Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

25.12.2008 um 22:36 Uhr

Zu verrückt?

von: Sadeyes

Mir tosen noch immer die Gedanken durch den Kopf, während ich dieses Jahr anscheinend ständig mit anderen anecke, weil ich nicht das tue, was von mir erwartet wird. *seufz*

Es ist schwierig... ich bin ich... und ich bin dieses Jahr auch viel mit mir selber beschäftigt...

Zur Zeit türmen sich die Fragen:
Sollte ich meinen Mietvertrag kündigen, damit ich Ende März schon nicht mehr zahlen muss?
Soll ich das wirklich machen... nach Holland gehen? Bis jetzt hab ich mich nur dort beworben...
Sollte ich es nicht endlich irgendwie schaffen, mir E aus dem Kopf zu schlagen?

Ich kann nicht... Ich hab das Gefühl, dass ich meine Wohnung kündigen sollte. Nur um mich noch mehr zu Nägeln mit Köpfen zu zwingen. Und weil ich daran glaube, dass ich schon bald in Holland wohnen werde. Aber wieso hinterfrage ich es noch nichtmal? Ich habe damit angefangen, mich dort zu bewerben und so zu handeln. Und mittlerweile will ich mich eigentlich schon gar nicht mehr hier bewerben. Aber was, wenn ich keine Arbeit finde? Wenn es nicht klappt? Wenn es nur eine hirnverbrannte Idee ist, in die ich mich verrannt habe?
Und E? Ich glaub, wir haben uns in den letzten Wochen bald mehr gesehen, als damals in unserer ganzen Beziehung. Und doch war es viel harmonischer. Anders. Er ist auch anders geworden. Aber irgendwas ist da noch immer... Etwas, wie ein unsichtbarer Käfig. Oder vielleicht ist es doch nur meine Einbildung? Es sind diese fehlenden Tage und Abende seit Freitag... Er hat so vieles gesagt. So vieles, was einiges klarer erscheinen läßt. Aber auch, was mich traurig macht. Das Schlimmste war, als er wieder meinte, dass er mir nicht geben kann, was ich suche... und er hat sich da wohl nun dich bedrängt gefühlt. Ich weiß es nicht. Er hat seine Art, um sich zu schlagen, wenn die Angst zu groß wird. Er hat gesagt, er möchte nicht, dass ich mir Hoffnungen mache. Aber wie soll ich mir keine Hoffnungen machen? Wenn alles, was ich bei ihm untergründig spüre, Gefühle sind?
Wie soll ich das abschalten und denken, es ist nicht da, wenn ich mir so sicher bin, dass es da ist?
Ich weiß, das hier ist verwirrend, ohne Kontext... aber ich kann nicht anders... Ich liebe ihn und er weiß es. Aber was ist mit seinen Gefühlen? Er wollte mich nicht mehr halten, weil er gesagt hat, dass das nicht gut ist, nicht richtig, wenn ich dadurch verwirrt bin. Aber nur zu bereitwillig hat auch er dies über den Haufen geworfen. Und er ist viel zu eisern in seinen Prinzipien, um sowas zu tun. Ich hab gesehen, wie er mich angeschaut hat, als er so meine Hand hielt, als wir redeten. Habe seinen Ton gehört, wie er mit mir geredet hat. Auch wenn seine Worte keinen rechten Sinn machten. Und alles in mir weigert sich zu glauben, dass da nichts ist. Es kann nicht sein...

Und ich vermisse ihn... ihn und seine Nähe... während es nicht so schlimm ist... und wieder doch... ich aber daran glaube, dass ich bald ganz nah dort bei ihm sein kann.

24.12.2008 um 17:05 Uhr

Nur ganz kurz...

von: Sadeyes

Hmmm... tja... wenn ich nur wüßte, wie ich es kurz machen kann...

Also, auf Mails und Kommentare antworte ich noch. Ist aber heute ein wenig schwierig, weil ich ja bei meiner Familie bin.
Die letzten Tage bei E waren nicht immer einfach. Wohl für uns beide nicht. Wenn auch auf eine andere Art und Weise.

Dazu kam dann noch, dass E mich nicht ins Net gelassen hat. Das hat mir schon gefehlt und mich auch geärgert...

Meine Gedanken über die letzten Tage konnte ich noch immer nicht richtig sortieren und werd wohl noch ein wenig brauchen. Einerseits vermiß ich E, andererseits bin ich auch ganz froh, nun bald mal wieder ein paar Tage für mich zu haben.

Trotz allem glaube ich, dass wir uns in der Zeit besser kennengelernt haben. Was es bringt... ich weiß es nicht. Aber noch immer glaube ich daran, dass die Zeit uns näher bringen kann. Und ich hoffe darauf. Nur... das Kind darf keinen Namen haben. Brauch ich auch irgendwie gar nicht mal unbedingt. Nur das Gefühl, dass auch er tief in sich drin mich liebt...

Ich wünsche Euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachten!

Und wer sich bei mir persönlich gemeldet hat, wird ganz bald wieder von mir hören :)

 

21.12.2008 um 12:26 Uhr

Einfach nur...

von: Sadeyes

...schlimm

...ätzend

...furchtbar

...beschissen

Verzeiht meine Wortwahl. Aber mal wieder tu ich mir selber ziemlich leid. Ich versteh nicht, warum manchmal alles erstens so ätzend, zweitens alles geballt und drittens immer direkt vor Weihnachten sein muss.

Ich will raus hier, bekomm keine Luft mehr... vor Wut, vor Schmerzen und keine Ahnung, was noch alles....

18.12.2008 um 11:51 Uhr

Nur nicht den Kopf in den Sand stecken...

von: Sadeyes

Ein langer Spaziergang gestern durch ein kaltes, aber sonniges und wunderschönes Utrecht, hat mir geholfen, aus diesem Selbstmitleidstief wieder heraus zu kommen. Schlimm, wenn man sich so down fühlt, dass man alles so ca tausend Mal schlimmer ansieht, als es ist. Ich glaub, das hat auch damit zu tun, dass so viel ungewiß ist. Und irgendwie ists ja doch schöner, wenn man weiß, wie das Leben am nächsten Tag, im nächsten Monat so ungefähr aussieht, ob sich alles nach Wunsch entwickelt. Aber man kann die Dinge, die man sich wünscht, auch nicht erzwingen.

Ich hab noch gestern angefangen, meinen Lebenslauf zu aktualisieren. Heute muss ich das Ganze in einen Internationalen Lebenslauf umzuwandeln, also in Englisch.
Ich hab ihn auch schon auf einer internationalen Seite eingestellt. Und die Seite mit den Jobs in Holland, wo sie Muttersprachler suchen, hab ich auch wiedergefunden und auch schon zwei oder drei interessante Stellen gesehen, auf die ich mich heute noch bewerben will.

Ich hab gestern Abend E davon erzählt, dass ich was gefunden habe, was mich interessiert. Er hat gefragt wo das ist. Amsterdam.... na ja, er hat erstmal so ein Gesicht gezogen. Ob es daran lag, dass es in Amsterdam ist und nicht direkt hier oder weil es in Holland ist, weiß ich nicht. Ich hab ihm dann gesagt, wie viel die angegeben haben, dass sie zahlen wollen und er meinte, ich soll mich auf jeden Fall bewerben *grins*
Na ja, meine Bedenken sind, dass sie fließend Niederländisch erwarten neben Deutsch und Englisch. Und das kann ich eben noch nicht bieten, auch wenn es natürlich immer besser wird. Er meinte egal, trotzdem bewerben und das mit der Sprache würde ich jetzt schnell lernen. Na ja, aber ja auch nur, so lang ich hier bin... *grübel*

Ansonsten war gestern Abend ganz okay. Normal einfach. Er hat gekocht, wir haben gegessen und Fußball geschaut. Ich hab abgespült und dann gabs den obligatorischen Kaffee mit Plätzchen. Alles sehr harmonisch und gemütlich und er fühlte sich sichtlich wohl. Wie wenn ich hier in den Haushalt gehöre. Er redet mal wieder vom Wir, wenn es ums das Essen oder Pläne geht. Nebenbei hat er mir dann schon mitgeteilt, dass wir am Samstag wieder bei seiner Familie sein werden.

