Puh, ich hoffe, dass ich dieses Ticket nicht so oft buchen werde... Zu anstrengend und sowas von gar nicht angenehm...
Hatte das Glück, dass mich am Dienstag dann meine Ma angerufen hat. Sie natürlich gleich gemerkt, dass ich ziemlich von der Rolle war. Haben auch gemeinsam nicht wirklich rausfinden können, was eigentlich wirklich der Grund dafür war. Nur so viel, dass ich die erste Hälfte des Gesprächs mit meinem Therapeuten nicht mehr erinnern konnte. Einfach weg...
Irgendwann in den zwei Stunden des Gesprächs (und ein paar Tropfen Beruhigungsmittel) hab ich mich dann zumindest wieder etwas beruhigen können.
Aber irgendwann hab ich gemerkt, dass ein Teil von mir mir sagt, dass er in diesem ersten Teil zu mir sagte, dass ich nicht mehr mailen darf und dass ich ein hoffnungsloser Fall bin und andere negative Dinge in der Richtung. Und obwohl ich mich nicht erinnern konnte, war ein anderer Teil von mir (der logische natürlich) sich sicher, dass ein Therapeut und somit auch mein Therapeut sowas nicht sagt.
Meine beste Freundin hat dann auch nochmal mit mir geschaut, was denn los ist und was ich jetzt brauche. Raus kam dabei, dass das so nicht bleiben kann. Nicht eine ganze Woche. Also blieb nur eine Lösung um schnellstmöglich Licht ins Dunkel zu bringen... eine Mail an Herrn T und ihn fragen, ob ich denn noch einmal in der Woche kommen darf, weil es mir nicht gut geht.
Der Teil, der sich sicher war, mailen geht nicht, hat sich heftigst gewehrt und beinah hätte ich die Mail auch nicht abgeschickt. Allerdings war ich mir irgendwo total sicher, dass er zumindest sauer auf mich ist, wenn er meine Mail sieht, wenn er nicht gleich sogar Stresspickel bekommt.
Zur Gruppe am nächsten Morgen hab ich mich hinschleppen müssen inklusive meinem verquollenem Gesicht vom Heulen vom Vortag. Mir war dermaßen übel, als ich das Gebäude betreten habe, dass ich am liebsten wieder umgedreht wäre und nach Hause...
Ich wollte mich nur unsichtbar machen und auf gar keinen Fall wollte ich Herrn T über den Weg laufen. Der hat mich dann letztendlich aber doch gesehen und kam dann auch noch zu mir... um mir einen Termin für Freitag zu geben. Einerseits war ich total erleichtert, dass das möglich war und dass er nicht, wie in meinen Befürchtungen, nein gesagt hat. Andererseits aber kam dann gleich auch wieder Angst mit. Die Angst davor auszusprechen, was los ist und vielleicht doch das zu hören, was ich nicht hören möchte.
Noch meiner Frau T Bescheid gegeben, worüber wir Freitag morgen reden müssen, damit ich keinen Rückzieher mehr machen kann und somit war das alles schonmal besiegelte Sache...
Freitag Morgen war mir ziemlich elend zumute, als ich auf dem Weg zur Frau T war. Sie mich dann natürlich auch drauf angesprochen. Und nach etwas Rumgeeier hab ich dann irgendwann alles ausgespuckt. Sie hat mich dann auch ziemlich ermutigt, das alles mit Herrn T gut zu besprechen und wir haben gemeinsam einen "Schlachtplan" aufgestellt. Will heißen, dass ich aufgeschrieben habe, was und wie ich es Herrn T sage. Dass das schonmal so gut geklappt hatte, hat mir dann zumindest wieder etwas Mut gemacht.
Trotzdem war der Weg zu Herrn T nicht einfach. Im Wartezimmer hab ich dann auch nur noch gehofft, dass mich niemand von den anderen Therapeuten sieht und sich dann vielleicht noch denkt, was ich denn schon wieder da mache... ich hoffnungsloser Fall...
Und dann war es auch schon so weit... Irgendwie hab ich auch alles rausbekommen... und das ganz ohne in mein Buch zu schauen... und irgendwie hatte ich zwischendrin dann auch immer mal wieder leichte Aussetzererscheinungen...
Aber... er hat mir erzählt, was ich nicht erinnern konnte. Er hat es so klar und deutlich erzählt, dass es bei mir angekommen ist... und in so einem warmen, ehrlichen Ton, dass ich es auch als wahr annehmen konnte. Ich hab auch die paar Stellen darin entdeckt, die bei mir in meiner Panik dann wohl verdreht worden sind, so dass ich diese andere Wahrnehmung hatte.
Und danach hat er mir noch viel mehr erzählt. Und ich hab dagesessen und habe zugehört... und geschaut... und gefühlt...
Und es war fast so, wie wenn er mir ein sehr schönes Geschenk gemacht hat mit seinen Worten. Eines, über dass ich mich sehr freue, mich eigentlich gar nicht zu freuen wage. Und eines, dass nun nirgendwo in meine vorgefertigten Schubladen paßt. So stehe ich irgendwie noch immer ein wenig verloren da mit meinem Geschenk, freue mich heimlich und weiß nicht, wohin damit...
