Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

31.07.2009 um 16:33 Uhr

Zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben...

von: Sadeyes

Da bin ich also nun wieder nach dem gestrigen Tag. Und ich denke, ich habe eine indirekte Antwort auf meine Frage von Dienstag: was sollte die komische SMS?
Ich denke, es war doch ein Vorwand, um mich zu sehen... Versteh nicht, warum er es nicht einfach sagen kann. Aber das wäre wohl schon zu viel Bindung und Verpflichtung für ihn.

Dachte gestern Abend, er ist gar nicht da. Hab ihm also höflichkeitshalber mitgeteilt, dass ich in seine Wohnung geh und mir die bösen Kekse hole. Wie er so schnell antworten konnte (und das auch noch beim Auto fahren), ist mir unbegreiflich, auf jeden Fall kam sofort zurück, dass er mich in wenigen Minuten abholen kommt.
Tatsache stand keine Viertelstunde später ein strahlender E vor mir. Nun, das war ja schonmal eine Überraschung... er und freiwillig in meiner Wohnung. Irgendwie stand er ein wenig unbeholfen da. Wieso, warum, keine Ahnung! Fast hatte ich das Gefühl, er wollte umarmt werden, aber da wir das normalerweise nicht machen, hab ich da auch nix getan, außer ihn in die Wohnung zu lassen. Kam dann auch gleich die Frage, ob wir gleich zu ihm weiter wollten oder erst noch bei mir... ja was?
Hab ihn also kurzerhand auf einen Kaffee eingeladen, weil er ja noch nie so richtig in meiner Wohnung war. Während ich den zubereitet hab, hat er dann auch erst mal ganz lieb nach meinen Kleinen geschaut und mit ihnen geredet. Danach hat er sich entspannt auf die Couch gelegt, direkt, wie wenn er bei mir zuhause ist. Seine Laune war blendend und er hat mir von seinem Tag und seinen Erlebnissen erzählt. Die Harmonie, seine gute Laune, es ist unglaublich, wie oft ich ihn derzeit so erlebe. Und all das ohne die bösen Zwischenspiele, die es vorher gab.
Aber irgendwann bekommt er auf einmal eine ganz komische Stimme. Wie wenn er mir etwas ganz Schlimmes mitteilen müßte. Und dann kommt es...

... er wird vermutlich für zwei Wochen weg, es können auch drei sein...

Nun ja, ehrlich gesagt ist das ja auch irgendwie schlimm für mich, weil er mir fehlen wird und weil sich das unglaublich lang anhört. Und ich weiß, das letzte Mal fing ich dann auch an, ihn sehr zu vermissen. Aber nur, weil es schlimm für mich ist bzw er das vermuten könnte, wird er wohl nicht so reden?

Nun ja, die Sache ist die: diese erste Woche hab ich bereits gewußt, das war schon vorher ausgemacht. Aber er hatte seinem kleinen Bruder auch einen Urlaub versprochen und nun steht fest, wo er nach den Ferien studieren wird und das ist nunmal nicht ganz hier ums Eck, wenn auch keine Tragödie. Auf jeden Fall bleiben eben nur noch zwei Wochen, wo ein Urlaub möglich ist. Seine Eltern wollen, dass er ihn zwei Wochen irgendwohin mitnimmt. Er aber sagt, dass ihm eine Woche schon genug ist. Dass er seinen Bruder zwar wirklich liebt, sie aber so verschieden sind, dass es ihn verrückt machen würde, wenn sie zu lange unterwegs wären (kommt uns das irgendwie bekannt vor?).
Er hat mir aber versprochen, dass er sich nochmal bei mir meldet und mir Bescheid gibt, wenn er weiß, wie lang er weg sein wird. Sonntag kommt er aber vielleicht nochmal hierher. Kein Versprechen und nichts, aber irgendwie hörte es sich so an, wie wenn wir uns dann nochmal sehen könnten... wer weiß? Und ein bissel hatte ich das Gefühl, dass auch er sich ein wenig komisch dabei fühlt, wenn er denkt, so lange weg zu sein und wir uns nicht sehen... Aber das sind eben die Dinge, die keiner sagt.

Irgendwann sind wir dann zu ihm und haben noch ein wenig ferngesehen. Alles in allem, Harmonie pur, vollkommen entspannt...

Bevor ich gegangen bin, hat er es sich nicht nehmen lassen, mir noch eine Portion von meinem Lieblingsessen mitzugeben und noch den Rest meiner Lieblingswurst, weil die ja sonst bei ihm verdirbt, wenn er nicht da ist.

Zum Abschied hat er mich dieses Mal dann sogar an die Tür gebracht, wo er sonst eigentlich immer auf der Couch liegen blieb und weiter auf den viereckigen Kasten geschaut hat. Da stand er dann und hat mich angestrahlt und mir eine gute Zeit gewünscht, bis ungewiss... und dann hatte er wieder diesen Ausdruck im Gesicht, fast wie ein wenig verlegen... bis wir uns in die Arme genommen haben und uns mit den (un)typischen Küsschen verabschiedet haben. Typisch, weil es hier so gemacht wird. Untypisch, weil er es eigentlich nicht macht und bei mir schon gar nicht, wenn wir uns nur so alleine sehen. Die Umarmung ist auch einen Ticken länger und fester ausgefallen und die Küsschen nicht ganz so in die Luft gehaucht, wie bei anderen.

Und so bin ich mal wieder voll mit Gefühlen und Gedanken nach Hause gegangen...

31.07.2009 um 12:28 Uhr

Montag

von: Sadeyes

Der Vollständigkeit halber nun auch noch der Montag...

Montag Morgen bin ich dann schon vor dem Wecker aufgewacht. Draußen war es so warm und so schön, wie schon lange nicht mehr. Während ich schonmal ins Bad bin, ist dann auch meine Freundin aufgestanden. Ich hatte extra etwas mehr Zeit am Morgen eingeplant, so dass wir noch ein wenig Zeit für uns hatten. Haben mit unserem Kaffee in meiner Lieblingsecke gesessen und noch ein wenig entspannt und geredet. Das war wieder schön und ganz normal - eben so, wie es sein soll.

Der Weg zum Bahnhof war ein wenig merkwürdig. Der Gedanke, dass sie wieder weg sein würde, hat mich traurig gemacht. Gleichzeitig war ich trotzdem auch gleichzeitig froh, wieder etwas Zeut zu haben, um mich um meine Wohnung und liegengebliebene Dinge, wie meine Wäsche zu kümmern. Außerdem hatte ich ja auch abends etwas, auf das ich mich freuen konnte... E!

Mein Arbeitstag war entsprechend normal. Nicht normal war, dass ich mich innerlich noch immer so aufgewühlt und merkwürdig gefühlt habe. Wegen E, aber auch wegen ihr. Ich habe mich über mich selber geärgert und teils auch gewundert. Manchmal fragt man sich, wo so heftige Gefühle und Reaktionen herkommen und man weiß, da lauert mal wieder etwas im Unbewußten...

Abends also bei E - mittlerweile froh, dass ich nicht in meine leere Wohnung zurückmußte. Ich bin wie immer mit meinem Schlüssel in die Wohnung. E nirgends zu sehen, aber das Wasser rauscht... also wohl am Duschen. Sein Rechner ist an und ich sehe den Messenger offen. Natürlich mußte ich dann erstmal schauen, ob er seine Ex nun in der Liste hat. Hat er nicht... Er hat sie samt der anderen verbliebenen Weiblichkeit von vor meiner Zeit aus dem Messi geschmissen. Nun tümmele ich mich dort allein unter Männern...

Habe dann schonmal mit dem Kochen angefangen und irgendwann kam dann E - mal wieder wie ein Weihnachtsbaum strahlend - die Treppe runter und neckt mich sofort.
Das war der Auftakt zu einem sehr entspannten und sehr schönem Abend. Auch wenn alles einen Ticken lockerer war und er mich mehr geneckt hat, als sonst, war doch alles wieder wie immer. Er auf seiner Couch, ich auf meiner, beruhigende Alltäglichkeit und meine verwirrten E-Gefühle haben wieder Ruhe gegeben. Alles wie immer... kein Grund zur Panik!