Das fand ich ja mal eine besondere Information... Erstens immer noch, weil er damals so ein Riesenaufheben darum gemacht hat, seinen Eltern überhaupt zu erzählen, dass es mich gibt und dann eben auch, mich seiner Familie vorzustellen. Das hatte er ja nie gemacht. Obwohl ich damals ihn auch hier besucht hatte.
Seine Familie ist irgendwie was, was für ihn unheimlich wichtig ist. Auch, was sie wissen und was sie denken. Auch wenn er irgendwie nicht immer so glücklich mit Ihnen ist.
Zweitens hat er mir erzählt, dass er seine zweite Freundin in den ganzen fünf Jahren vielleicht drei Mal mit zu seinen Eltern genommen hat, weil seine Eltern die nicht leiden konnten. Und mich nimmt er nun wieder mit hin... nach nur zwei Wochen.

Andererseits fühl ich mich auch ein wenig gehemmt, seinen Eltern wieder unter die Augen zu treten. Das klingt vielleicht blöd... aber das letzte Mal war ich die Frau, die ihr Sohn nicht mehr haben wollte. Aber wenigstens hatte ich mein Leben, meine Selbständigkeit und vor allem meine Arbeit. Nun bin ich die Frau, die ihr Sohn nicht mehr haben wollte und deren Arbeitgeber sie auch nicht mehr haben wollte. Dadurch fühl ich mich in manchen Momenten ziemlich wertlos...

Aber... es hat mir auch gezeigt, dass er mich wie selbstverständlich in sein Leben einplant, in seinen Tagesablauf und auch, dass er sich sicher war (und es dann sicher auch selber so will), dass ich dann noch bei ihm bin.

Die Nacht war wieder sehr gemischt. Zuerst kam er direkt wieder angekuschelt und hat mich auch gleich fest in seine Arme genommen. Haben dann lange so zusammen gelegen. Aber dann hat er irgendwie angefangen zu träumen und mich mit irgendwas angebrummelt und sich dann abgewendet. Er lag noch immer auf meiner Seite des Bettes und ganz nah, aber nur mit wenig Berührung. Er scheint dann die ganze Nacht komisch geträumt zu haben. Immer wieder hat er mich mit irgendwas merkwürdigem angesprochen. Mal in Englisch und mal in Niederländisch. Einmal wollte er wissen, ob alles mit mir in Ordnung ist... das nächste Mal hat er darauf bestanden, dass ich irgendwas in meinem Auge hab.
Und genau, wie ich mir das gedacht hab, kam er dann irgendwann auf einmal wieder an. Ganz nah. Hat mich so fest in seinen Arm gezogen und mich auf so eine besondere Art und Weise festgehalten. Innig irgendwie. So wie letzte Woche. Und seine Hand hat meine gesucht und seine Finger sich mit meinen verschränkt. Ausgerechnet, wenn wir so schön liegen, tut mir dann irgendwann der Rücken oder die Beine weh. So auch diesmal und ich hab mich gedreht. Er sofort sein Bein über mich und seine Hand oben auf meine Brust geschoben.
Aber das hat ihn wohl ein wenig geweckt. Seine Hand ist langsam und sehr gefühlvoll zu meinem Bauch runtergestreichelt. Einen Moment später ist er dann wohl aufgewacht. Er ist dann auch ganz schnell aus dieser Position weg gewesen. Einen Schluck trinken, auf die Uhr schauen. Und dann hat er sich sein Kissen geschnappt und das erste Mal in der Nacht auf seiner Seite geschlafen. Das war eh schon recht früh am Morgen und danach kam er mir auch nicht mehr näher. Heut Morgen ist er dann wieder mit blendender Laune ins Schlafzimmer gekommen und hat mich mit liebevollen Kosenamen geweckt. Ein wenig rumgealbert. Und dann kam er damit heraus. Er hat letzte Nacht geträumt, dass er geheiratet hat. Was für ein Schock für ihn. Er weiß nicht, wen. Nur, dass sie rötliche Haare hatte. Und er meinte, das macht Sinn, weil seine erste Freundin rötliche Haare hatte. Ja ja, wären wir also mal wieder bei dem Thema. Er sollte langsam mal lernen, etwas hinter sich zu lassen, was so lange zurück liegt. Und er braucht gar nicht so zu tun, wie wenn meine Haare nicht auch rötlich wären...
Würde mich noch nichtmal wundern, wenn das sein Traum war, als er hinterher so überstürzt weit abgerutscht ist.

Tja, was sagt mir das alles? Ich glaube einfach daran, dass er mich auch liebt. Es ist da drin. Ich spür es in dieser Zärtlichkeit und Innigkeit. Aber ich kann auch wieder seine Angst spüren, seine Gegenwehr. Das heißt, ich muss einen Weg finden, um ihm diese Angst zu nehmen. Sonst wird sich seine Gegenwehr nur steigern und das würde nach hinten los gehen. Also ihn lassen... ihn einfach lassen, wenn er sich nun wieder öfters entfernt. Er scheint das zu brauchen, auch wenn es mir anders lieber wäre. Aber er braucht das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Und so lange er sich mit mir wohlfühlt, kann ich vielleicht bald auch wiederkommen. Immerhin hab ich ja noch drei Monate Urlaub. Und vielleicht, vielleicht werde ich dann irgendwann bald auch ganz hierbleiben können. Mit einer neuen Arbeitsstelle...

17.12.2008 um 11:27 Uhr

Hmmm *grübel*

von: Sadeyes

Ich bin verwirrt... weiß nicht, was ich denken soll. Meine ganze Welt fühlt sich auf den Kopf gestellt an und ich weiß nicht, wo ich mit dem Sortieren anfangen soll.

Es ist nicht so, dass ich nicht gerne wieder hier bei E wäre. Aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass es wieder so schnell wäre und auch nicht unter diesen Umständen. Dadurch, dass alles so schnell ging, hab ich das Gefühl, ich lieg hier nur und schlafe und träume einen komischen Traum. Irgendwann werd ich wach und geh zu meinem Sprachunterricht und danach wieder heim und zur Arbeit.

Die lange Fahrt gestern war anstrengend. Dadurch, dass ich ihn abgeholt hab, waren es gleich mal 100 km oder so mehr. Als wir in seiner Wohnung waren, hab ich mich nicht, wie ich das erwartet hatte, sofort wieder zuhause gefühlt, wie wenn ich nie weg war. Nein, diese paar Tage sind deutlich spürbar.

E war recht schweigsam... müde... er hat die Nacht davor nicht viel geschlafen. Ich hoffe, es war nicht die Panik davor, dass ich wieder komme. Und sein Schweigen hat mir das Übrige an Gefühl vermittelt. Ich hab dann einfach auch geschwiegen und ihn gelassen. Nach dem Essen und Kaffe fing er dann nach und nach an, aufzutauen. Haben übers TV-Programm diskutiert und hin und wieder mal geredet oder mal nen Scherz gemacht.

Beim TV schaun oben im Bett, kam er dann schon immer näher gerückt, bis er mich berührt hatte. Und kaum war das Licht aus, kam er sofort rüber mit den Worten, dass er mir meine Wärme klauen will und hat mich dicht an ihn gezogen. Allerdings ohne seinen Arm um mich zu legen... hmmm...

