Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

24.02.2009 um 23:59 Uhr

Auf der Suche nach... dem Zuhause

von: Sadeyes

Gerade kommt eine Reportage. Ein Gefangener kommt nach sechs Jahren Haft wieder frei. Seine Verwandten sind mittlerweile verstorben, Freunde hat er nur noch in der JVA. Was für ein Gedanke...

Sechs Jahre in einer Zelle... mehr oder weniger abgeschottet von der Welt. Und dann kommt man raus. Alles hat sich verändert, obwohl man gar nicht so weit weg war. Noch einmal von vorne beginnen und das in der eigenen Heimat.

Ich glaube, ich wüßte gar nicht, wo ich mich hinwenden sollte, wenn ich keine Freunde, keine Familie und keine Arbeit hätte. Was gibt einem da Halt?
Ich weiß nicht, ob ich das könnte oder wollte. Da klingen ja meine Auslandspläne leichter als das.

Und bei all den Gedanken wird mir klar, was ich eigentlich suche, was viele wohl suchen... das Fleckchen, wo man "hingehört", wo man sich zu Hause fühlt.

Hin und wieder hatte ich ja bereits das Gefühl, dass ich mein Fleckchen gefunden habe. Aber derzeit habe ich keins... und ich vermisse es. Ich vermisse auch das Gefühl, dass meine Familie eine Familie ist.

Aber... auf zu neuen Abenteuern... und vielleicht finde ich es auf dem Weg... mein neues Zuhause.

24.02.2009 um 01:56 Uhr

Du musst wachbleiben... waaaaach bleiben!!!

von: Sadeyes

Hundemüde bin ich. Und doch hab ich das "große Los" gezogen, heute lange aufbleiben zu müssen. Mein Kleiner muss noch seine Medikamente bekommen und das in bestimmten Abständen. Na vielen Dank!
Mir fallen ja jetzt schon fast die Augen zu oder vielleicht sind sie auch schon fast zugeschwollen.

Schön war es aber, heute endlich von meiner Freundin zu hören, die vor ein paar Monaten den großen Schritt gewagt hatte und in eine andere Stadt weit weg von hier gezogen ist. Ausgerechnet nach Hamburg, wo ich seit D noch immer keinen Fuß hinsetzen konnte oder wollte.

Es hat schon Mut gemacht zu hören, dass sie alles in allem mit ihrer Entscheidung glücklich ist. Das zwar alles seine Vor- und seine Nachteile hat, aber dass sie die Stadt liebt und der Rest sich zumindest entwickelt. Es macht mir Mut, wenn ich dann tatsächlich in naher Zukunft selber diesen Schritt wagen sollte. Nur dass ja dann auch noch eine andere Sprache (wo ich schon wieder ziemlich raus bin) und andere Sitten und auch Gesetze sind. Manchmal frag ich mich noch immer, ob ich mir da nicht ziemlich viel vorgenommen habe. Aber dann gibt es auch immer wieder die Leute, die mir Mut machen. Und ich kenne mich... wenn ich einmal an so einem Punkt bin, wie jetzt, dann gibt es für mich kein zurück. Vielleicht auch deshalb, weil mein Vater früher immer meinte, ich würde eh nie was durchziehen und ich würde es zu nix bringen. Vielleicht sind es auch meine eigenen Prinzipien - eine Sadeyes, ein Wort... oder so...

Was E angeht, so ist das alles eigentlich eher ruhig. Schwer zu beschreiben. Erst hatten wir ewig ja täglich voneinander gehört, aber sei es nun, dass es nah an die Zeit kommt, wo sich alles entscheiden wird oder sei es deshalb, weil er derzeit echt viel um die Ohren hat, er meldet sich derzeit sehr selten. Gestern hab ich seit -für uns langer Zeit- dann mal wieder mit ihm geredet. Na ja, eigentlich hat eher er geredet. Er hat mir sein Herz ausgeschüttet. Was mir mal wieder sein Vertrauen gezeigt hat und auch sein gutes Herz. Leute, die ihm sehr nahe stehen, sind in eine blöde Situation geraten, quasi kurz vorm finanziellen Aus. Und wie er nun sich für sie einsetzt. Schon bemerkenswert... auch dass ihm das so nahe geht.
Gebe ja zu, es hat schon gut getan, ihn gestern wieder zu hören. Anfangs hab ich ihn auch gar nicht vermißt, aber dann gestern doch irgendwie wieder...
Tja, mal schauen, wann ich nun das nächste Mal von ihm zu hören bekomme. Aber so lange ich seinen Schlüssel bei mir trage, mache ich mir sowieso keine größeren Sorgen...