Und als ich abends wieder in meinem Bett lag, hab ich dann noch mit meiner Freundin kurz telefoniert und auch alles komplett in Ordnung gebracht. Meine kleine Welt schien wieder heil zu sein!

31.07.2009 um 09:59 Uhr

(Un)vernünftig... oder im Herzen bleibt die Sehnsucht

von: Sadeyes

Und nachdem ich mich nach dem Montag wieder sicherer fühlte und dachte, alles ist wieder so, wie es immer ist und ich kann es einachätzen und gut damit leben, so dreht sich alles wieder. Wieder Unerwartetes, sowie anscheinend auch Unausgesprochenes. Gute Vorsätze, die ins Wanken geraten oder sehenden Auges ins Unglück rennen?
Ich könnte mich fast fragen, ob mir noch zu helfen ist. Oder mache ich mir mal wieder zu viele Gedanken? Aber es gibt keinen Schalter für Gefühle...

Und wenn ich diese wenigen Worte lese, die ich gerade geschrieben habe, so treffen mich zwei Erkenntnisse... Im ersten Satz steckt der Wunsch oder das Bedürfnis nach Kontrolle. Es ist nicht die Beständigkeit nach der ich mich sehne, denn die ist ja irgendwie da. Nein, sobald die Situation vom "normalen" abweicht, werde ich wieder aus der Bahn geworfen und ich fühle mich wieder durcheinander. Da läßt mal wieder Freund Bindungsangst grüßen...

Das zweite ist... ich schaffe es nicht, die Hoffnung ganz aufzugeben, dass E sich ändern kann, weil ich es in mir selber mit mir gleichsetze. Versetze ich E das Todesurteil unheilbar, so würde auch ich für mich keine Hoffnung sehen. Aber so lange es so ist, werden wir wohl immer wieder in diese Spirale gelangen.
Aber ist es möglich, dass wir es beide schaffen?

30.07.2009 um 16:48 Uhr

*amkopfkratz*

von: Sadeyes

Also, wenn ich mir diese komischen, amerikanischen Blogs anschaue, muss ich mich ja mal wundern!!!

Wenn da tatsächlich auf einmal so viele neue Blogger dabei sind und alle gleichzeitig in die Tasten hämmern, so dass unsinnige (vor allem vom Datum her) Texte entstehen, dann will ich nicht mehr Sadeyes heißen. Ich glaube, Spam hat hier einen neuen Level erreicht *nerv*

30.07.2009 um 14:40 Uhr

Bindungsangst... und was mit dem Sex passiert

von: Sadeyes   Kategorie: Bindungsangst

In den Büchern, die ich zur Zeit lese, habe ich gelernt, dasss die Bindungangst auch Sex beeinflusst. Und habe mir zu diesem Thema mal Gedanken gemacht.

Erstmal vorneweg ein bissel Theorie. Derjenige in der Beziehung mit den größeren Bindungsängsten wird immer bestrebt sein, die absolute Kontrolle zu behalten. In der Beziehung, über den Partner und oft zeigt sich dieses Kontrollverhalten auch in anderen Bereichen des Lebens.

Kontrolle ist wichtig, damit sie ihre eigene Angst halbwegs kontrollieren können. Das heißt, sie wollen das Sagen haben über Nähe oder Distanz, Treffen oder nicht, Gefühle ja und wie tief, etc.
Nun ist Sex eben auch Bindung und Nähe und das ist das fatale für sie in einer echten Beziehung. Haben sie Sex mit dem Menschen, den sie lieben, fühlen sie sich ihm näher und auch irgendwie verpflichtet. Aber Nähe und Verpflichtungen lösen wieder Panik aus. Und damit einen Kontrollverlust. Außerdem... ist es nicht auch ein Kontrollverlust, wenn man sich einem anderen Menschen beim Sex wirklich hingibt? Nun wollte ich mir mal anschauen, wie das tatsächlich "gelebt" aussieht.

E ist nunmal der Mensch mit den größten Bindungsängsten, den ich kenne. Und ich kenne sein Denken und sein Handeln... daher hier mal unsere Beziehung als Beispiel, wie die Bindungsangst auch das Schlafzimmer regiert.

Was mich bei E sofort gewundert hatte war, dass er so darauf gepocht hat, dass wir möglichst schnell miteinander schlafen. Er war fast schon aufdringlich. Eigentlich nicht nur fast. Ich hab mich damals sehr überrumpelt gefühlt und nicht zuletzt auch verletzt, da ich ihm gesagt habe, dass ich für so etwas meine Zeit brauche und da einfach eine schwierige Vergangenheit habe.
Ich hab mich lange gefragt, wie er so handeln konnte. Er wirkte wie getrieben, wie besessen. Fakt ist aber, dass sie versuchen, so schnell wie möglich eine tiefere Verbindung herzustellen, weil Kontrolle für sie ja so wichtig ist.
Das heißt am Anfang sind sie einfach total verliebt und dadurch auch total verunsichert. Und dieses Gefühl gilt es, so schnell wie möglich abzuschalten. Und um schnellstmöglich eine Bindung herzustellen und sich sicher zu fühlen, legen sie großen Wert auf Sex.
E hat auch damals zu mir gesagt, dass er absolut keine One-Night-Stands hat. Sex bedeutet für ihn Liebe und Verpflichtung und deswegen schläft er nur mit Frauen, die ihm wirklich etwas bedeuten.
Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass solche Menschen Sex aus dem Weg gehen, wenn sie sich vor zu viel Erwartungen und Verpflichtungen scheuen.

Das war der zweite Punkt, der mich immer so verwundert hat. Ihm hat es immer sehr gut gefallen, was wir so allein zu zwein gemacht haben. Laut seiner Aussage war es aufregender, als das, was er vorher so erlebt hat und ich weiß, dass er es immer seeehr genossen hat. Er hat sich anfangs eigentlich selber so gegeben, wie wenn er nicht genug bekommen kann. Und mit einem Schlag war das weg. Er wollte nicht mehr. Gar nicht mehr! Ich konnte das nicht verstehen. Hab mir immer wieder den Kopf darüber zerbrochen. Mich gefragt, ob er mich nicht mehr geliebt hat. Fakt war, dass er mich da für seine Verhältnisse schon zu sehr geliebt hat. Auf Sex zu verzichten war für ihn eine Massnahme um wieder mehr Distanz zwischen uns zu bekommen.

Und das erklärt mir auch, warum er mich nie angerührt hat, als ich im Dezember bei ihm war. Oder auch noch im Januar/Februar, wo er mich oft nachts gehalten hat. Das Halten war die größte Nähe, die er zulassen konnte, ohne dass es für ihn zu nahe oder zu verpflichtend wurde.
Ich habe gespürt, wie erregt er war und ich habe ihm auch angesehen, dass er wollte. Auch dass er mehr Nähe und Liebe wollte. Ich habe seinen Konflikt damals förmlich gespürt. Aber erst jetzt habe ich wirklich verstanden.

Etwas, was mir noch aufgefallen ist, wofür ich aber noch keine Antwort gefunden habe. E hat Zärtlichkeiten immer unheimlich genossen. Er hat mich gern im Arm gehalten und er hat auch oft einfach nur in meinem Arm gelegen und sich berühren und streicheln lassen... im rein liebevollen Sinne. Da war er fast wie ein Schwamm, der diese Zärtlichkeiten aufgesogen hat.
So sehr er das aber genossen hat, so wenig hat er auch von dem zurück geben können. Er hat mich nie viel im Arm gehalten, um mich einfach nur zu streicheln. Und wenn er mir mal den Rücken gestreichelt hat, so hat sich das eher unbeholfen angefühlt.
Selbst beim Sex hatte ich manchmal eher das Gefühl, wie wenn er es genießt, Macht über mich/uns zu haben, als einfach nur mir nahe zu sein. Zumindest war Sex teilweise wirklich Ausdruck seiner Macht.
Ich hatte das Gefühl, dass es ihm daran mangelt, sich überhaupt einfühlen zu können.

