. Was nur zu beurteilen ist, wenn man in vielen der dort vorhandenen privaten Blogs liest." Bist du am Ende gar Julian K. (http://www.blogigo.de/static/imprint), der einen allwissenden Lügendedektor über alle Beiträge, die bei Blogigo gepostet werden, anwendet? Diese von dir getroffene Aussage ist absolut subjektiv, erweckt aber den Eindruck, dass dies als Wahrheit zu gelten hat. Ist sie aber nicht! Ich habe ein wenig den Eindruck, als dass du dich gerne in der Rolle der moralischen Oberinstanz von Blogigo siehst.
    Wenn ich weiterhin sehe, mit welcher Energie und Beharrlichkeit du an diesem Thema dranbleibst, das dich nach deiner Meinung "So gar nicht interessiert", gibt mir das schon zu denken.
    Immerhin war deine Uninteressiertheit ausreichend, um meinen Blog auf "Unregelmässigkeiten" zu durchforsten und deine Erkenntnisse dann sehr publikumswirksam an dieser, und anderen Stellen zu plazieren. Selbstverständlich ereichst du damit die gewünschte Aussenwirkung. Meiner Meinung nach kommt dein Faible für das lehrerhafte, besserwisserische agieren manchmal etwas zu sehr zum Ausdruck.
    Machst du das eigentlich bei anderen Blogs auch mit dieser Verbissenheit und Hingabe?
    Ich vermute ganz andere Gründe für dein Verhalten. Selbstdarstellung? Macht? Anerkennung? Richter?
    Ich habe keinerlei Ahnung was dich treibt, was der wahre Grund für dein Verhalten ist. Eines jedoch ist für mich absolut klar geworden: Dein Verhalten in dieser Geschichte, die eigentlich gar keine ist und schon längst ad acta gelegt ist, zeigt mir deutlich, dass du in Wahrheit ein ganz anderer Mensch bist, als der, den du hier vorgibst zu sein.
    Mag sein, dass ich mich grundsätzlich täusche und ich zu Unrecht Kritik übe; meine Sicht der Dinge lässt im Moment jedoch keine andere Implikation zu.

    43. Zebulon schreibt am 15.07.2009 um 00:26 Uhr:
    SEELENSTRIPTEASE NOW!

    44.engl schreibt am 15.07.2009 um 12:56 Uhr:
    Sehr lustig. Wenn also auf der Schokolade im Supermarkt kein Preisschild klebt, dann kann ich sie einfach so mitnehmen. Hab ich das richtig verstanden? Oder anders. Bilder sind rechtlich geschützt, aber private Texte nicht. Die Schokolade darf ich dann wohl doch nicht mehmen. Aber wenn ich der Kassiererin ein Bonbon auf ihrer privaten Tüte grapsche, ist das okay?
    Schwachsinn!

