ARS

28.11.2008 um 10:42 Uhr

Mama und Papa

von: ARS   Kategorie: Gedanken über mein Leben

Wie habe ich Euch gegrollt. Mit welcher Inbrust die Geschichten erzählt, die mich als armes Opfer Eurer Elternschaft darstellten. Wie viele Jahre hat es gedauert, bis mir erstmals aufging, dass ich bei Euch goldrichtig war?! Wie lange hat es gebraucht, bis mir klar wurde, dass ich Euch nicht erst lieben lernen muss, sondern in all der Zeit, immer geliebt habe?!

Mama und Papa, ihr seit so wertvoll. Ihr lebt Euer Leben mit aller Kraft und Inbrunst. Ihr habt so viele Hoffnungen und Träume gehen lassen. Ihr habt immer noch Wünsche. Ihr habt immer noch Ziele. Ihr denkt kein bißchen an das Ende. Ihr plant für die Zukunft und seit trotzdem sehr verankert im Jetzt. Ich habe Euch so lange gar nicht gesehen. Jetzt fällt mir so vieles wie Schuppen von den Augen. Ihr seit wundervoll! Wundervolle Lehrer! Ich bin Euch so dankbar!

27.11.2008 um 15:54 Uhr

Am Anfang...

von: ARS   Kategorie: Gedanken über mein Leben

... stehen viele Geschichten. Geschichten, die das Leben schrieb. Schrieb sie das Leben? Wer oder was schrieb sie? Wer (oder was) bin ich?

Klar war immer nur, dass ich mir nicht so klar war, was das alles hier eigentlich soll. Ich kann mich nicht erinnern, mit den Umständen meines Lebens in meiner Kindheit und Jugend glücklich gewesen zu sein. Das soll nicht heißen, dass es keine glücklichen Momente gab: Schlittenfahren wenn es endlich Schnee gab im Winter, in den Kopfweiden und Obstbäumen klettern, im Freibad und im Meer schwimmen, oder im Hallenbad wenn im Sprungturmbecken die Unterwasserbeleuchtung eingeschaltet war, mit dem Fahrrad unterwegs sein und Kunststückchen darauf vollführen, ja, da waren viele schöne Momente!
Es war die Grundstimmung, die irgendwie nicht stimmig war. Das Gefühl, da wo ich bin, nicht richtig zu sein. Irgendwie verlaufen, im falschen Nest gelandet, voller Sehnsucht nach Zuhause.

Dieser Zustand war lange, sehr lange präsent in meinem Leben, bis weit ins Erwachsenenalter hinein.
Und dann, war er auf einmal vorbei, überwunden, überholt. Das schlich sich so ein. 

Ich habe viel Zeit mit esoterischer Literatur verbracht. Ich habe Karten gelegt, ich habe erlernt, wie man Geburts- und Karmahoroskope erstellt und deutet. Das war unterhaltsam und manchmal tatsächlich auch erkenntnisreich. Aber das war nicht des Rätsels Lösung. Die schlich sich ganz anders ein.

Ich bin Mutter von drei Kindern. Mein Sohn ist bereits ausgezogen und studiert. Meine Töchter pubertieren munter vor sich hin. Mit den beiden Vätern meiner Kinder bin ich nicht zusammen geblieben. Meinen Partner habe ich in einem Mann gefunden, in den ich mich gar nicht verliebt hatte, in dem ich gar nichts besonderes sah, als wir anfingen uns kennenzulernen. Das kam später, das schlich sich so ein.

Es gab einige Momente in den vergangen 10 Jahren, in denen ich das Gefühl hatte, für kurze Momente andere Räume zu betreten. Eine andere Wirklichkeit, jenseits der ständig sichtbaren Welt. Darüber gibt es nichts besonderes zu schreiben. Ich könnte es gar nicht vollständig ausdrücken. Es war total unspektatkulär, weil irgendwie total "normal" und doch so anders als alles scheinbar normale, dafür gibt es keine Worte. Dieses Erleben konnte ich nicht willentlich herbeiführen, das schlich sich von selbst ein.

Seit einiger Zeit nun, es können wenige Jahre oder auch viele Monate sein, ich kann es nicht genau sagen, ist Ruhe in mir. Frieden. Es ist nicht unerschütterlich, aber es kommt selten vor, dass er erschüttert wird. Um mich herum und mit mir mittendrin passiert immer wieder ganz viel, und ich nehme rege teil. Aber innen drin, ist Ruhe. Kein Trubel, keine Aufregung.
Und aus diesem Zustand nun, kam etwas Neues auf mich zu. Und ich weiß erst seit kurzem: es ist die Liebe. Und sie überwältigt mich, mit ihrer Macht, mit ihrer Kraft, mit ihrer sanften starken Intensität. Sie ist vergleichbar mit keinerlei Sympathie, die ich jemals vorher hegte, und für Liebe hielt. Ich empfand sie kurzzeitig, bei der Geburt meiner Kinder, das erinnere ich jetzt.

Ich weiß nicht, wo sie all die vielen Jahre war. Sie muss wohl irgendwo in der Nähe auf mich gewartet haben.