Wenn ich all meine anderen Beziehungen Revue passieren lasse, so kann ich noch hier und da einige Bezüge zu diesem Thema finden. Und ich finde es unheimlich interessant, darüber zu lernen und mehr zu wissen. Deshalb die Frage an alle, die selber Bindungsängste haben oder mit einem Partner zusammen waren, der Bindungsängste hatte: wie habt Ihr den Sex mit Eurem Partner erlebt? Ich weiß, das ist sehr persönlich, aber ich würde mich freuen, wenn sich trotzdem ein paar zu Wort trauen würden! Danke!

30.07.2009 um 11:16 Uhr

Sonntag

von: Sadeyes

Sonntag konnte ich endlich länger schlafen. Irgendwann ist die Erschöpfung einfach eben zu groß. Trotzdem wurden es wieder nicht mehr als sechs oder sieben Stunden.
Und ich hatte Glück... meine Freundin schlief noch und wurde auch nicht wach, als ich mich ins Wohnzimmer geschlichen hat.

Es hat so gut getan, endlich mal wieder ein wenig nur für mich zu sein. Ich denke, ein Stück meiner Frustration kam auch daher, dass sich die ganzen Tage so fremdbestimmt angefühlt haben. Einerseits wollte ich ihr ja einiges bieten und zeigen, warum ich es hier so liebe, andererseits hab ich aber nun schon seit Monaten nur wenig Zeit für nur mich. Und alle freien Tage gingen für meinen Umzug drauf.
Und so war es einfach schön, ein wenig für mich allein zu sitzen, in Kochbüchern zu blättern, was ich abends kochen könnte und dann mein Kleid fertig zu nähen. Das hab ich dann sogar an dem Morgen auch geschafft und bin richtig stolz darauf. Der Stoff war recht schwer zu verarbeiten und so ein Kleid hat ja doch viele Teile und Details.

Nachdem meine Freundin dann auch wach war, haben wir gefrühstückt und zusammen gesessen. Zu dem, was wir machen könnten, hatte sie mal wieder nicht viel beizutragen. Zudem war es ja auch schwer, weil ich wußte, dass wir abends Gäste haben würde, was sie ja nicht wußte.
Und da war dann wieder dieses Gefühl, dass ich schon während der Zeit mit The Evil so gehasst hab. Dieses Gefühl, dass der andere nun erwartet, dass man etwas macht oder tut, damit er sich nicht langweilt und Spass hat. Und den Druck, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Letztendlich haben wir uns für einen Spaziergang entlang des großen Kanals entschieden und haben uns dann dort auf eine Bank in die Sonne gesetzt.
Dort war dann auch endlich alles wieder wie früher und wir haben uns ganz normal unterhalten, so wie wir das immer tun. Ich war richtig erleichtert, dass wir beide irgendwie wieder wir selber waren.
Wir haben die Boote und die Leute beobachtet und einfach alles genossen. Mir hat es ja auch echt Leid getan, dass es teils irgendwie so ein Auf und Ab war. Aber ich weiß auch, es lag nicht nur an mir. Auch sie war teils irgendwie anders. Nun ja, jeder Mensch hat seine Ängste, Fehler und Macken...

Trotz allem ging es mir an dem Tag nicht wirklich gut. Ich war durcheinander, mußte ständig an E denken und habe mir genauso sehr geeünscht, ihn zu sehen, wie ich erleichtert war, ihn an dem Tag nicht zu sehen.

Abends wurde es dann noch sehr schön. Meine Freunde kamen und wir haben lecker zusammen gegessen und danach ein paar Spiele gespielt. Meiner Freundin schien die Runde zu gefallen und sie hatte sich sehr über die Überraschung gefreut. Und auch die anderen haben mir erzählt, wie gelungen der Abend war.

Und ein ganz wenig ist in mir die Erleichterung mitgeschwungen, dass ich ab dem nächsten Tag wieder allein war...

29.07.2009 um 16:50 Uhr

Samstag

von: Sadeyes

Morgens mussten wir früh los, hatte ich meiner Freundin doch versprochen, ihr zum Geburtstag einen Rock zu nähen und sie durfte sich nun auf dem Markt ihren Stoff aussuchen.
Das Aufstehen ist mir nach nur vier Stunden Schlaf besonders schwer gefallen, aber was will man da machen?
Auf dem Markt gab es dann das nächste Problem... alles voll und wie die Räder anketten? Nach einigem Hin und her haben wir es aber hinbekommen, nur dass eine Rad stand eben ein bissel blöd über.

Haben dann Ewigkeiten durch die Stoffe gewühlt und wie immer konnte sich meine Freundin nicht wirklich entscheiden. Letztendlich hat sie sich für einen entschieden, der einem richtig in den Augen wehtut. Und weil da so ein Streifen Dreck drauf war, hab ich zwei für den Preis von einem bekommen. Ganz toll! nun hab ich das hässliche Ding einmal komplett plus die Reste. Wegwerfen find ich zu schade und selber tragen... *brrrr*

Nun ja, da sie sich nicht entscheiden konnte, waren wir spät dran und ich schon entsprechend nervös. Ich weiß, wie pünktlich E ist und was für einen großen Wert er auf Pünktlichkeit legt. Fast genauso wie auf Sauberkeit... und da mußte ich noch dringend was tun, da durch die Anwesenheit meiner Freundin es immer nur schlimmer in meiner Wohnung aussah. Meine Sorgen konnte sie gar nicht verstehen, weil sie es dort normal und aufgeräumt fand *kopfschüttel*

Wieder bei den Rädern dann die Überraschung... die Luft aus dem Hinterreifen war komplett raus. Sie meinte, sie hätte davon aber vorher nix gemerkt und alles wäre in Ordnung gewesen. Zum Glück hatte ich meine Minipumpe dabei (und sie wurde auch nicht gestohlen) und ich konnte wenigstens so viel Luft in den Reifen pumpen, dass sie damit nach Hause kam.

Viel Zeit zum Aufräumen war allerdings nicht mehr und Hilfe hab ich auch keine bekommen (was mich ehrlich gesagt schon wieder geärgert hatte). Fertig war ich natürlich noch nicht, als dann E vier Minuten vor der Zeit vor der Tür stand. Er hat mich angestrahlt und mich lieb begrüßt und ist dann erstmal durch die Wohnung durch und hat sich alles angeschaut. Ich glaube, sie hat ihm ganz gut gefallen. Aber viel gesagt hat er dazu nicht.
Dann haben wir uns auf den Weg zu seinen Eltern gemacht (und seine Mutter hat endlich erfahren, dass sie zum Essen noch zwei Gäste hat).
Seine Eltern waren soweit nett zu mir, auch wenn sie recht beschäftigt schienen. E hat dafür gesorgt, dass ich neben ihm saß und meine Freundin sollte mir gegenüber sitzen. Er hatte uns auch was typisch holländisches mitgebracht zum Probieren. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass da irgendwas in meiner Freundin passiert ist.
Nach dem Essen hat E sich umgezogen... rein in die Arbeitsklamotten... und als er wiederkam, hats mir fast den Atem genommen... er sah einfach supersexy aus in den dreckigen, teils zerrissenen Jeans und dem alten T-Shirt. Meine Gedanken in diesem Moment wurden alle durch ein lautes BIEP übertönt, da sie allemal nicht jugendfrei waren. Er hat uns dann noch mit zu seinen Booten genommen und von dort aus sind wir los auf unsere Tour, die er uns gezeigt hatte.