Und so lag er die ganze Zeit bei mir... dicht an dicht irgendwie, aber ohne Umarmung. Irgendwann hab ich dann mal meine Hand auf seine Brust gelegt und sie durfte auch bleiben. Später hat er sie sogar mal in Position gezogen, sich allerdings danach gleich umgedreht. Allerdings, hat er dann später beim nächsten ankuscheln, auch direkt seinen Arm wieder um mich gelegt. Mitten in der Nacht mich sogar richtig in den Arm genommen und an seine Brust gezogen. Immer etwas enger. Bis es irgendwann recht warm war und er mich regelrecht weggeschoben hat. Ob wegen der Wärme oder weil er sich selber dagegen wehrt, das weiß ich nicht. Danach kann ich mich nicht mehr an viel erinnern. Da haben wir dann beide wohl zu tief geschlafen. Aber ich glaube, so richtig eng haben wir uns nicht mehr gehalten.

Heut Morgen war er dann trotz der frühen Morgenstunde sehr gut gelaunt. Hat gleich mit mir rumgealbert und recht lieb mit mir geredet.

Allerdings hat es mich ein wenig traurig gemacht, meinen Abschiedsbrief vom Wochenende zerrissen im Müll zu sehen...

Ich fühl mich so hin- und hergerissen zwischen so vielen Emotionen. Wegen der Arbeit, wegen ihm...

Wo soll ich anfangen? Wie soll alles weitergehen?

Hat er für sich schon wieder so sehr beschlossen, dass seine Gefühl nicht gelebt werden dürfen, dass er deshalb letzte Nacht so war. Es ist noch nicht ganz so nah, wie die Tage und Nächte der zweiten Woche gewesen. Eher gemischt...

Will er mich wirklich hierhaben? Oder bin ich ihm lästig? Wobei... so, wie er mich gestern Abend vorm Schlafen gehn und heute Morgen wieder angeschaut hat, hatte ich schon das Gefühl, dass er sich freut, mich wieder hier zu haben.

Wir haben noch nichtmal darüber geredet, wie lange ich hier bleiben werde. Auch das verwirrt mich. Offensichtlich ging er ja von aus, dass es ein paar Tage sein wird, denn er wollte meine Kleinen gut versorgt wissen und hat auch schon das Essen bis einschließlich Donnerstag geplant...

Warum fühl ich mich so verdammt unsicher? *seufz*

15.12.2008 um 23:52 Uhr

Im Umbruch?

von: Sadeyes

Komme mir vor, wie in einer Achterbahn der Gefühle. E war total lieb, als er von allem hörte. Hat gleich gesagt, dass ich jederzeit zu ihm kommen kann, wenn ich erstmal Abstand brauche. Sogar, dass er mich unterstützen will, wenn ich keine neue Arbeit finde und Geld brauche. Ein paar Monate würde das gehen. Aber ganz ehrlich... das will ich nicht! Da müßte es schon ganz hart kommen, dass ich das von ihm akzeptieren würde. Auch, wenn ich weiß, dass er es könnte und dass es ihn nicht umbringen würde. Das hat für mich auch mit Stolz und Ehre und so zu tun...

Aber sein anderes Angebot, das kann ich schon annehmen. Und so werde ich schon morgen wieder auf meinem Weg nach Holland sein... auf meinem bronzenen Ross werde ich zum Schloss meines geliebten Prinzen reiten, um ihn abzuholen.

Ich kann es kaum glauben, dass ich ihn tatsächlich jetzt schon wieder sehe. Wie ist das möglich? Alles dreht sich... und ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Aber seit es nun fest steht, ist der Gedanke im Vordergrund nur noch ein glücklicher. Morgen werde ich ihn wieder sehen... morgen schon...
Der Rest... daran kann ich nun eh nichts ändern. Und auch dieses Jahr nicht mehr viel machen. In Holland hab ich mehr Möglichkeiten. Da werd ich in den nächsten Tagen mal schauen, ob ich mir nicht ein paar Kontakte verschaffen kann. Ansonsten wird sich wohl alles zeigen. Gerade ist alles offen... und wer weiß, wohin mich der Wind wohl tragen wird...

15.12.2008 um 13:53 Uhr

...

von: Sadeyes

Hmmm... ja... keinen Titel hierfür, weil mir ein wenig die Worte fehlen...

Manchmal überschlagen sich die Ereignisse und man muss sich erstmal wieder neu sortieren...

Bin heute Morgen wieder auf die Arbeit gekommen und habe direkt erfahren, dass ich zu der Gruppe gehöre, die nun sie ersten Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren bekommt. Ich bin ab jetzt und sofort meine Stelle los.

Ja, das muss ich nun erstmal sacken lassen... und überlegen, wie es nun weitergehen soll.

14.12.2008 um 12:50 Uhr

Daheim... allein

von: Sadeyes

Ich werde später noch auf Eure Kommentare antworten... ich kann gerade nicht...

Seit gestern fast nachts bin ich also wieder hier. Und es ist ungefähr so, wie ich es mir vorgestellt habe. Nachdem wir aufgestanden waren, war all die Zärtlichkeit weg. Ich weiß nicht, warum er nicht auch mal außerhalb vom Bett mich in seine Arme schließen oder meine Hand nehmen konnte. Wie wenn sein Bett ein Ort in einer anderen Welt war, wo wir ganz geschützt Gefühle und Zärtlichkeiten austauschen konnten.

Er war anders in den letzten Stunden. Relativ still und ruhig und das Strahlen in seinen Augen war wieder weg. Mir war selber auch nicht nach viel reden. Fast war es, wie wenn die Zeiger der Uhr, die wie ein Damoklesschwert über uns hingen und unaufhörlich auf meine Abreise hin zurückten, uns zum Schweigen brachten.

Wir haben noch einen letzten, langen gemeinsamen Spaziergang gemacht, dann hat er mir noch etwas Besonderes gekocht, während ich meine Koffer fertig gepackt habe. Meine dicken Stiefel haben nicht mehr ganz in meine Koffer gepaßt und so sind sie in seiner Wohnung geblieben... sowie mein Block und mein leerer Lernordner... für das nächste Mal lernen?

Ich hab ihm noch neben seinem Kopfkissen einen kleinen Brief und ein paar Trüffel aus meinem Adventskalender hinterlassen. Hab versucht, nicht zu sehr zu schreiben, dass ich mit IHM so glücklich war, sondern eben dort glücklich war, diese zwei Wochen... aber eben mit ihm...

Am Bahnhof standen wir nebeneinander und mußten die Zeit, bis der Zug kam überbrücken. Sofort hat er sich eine Zigarette angezündet, während ich mich am liebsten in seine Arme geflüchtet hätte. Ich hab mich gefühlt, wie wenn man mich in ein Gefängnis abtransportieren soll. Er schaut mich an und meint, dass er gleich in seine leere, einsame Wohnung zurückkehren müßte. Dass dann keine Lichter mehr anwären und es nicht mehr so schön warm wäre.

Dann kam auch schon der Zug und er hat mir noch mit den Koffern geholfen. Ich bin dann an der Tür geblieben, bis es los ging. Konnten uns nur noch zweimal kurz drücken und uns ein Küßchen auf die Wange drücken und dann ging es schon los.

