Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

21.08.2009 um 10:17 Uhr

Der einsame Schwan

von: Sadeyes

Ich habe einen neuen Freund... den einsamen Schwan!

Hier in der Stadt, wo ich arbeite, ist um viele Gebäude herum Wasser. Und bei einem eben dieser kleinen Gewässer lebt seit einigen Wochen ein einsamer Schwan.

Anfangs habe ich ihn dort nur hin und wieder gesehen und dann immer öfter. Immer ist er alleine, nie unter seinesgleichen. Ganz alleine ist er nicht, den um ihn herum sind andere Wasservögel. Enten haben in seiner Nähe genistet und dann ihre Jungen großgezogen... und sind dann wieder verschwunden. Aber der einsame Schwan, er ist noch immer da.

Manchmal frage ich mich, was er da macht, was ihn dort hält. Das Wasser sieht nicht sonderlich schön aus und an dieser Ecke herrscht auch viel Verkehr. Er könnte fast überall ein schöneres Fleckchen finden... vor allem eins, wo es auch andere Schwäne hätte. Aber er bleibt... 

Meist sitzt er in "seiner" Ecke auf einem Stein, putzt sich die Federn. Manchmal schwimmt er ein wenig in dem Graben auf und ab.

Gestern habe ich mich wieder mit ihm unterhalten. Und es ist ganz merkwürdig. Er scheint keine Angst zu haben oder scheu zu sein. Im Gegenteil, er scheint es fast zu genießen, dass jemand mit ihm redet. Er schaut einen dabei an und legt immer wieder seinen Kopf schief. Was ehrlich gesagt bei einem Schwan schon ein wenig lustig aussieht. Aber es hat mich daran erinnert, wie meine Wellensittiche früher immer reagiert haben, wenn ich mit ihnen geredet habe.

Mal sehen, ob er auch heute Abend wieder da ist, mein Freund der Schwan. 

20.08.2009 um 22:37 Uhr

Wer weiß, wer weiß...

von: Sadeyes

Eigentlich könnte ich glatt drei Einträge schreiben, weil mir diese Sachen nun schon seit Tagen im Kopf rumgeistern. Aber wie so oft müssen die anderen Dinge erstmal warten...

Müde bin ich. Und es fühlt sich komisch an, wenn man nach so einer langen Zeit wieder alleine ist. Mir fehlt meine Ma noch immer. Ein wenig hatte ich ja gehofft, wir könnten uns im September noch einmal sehen, aber daraus wird nichts. Aber vielleicht habe ich dann ja noch Glück mit dem Oktober.

E habe ich am Montag endlich wieder gesehen. Leider ohne Essenseinladung, aber das wird er sicher irgendwann anders nachholen. Wie immer keine Ahnung, wann ich ihn das nächste Mal sehe. Schön war der Abend. Aber wie so oft, wenn man etwas so sehr entgegenfiebert, ist es nie so toll, wie man sich es vorher vorstellt. Es war eben einfach ganz normal schön.

Gestern hätte ich ihn dann ja gerne wiedergesehen... und das Wetter war so herrlich... und sollte ja heute schon wieder schlecht sein. Also hab ich meinen Mut zusammen genommen und ihn gefragt, ob wir zusammen Wein trinken wollen irgendwo draußen. Leider war er wohl noch weg und am Rumschrauben und so habe ich mich mit einer Freundin getroffen.

War trotzdem irgendwie stolz auf mich, dass ich ihn einfach gefragt hab und dass ich mir hinterher keinen Kopf drum gemacht habe, dass er nicht zugesagt hat. Ich hab einfach das gemacht, was ich machen wollte und das finde ich gut so!

Ich habe auch dem anderen zurückgeschrieben. Irgendwann werde ich mir vielleicht auch noch ein Kürzel für ihn einfallen lassen, aber noch sind wir nicht soweit.
Ich habe ihm also kurz zurückgeschrieben, dass ich nicht mehr in Deutschland wohne, wir uns aber mal treffen können, wenn ich mal wieder in der Gegend bin. Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass er erstens, gerade von seiner Freundin getrennt ist und deswegen auf einmal auftaucht und zweitens, es ihn abschreckt, wenn ich so weit weg wohne und er sich dann nicht mehr meldet oder irgendwann in aller Ewigkeit mal. Als die Antwort dann auf sich warten ließ, hab ich mir gedanklich auf die Schultern geklopft und mich gefreut, dass meine Menschenkenntnis doch nicht so schlecht zu sein scheint.