Für meine Freundin war das sehr schön, für mich superanstrengend. Nicht nur, dass mein Herz immer noch am Rasen war, weil E so sexy aussah, nein, meine Gedanken sind nur noch um ihn gekreist und ich hatte mich gefühlt, wie wenn ich mich gerade aufs Neue in ihn verliebt habe. Neben mir meine Freundin, die mir nun auch noch ständig damit in den Ohren lag, dass er da ja eben echt gut aussah und dass sie ja generell so überrascht wäre, wie charmant und witzig E wäre. Ich hätte am liebsten laut geschrien...
Ging aber nicht, da die Tour zwar eine Superaussicht bot, aber kurvig auf einem Deich entlang ging. Links und rechts gings steil runter, die Strasse war schlecht ausgebaut und eigentlich gerade mal breit genug für ein Auto. Trotzdem hatten wir oft genug Gegenverkehr.
Karte lesen hat sie dann auch nicht hinbekommen, so dass wir statt einer halben Stunde gleich das dreifache auf dem Deich rumgeeiert sind. Das Dorf dafür war echt schön und das Eis dort superlecker!
Beim Rückweg hab ich mich dann schlichtweg geweigert, da auch wieder über den Deich zu fahren. Immerhin war es fast sieben Uhr abends und vierzig Kilometer zu fahren. Und wir wollten ja auch noch weg.

Wieder zurück hab ich ihr also den Rock genäht, weil ich dachte, sie würde ihn vielleicht gerne zum Weggehen anziehen. Pustekuchen! Tausend Ausreden hat sie gefunden, um ihn da nicht tragen zu müssen.
Als E dann endlich in die Bar kam, wollte er sich erst mir gegenüber setzen, aber der Tisch stand so blöd und so hat er sich meiner Freundin gegenüber hingesetzt, die ihn dann die ganze Zeit angegrinst hat. Trotzdem hat er beim Reden wieder meist mich angeschaut. Aber irgendwie hatte ich schon fast genug und wär am liebsten wieder gegangen. ich war müde und hatte auf all das Verwirrende keine Lust mehr. Vor allem hatte ich auch Schiss, dass meine Freundin wieder zu viel trinkt und so komisch wird.
Aber nein, auf gings zur Bar mit Livemusik. Auch dort hat sie sich irgendwie blöd angestellt, hat sich ncihtmal getraut, sich einen Weg durch die Leute zu bahnen, obwohl sie wesentlich öfters in ihrem Leben ausgegangen ist, als ich. Irgendwie hat sie einen auf kleines, hilfloses Kind gemacht und ich fand das einfach nur nervig.

Wieder bei E und den anderen Jungs haben wir entschieden, dass die Musik nichts taucht und wieder raus aus dem Getümmel. Dann kam die Frage auf, ob wir ne Weile raus sollen. Ich wollte nicht, weil mir schon auf dem kurzen weg zur Bar kalt war, aber meine liebe Freundin ist mir da gleich in den Rücken gefallen und meinte zu E, dass sie liebend gern mit ihm rausgeht. Also sind wir alle wieder raus... und ich war entsprechend schlechter Laune. Irgendwie wußte ich ja auch, dass ich das nicht sein sollte. Aber irgendwie war das alles einfach zu viel für mich. Entsprechend wortkarg hab ich dann auch den Abend dort herumgesessen. Zwar schon auch mal mit E geredet und gealbert, der mir wieder kaum von der Seite gewichen ist, aber es war nicht das Gleiche wie am Abend davor.

Irgendwann wars dann spät und einfach genug und so wollten wir endlich zurück. Die Jungs haben sich dann bei mir und auch meiner Freundin mit einer Umarmung verabschiedet. E war allerdings wie immer ziemlich zurückhaltend, hat sich aber dann doch dazu hinreissen lassen, mich mit einer Umarmung zu verabschieden und mich dabei zu fragen, ob wir Montag wieder zusammen TV schauen bei ihm. Klar, wollte ich!
Meine Freundin stand so halb hinter mir. E hat dann auch keine weiteren Anstalten gemacht, aufzustehen und sie irgendwie anders zu verabschieden. Ich will mich schon umdrehen und gehen, da stürzt sie sich über mich drüber und schmeißt sich ihm an den Hals und verabschiedet sich mit einem Kuss von ihm. Ich glaube, ich war ziemlich fassungslos in dem Moment. Vielleicht, weil ich selber immer abwarte, wie sich jemand von mir verabschiedet und es dem dann gleichtue. Vor allem, wenn ich die Fremde in der Truppe bin... aber wohl auch, weil sie weiß, was E mir bedeutet und wissen muss, dass mir sowas gar nicht gefällt.

Wir sind dann raus und sie hat nur irgendnen blöden Kommentar gemacht und dann hab ich sie auch schon angebrummelt. Warum sie sich ihm so an den Hals schmeißt und dass sie sich doch denken kann, dass ich das nicht pralle finde. Sie meinte nur, ich soll mich nicht so anstellen. Was sie denn hätte tun sollen? Die anderen hätten sich doch auch von ihr verabschiedet und sie hätte ja den armen E nicht ohne Umarmung und Kuss lassen können. Da war ich dann doch anderer Meinung. E hat es ja vorher auch nicht geschert, dass er mich so begrüßt und sie eben nicht. Ich weiß ja, ich habe kein Recht eifersüchtig zu sein. Trotzdem frag ich mich noch immer, was sie da geritten hat. Entsprechend war der Abend auch gelaufen und die Stimmung im Keller. Und ich war nur noch froh, dass ich E nicht zu der Überraschungsparty eingeladen hatte, die ich am nächsten Tag für meine Freundin geplant hatte. Ich hätte weder E noch einen weiteren Tag ertragen, wo ich eh schon so durcheinander war wegen ihm. Und ich hätte es genausowenig ertragen, wenn die beiden sich nochmal gesehen hätten...

29.07.2009 um 10:36 Uhr

Gefrustet

von: Sadeyes

Wer will mich eigentlich gerade ärgern? Wer wirft mir all die Steine in den Weg? Das ist doch grad echt nicht normal...

Nicht nur, dass ich für zwei Reparaturen an meinen Rädern aufkommen muss, nein, die wollen auch noch in Urlaub und wenn ich Glück bekomm ich es morgen Abend... Wenn ich Glück hab... sonst hab ich zwei Wochen lang noch nichtmal mehr einen fahrbaren Untersatz. Mein deutsches Rad ist zu gut und zu teuer, um es hier irgendwo draußen stehn lassen zu können.

Als gestern dann eine SMS kam, hoffte ich erst, es wäre von E, dachte dann aber, es wird wohl meine Freundin sein. Als sie dann doch von E war, ist mein Herz für einen Moment schneller gegangen... bis ich den Text gelesen habe. Das mit den Keksen wäre nur ein Spass gewesen und ich sollte die abholen kommen, wenn ich das nächste Mal in der Nachbarschaft bin. Was soll das denn heißen??? Erstens wohn ich in der Nachbarschaft, wenn man es so will, zweitens muss ich auf meinem Weg von und zur Arbeit immer bei ihm vorbei. Und drittens, was ist an einem Tütchen mit Keksen so schlimm, dass es unbedingt sofort entfernt werden muss? Stehen bei ihm doch auch noch ganz andere Sachen von mir rum...

Daheim hat mich dann auch noch ein Brief meiner Kabelgesellschaft erwartet. Nein, eine Rechnung... von 130 Euro... für etwas, was ich nie erhalten habe und nie funktioniert hat. Die haben eine Vollmeise! Das Geld haben sie auch sicherheitshalber gleichmal abgebucht, bevor man überhaupt die Möglichkeit hat, was gegen die Rechnung zu sagen. Die haben von mir bereits einen entsprechenden Beschwerdebrief bekommen!

Ab August darf ich dann auch für ein leerstehendes Haus löhnen, was so gar nicht witzig ist. Und so ist mein Gehalt, das ich bereits bekommen habe, schon fast wieder komplett weg, bevor der Monat überhaupt begonnen hat. Wie frustrierend ist das denn???

Mein Auto könnte auch eine Inspektion vertragen, aber da wird es wohl noch warten müssen. Wird derzeit eh kaum gefahren und so langsam könnte ich mich auch an den Gedanken gewöhnen, es zu verkaufen. Wann ist das Leben eigentlich so kompliziert geworden?