Ich glaub, die erste Stunde hab ich mich nur in meine Jacke versteckt und geheult. Habe ihm zwischendrin eine kurze SMS gesendet, auf die aber erst etwas verspätet Antwort kam. Vielleicht hat auch er daheim erst einen Moment gebraucht, um sich wieder zu fangen? Ich kann mir gut vorstellen, dass es ein komisches Gefühl für ihn gewesen sein muss. Er hat wohl mittlerweile auch meinen Brief gefunden und sich für den netten Brief bedankt, gesagt, dass er meine Gesellschaft genossen hat und dass meine Hand seiner Wohnung gut getan hat.

Ich hab lauter Bilder in meinem Kopf gehabt... wie er morgens beim Telefonieren meine Hand genommen hat, wie er seinen Kopf mit einem Seufzer in meine Hand geschmiegt hatte, als ich sein Gesicht ein wenig gestreichelt hatte oder wie er mich im Zug angeschaut hat und sich bei mir für meinen Besuch bedankt hat.... wie wenn nicht ich ihm für so vieles zu danken hätte.

Daheim in meiner Wohnung kam sie mir vertraut und doch fremd vor. Zu warm, obwohl ich die Heizkörper runtergedreht hatte. Zu überfüllt mit lauter Dingen, die einen letztendlich auch nicht glücklicher machen. Unordentlich von dem Chaos, was ich wegen dem Zeitmangel hinterlassen habe. Und zuletzt still und leer... bis auf meine Kleinen, die mich anklagend aus müffelnden Käfigen anschauen.

Ich hab als erstes ihn angerufen, um ihm zu sagen, dass ich gut angekommen bin. Er schien sich zu freuen und so haben wir uns ein paar wenige Minuten am Telefon gegönnt. Er war kurz davor, wieder mit seinen Freunden auszugehen. Und ich hab dann nur noch so schnell wie möglich meine beste Freundin angerufen, um die ganze Leere zu vergessen.

Wir haben telefoniert, bis ich vor Müdigkeit schon gar nicht mehr wußte, was ich sage und so bin ich auch schnell eingeschlafen ohne mich ohne seine Wärme und Umarmung zu einsam zu fühlen.
Heut Morgen hab ich so lang geschlafen, wie es ging und mich dann so lang wie möglich davor gedrückt, das Licht anzuschalten. Wie wenn ich mir im Dunkeln vormachen kann, dass ich noch immer bei ihm bin (obwohl es bei ihm nie dunkel ist).

Aufgestanden und mich gewundert, dass es irgendwie geht, dass es gar nicht so weh tut. Es fühlt sich an, wie wenn ich den schönsten Traum hatte und nun aufgewacht bin und in meinem eigenen Bett lag.
Also ran meine Wohnung wieder ein bissel auf Vordermann zu bringen. Erst geht das auch gut. Aber dann auf einmal kommt der Schmerz wie eine riesige Welle auf mich zu. Ich muss aufhören, meine Kleidung zu sortieren und kann nur noch weinen. Und so geht es mir jetzt auch noch immer. Er fehlt mir... ich weiß nicht, wann ich ihn wieder sehen werde... und ich hab Angst. Angst, dass nun, wo ich weg bin, er sich ganz schnell wieder an seine Wohnung und das allein sein gewöhnt und ich nur noch eine nette Gesellschaft für die Zeit war. Wie gern würde ich hoffen, dass er mich so sehr vermißt, dass er bald herkommt. Aber er hat nie erwähnt, dass er mich besuchen kommen möchte...

Und mich graut es einfach davor, nun zu versuchen, wieder in mein "normales" Leben zu schlüpfen und so zu tun, wie wenn meine Gedanken und mein Herz nicht ganz woanders wären...

13.12.2008 um 13:29 Uhr

Um die Zeit betrogen?

von: Sadeyes

Nicht viel Zeit... und muss dennoch mein Herz ein wenig erleichtern. Fühle mich ein wenig betrogen... von der Zeit... vielleicht vom Schicksal... In wenigen Stunden muss ich in diesen blöden Zug steigen. Jetzt, wo ich das Gefühl habe, so kurz davor gewesen zu sein, dass wir wieder zueinander gefunden hätten.

Er war gestern wieder anders. Hat mir jedes Mal, wenn ich mich umgezogen hatte, gesagt, dass ich toll aussehe. Hat mich so oft mit meinem Kosenamen angesprochen. Die Stimmung zwischen uns war entspannt und nah.
Als wir in der Bar waren, hat er so rumgedruckst... und ich habe das Gefühl, er hat nicht wirklich gesagt, was er eigentlich sagen wollte. Denn er hat dieses Wichtig-Gesicht gemacht und dann sichtlich nach Worten gesucht und gerungen. Was dann rauskam war, dass er gestern das erste Mal wieder das Gefühl hatte, dass er sich eine Änderung in seinem Leben wünscht. Als dann nichts mehr kam, hab ich ihn gefragt, wie er das meint, ob er von der Arbeit redet. Und da meinte er ja, und dass er gestern das Gefühl hatte, es wäre gut nach was anderem schauen zu müssen. Merkwürdig... Warum druckst er da so rum?

Er meinte sogar irgendwann, dass er seine Wohnung ja liebt, aber nun würde er sie noch ein wenig mehr lieben mit dem weiblichen Touch, den ich ihr verpaßt hätte...

Später lagen wir im Bett und er fing mal wieder an, ich wär zu nah, etc. Hab gemeint, gut, dann muss ich mich eben wie nen Stock an den Rand legen oder auf die Couch gehen. Da lacht er, kitzelt mich aus und zieht mich ganz dicht in seine Arme.
Auf einmal fängt er an zu reden... und er sagt, dass er zuerst in der ersten Woche sich nicht immer so wohl gefühlt hat mit mir. Eben weil jemand die ganze Zeit da war... Ich denke mal, weil es für ihn ungewohnt war? Ich weiß es nicht...
Als wieder nichts kam, hab ich ihn gefragt, was denn dann mit der zweiten Woche war. Und er meinte, er wüßte es auch nicht... dass er in der zweiten Woche angefangen hätte, das ein wenig zu genießen, dass ich da bin. Dass er es etwas schön gefunden hätte, abends nach Hause zu kommen und die Lichter sind in der Wohnung an oder ich hatte Kerzen angemacht. Dass er es schön fand, mit mir zu reden und mich um sich zu haben. Das ganze immer wieder mit "etwas" und "ein wenig" garniert. Ich glaub, mehr kann er einfach nicht sagen... Nicht jetzt...
Ich glaube, wir waren nun tatsächlich gerade auf der Schwelle zu mehr... und ich muss wieder Heim. Ich könnt heulen...

Bei seinen Worten hat er nach meiner Hand gesucht und seine Finger mit meinen verschränkt, so dass wir aneinandergekuschelt da lagen und unsere Hände sich auch hielten.
Die ganze Nacht waren wir uns extrem nah. Umarmungen, Berührungen, eng und enger... Aber wieder kein Kuss, nichts, dass über die Schwelle zu mehr gegangen wäre. Obwohl ich hin und wieder deutlich bei ihm gespürt habe, dass auch er aufgeregt war.

Heut Morgen, wir lagen noch im Bett, riefen seine Eltern an. Auch dabei haben seine Hände wieder meine gesucht und gehalten und hin und wieder gedrückt. So viel Wärme und so viel Zärtlichkeit... Und nur noch drei Stunden, die uns bleiben...