So... und nun hab ich nur noch ca 1 Stunde Augen aufhalten vor mir... *gähn*

21.02.2009 um 14:46 Uhr

Nur noch ein Monat...

von: Sadeyes

Stress, Stress, Stress... innen wie außen. Ich weiß, dass ich es mir selber nicht leichter mache, wenn ich mir Gedanken wegen dem Hausverkauf mache. Aber so ist es nunmal. Ich kann es nicht ganz wegschieben. Die Gedanken wandern immer wieder zum "was wäre wenn...". Nun ja, ich hab die Zeit genutzt und versucht, ein paar Lösungen auszuarbeiten. Trotzdem bleibt nach wie vor ein Risiko...

Auch ansonsten ist derzeit so viel zu tun. Die Zeit geht so schnell vorbei und es hängt so viel davon ab, dass die nächste Zeit gut genutzt wird und entsprechende Weichen für meine Zukunft stellt. Ich versuche immer noch, darauf zu vertrauen, dass alles gut ausgeht. Irgendwann werde ich wieder eine komplett freie Frau sein. Frei von dem Haus und dann irgendwann auch frei von den daraus entstehenden Verpflichtungen. Und ich bete, dass mir dann noch immer genug Kraft und Zeit bleibt, um mir alles von Null wieder aufzubauen. Na ja, ganz Null ist es ja auch nicht mehr... Aber ich habe nach wie vor das starke Gefühl, dass ein neuer Anfang mir helfen wird, mich wieder freier zu fühlen und hoffentlich all die Änderungen in mir und in meinem Umfeld zu schaffen, die ich mir so wünsche.

Der nächste Monat wird da wohl entscheidend... und ich versuche, jetzt nochmal so viel Kraft wie möglich zu tanken, bevor es los geht...

14.02.2009 um 17:34 Uhr

In Deinen Augen...

von: Sadeyes

Ich schaue Dich an
und es zerbricht mir fast das Herz

Deine Augen
so groß und voller Unschuld
schauen zurück
traurig, vielleicht ein wenig ängstlich
fast, wie wenn Du stumm nach Hilfe schreist

Ich möchte Dich so gerne in meine Arme nehmen
Dir sagen, dass Du keine Angst haben brauchst
Ich möchte Dich beschützen
vor allem Übel und allem Schmerz
den ich dort in Deinen Augen lese
Mich vor Dich stellen
jeden vertreiben, der Dir böses will

Ich möchte Dir zeigen
es gibt eine Welt ohne Angst und Schmerzen
es gibt Menschen, denen Du vertrauen darfst
Du bist so zerbrechlich und hilflos

Doch ich kann Dich nur anschauen
Deinen Schmerz spüren
und um Dich trauern
während ich meine Liebe für Dich spüre

12.02.2009 um 00:06 Uhr

Die große Schüssel Wackelpudding...

von: Sadeyes

Ich fühle mich derzeit, wie wenn ich in einer großen Schüssel mit Wackelpudding stecke. Grünes, wabbelndes Etwas und ich mitten drin. Am Rudern und Kämpfen, um endlich vorwärts zu kommen, zu meinem Ziel. Aber egal, wie sehr ich mich auch bewege und abstrampele, das Zeug ist so zäh und hält mich einfach da fest, wo ich bin.

Bei zwei Firmen hatte ich Vorstellungsgespräche insgesamt. Die einen wollen mich nicht haben, weil sie "mich zwar toll finden und ihre Entscheidung wahrscheinlich bereuen werden", aber ihnen meine Gründe nach Holland ziehen zu wollen als "nicht ausreichend genug" erscheinen. Dafür lassen sie mich dann aber zweimal nach Rotterdam eiern... Hätten die das dann nicht per Telefon abklären können? Das war doch bekannt, dass ich noch in Deutschland lebe.
Und die anderen haben mir erst zugesagt. Klang auch alles toll und sehr sicher. Und dann... ich hab mich gewundert, warum auf einmal nichts mehr kam. Keine Meldung, kein Vertrag, nichts... Nachdem man sie dann endlich mal erreichen konnte dann die Aussage, dass sie sich da doch nicht so sicher sind, weil sie erst noch überlegen wollen, ob sie nicht ganz andere Optionen haben, um das abzudecken, was sie brauchen. Ganz prima! Zu früh gefreut...