28.07.2009 um 15:32 Uhr

Freitag

von: Sadeyes

Auch der Freitag hatte wieder gut angefangen. Ich habe zwar nachts nie so richtig gut geschlafen, zum Teil auch, weil sie oft ziemlich nah lag, obwohl ich wirklich ein großes Bett habe, wo jeder seine Seite und auch seine Decke hat. Und so war ich nachts irgendwie immer "auf der Flucht".

Morgens gab es wieder ein leckeres Frühstück und für später hatten wir eine Radtour geplant. Das Wetter sah zwar bescheiden aus, aber wir haben einfach aufs Beste gehofft. Weil ich dachte, dass es vielleicht netter und auch einfacher für uns ist und ich ja wollte, dass meine beste Freundin auch meine neuen Freunde kennenlernt, habe ich kurzerhand noch eine Freundin dazu eingeladen.

Dann ging irgendwie alles schief. Meine beste Freundin sollte mein deutsches Rad nehmen, aber als ich das Rad prüfen wollte, hielt sie nicht richtig dagegen und das Rad kippte. Danach nur noch "pffff" und der Reifen war im Eimer. Nun bin ich momentan leider alles andere als reich... und es hat mich irgendwie schon mächtig geärgert, dass ich nun für einen Tag einen neuen Reifen zahlen muss. Und das auch noch, wo es hier an jeder Ecke Mieträder gibt. Aber für sie ist das irgendwie selbstverständlich gewesen, dass ich mein Rad reparieren lasse und sie es dann nutzen kann. Also zur nächsten Werkstatt und rumverhandelt, dass sie das Rad reparieren. Mit der kleinen Änderung, dass ich das nun fahren sollte und sie mein holländisches Rad wollte... Aber gut... der Gast ist König...
Die Tour selber war dann nett. Mit dem Wetter hatten wir fast die ganze Zeit Glück, teils Sonne, wenn nicht wenigstens trocken. Als es das erste Mal anfing zu regnen, waren wir gerade in der Nähe von Mühlen und wir wurden eingeladen, diese zu besichtigen. War auch echt superinteressant. Und als wir fertig waren, war der Regen auch weg.
Als es das zweite Mal geregnet hat, haben wir in einem Kaffee angehalten und da lang gesessen und gegessen und getrunken. Meine beiden Freundinnen haben sich auch gut verstanden und eigentlich war alles perfekt.

Nicht unerwähnt lassen, will ich hier eine Besonderheit, an der wir vorbei gekommen sind: Ein langer Kanal voll mit Hausbooten. Besonderen Hausbooten. Solchen mit mehreren großen Fenstern, und anschliessenden kleinen Räumen, wo im Amsterdamer Stil die Prostituierten aufgereiht standen. Teils jung und hübsch, aber teils auch dermassen alt und wabbelig... Und neben ihnen Schilder mit ihren Besonderheiten, wie SM oder ähnlichem.
Das wirklich schockierende waren noch nichtmal die Damen, das war eher auf eine merkwürdige Weise interessant. Nein, es war elf Uhr und es war schon recht guter Betrieb da. Noch schlimmer war es um drei, wo dann mittlerweile alle Parkplätze besetzt waren und die Autos dort Schlange standen, nur um sich eine Frau auszusuchen. 1 oder 2 km Stau für sowas!
Und nicht nur das... zusqtzlich waren noch einige zu Fuss oder auf dem Rad unterwegs... Und ich muss sagen, dass ich das einfach schrecklich fand...

Gut, nach der Radtour zurück in der Wohnung. Ausruhen, quatschen und was essen. Haben überlegt, ob wir abends ein wenig ausgehen sollen. Aber auch hier konnte sie sich mal wieder für rein gar nichts entscheiden und ich habe dann entschieden, wir gehen. Habe R gefragt, ob er auch da sein wird, da E unterwegs zu sein schien. Und so waren wir mit den Jungs verabredet.

Als wir dort hinkamen, gabs eine große Überraschung... E war doch da. Er hat mich auch gleich gesehen und strahlt mich an, streckt seine Arme nach mir aus und umarmt mich erstmal und begrüßt mich mit ein paar Küßchen. Was noch viel mehr überraschend war. Denn er ist mit sowas eigentlich eher zurückhaltend und auf gar keinen Fall so, dass er sich so vordrängelt und das so intensiv macht.
Habe dann meine Freundin vorgestellt (E kannte sie ja noch von damals). Sie ist auch von allen gleich nett aufgenommen worden, wenn auch nicht eben mit den freundschaftlichen Umarmungen, die ich immer abbekomme.

E ist dann nicht mehr von meiner Seite gewichen, ausser, wenn er für uns was zum Trinken geholt hat. Wenn er geredet hat, hat er meist nur mich dabei angeschaut und immer wieder hat er mich aufgezogen und mit mir herumgealbert. Meine Freundin meinte schon, dass wir flirten... und auch ich hatte deutlich das Gefühl, dass er richtiggehend aufgekratzt war. Eigentlich ist er ja eher ein Ruhiger, aber an dem Abend war er charmant, witzig und die reinste Labertasche. Dabei hat er gestrahlt wie ein Weihnachtsbaum.
...und uns für den nächsten Tag eingeladen, mit bei seinen Eltern zu essen und wir könnten von dort aus dann eine Autotour machen, die er uns erklärt. Später hat er noch gesagt, dass wir ja am nächsten Abend noch in die andere Bar gehen könnten und er mitkommen würde, wenn wir wollten. Also hatten wir für Samstag gleich zwei Verabredungen mit E.

Alles in allem ein Superabend und ich war irgendwie glücklich. Es war so lustig... und auch so schön, dass meine beste Freundin mal dabei sein konnte und alles sah, wir reden konnten...
Und wie ich eben so bin, hab ich ihr das spontan auch gesagt. Dass ich mich so freue, dass sie da ist und dabei ist, dass das Spass macht und so... Woraufhin sie auf einmal ihre Arme um mich legte und mir einen feucht-klebrigen Kuss auf die Wange drückte. Was soll ich sagen? Mit einem Schlag war ich wie ernüchtert. Ich fand diesen Kuss einfach nur eklig... und wollte nur noch eins... weg, Abstand...
Ich bin einfach nicht der Typ für sowas. Ich mag keine übermäßigen Berührungen von anderen Menschen, außer das wäre jetzt E. Bei allem, was ich als unrichtig empfinde, rührt sich gleich mein Innerstes. Und das fühlte sich nun gar nicht richtig an. Zudem war es mir auch peinlich...
Sie fing dann an, mir zu sagen, dass ich sowieso die Schönste in der Bar wäre, auch weil ich so eine ganz besondere Ausstrahlung hätte. Ich hab nichts gegen Komplimente, aber das war irgendwie... komisch.
Hierzu muss ich nun einstreuen, dass es, seit wir im späten Teenie-Alter waren schon so zwei oder dreimal Situationen gab, wo ich das Gefühl hatte, sie wollte mehr von mir. Einmal konkret zB als sie mir erzählte, dass sie nachts sexuelle Phantasien über mich gehabt hätte und ob ich mich denn noch nie gefragt hätte, wie es denn mit einer Frau ist, ob ich das nicht mal probieren wolle. Ich hab danmals sofort nein gesagt und sie hat dann auch nie irgendwas konkret in Bezug auf sich gesagt. Und trotzdem nun ja... ich bin in dem Punkt vorsichtiger. ich hätte kein Problem, wenn sie lesbisch sein sollte. Allerdings schon, wenn sie das bei mir versucht. Und als sie dann an dem Freitag Abend nicht mehr damit aufhörte, ständig ihren Arm um mich zu legen und mir diese klebrigen Küsse aufzudrücken, da hat sich etwas wie ein Schalter in mir umgelegt. Und von dem Moment an, war es für mich alles ganz anders und schwer, ihre Nähe zu ertragen.