12.12.2008 um 11:28 Uhr

Erste Abschiedsgedanken

von: Sadeyes

Ich darf gar nicht daran denken, dass dies mein letzter Tag hier ist. Wenn ich nur daran denke, dann zieht sich mein Herz zusammen und ich könnte nur noch heulen.
Ich will hier nicht wieder weg...
Ich weiß überhaupt nicht, wie ich es morgen schaffen soll, meine Beine dazu zu bringen, in diesen blöden ICE zu steigen, der mich wieder zurück nach Deutschland bringt. Zurück zu meiner oft anstrengenden Kollegin, zurück zu meinem Ex, der schon wieder gemailt hat, zurück zum Angst um die Finanzen haben, sich um den Hausverkauf Gedanken machen, usw.
Mein Freundeskreis ist auch im Umbruch... im Prinzip hab ich nur noch eine meiner engen Freundinnen übrig, die noch Single ist und keine Kinder und auch mal Zeit hat, mit der man was unternehmen kann. Alle anderen sind weggezogen, haben Kinder bekommen oder bekommen welche... Nein, es gibt nicht mehr allzu viel, was mich in meinem kleinen Dorf hält.

Gestern hab ich mir am Bahnhof nochmal eine große Portion Poffertjes gegönnt... mit Butter und Puderzucker... das schmeckt so herrlich... so hab ich sie noch nie in Deutschland gehabt...
Ich bin durch die Straßen gewandert und hab wie immer die wunderschönen Häuser und meinen geliebten Kanal betrachtet. So schnell hab ich mich hier zuhause gefühlt... zugehörig... und jetzt, wo ich endlich mit den Leuten auch mal ein wenig reden kann, muss ich wieder weg *seufz*

Ich hab mich mit Büchern eingedeckt, damit ich weiter die Sprache üben kann, wenn ich wieder daheim bin. Aber ich weiß noch nicht, wann ich wieder hier sein werde. Das macht es schwerer...

E scheint es auch langsam zu merken, dass meine Zeit hier fast vorbei ist. Gestern Abend hat er mehrmals entsprechende Kommentare gemacht. Dass ich nächstes Jahr wieder für ein paar Wochen kommen soll und Sprachunterricht nehmen soll... bei Herrn E *schmunzel*
Und ich hätte zugleich ein All-Inclusive-Hotel, wo ich wohnen könnte...
Tja, nur ist das nächste Jahr lang... und wer weiß, wann er meint, dass ich kommen soll...
Er könnte ja auch durchaus mal wieder zu mir kommen *seufz*
Später meinte er wieder, wenn ich dann das nächste Mal zu ihm komme, soll ich ihm dies und jenes mitbringen...

Also, wenn er mich wieder für so eine längere Zeit bei sich haben will, dann kann das nur ein gutes Zeichen sein. Normalerweise fühlt er sich von sowas ja eingeengt. Da hat mich mein Gefühl wohl nicht getrogen, dass auch er unser Zusammenleben sehr genießt...

Ansonsten war er gestern Abend wieder süß. Hat für mich gekocht, mich liebevoll aufgezogen und sich wieder über die Pflanze und die Kerzen (hab ich ihm Mittwoch hingestellt) gefreut... wie schön das alles aussieht :)
Und dann schaut er sich um und fragt, wo sein Geschenk denn heute ist *kicher*
Gab keins... ich hab seine Hose genäht, das war schon anstrengend genug. Als ich hier angekommen bin, hab ichs ihm angeboten und er hat brummelig abgelehnt. Nun hat er sich gefreut, dass ichs gemacht hab... Tzzzz...

Und die Nacht... die war wieder traumhaft schön!
Er kam sofort zu mir, um mich zu wärmen *grins*
Und hat später erstmal immer nah bei mir gelegen... bis ich auf einmal merke, wie eine Hand auf Wanderschaft geht... tast... tast... tast... über meine Schulter, meine Brüste bis zu meinem anderen Arm. Den nimmt er und zieht dran... bis ich mich auf meine Seite drehe und er meinen Arm um sich rumziehen kann. Meine Hand hat er dann auf seine Brust geschoben und sie dort mit seinen Armen an sich gedrückt. Und sich schön bei mir eingekuschelt. Dabei hat er diese Geräusche gemacht... Schmatzen... Seufzen... er klang so richtig glücklich und zufrieden.
Das muss dann stundenlang so gegangen sein, dass er mich irgendwie ganz dicht bei sich und in seinen Armen gehalten hat. Irgendwann hat er sich gedreht und ich lag wieder an seiner Brust. Irgendwann seitlich mit dem Kopf auf seinem Brustkorb. Und immer wieder hat er mich zu sich und an sich gezogen und dabei glücklich vor sich hingebrummelt...
Erst früh am Morgen haben wir uns dann wieder voneinander gelöst und nur noch dicht nebeneinander gelegen. Bis es kurz vorm Wecker war und er dann meinte, für die letzten fünfzehn Minuten wollte er noch ein wenig kuscheln kommen.

Ich war einfach nur glücklich... glücklich die ganze Nacht! Es hat sich so schön angefühlt. Und ich möchte es nicht mehr missen. Der Gedanke, morgen Nacht in meinem leeren Bett, alleine einschlafen zu müssen und seine Nähe und Wärme nicht spüren zu können... puh!

Ich hätte so damit gerechnet, dass er mich nach meinem Geständnis eher von sich fernhält, als dass es ausgeglichener und näher zwischen uns wird. Und nun?

Heut Abend will er mich nochmal schön zum Essen ausführen. Zu einem tollen Restaurant direkt am Kanal. Etwas Besonderes für den letzten Abend. Er hat sich sogar vorgenommen, wenigstens eine Stunde früher von der Arbeit nach Hause zu kommen, damit wir etwas mehr Zeit noch miteinander haben...

11.12.2008 um 11:00 Uhr

Knoten in den Beinen

von: Sadeyes

Leider nicht viel Zeit zum Schreiben... gleich gehts los zum letzten Teil meines Unterrichts...

Letzte Nacht hat er sich erstmal eion wenig fernhalten wollen. Vielleicht, weil ich mich erstmal so an ihn gekuschelt hatte... Der Herr muss ja allzeit die Kontrolle behalten ;)

Trotzdem hab ich mich weiter drauf konzentriert, wieder in seinen Armen zu landen und natürlich auch aufs Küssen ;)
Das mit dem Küssen hat leider wieder nicht geklappt. Aber ich bin tatsächlich -wie auch immer- wieder in seinen Armen gelandet. Seine Arme um mich, meine um ihn... nicht zu eng, aber sehr schön. Und ständig hat er unsere Beine ganz eng miteinander verknotet und mich nah zu ihm rangezogen. Ich hab auch immer nur ein wenig mitbekommen, weil ich immer wieder eingeschlafen bin und schon so ziemlich im Schlaf drin war. Ich mußte trotzdem drüber schmunzeln... wie seine Arme um mich waren, wie er mich so festgehalten hat... und vor allen Dingen wegen dem Knoten in unseren Beinen.

Heut Morgen hat er mich dann wieder mit meinem Kosenamen begrüßt... da fängt der Tag gut an ;)

Gestern war auch schön... er hat lecker für mich gekocht, ist sogar extra früher von der Arbeit nach Hause gekommen, damit bis zum Fußballspiel alles fertig war. Fand ich richtig lieb von ihm...
Irgendwie ist er überhaupt viel umgänglicher und lieber, als damals, als wir zusammen waren... Schon komisch... Ich wünschte, es wäre damals schon so gewesen. Vielleicht hätten wir uns dann erst gar nicht getrennt *seufz*

Wieso kann er sich denn nicht einfach wieder in mich verlieben?

10.12.2008 um 11:13 Uhr

Es will nicht in meinen Kopf...

von: Sadeyes

Es geht einfach nicht in meinen Kopf rein, dass er gesagt hat, was er gesagt hat...

Denn das, was ich fühle, ist etwas ganz anderes. Ich fühle mich warm umd geborgen, zuhause und geliebt. Wie soll ich da tatsächlich glauben können, dass es für uns keine Hoffnung gibt?