    45. sternenschein schreibt am 15.07.2009 um 15:12 Uhr:
    Lieber aquarius,
    wie du selbst schreibst, habe ich gesagt, der Grossteil der Blogigo User lügen nicht aus meiner Sicht.
    "Aus meiner Sicht", damit sage ich ja schon, dass es mein subjektiver Eindruck ist.
    Und diesen Eindruch habe ich gewonnen, da ich seit fast drei Jahren hier sehr viele Blogs gelesen habe, die oftmals, ja fast immer ehrlicher geschrieben sind, als so mancher Blogautor es im wahren Leben seinen Freunden sagen würde. Gerade dieses finde ich so gut an den Blogs, dass sich da nicht hinter den normalen Konventionen versteckt werden muss, da der Schreiber in dem Sinne ja anonym ist.
    Wie du an den Kommentaren gesehen hast, teilen ja auch etliche hier diese Meinung mit mir.
    Ja, selbst du hattest in einem Kommentar geschrieben, es wird wohl so sein, dass die Mehrszahl der Blogigo User grundehrlich in ihren Blogs schreiben. Was mit deiner These des Blogger müssen lügen nicht konform geht. Es liegt mir fern, eine moralische Instanz sein zu wollen, ebenso Machtgelüste oder ähnliches. Es scheint mir eher so, dass du mit Kritik nicht gut umgehen kannst.
    Jeder kann und sollte aus meiner Sicht machen was er will, auch schreiben was er will.
    Ich denke über die Sachen nach, die ich lese. Dieses "alle Blogger lügen, sie müssen sich eine Lügenstrategie ausarbeiten, und desto besser sollte man lügen können, das macht die Kunst des bloggens aus" empfand ich fast als Beleidigung gegen all die Blogschreiber hier, dessen Blogs ich seit Jahren verfolge. Es ist fast so, als würde man ihnen in einem Kommentar auf dem Blog schreiben, sie hätten alles nur erfunden, sich lügenhaft ausgedacht um die Leser zu täuschen.
    Und ja, ich will manchmal wissen was andere Blogger oder auch Fachleute zu irgenwelchen Themen sagen.
    So gab ich in Google ein "Blogger müssen lügen" und landete dadurch auf Frau Englmaiers Seite.
    Das hat nichts mit Durchleuchten deines Blogs zu tun.
    Nur mir fiel auf, dass ihr Text auch deiner war, worauf du im Blog nicht hingewiesen hattest.
    Dich darauf hinzuweisen, als oberlehrerhaftes zu deklarieren, ist etwas daneben.
    Auch meine Meinung, Blogger müssen nicht lügen, als moralistisch hinzustellen ebenfalls. Sie entspricht eben nicht deiner Meinung, und damit ist es gut.
    Ich stelle Lügen, aus welchen Gründen auch immer, nicht als unmoraisch oder verwerflich hin, der Lügner wird schon seinen Grund dafür haben, nur ich selbst finde Diskussionen die auf Lügen aufbauen, oder auch nur auf Provokationen aufbauen sinnlos und überflüssig, da ihnen der wirkliche Kern fehlt.
    Thesen in den Raum und zur Diskussion stellen, mit der Anmerkung dass es Thesen sind, kann ich folgen. Aber Behauptungen, alle Blogger müssen lügen eher nicht.
    Du sagst selbst, du bloggst noch nicht lange, wahrscheinlich hattest du auch noch nicht in sehr vielen Blogs hier gelesen, als du den Eintrag einstelltest.
    Konntest dir so gesehen auch noch keine wirkliche Meinung über das Lügen der Blogigo User gebildet haben.
    Vergleichst das Bloggen mit dem Chatten, mit dem Lügen in Single Portalen, wobei ich der Meinung bin, dieses sind zwei grundverschiedene Dinge.
    Denn hier beim bloggen braucht niemand einen anderen von sich zu überzeugen, was das Bloggen ehrlicher macht, als die von dir gennannten Formen der Internetkommunikation.
    Wobei anzumerken ist, dass es auch in Chats Menschen gibt, die grundehrlich schreiben.
    Zum Schluss noch, ich habe nie gesagt, dass mich die Thematik nicht interessiert, nur ich eben eine andere Meinung dazu habe und vertrete. Dieser Gedankliche Widerspruch hat mich veranlasst hier und anderswo zu kommentieren um meine Meinung dazu kundzutun. Und ja, diese, deine These hat mich auch sehr beschäftigt, wenn ich andere Blogs las, und das geschriebene mit deiner Behauptung es müsse alles gut gelogen sein abglich. Ja, es ärgerte mich fast, wenn Blogger über ihre Ängste, Erlebnissem tiefgehende Emotionen schrieben, daran zu denken, dass du behauptest, es sei das meiste davon gelogen und erfunden, um uns, die Leser, zu täuschen. Damit wird man den meisten Blogschreibern wirklich nicht gerecht werden.
    Liebe Grüsse
  18. zitierenAquarius schreibt am 25.07.2009 um 04:49 Uhr:Hallo Sternenschein,
    je länger über diesen Thread diskutiert wird, desto mehr wird verfälscht. Das liegt wohl in der Natur des Menschen. Es ist mir wichtig, nochmals darauf hinzuweisen, dass ich den ursprünglichen Beitrag in seiner Gesamtheit verstanden haben möchte. Einzelne Fragmente daraus herauszulösen und diese dann ohne den tatsächlichen Zusammenhang in den Raum zu stellen, finde ich deplaziert. Das Komplizierte an dieser ganzen Sache ist, dass es eigentlich um drei Dinge gleichzeitig geht.
    - Den Beitrag an sich
    - Die Sache mit dem Copyright
    - Die enge Verflechtung in einen anderen Blog

    Ginge es nur um die sachliche Diskussion des Ursprungsbeitrages, wäre der hohe emotionale Anteil erst gar nicht entstanden. Ich wiederhole mich nun zum dritten Mal wenn ich mich inhaltlich zu den Aussagen des Ursprungsbeitrages bekenne. Und gerade in diesem Zusammenhang muss lügen nichts Schlechtes bedeuten. Auch habe ich darauf hingewiesen, dass es wohl auch wichtig ist, die Begrifflichkeit der Lüge an sich genauer zu definieren.