Irgendwann später haben wir uns dann von den Jungs verabschiedet. Sie mich wieder auf ihre gewohnt herzliche, freundschaftliche Art und meine Freundin ganz normal.
Kaum waren wir aus der Bar draußen, waren dann zwei junge, große, gutaussehende Kerle hinter uns und haben uns angesprochen. Der dunklere von beiden war mir schon vorher aufgefallen, weil er immer wieder rübergeschaut hatte. Aber es war spät und wir wollten nichts mehr mit ihnen unternehmen. Und außerdem hat E das alles beobachtet.

Die Nacht wurde dann ziemlich grausam. Einerseits hat mich E's Verhalten total aus dem Tritt gebracht. So allein mit meinen Gedanken war das eben nicht mehr alles nur noch schön und unbeschwert, sondern ich habe gemerkt, wie er mich wieder in sein Netz zieht. Und ich mich einfach nur verwirrt gefühlt hab. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich mich möglichst fern von meiner Freundin halten muss und so hab ich die ganze Zeit an der Kante gelegen und kaum ein Auge zubekommen...

28.07.2009 um 12:53 Uhr

Donnerstag

von: Sadeyes

Donnerstag... kommt mir vor, wie wenn es schon eine Ewigkeit her ist. Irgendwie geht es mir seit gestern Abend wieder etwas besser...

Okay, Donnerstag... konzentrier Dich, Sadeyes!

Morgens aufgewacht in der Hoffnung, ich bin die erste. Es war der Geburtstag meiner besten Freundin und ich hätte sie gern mit einem netten Frühstück oder so überrascht. War nichts, denn sie wurde auch zum gleichen Zeitpunkt wach. Enthusiastisch, wie wir da noch waren, dachten wir, wir könnten den Tag in Amsterdam verbringen. Ein Blick auf den tiefdunklen Himmel und den fetten Regentropfen hat uns dann eines besseren belehrt. Wir sind dann auch gar nicht richtig in die Gänge gekommen und haben uns irgendwann entschlossen, eine Trockenphase zu nutzen, um Utrecht anzuschauen. Habe sie also entlang der schönsten Strassen und Kanäle geführt, hin zum Dom und zur größten Shopping-Mall. Mit Kuchen und anderen Kleinigkeiten bewaffnet sind wir dann wieder zu meiner Wohnung und haben erstmal geschlemmt. Da das Wetter sich dann auch für den Rest des Tages gegen uns entschiden hat, haben wir es auch nicht mehr aus dem Haus geschafft. Gemütliches Couch-Klüngeln, Essen kochen und Singstar waren wieder angesagt, sowie ausgiebige, lange Gespräche.
Das einzigste, was so langsam anfing, meine gute Laune zu trüben war ihre absolute Unordnung. Da stand auf einmal ein leeres Glas auf dem einen Tisch, dann wieder eins neben dem Herd, etc.
Da sie ständig alles dort gelassen hat, wo sie es gerade zuletzt in der Hand hatte und dann nicht suchen wollte, hat sie sich immer wieder ein neues Glas genommen... und ich hab dann die Gläser eingesammelt und gespült (Luxus wie Spülmaschine gibts hier nicht). Wie wenn das nicht genug war, sah es um ihren Koffer rum aus, wie wenn er gerade explodiert wäre. Nun bin ich auch nicht Misses Superordentlich... aber so ein Chaos und jemandem ständig hinterherräumen, das brauch ich auch nicht. Zumindest nicht, wenn es sich dabei um eine erwachsene Person handelt, die das sehr gut selber kann...

Und so ging der Donnerstag trotz allem richtig nett dem Ende zu... alles wie immer, alles schön... und keinen Funken Gedanke daran, was Freitag so paasieren könnte...

27.07.2009 um 14:38 Uhr

Mittwoch

von: Sadeyes

Eigentlich hätte es gar nicht perfekter anfangen können. Ich habe auf der Arbeit alles erledigen können, was ich mir vorgenommen hatte. Beflügelt von diesem Gefühl, dass es nur noch wenige Stunden waren und immer weniger wurden.
Endlich draußen hat die Sonne gestrahlt und damit genau meinem Innersten entsprochen. Noch nicht einmal eine Verzögerung oder Panne der Bahn und ich war superpünktlich am Bahnhof.
Der Zug aus Deutschland leider verzögert, aber ich hab strahlend am Bahnhof gestanden und aufgeregt auf den ICE gewartet.
Dann kam sie mir entgegen und wir lagen uns in den Armen und haben uns einfach nur noch gefreut, uns endlich wieder zu sehen.

Es war herrlich bei dem tollen Wetter auf dem Weg zu meiner Wohnung zu sein, meine beste Freundin an meiner Seite. Was haben wir schon alles gemeinsam erlebt und zusammen durchgemacht. Und nun konnte ich ihr meine Stadt zeigen, ausgiebig mit ihr reden und lachen.

Ausgepackt war schnell und bei dem Wetter hat es uns nicht lange in der Wohnung gehalten. Fünf Minuten später waren wir bereits bei der Bar und haben uns draußen in die Sonne gesetzt, entspannt und geredet.
Später sind wir zu E's Wohnung, um noch ein paar meiner Sachen zu holen und so konnte sie sich dort auch mal umschauen. Immerhin hatte ich dort ja auch einige Monate meines Lebens verbracht. Sie konnte kaum glauben, wie leer seine Wohnung war und dass das alles sein soll, was er besitzt.

Später bei mir gekocht, gesingstart und uns einfach nur wohl zusammen gefühlt. Endlich wieder rumalbern und lachen mit jemanden, der einen auch ohne viele Worte versteht. Und noch war alles irgendwie in Ordnung...

...und so sind wir irgendwann schlafen gegangen.

27.07.2009 um 12:40 Uhr

Was für ein Chaos...

von: Sadeyes

Die letzten Tage waren irgendwie schrecklich, schön. Also nicht schrecklich schön, sondern tatsächlich irgendwie beides gleichzeitig.
In mir herrscht Chaos, vielleicht sogar Krieg und ich weiß nicht, wer diesen Krieg gewinnen wird. Noch nicht einmal, welche Partei ich ergreifen soll.
Es ist wie ein riesiger Matscheball an Emotionen, Gedanken und Situationen, die ich nicht auseinanderwuseln kann, um ein klares Ganzes zu erhalten und wertvolle Schlüsse daraus zu ziehen.

Meine beste Freundin hat mich hier besucht. Und so sehr ich mich darüber gefreut hatte, war ich nicht darauf vorbereitet, was das alles auslösen könnte.

Vielleicht werde ich versuchen, jeden Tag hier auseinander zu nehmen und komme dann dahinter, was los ist *seufz*
So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen....

22.07.2009 um 10:48 Uhr

Einen Schritt vor und zwei zurück...

von: Sadeyes

Ich hasse das... dass es mich immer noch irgendwie nicht in Ruhe läßt, was E so treibt. Ich bin ja froh, dass die Gedanken schon so viel weniger geworden sind und ich ihn nicht mehr so vermisse. Wenn ich jetzt nur noch aufhören könnte, mich so unruhig zu fühlen, sobald ich nicht weiß, was er so macht.
Montag hatte er geschrieben, dass er versucht, die Woche mal bei mir vorbei zu schauen. Und gestern Abend habe ich beim Vorbeifahren gesehen, dass er wieder daheim war. Aber da war ich ja sehr spät.
Heute Morgen beim Vorbeiradeln sah es ganz so aus, wie wenn er bereits aufgestanden war. Was mich echt wundert, weil das heute noch früher als sonst war und er da eigentlich noch lang schläft. Nun scheint er wieder weg zu sein... Und da gehts dann gleich wieder los... Warum ist er gestern heim gekommen, wenn er heute so früh schon wieder weg ist. Und wo ist er hin? Wieder zu seinen Eltern? Ganz woanders hin? Mich beunruhigt noch immer sein Kontaktversuch mit seiner Ex. Denn da kann für ihn nichts gutes bei rauskommen.