Gestern habe ich mich "erdreistet" seinen Tisch aufzuräumen. Sowas mag er eigentlich gar nicht, weil alles seinen Platz hat. Ich fand das aber blöd... das Regal leer und auf dem Tisch liegen fein säuberliche Stapel. Also hab ich das geändert und für den Tisch eine schöne, pflegeleichte Topfpflanze gekauft. Ich bin richtig zufrieden und finde, es sieht gleich viel schöner aus. Aber ich hab befürchtet, dass er das ganz anders sieht. Erstens eben, weil er es nicht mag, wenn jemand seine Ordnung durcheinanderbringt und zweitens mag er keine Überraschung. Drittens hätte er sich ja auch irgendwie bedrängt fühlen können. ... ich habs trotzdem getan.

Er kam nach Hause und hatte wieder so blendende Laune. Er hat die Pflanze auf dem Tisch gesehen und sich echt gefreut. Er findet, dass es toll aussieht, hat sich bedankt und mir mehrmals am Abend immer wieder gesagt, wie schön das doch aussieht. Und das, obwohl er mir auf den Kopf zugesagt hat, dass ihn so eine Pflanze ja auch immer an mich erinnern wird... ähm ja... so war das ja auch ein bissel gedacht. Ich hoffe, dass er mich vermissen wird. Dass ich ihm fehle und dass er vielleicht dann nochmal nachdenkt und sich umentscheidet.

Bis dahin... er behandelt mich, wie wenn ich auch hier wohne. Wenn er über die Wohnung, den Abend oder das Essen redet, dann ist es immer ein "wir".
Abends hab ich für ihn gekocht. Da hat er dann auch den ganzen Abend von geschwärmt und mir immer wieder gesagt, wie lecker das war und wie wohl er sich fühlt usw.
Und man hat es ihm angesehen. Er wirkt so glücklich und ausgeglichen. So kenn ich ihn eigentlich eher selten.

Später sind wir wieder gemeinsam ins Bett. Wo wir noch ein wenig geredet haben. Und mit den Worten, ich würd ihm die Bettdecke klauen (was nicht gestimmt hat), war er gleich wieder bei mir und hat mich im Arm gehalten. Nicht mehr so an seiner Brust, sondern immer an meinen Rücken oder meine Seite gekuschelt. Aber immer sehr eng und nah. Und wann immer er seinen Arm über mir bewegt hat, hat er seine Hand über mich streicheln lassen. Meine Seite, meine Hüfte, meine Beine. Er hat sie tief auf meinem Bauch liegen lassen. Und einmal hat er sogar seine Hand unter mein Nachthemd geschoben, immer weiter hoch, bis er dann wohl kapiert hat, was er da macht und sie schnell wieder zurückgezogen hat.

Wie soll ich bei all dem wirklich glauben, dass er mich nicht liebt? Dass es keine Hoffnung für uns gibt?
Wo ich es doch so sehr fühle... seine Nähe, seine Zärtlichkeit und auch Liebe....

09.12.2008 um 10:52 Uhr

Wenn innen alles wund ist...

von: Sadeyes

Nicht so leicht gerade alles. Die Situation nicht. Und auch nicht, alles in Worte zu fassen.

Ich fühl mich innen drin ziemlich wund. Und es gibt Momente, wo es verdammt weh tut. Ich bin froh, dass ich heute keinen Unterricht habe und dass er mittlerweile weg ist. Es ist schwer, die ganze Zeit über so zu tun, wie wenn alles in bester Ordnung ist und ich ganz prima mit allem umgehen kann. Ich versuche, ihn meine Traurigkeit nicht sehen oder spüren zu lassen. Und ich weiß, ich bin gut darin, meine Gefühle zu überspielen.

Mir wirbeln so viele Gedanken durch den Kopf. Einerseits hatte ich nicht das Gefühl, dass er gestern kommen würde und wir dann zusammen wären. Andererseits hab ich dieses Gefühl, dass er mich liebt. Ich habe es immer noch. Und ich frage mich, täusche ich mich so sehr, dass er mich tatsächlich nicht liebt und ich mir das alles nur einbilde? Die Wärme, die Verbindung zwischen uns? Täuscht mich mein Gefühl, mein Instinkt tatsächlich? Ich habe noch immer das Gefühl, wie wenn das mit ihm mir einfach richtig ist und zusammen gehört. Aber das müßte er ja genauso sehen, wie ich. Ich weiß nicht, wie ich dieses Gefühl von Zusammengehören abstellen soll. Und endlich... endlich kann ich meine Tränen einfach nur fließen lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass es doch so weh tut. Hab damit gerechnet, dass er sagt, bei ihm ist auch was, aber er hat seine Gründe, dass er keine Beziehung will oder dass er Zeit braucht. Nicht mit einfach nichts...

Gestern haben wir an sich wieder einen sehr schönen Abend gehabt. Haben zusammen TV geschaut und er hat mir einiges erklärt, wir haben uns über das Programm unterhalten, er wollte, dass ich mir einiges mitanschau und wir haben rumgealbert.
Irgendwann meinte er sogar, dass er sich überlegt habe, wir sollten in der Zeit, die ich noch hier bin, mal einen Abend schön zusammen essen gehen.

Als wir später zusammen im Bett lagen (ich hab tatsächlich drüber nachgedacht, ob ich nicht besser auf der Couch schlafe) und dort noch TV geschaut haben, hat er sich immer wieder zu mir umgedreht, mich angesprochen, mich aufgezogen. Wie kleine, giggelnde Kinder haben wir im Bett gelegen und uns gegenseitig geknufft und geschubst und rumgealbert. Es ist für mich schwer zu verstehen, dass er nun fast noch aufmerksamer als vorher ist. Essen gehen, noch mehr mit mir reden, albern. Er scheint lockerer als vorher zu sein.

Irgendwann haben wir das Licht ausgemacht und er hat mich direkt von hinten in seine Arme geschlossen und mich festgehalten... um mich zu wärmen. Ich glaub, es war die naheste Nacht, die wir hatten. Er hat kaum weiter weg von mir gelegen. Wenn er mich nicht gehalten hat, lag er ganz dicht bei mir. Erst gegen frühen Morgen war er mal weiter weg und ich glaub, das lag eher daran, wie ich dann so gelegen habe.
Als ich irgendwann auf dem Rücken lag, hat er seine Arme nach mir ausgestreckt und mich an seine Brust gezogen. Seine Arme fest um mich rum, meine um ich, mein Kopf an seiner Brust, seiner Schulter und sein Kopf auf meinem.
So haben wir die meiste Zeit gelegen. Enger und vertrauter, als die ganze Zeit bisher. Und es war so verdammt schwer. Ihm so nahe zu sein, ihn so zu spüren und zu wissen, dass er gesagt hat, er fühlt nichts...

Wieder sind mir all die Fragen durch den Kopf. Warum hält er mich so viel? Warum jetzt noch mehr und enger? Hat er ein schlechtes Gewissen, weil er meine Gefühle nicht erwidert? Wie kann man jemandem so nah sein wollen, wenn man ihn NICHT liebt??
Und zu denken, dass ich ihm gerade so nah sein kann, wer weiß, wie oft noch und dann nie wieder. Ich hab seine Haut gespürt, seine Wärme und den Duft seiner Haut eingeatmet. Und ich hab mich so zu Hause gefühlt. Immer wieder wollten die Tränen kommen. Wie ich es geschafft habe, dass es nicht so war, ich weiß es nicht... Habe lange gebraucht, bis ich in der Position einschlafen konnte. Es war warm... verdammt warm. Und immer, wenn ich mich ein wenig entspannt hatte, kamen die Gedanken zurück. Irgendwann bin ich aufgewacht, mein Nachthemd war klatschnass und wir haben uns dann losgelassen. Es hat mich gewundert, dass er mich trotz der Hitze so lang gehalten hat.