    Die Diskussion um das Copyright ist mittlerweile eindeutig geklärt und mir ist klar geworden, dass mein Vorgehen, was das Urheberrecht des Textes anbelangt, nicht einwandfrei war.

    Betrachte ich jedoch dein Vorgehen in der Gesamtheit aller Verflechtungen, stellt sich mir ein Bild dar, in dem ich dir kein wirklich korrektes Verhalten bescheinigen mag. Deine Strategie war und ist für mich klar ersichtlich. Schlussendlich ist dies aber auch nicht wirklich von Bedeutung, denn es soll ein jeder das tun, was er für richtig erachtet. Die Subtilität deines Agierens ist für mich klar ersichtlich.

    Es wäre schlimm, wenn jeder die gleiche Meinung über ein Thema hätte und genau deshalb schätze ich auch die Diskussion darüber. Mir in diesem Zusammenhang einen Mangel an Kritikfähigkeit vorzuwerfen, halte ich für deplaziert. Wäre ich nicht kritikfähig, würde ich auch nicht auf entsprechende Kommentare antworten, oder ich würde den Thread kurzerhand sperren. Auch mir persönlich unangenehme Kommentare stehen hier nach wie vor offen zur Diskussion.

    Manche deiner Ansichten und Argumente sind für mich schlüssig und ich stimme mit diesen überein, das habe ich aber auch schon deutlich zum Ausdruck gebracht. Zu manchen jedoch habe ich eine gänzlich andere Meinung. Ich schätze vor allen Dingen sachlich fundiertes argumentieren, was ich dir weitestgehend anerkenne.

    Ich stelle mich hier jedweder Diskussion, wenn sie denn die Ansprüche einer solchen auch erfüllt. Ich habe erfahren müssen, dass dies nicht immer so ist, entsprechende PM´s zeigen mir die Inkompetenz mancher Blogger deutlich auf.

    Es ist wichtig, dass jeder Mensch seine eigene fundierte Meinung hat. Gefestigt auf der Basis von überzeugenden Argumenten. Ich akzeptiere jederzeit Meinungen, die mit meiner nicht übereinstimmen, wenn sie argumentativ logisch erscheinen. Trotz alledem: Gedanken sind frei und meine Meinung muss nicht die deine sein.

    In diesem Sinne und ein schönes Wochenende wünscht,
    Aquarius
  19. zitierenkassastra schreibt am 25.07.2009 um 10:02 Uhr:Lieber Herr Aquarius,

    die Meinung eines Menschen kann durchaus auch nur eine Meinung sein. Sie muss meineserachtens nicht fundiert sein. Sicher ist es besser, wenn sie auf fundiertem Wissen beruht aber du kannst nicht einem Menschen seine Meinung absprechen, nur weil sie nicht fundiert ist. Ich hoffe, du hattest dies nicht so explizit gemeint, wie ausgedrückt.

    Falls du diesen Anspruch aber hegen solltest, dann lass dir gesagt sein, dass du etliche Menschen damit überforderst! Es kann nicht jeder, zu jeder Zeit, zu jeder Meinung die er hat, ein fundiertes Wissen vorweisen und als Krönung des ganzen auch noch argumentieren "auf der Basis von überzeugenden Argumenten". Das ist zu viel. Wenn du das erwartest, dann sind Kommunikationskonflikte vorprogrammiert.

    Eine Meinung kann einfach nur eine Meinung sein. Durch Kommunikation wird diese vielleicht geformt. Vielleicht auch verändert, oder vielleicht bleibt sie auch so. Vielleicht "ermittelt" dieser dann auch und versucht nach Argumenten zu suchen, die Meinung zu festigen, ihr eine Basis zu geben. Dadurch sammelt er Argumente, um diese Meinung zu vertreten. Aber wenn ihm diese Meinung gar nicht so wichtig ist, dann lässt er dies vielleicht auch alles und behält einfach seine Meinung. Dann bleibt es aber immernoch seine Meinung, ohne fundiertem (Fach) Wissen.

    Kommunikation ist eines der schwierigsten Themen, finde ich.