Gleichzeitig hab ich mal wieder ein wenig Zukunftsängste. J wird bald wegziehen und nicht so viel später dann auch Lisa. Es wird hier richtig einsam werden ohne die Beiden. Eigentlich haben wir ja doch jedes Wochenende was zusammen gemacht. Vor allem zusammen zu stricken und zu nähen macht Spaß. Und ich habe Angst, dann alleine zu sein. Zu viel Zeit für nur mich allein.

Dabei sollte ich mich eigentlich freuen (was ich auch tue). Denn in wenigen Stunden hole ich meine beste Freundin vom Bahnhof ab. Und dann bin ich ein paar Tage lang gar nicht allein. Habe schon am Telefon gemerkt, wie sehr ich es vermisse, mit ihr zu reden. Mit jemandem zu reden, der mich so gut kennt und der mir so vertraut ist.
Ich hoffe nur, das Wetter spielt ein wenig mit. Momentan ist es jeden Tag eher bescheiden und unzuverlässig. Mal schauen, was wir zwei so anstellen werden...

21.07.2009 um 17:30 Uhr

So happy together

von: Sadeyes

by Roxette

When she walked up
He walked down
Just like the seasons went round and round
She was in love
He wasn't sure
She wrote some letters he tried to ignore
They could have been
so happy together
They could have been
so lucky in love
Sing la dee da
So happy together
They could have run the earth, the sky, the sun

She carried his ring
Since she left school
He knew she was precious
The prettiest jewel
She wanted a baby
But he wasn't sure
He couldn't make up his mind anymore

They could have been
So happy together
They could have been
So lucky in love
Sing la dee da
So happy together
They could have run the earth, the stars, the sun

I couldn't ever hurt someone
If you feel shattered
I'm sorry for what I've done

We could have been
so happy together
We could have been
so lucky in love
sing la dee da
so happy together
We could have run the earth, the sky , the sun

yeah we could have been
so happy together
we could have been
so lucky in love
so happy together
we could have run the universe
could have run the universe
could have run the universe
for fun

so happy together
so happy together
so happy together

Diesen Text muss ich nun doch mal hier hinterlassen. Irgendwie rührt er was in mir. Diese unglaubliche Möglichkeit und sie so zu vertun... traurig... und doch ist das Lied einfach schön...

21.07.2009 um 11:17 Uhr

Warum ist es so schwierig, loszulassen?

von: Sadeyes

Gestern also Montag... und somit die Hoffnung auf den üblichen Montag-Serienabend mit E. Als nix von ihm kam, hab ich ihm dann eine SMS geschickt, ob ich zu ihm kommen kann, um die Serien zu schauen.
Aber... seine Antwort war leider nicht die erhoffte. Er hat geschrieben, dass er nicht da ist, ich aber gerne in seine Wohnung kann und es mir allein anschauen kann, wenn ich mag. In Klammern ein kleiner Zusatz, er ist bei seinen Eltern.
Beides erstaunt mich... dass er mir das trotzdem mitteilt, dabei geht es mich ja im Prinzip nichts an, wo er ist. Und auch wieder einmal, dass er mit einer solchen Selbstverständlichkeit mir anbietet, in seiner Wohnung ein und aus zu gehen.
Ich habe es nicht gemacht... ehrlich gesagt, finde ich es trotzdem komisch, dorthin zu gehen, wenn er nicht da ist. Ich komme mir dann fast wie ein Einbrecher vor. Ist eigentlich Quatsch, denn er weiß es ja und hat es selber angeboten. Aber es ist für mich ein Unterschied, ob ich dort alleine da bin, wenn ich ihn besucht habe oder dort gewohnt habe oder wenn ich nun dorthin gehe, wenn er nicht da ist.
Ich bin mir noch nichtmal sicher, ob ich es mögen würde, wenn er in meiner Wohnung wäre, wenn ich nicht da bin. Auch wenn er einen Schlüssel zu meiner Wohnung hat (von dem er noch nichts weiß).

Traurig war ich irgendwie trotzdem... dass ich ihn nicht sehen konnte und dass wir uns auch am Wochenende nicht gesehen hatten, dass er sich noch nichtmal gemeldet hatte. Gleichzeitig habe ich mich für ihn gefreut. Ich nehme an, dass er bereits Donnerstag bis Samstag oder Sonntag dort war... und nun auch wieder für längere Zeit. Ich hoffe, dass es ein Zeichen ist, dass sich etwas in der Beziehung zwischen ihm und seinen Eltern ändert. Ich sehe hier und das klitzekleine Veränderungen in seinem Leben und ich hoffe, dass sie immer größer werden und einige seiner Probleme kleiner werden für ihn. ich würde mich auf jeden Fall sehr für ihn freuen!

Aber das alles zeigt mir noch etwas... Loslassen ist verdammt schwer. Also so ganz. Die Menschen, die wir lieben, egal ob als Partner, Freund, Eltern, Geschwister oder Kinder wollen wir einfach glücklich sehen. Und wir freuen uns mit ihnen, wenn es ihnen gut geht. ich habe irgendwie auch manchmal das Gefühl, dass ich auf E aufpassen muss, auch wenn das Quatsch ist, weil er das selber recht gut kann. Wie schwer muss es dann erst für Eltern sein, wenn sie ihre Kinder in die Welt entlassen und wissen, dass sie nicht alle falschen Entscheidungen und alles Unglück von ihren Kindern fernhalten können.

Auch die Gefühle, die ich für E habe, gehen nicht von heute auf morgen weg oder lassen sich ohne weiteres von Liebe in Freundschaft verwandeln. Und ich bin fast sicher, dass ein wenig Liebe immer übrig bleiben wird. Aber sie wird anders sein und nicht mehr weh tun.

Das Gedankenkarussel abzuschalten ist ein Teil davon. Am Anfang mußte ich mich echt zwingen, die ständigen Gedanken an ihn wegzuschieben, abends zum Einschlafen nicht davon zu träumen, wie er mich hält. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo es leichter wird, wo die Gewohnheit, dass alle Gedanken nur um ihn kreisen verschwindet und durch andere Gedanken ersetzt werden. Es fällt leichter... Alles irgendwie.
Und ich habe mich gefragt, wie lange es wohl noch dauern wird, bis es mir keinen Stich mehr gibt, wenn ich ihn dann doch nicht sehe oder wenn ich weiß, er ist nicht da. Ich habe keine Antwort darauf, aber ich weiß, dass ich auch nicht gedacht hätte, dass sich die Gedanken recht schnell beruhigen, wenn man das will.
Man hat eben immer die Wahl, sich in Träumen und Fantasien zu verlieren oder eben diese Gedanken beiseite zu schieben und im jetzt zu sein. Deswegen verrate ich ja weder ihn, noch unsere Freundschaft, noch das, was wir einmal gefühlt haben oder noch fühlen.

Ich glaube, was es auch so schwer macht, loszulassen ist, dass es sich so endgültig anfühlt. Wie wenn man eine Tür zuschlägt. Und vor allem, wenn man der Verlassene oder abgewiesene ist, so ist es ja auch ein bisschen, wie wenn man sich eine Niederlage eingestehen muss oder dass all die Zeit, die man investiert hatte, um mit diesem Menschen zusammen zu sein, umsonst gewesen ist.

Ich hatte anfangs auch Angst, dass loslassen bedeutet, E ganz zu verlieren. Aber das ist nicht so. Es ist auch keine Niederlage. Und ich finde auch nicht, dass die Zeit umsonst war. Ich habe viele schöne Erinnerungen, ich habe viel gelernt, auch und vor allem über mich selber und wenn alles weiterhin gut geht, dann habe ich einen sehr guten Freund gewonnen...

20.07.2009 um 17:05 Uhr

Hmpf....

von: Sadeyes

Ich weiß nicht, wie oft ich Hmpf schon als Titel hatte, kann mir aber vorstellen, dass das schon öfters der Fall war und auch heute nicht das letzte Mal ist.

Zu wenig Schlaf, weil ich nachts nicht einschlafen kann, das Wetter wechselt mindestens zehn Mal am Tag, mein Chef geht mir tierisch auf den Keks und ich hab ihm mal ordentlich die Meinung gegeigt, Krankenversicherung immer noch nicht in Sicht, genauso wenig wie Kabel und Internet...
Da könnte man schon fast geneigt sein, Wetten abzuschließen, ob das überhaupt nochmal was wird dieses Jahr.