Nur noch ein paar Tage und ich muss hier wieder weg. Keine Ahnung, ob und wann wir uns dann wiedersehen. Ich will hier nicht weg. Ich liebe die Stadt, ich liebe ihn und ich fühl mich hier wohl!

Und es wundert mich ein wenig. Er ist eigentlich ein Einzelgänger... hat noch nie mit jemandem zusammengelebt und ist eigentlich seine Ruhe gewohnt. Aber ich hatte bis jetzt nicht das Gefühl, dass es ihn je gestört hat, wenn er abends heim kam und ich dann schon hier war. Wir haben immer zusammen gegessen, uns unterhalten, über das auf dem TV diskutiert und später gemeinsam eingeschlafen. Und es würde mich doch sehr wundern, wenn es für ihn nächste Woche nicht auf einmal merkwürdig sein wird, wenn ich wieder weg bin. Wenn er den Sonntag alleine verbringt. Wenn er während der Woche nach Hause kommt und niemand da ist, mit dem er über Fußball oder die Nachrichten diskutieren kann. Die Wohnung wird leer und still sein... Wird ihm da nicht was fehlen?

08.12.2008 um 22:43 Uhr

"Ich kann Dich nicht glücklich machen"

von: Sadeyes

Ich bin gerade von einem langen Spaziergang entlang des wunderschönen Kanals wieder gekommen. Die frische, kalte Luft, die Lichter, die Gänse... einfach alles wunderschön und perfekt. Dieser Spaziergang war Glück pur... in mir selber ruhen, Gedanken schweifen lassen, bei mir sein.

Was hat das nun alles mit diesem Satz zu tun? Ich hab heute entschieden, dass ich E eine Mail schreiben muss. Ich hab ihm geschrieben, was ich für ihn fühle und ein bissel was über ihn, über die Probleme, die er selber angesprochen hatte, wie zB seine Vergangenheit, dass er zu lang weggeht und dass er zu viel trinkt... Ich hab es ihm freigelassen, ob er sich überhaupt hierzu äußern möchte.

Keine Antwort per Mail... er kommt heim... ist irgendwie wie aufgedreht, Augen strahlen, wirklich gut drauf...
Hmmm... fragt nach meinem Tag... erzählt von seinem Tag. Er hat heut erfahren, dass er definitiv ab Januar arbeitslos ist. Hmmm... muss man nicht verstehn... ich hätt da keine gute Laune... Weiter gings blabla... ein wenig sich gegenseitig aufziehn... und dann irgendwann kams:

"Ich hab Deine Mail gelesen... und sie hat mich ein wenig traurig gemacht... Ich kann Dich nicht glücklich machen... Sorry...." Er kommt zu mir, legt mir seine Hände auf die Schultern und drückt mich... "meine kleine Schwester..."

Über was bitte ist er so glücklich? Warum strahlt er so vor sich hin? Ich kann seine Reaktionen nicht so ganz nachvollziehen...
Noch besser... er meint, was ich geschrieben hätte über seine Probleme... er hätte keine Probleme. Sein Problem wäre, dass er keine Probleme hätte und sein Leben zu glatt verlaufen würde. Durchaus, viele der Probleme, von denen er mir erzählt hat, sind hausgemacht... aber irgendwie paßt das doch alles nicht zusammen... Oder geht es nur mir so, dass ich das Gefühl hab, hier paßt was gar nicht?

Zurück zu seinem schönen Satz. Der kann viel bedeuten. Er kann mich nicht glücklich machen, indem er mich zurückliebt. Er kann mich nicht glücklich machen, weil er der Meinung ist, ich hab zu hohe Ansprüche. Oder er kann mich nicht glücklich machen, weil er denkt, dass er es nicht drauf hat, jemanden glücklich zu machen, also er fühlt sich nicht gut genug (was er ja schon ein paar Mal so ähnlich gesagt hat).

Während meines Spaziergangs ist mir eins klar geworden. Die Frage ist keine Antwort auf meine Mail, aber eine für ihn selber. Ich hab ihn nie danach gefragt oder darum gebeten, mich glücklich zu machen. Das hängt damit zusammen, dass ich eigentlich glücklich bin. Ich brauche nicht jemand anderen, um mich glücklich zu machen. Ich glaube daran, dass man sich selber glücklich machen muss. Wenn man sich selber glücklich machen kann, dann kann man diesen Überfluss an Freude und Glück teilen, sich darüber verbinden. Wieso sagt er das also zu mir?

Es sagt mir, dass er es selber nicht schafft, sich glücklich zu machen, denn ansonsten könnte er auch andere glücklich machen. Dann würde er auch nicht denken, dass es seine Aufgabe ist, jemand anderen glücklich zu machen. Nein, ich glaube nicht, dass er wirklich so richtig über sich Bescheid weiß. Und irgendwie kam mir das heute mal wieder unehrlich vor. Ob zu sich selber, zu mir, ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, ich hab mir lang genug Gedanken um ihn gemacht. Er hat sich heute so entschieden... und das ist es für mich. Ich werd ihm nicht meine Freundschaft entziehen. Meine Gefühle sind meine Gefühle. Und es ist in Ordnung, ihn zu lieben. Ich bereue das nicht. Der Rest wird die Zeit bringen. Ich muss mich sortieren und das werde ich. Und für heute mach ich mir keine weiteren Gedanken!!!

07.12.2008 um 09:48 Uhr

Aufgeben???!!!

von: Sadeyes

Ein wenig verwirrt und traurig bin ich... Ich denke, wirklich verstehen kann man das alles sowieso nicht. Außer er vielleicht...

Die letzten Tage waren soweit schön. Wir unterhalten uns gut und verstehen uns gut und eigentlich ist alles ziemlich entspannt.

Allerdings, wenn man ihn kennt, bemerkt man immer wieder feine Veränderungen an seiner Stimmung. Leider kann ich sie mir nicht erklären. Mal ist er ganz offen und erzählt mit strahlenden Augen irgendeine Geschichte. Die nächste Minute ist er auf einmal stiller, ein wenig in sich gekehrt. So geht das nun schon zwei oder drei Tage.

Bei seinen Eltern war es überraschend schön. Ich hab mich bereits mit Ihnen unterhalten können und ich fand sie ehrlich gesagt ganz nett. Vielleicht nicht die herzlichste Familie, aber so, wie er das beschrieben hat, kam mir das nicht vor. Hmmm...
Er ist dann nach dem Essen seinen Dingen nachgegangen und ich war auf mich gestellt. Hat sich dann so ergeben, dass ich den ganzen Tag mit seiner Mutter verbracht habe. Und das war echt nett. Klar, vielleicht haben sie nichts gesagt oder es nicht gezeigt, dass sie mich nicht mögen. Aber eigentlich hatte ich schon den Eindruck, dass es so ist.

Hatte die Hoffnung, sollte der Tag gut laufen, würde das vielleicht bei ihm mal klick machen und was ändern. Leider anscheinend nicht...

Abends waren wir dann aus... erst war es lustig und er hat immer wieder mit mir rumgealbert, war gut drauf. Hier und da mal ein paar Berührungen beim Reden. Irgendwann meinte er wohl aus Spaß zu seinen Kumpels, dass ich seine Freundin wäre... leider hab ich das aber nicht mitbekommen...
Tja, allerdings meinte später einer seiner Freunde, wir würden doch ein prima Paar abgeben. So nett zusammen aussehn und ich wär ne Liebe und er wär ein Lieber, usw.