Ich finds echt megaätzend. Vor allem, weil mich nebenbei das Arbeitsamt tierisch nervt. Und wenn ich auf die Zeit schaue, so hab ich das Gefühl, sie verrinnt so schnell und ich hab Angst, nicht mehr rechtzeitig dort etwas zu finden. Vor allem ist nach wie vor das Problem, dass ich irgendwie ja auch finanziell abgesichert sein muss. Das Problem mit dem Haus kreist noch immer wie ein Damoklesschwert über mir.

Und der Gedanke, dass das alles nicht klappt... dass ich vielleicht nicht nach Holland und zu E kann, der hat mich heut das erste Mal so richtig gepackt. Ich kann das nicht mehr. So auf die Entfernung. Ihn so wenig zu sehen und immer darauf zu warten und zu hoffen, dass wir uns dochmal wiedersehen. Ich fühl mich zu wohl bei ihm und mit ihm, um ihn aus meinem Leben zu streichen. Und auch, wenn ich nicht wegen ihm dorthin ziehen will, so ist es eben doch auch ein großer Punkt, dass er mir eben in meinem Leben so wichtig ist.

Gerade die letzte Nacht, die wir vor unserem erneuten Abschied miteinander hatten, hat mir gezeigt, wie sehr sich Geduld lohnt. Auch wenn alles erst so schwierig für ihn war und er sich zurückgezogen hatte... in dieser letzten Nacht... und obwohl er dachte, dass ich in wenigen Wochen für ein paar Monate bei ihm leben würde, ist er wieder zu mir gekommen. Es war eher zaghaft, aber er hat mich wieder ein paar Mal in seinem Arm gehalten und dicht bei mir gelegen. Und auch wenn es nur Momente sind, so zeigen mir doch diese Momente, dass nicht alle Hoffnung aufgegeben werden muss, dass er vielleicht lernen kann, es vielleicht auch will.

Und so werd ich weiter versuchen, mich aus dem Sumpf rauszuziehen. Auch wenn mir derzeit so komplett die Kraft zu allem fehlt. Ich brauch dringend eine Portion Kraft, Mut und Motivation!!!

05.02.2009 um 20:36 Uhr

Bindungsangst - Was steckt dahinter? Teil 1

von: Sadeyes   Kategorie: Bindungsangst

Bindungsangst, also die Angst vor einer Bindung, ist selten der wahre Grund, warum es manchen nicht möglich ist, eine (langfristige) Beziehung einzugehen oder sogar Freundschaften aufzubauen.
Hinter der Bindungsangst verbergen sich andere Ängste, oft eine ganze Vielzahl davon und in immer anderer Zusammensetzung. Diese Ängste verhindern, dass jemand sich auf eine Beziehung einlassen kann. Oft geschieht das ganz unbewußt und nicht alle Ängste sind offensichtlich.

Hier eine kurze, nicht abschließende Liste von möglichen Ängsten:

- Verlustangst: Die Angst davor, verlassen zu werden bzw der Glaube daran, dass man alles, was einem wirklich wichtig ist, wieder verliert, kann einen so stark beeinflussen, dass man dem sichergeglaubten Schmerzen zuvorkommen will und erst gar nichts und niemanden an sich heranläßt. Ein Grund für große Verlustängste können entsprechende Erfahrungen sein, wie zB wenn die Eltern einen verlassen haben oder die große Liebe, etc.
Ebenso kann dahinter ein großer Mangel an Selbstwertgefühl stecken. Wer immer in anderen etwas besseres sieht, ist sich oft sicher, dass der andere das auch bald entdecken müßte und wieder geht.

- Angst vor dem Verlust der Selbständigkeit: Jemand, der daran gewöhnt ist, eigene Entscheidungen zu treffen, der nicht gerne Hilfe annimmt, wird eine Bedrohung darin sehen, dass der Partner auf einmal ein Wort mitzureden hat. Sie haben oft Probleme, Hilfe anzunehmen und haben Angst, dass ein Partner nun besonders fürsorglich ist und so diese Selbständigkeit einschränkt oder in Frage stellen könnte. Ein Grund hierfür kann besonders bei Männern eine überfürsorgliche Mutter gewesen sein und dadurch resultierende Scham.