Das Kleid, das ich gestern angefangen habe zu nähen, hab ich auch mehr rückwärts genäht, als vorwärts. Soll heißen, ich hab die Nähte mehrmals wieder auftrennen müssen und so ists natürlich nicht fertig geworden. Entsprechend sieht auch meine Wohnung aus...

Aber immerhin... nur noch eine Stunde bis Feierabend... da steigt die Stimmung wieder!
(Und weil ich absolut wunderschöne Wolle ersteigern konnte... aber psssst)

20.07.2009 um 10:23 Uhr

Der Stachel...

von: Sadeyes

Ich merke, dass es langsam ruhiger in mir wird, wenn ich E nicht sehe. Auch wenn ich merke, dass er noch tief in mir steckt. Wie ein Stachel, den man zwar herausgezogen hat, der aber so tief saß und deswegen lange zum Heilen braucht.
Es gibt immer mehr Momente, wo ich nicht an ihn denke, so gar nicht. Aber trotz allem denke ich noch immer oft genug an ihn. Trotzdem merke ich aber auch, dass mein Bedarf über ihn nachzudenken oder zu reden geringer wird.

Und trotzdem hat er es dieses Wochenende wieder geschafft, mich mehrmals zum Grübeln zu bringen. Denn er war auch Freitag anscheinend nicht daheim und ich weiß nicht, wann er wieder gekommen ist. Zumindest denke ich, er ist nun wieder da...
Wahrscheinlich doch nur bei seinen Eltern gewesen. Und trotzdem...
Am Wochenende auch kein Fragen, ob ich mit ausgehen will. Weil er nicht da war? Und auch R hat nicht gefragt. Ich will ja nun auch nicht gleich alle anderen Freundschaften abbrechen, nur weil ich derzeit noch die Anwesenheit meiner Freundinnen geniessen will, die nun bald wegziehen. Die Jungs bleiben nunmal hier und dann hab ich noch mehr als genug Zeit, um mit Ihnen abends auszugehen...

Und heute ist wieder Montag... und ich würde so gerne wieder mit E unsere Serien schauen...

17.07.2009 um 18:19 Uhr

Reflektionen

von: Sadeyes   Kategorie: Bindungsangst

Heute ist wieder ein wenig länger arbeiten angesagt. Aber freitags seh ich das irgendwie eh entspannter...

Habe mir auch statt Mittagspause die Zeit genommen, um nochmal die Zeit in der Beziehung mit E nachzulesen. Nun unter den neuen Einsichten und Gesichtspunkten. Leider kann ich unsere Chats nur nachlesen, wenn ich online bin, so dass ich damit warten muss, bis ich selber wieder Internet habe... was noch ewig dauern kann *seufz*
Aber selbst meine Einträge von damals haben mir geholfen, einiges wieder besser zu verstehen und in neuem Licht zu sehen.
Ich sehe meine eigenen Ängste nun viel klarer. Lese raus, dass sie viel größer waren, als jemals zuvor. Ich sehe meinen eigenen Kampf zwischen Beziehung und alleine sein, Nähe und Distanz, Zeit für mich und Zeit mit ihm.
Und ich kann nun viel besser den Ablauf seiner Ängste erkennen. Und auch ganz typisch die Art, wie er es beendet hat. Nicht sagen zu können, dass es aus ist. Sich einen fadenscheinigen Grund herauszusuchen, an dem man nichts machen kann und da die Schuld drauf zu schieben. Seine Aussage, dass er noch viel für mich fühlt und bei mir zuhause ist und gerne Zeit mit mir verbringt, ich aber was besseres verdient habe.
Und nicht zuletzt, dass er selber mich dann nicht loslassen konnte. Meine Wut und mein Bedürfnis, zu trauern und ohne ihn zu sein und er, der mich damals nicht alleine gelassen hat, es vermutlich auch gar nicht konnte. Jetzt sieht alles so klar aus...

Aber eines habe ich auch herausgelesen, etwas, was ich sehr schön finde... ich hatte schon damals das Gefühl, dass ich mich auf ihn verlassen kann, dass er für mich da ist. Und das hat sich nie geändert und in diesem Punkt habe ich mich auch nie in ihm getäuscht...

17.07.2009 um 13:25 Uhr

Fast Wochenende

von: Sadeyes

Zum Glück geht es nun mit großen Schritten auf das Wochenende zu. Freue mich schon sehr. Entspannen und meine Freunde treffen. Nach dem Erfolg mit dem Rock, habe ich mir gleich ein paar Schnittmuster geleistet und ich hoffe, dass sie spätestens morgen bei mir eintreffen werden. Denn morgen wollen wir zum Markt und nach Stoffen schauen. Das ist das Schöne hier: Jede Woche gibt es den Stoffmarkt, wo es supertolle Stoffe echt günstig gibt. So kann ich es mir wenigstens auch leisten, mal wieder ein paar neue Kleidungsstücke meiner Garderobe hinzuzufügen, die nicht gestrickt sind. Ich denke, als nächstes wage ich mich an ein Kleid, wenn mein Muster denn kommen sollte. Freue mich schon, wie ein kleines Kind!

Ansonsten bin ich gespannt, ob ich E sehen werde. Gestern scheint er über Nacht ausgeflogen zu sein. Seine Wohnung liegt auf meinem Arbeitsweg und an seinen Fenstern sehe ich, ob er da ist oder nicht. Gestern war ers abends nicht. Und ich habe gleich wieder dieses eklige Gefühl in mir gehabt, dass ich wissen wollte, wo er war. Vermutlich bei seinen Eltern. Trotzdem löst sowas noch immer eine gewisse Unruhe in mir aus. Irgendwann wird wohl auch das vergehen...

17.07.2009 um 09:47 Uhr

Erleichterung!

von: Sadeyes

In einem Punkt bin ich ziemlich erleichtert. Mein besseres Verständnis von E's Problemen und seinem Verhalten während unserer Beziehung hat mir geholfen, so manches wieder ins rechte Licht zu rücken.
Immer wieder sind mir gewisse Dinge durch den Kopf gegangen. Eines davon war, dass er zu mir sagte, dass er nicht versteht, warum ich einige Beziehungen hatte, die nur wenige Monate angedauert haben. Er hatte es fast vorwurfsvoll gesagt und dann damit geprahlt, dass er selber ja nur zwei Beziehungen vor mir hatte (eine kurzfristige von einem Monat hat er mir irgendwann viel später mal gestanden) und diese Beziehungen neun und fünf Jahre gedauert hatten.

Einerseits also hatte ich dadurch das Gefühl, dass mit mir wohl wirklich was nicht stimmen muss, wenn E, der ja zwei lange Beziehungen hatte, unsere Beziehung dann auch nach so kurzer Zeit beendet.
Und andererseits dachte ich, dass es vielleicht an mir liegt, dass er nun keine Beziehungen mehr haben will. Klar habe ich irgendwo gewußt, dass das Quatsch ist und dass ich nichts getan habe, was sowas rechtfertigen würde. Trotzdem ist mir das immer wieder im Kopf rumgespukt, dass irgendwas in unserer Beziehung es bei ihm ausgelöst haben könnte, dass er nun Beziehungen so schrecklich findet, dass er keine mehr will.

Nun weiß ich, dass es nichts gab, was ich hätte tun können, um unsere Beziehung damals besser zu machen. Ich hätte mich mehr zurückziehen können und das hätte ihn dann sicher wieder angezogen. Aber sobald dann alles wieder schön und harmonisch geworden wäre, wären auch die Probleme wiedergekommen. Es war sicher besser so, dass es dann so schnell vorbei war, bevor dieser Schmerz und dieses Irrationale noch weiter angedauert hätten.

Und ich habe das Gefühl, wie wenn diese Erkenntnis mir eine schwere Last genommen hat!