Rummss.... da ging bei ihm die Klappe runter... Ich habs richtig sehn können. Waren seine Gesichtszüge vorher noch entspannt, so waren sie es mit einem Mal nicht mehr und sein Gesicht hat so gar nichts mehr ausgedrückt. Er hat auch keine Antwort darauf gegeben... nur nach einem längeren Moment des Schweigens versucht, geschickt das Thema zu wechseln.
Hab ich ehrlich gesagt, gar nicht verstehen können. Wenn mir so ein Thema nix bedeutet... oder unangenehm ist... dann sag ich einfach was Lockeres, lach drüber und fertig...
Ich mein, er hätte ja sagen können, och haben wir schon probiert, hat nicht geklappt... oder dafür ist mir die Freundschaft zu schade... ich will grad keine Freundin... keine Ahnung, es hätte sicher genug Dinge gegeben, die auch niemanden verletzt hätten.

Also, warum macht er da so komisch dicht? Wenn er nicht will, warum sagt er dann nicht einfach was, wir sind einfach nur gute Freunde?

Die Nacht bzw was von übrig war, war richtig übel... als wir dann endlich heim sind... eher gegen Morgen... meint er zu mir, dass er eigentlich gehofft hatte, mit mir an seiner Seite wäre es nicht wie jedes Mal viel zu lang und zu viel Alkohol... er war schon ganz gut betrunken... Na ja, hätte er zu mir gesagt, dass er früher heim will, wär ja kein Problem gewesen. Nur für mich war es egal und ich wollte ja auch kein Spielverderber sein.
Also hierher zurück und ins Bett. Hier war es dermaßen eiskalt... ich weiß nicht, ob es nicht vielleicht auch an Übermüdung und dem Alkohol lag. Ich hab dermaßen gefroren. Ich lag im Bett, meine Zähne haben geklappert und ein Zitterschub hat den nächsten abgelöst. Na ja... da er ja immer meinte, wenns kalt ist und so schön sich zu wärmen blabla, meinte ich zu ihm, ob er mich nicht wärmen könnte. Dass mir entsetzlich kalt ist. Seine Antwort: Du weißt doch, dass ich es nachts beim Schlafen nicht warm mag...
Ja, vielen Dank auch... das hab ich die letzten Nächte immer wieder gemerkt, wo es zum Teil gar nicht kalt war und Du Dich trotzdem in meine Nähe gekuschelt hast. Und jetzt, wo ich mir sonstwas abfrier, da hast Du grad mal wieder Deine was-weiß-ich-was... zu nah... zu viel... was die anderen sagen... keine Ahnung!

Ich weiß nur, ich hab schlotternde fünf Stunden hinter mir, in denen der Herr sich so weit wie möglich entfernt von mir aufgehalten hat. Allerdings vielleicht auch nicht ganz so schlecht... Als wir dann mal näher lagen, bzw er in mein Gesicht geatmet hat, hatte ich eher das Gefühl, dass ich gleich nochmal betrunken werde und zwar von seinem Atem... Mannomann....

Und so habe ich mal wieder absolut keine Ahnung, was das alles gestern für ein Film war. Und ein wenig gesäuert bin ich auch... Warum hat er mich anfangs so viel im Arm gehalten? Ja, ich finds ja auch schön... Aber kann er nicht mal überlegen, was er tut? Denkt er, ich hab keine Gefühle? Ein wenig fühl ich mich irgendwie schon verletzt, dass er es anfangs so gemacht hat und nun nicht mehr. Kann er es dann wenigstens mal erklären? Ich bin ja auch kein Knuddelbär, den man mal eben aus dem Schrank holt und wieder zurückstellt. Aber so fühl ich mich grad. Auch wenn ich mir sicher bin, dass er das nicht beabsichtigt...

Und so frag ich mich gerade doch sehr intensiv, ob ich es nicht einfach aufgeben soll... Ich weiß nicht, wie und wo an diesem Punkt sich das noch anders entwickeln soll... *seufz*

04.12.2008 um 18:17 Uhr

Nachgeholt...

von: Sadeyes

Endlich geht es hier wieder!

Was für eine schöne Überraschung, wenn man ganz durchgefroren nach Hause kommt. Hier schneit und regnet es heute so stark, dass selbst der Schrim nicht viel geholfen hat. Dazu kommt, dass hier die Heizung ausgefallen ist und wir auch kein warmes Wasser haben... ein Traum!

Trotz allem bin ich wieder mit Riesenaugen durch die Straßen gelaufen und hab alles in mich aufgesogen. Ich streife durch die Geschäfte und wundere mich über all die Ähnlichkeiten und Unterschiede. Manches ist soo viel billiger und einiges soooo viel teurer. Ich hab einige Nachteile kennengelernt. Und trotzdem wünsche ich mir, hier nicht mehr weg zu müssen. Trotzdem frage ich mich auch, wie schwer oder einfach es wäre, mich hier einzuleben, sollte ich den Schritt wirklich ganz alleine wagen.

E überrascht mich immer wieder. Er scheint so stolz darüber, dass ich seine Sprache lerne und erzählt es immer wieder den Leuten. Und er unterstützt mich auch dabei. Nichts von dem Mißtrauen mehr, was da einmal war, als ich angefangen habe, seine Sprache zu lernen. Auch nicht von den Sprüchen, warum ich denn diese Sprache lernen will, das würde ja nichts bringen. Im Gegenteil... er hat sogar schon gesagt, dass ich vielleicht mal für eine holländische Firma arbeiten werde... und ich glaube, es würde ihn sogar freuen...

Was uns angeht... wir sind nicht wirklich weiter... Aber immer, wenn ich an gestern denke, dann habe ich ein sehr schönes, warmes Gefühl in mir. In so vielem, was er tut, zeigt sich, dass er an mich denkt und mir Gutes tun will... und es ist so lieb und irgendwie rührend. Ich hab keine Zweifel daran gehabt, dass er das wirklich so sieht.

Es zeigt sich aber auch immer wieder, dass er es genießt, mit mir zu reden. Er erzählt mir von seinem Tag, will von meinem hören, wir schauen TV und reden darüber... oder er erzählt mir etwas über sein Land. Und ich liebe es noch immer ihm zuzuhören und zu sehen, was für eine Freude es ihm macht.

Leider ist nicht jeder Tag so. Wir hatten auch schon den typischen "Ich-will-Abstand"-Tag, der war weniger schön.

Letzte Nacht war bis jetzt für mich die schönste. Ich glaub, nur Samstag hat er mich annähernd so viel im Arm gehalten. Ganz dicht hat er sich an mich gekuschelt und seinen Arm um mich gelegt. Immer wieder... Und so haben wir den Großteil der Nacht verbracht. Erst gegen Morgen hat er irgendwann wieder nur noch hinter mir gelegen ohne mich im Arm zu halten.

Und noch immer fehlt mir jegliche Antwort hierfür. Ich habe das Gefühl, dass bei ihm auch mehr sein muss... aber er sagt nichts, er macht nichts und nichts ist passiert. Vielleicht sind seine Gefühle tatsächlich nur freundschaftlich oder geschwisterlich. Andererseits finde ich es doch sehr wenig geschwisterlich, sich nachts so zu halten. Und ich würde auch niemand sonst so halten wollen... Aber was ist mit ihm? Warum macht er das? Ist ihm zu kalt? Sucht er meine Nähe? Will er mich halten, weil er mich liebt? Oder ist es tatsächlich geschwisterlicher Beschützerinstinkt?

Alles, was ich weiß ist, dass wir gestern einfach nur ganz locker wir selber waren und dass es wunderschön war und sich nah angefühlt hat. Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er mich eine dieser Nächte nicht nur im Arm hält, sondern mir auch sagt, was er empfindet und es bei uns weitergehn kann...