- Angst vor dem Verlust des Freiraums: Ähnlich wie bei der Angst vor dem Verlust der Selbständigkeit, hat der Betroffene Angst, dass er in seiner Lebensweise beschnitten wird. Hier dadurch, dass er Rechenschaft ablegen soll darüber, was er wann tut und warum. Auch, dass er nicht mehr in der Lage sein könnte, all das unter einen Hut zu bekommen, was ihm wichtig ist. Sie fühlen sich also durch die Verpflichtung, Zeit mit dem Partner zu verbringen zu müssen, eingeschränkt oder sogar eingesperrt.

So... sorry, aber für heute muss ich hier aufhören... das nächste Mal mehr...

05.02.2009 um 18:51 Uhr

Über den Berg?

von: Sadeyes

Ich weiß noch nicht so recht, ob ich dem Frieden trauen soll? Ob ich mich trauen darf, es zu sagen...
Ich glaube, wir sind momentan erstmal über den Berg. Oder zumindest in die ruhige Seite der Spirale gerutscht.

Gestern kam er mit guter Laune nach Hause, hat sich auch tatsächlich mit mir über den Tag und alles richtig nett unterhalten. Selbst die Neuigkeiten, die ich arbeitstechnisch hatte, schienen ihn nicht weiter zu beunruhigen. Der Abend war richtig nett. Er hat sogar mal einen Film mit mir geschaut, den ICH gerne sehen wollte... auch wenn er erstmal drüber abgelästert hat. Er hat dann sogar, man höre und staune auf seine Fußballshow verzichtet, um den Film dann bis zum Ende zu schauen.

Nachts war dann tatsächlich auch eine Änderung zu spüren. Keine gebauten Barrieren, kein künstliches Fernhalten mehr. Manchmal kam er ganz nah gerutscht und dann war er wieder weiter weg. Aber alles entspannt und natürlich. Das ist doch endlich mal wieder eine Besserung. Ich weiß zwar nicht, was bei ihm nun klick gemacht hat, ich hoffe aber, dass es noch eine ganze Weile anhält!

02.02.2009 um 17:05 Uhr

Noch mehr Bindungsangst?

von: Sadeyes

Seine Ängste scheinen schlimmer zu werden. Ich kann es noch nicht sicher sagen und ich hoffe, dass es nicht so ist. Denn ich hab noch keine Ahnung, was ich tun kann, damit es besser bzw leichter wird. Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass es zu Problemen kommen könnte mit dem Zusammenleben, wo es vorher doch so gut geklappt hatte.

Gestern ging es mir nicht gut. Bin irgendwie ein wenig krank... leider. Trotzdem hatten wir echt einen netten Abend und er hat viel erzählt und gelacht. Aber kaum lagen wir im Bett und das Licht war aus, schienen die Probleme anzufangen. Es war letzte Nacht arg kalt und er hält sich ja nun vor allem zu Beginn von mir fern. Hab mich also eng zusammen gerollt und da fings dann an... was denn los wäre... und als ich meinte, dass mir kalt ist, wurde er gleich ärgerlich. Dann hab ich wegen der blöden Haltung nen Krampf im Bein bekommen und damit den nächsten Anschiss... Als ich dann irgendwann auch noch gewagt hab, mich anders hinzulegen, wurde er richtig böse... Er müßte schließlich arbeiten und ich würde ihn hier wachhalten und ich sollte gefälligst still sein... wow... Das fand ich ja mal arg übertrieben. Klar merkt man sowas, wenn sich jemand mal anders hinlegt. Ich wach dann auch oft auf, wenn er sich so bewegt... Deswegen mach ich aber trotzdem kein Fass auf. Bin dann also so liegengeblieben und hab mich noch nichtmal mehr getraut, mich zu bewegen. Er muss noch arg lang so wach gelegen haben, weil er irgendwann laut rumgeschimpft hat. Ich versteh ja, dass es ätzend ist, wenn man am nächsten Tag arbeiten muss und Schwierigkeiten hat, einzuschlafen. Aber ich glaube, dass nicht ich der Grund dafür war. Ich weiß nicht... ich glaube, er fühlt sich derzeit wieder manchmal einfach bedroht durch mich und deswegen führt er sich dann so auf. Deswegen hält er mich auch nachts nicht mehr. Vielleicht, weil er Angst hat, dass er seine Gefühle dann bei der längeren Zeit nicht unter Kontrolle halten kann?

Ich fürchte, irgendwann müssen wir mal drüber reden, aber er wird es nicht mögen. Wir sind nicht mehr zusammen und ich werde mir auch nicht alles gefallen lassen...