    Wenn du auf der sachlichen Ebene kommunizieren willst, dann kann diese vom anderen immer auch auf der emotionalen, oder der Selbstoffenbahrungs-, oder der Appellebene verstanden und / oder gewertet werden. Dies Verhalten deines Kommunikationspartners kannst du leider (fast) garnicht steuern. Du kannst versuchen, es auf die Sachebene zurückzulenken. Wenn der andere dort aber nicht reden /verstehen will (oder kann), dann will er nicht (oder kann nicht).
    Vielleicht gleitest du dann auch ab auf die Appellebene z.B. und das Chaos nimmt seinen Lauf.

    Du wolltest sachlich kommunizieren. Vielleicht hast du dies nicht immer wieder deutlich genung gemacht?

    Ich will die zum Teil ausufernde Ebene, auf dieser hier von manchen Bloggern "argumentiert" wurde, keines Falls gut heißen. Es spricht aber auch für die Brisanz des Themas. Du eine hitzige Diskussion entfacht und es fühlten sich viele angesprochen. Positiv oder negativ.

    Ganzheitlich betrachtet, hat es uns alle beim Lesen zum Nachdenken gebracht! Ich finde das gut!!!

    Mich speziell, dass ich denke, ob du glaubst, dass ich in meinem Blog lüge, und wann du genau denkst: "Jetzt hat sie gelogen!"...

    Auch wenn hier heiß diskutiert wurde. Aber genau das ist es, was uns Menschen ausmacht und was uns weiter bringt! Und diesen Kern finde ich durchgehend positiv!
    Daher teile ich deine Meinung: Die Gedanken sind frei und die Meinungen auch!

    Dir auch ein schönes Wochenende!
    kassastra
  20. zitierensternenschein schreibt am 25.07.2009 um 16:26 Uhr:Lieber Aquarius,
    meine Anmerkung zur Kritikfähigkeit beruhte darauf, dass du dich auf Sachlichkeit berufst, aber dennoch Unsachlich wirst.

    Dinge vermischt, die nichts miteinander zu tun haben.
    Mir irgendwelche Motive unterstellst, die mit diesem Artikel nichts zu tun haben.
    Mich z.B. fragst,
    Wer bist du denn, dass du glaubst über die Ehrlichkeit aller Blogigo User ein Urteil abgeben zu können.

    Das "nach meiner Meinung, die Blogs in denen ich gelesen habe" lässt du vielleicht extra und bewusst weg.
    Auch fragst du dich nicht selbst, wer du bist, dass du glaubst ein Urteil nicht nur über die Blogigo Blogger, sondern über die Gesamtheit aller Blogger abgeben zu können, mit der Aussage alle Blogger müssten lügen.

    Diese, deine Aussage ist im Gegensatz zu der meinigen, noch nicht einmal differenziert oder eingeschränkt.
    In einem Kommentar allerdings schränktest du es dann doch ein.
    Es mag sogar sein, dass mich dieser Artikel derart bewegt und zu Äusserungen angeregt hat, da er so pauschalisierend daherkommt. So Vorurteilsbehaftet, wie es immer ist, wenn keine Unterschiede gemacht werden. Von "allen" und "immer" gesprochen wird.
    Wobei ich zugebe, dass auch ich diese Worte manchmal benutze. Vielleicht tendieren wir Menschen ja dazu, zu verallgemeinern, damit es leichter wird. Selbst wenn es immer auch Ausnahmen gibt, die in diesen Fällen dann eben übersehen werden.
    Und ehrlich gesagt, bin ich mir auch bei dir noch nicht sicher, ob du wirklich der Meinung bist, wer blogt sollte und müsste lügen. Denn deine Einträge z.T. und insbesondere deine Kommentarantworten, und auch Kommentare woandes, auf anderen Blogs sprechen eine andere Sprache. Zeigen das Bemühen um ehrliche Antworten, selbst wenn das direkte und ehrliche dich unter Umständen zeitweise verwirrt.

    Wundere mich auch ein wenig darüber, dass du hinter Kommentaren irgendwelche Gründe vermutest, die mit Kommentaren nichts zu tun haben.
    Dieses alles mag aber auch nur mein ganz persönlicher Eindruck sein.
    Liebe Grüsse
  21. zitierenAquarius schreibt am 26.07.2009 um 13:13 Uhr:@kassastra

    Liebe Kassastra,
    dein Kommentar weist dich als Menschen mit hoher Kompetenz aus. Zum Thema "Meinung" möchte ich auf den Artikel "http://www.blogigo.de/Arbeitstitel_Hirnwurz/Gespraech-mit-Richard/18/" verweisen, in dem es genau auch um dieses Thema geht.

    Liebe Grüsse,
    Aquarius

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