Tja, weit gefehlt. Heute kam eine Antwort. Sogar richtig lang, lustig und irgendwie richtig nett. Über seine Arbeit, meine Arbeit, über das Wohnen und darüber, dass ich hierher gezogen bin. Dass er das bewundert und er hat mich mehr nach hier gefragt. Wie es so ist und wie es mir so ergeht. Und dass er schon immer mal vorhatte, hier ein paar Tage herzukommen und in der Hauptstadt auszuspannen... und jetzt noch einen Grund mehr dafür hat. ... ups....

Seine Freundin hat er nicht mehr. Aber das nicht erst seit kurzem, sondern schon bald ein Jahr her.

Tja und was denke ich? Ehrlich gesagt...: keine Ahnung!

Einerseits ist da schon Freude, dass er so schreibt und ich würde mich schon freuen, ihn zu sehen. Andererseits... wo soll das hinführen? Will ich etwas rein betttechnisches? Eigentlich nicht. Eine Beziehung auf genau dieser Entfernung hatte ich schon einmal und das will ich nicht wirklich. Zumal es den Gedanken aufwirft, wer würde umziehen? Und bei dem Gedanken merke ich, dass ich hier eigentlich nicht weg will. Zumindest jetzt nicht... und vielleicht nie...

Ich weiß, das ist alles sehr weit gegriffen und muss nicht. Andererseits, treffen wir uns, gerate ich vielleicht schnell wieder in etwas, was zu schnell eine Eigendynamik entwickelt und nicht gut für mich wäre.

Andererseits, ganz ehrlich, seine Mail hatte nichts drängendes. Also nichts nach dem Motto, ich bin dann nächstes Wochenende hier und besuche Dich. Sondern eher so, ich wollte ja eh mal auf Urlaub kommen und vielleicht mach ich das mal und wenn Du in der Nähe wohnst, dann könnten wir uns ja auch mal sehen und was unternehmen. Und das ist etwas, was mir gut gefällt. Er drängt und zerrt und macht nicht... es wirkt so viel entspannter...

Aber ich merke trotz allem immer wieder momentan meine vielen Ecken, Kanten und Grenzen. Schaun wir mal...

 

18.08.2009 um 11:48 Uhr

Man sieht sich immer zweimal im Leben?

von: Sadeyes

Eigentlich keine Zeit zum Schreiben (deswegen sind Eure lieben Mails und Kommentare noch unbeantwortet, aber das kommt noch), aber das hier muss nun mal schnell zwischendrin raus:

Vor ein paar Tagen habe ich eine Mail bekommen. Der einzige Mann, in den ich seit E irgendwie mal verliebt war, hat sich bei mir gemeldet. Nicht nur, dass er sich gemeldet hat. Er hat mich über fünf Ecken ausfindig gemacht, also eher aufwendig... War ja schon ziemlich überrascht überhaupt nochmal von ihm zu hören. Und na ja... die Mail ist sehr nett... und... er will mich treffen... 

17.08.2009 um 13:11 Uhr

Nur eine Woche...

von: Sadeyes

Wie schnell so eine Woche vergeht! Schon ist mein Urlaub vorüber und meine Mutter wieder weg. Ich hatte anfansg ein wenig Angst, dass ich mich in so einer Zeit doch eingeengt fühlen könnte, aber das war so gar nicht der Fall. Vielleicht auch, weil sie immer wieder ein wenig Zeit für sich genommen hat und mich auch immer wieder mal Zeit für mich gelassen hat bzw zum Lesen...

Samstag haben wir mit meinen neuen Freunden und Bekannten hier verbracht und das war sehr schön und entspannt. Und auch gestern hatten wir noch einen besonderen Abend in einem besonders schönem Restaurant.

Ein wenig schade war, dass es mich an manchen Tagen ein wenig bedrückt hat, dass ich E nun schon so lange nicht gesehen hatte. Außer einem kurzen Chat, wo er mich zu einem Essen bei ihm einladen wollte, was ich ablehnen mußte, war nicht drin. Und so hat an ein paar Tagen die Sehnsucht nach ihm mein Herz ein wenig schwer werden lassen.

Heute Abend ist es dann aber endlich wieder soweit und wir werden uns sehen. Schön, weil ich mich so freue, sein liebes Lachen und seine strahlenden Augen wieder zu sehen und seine Stimme zu hören. Schön, weil ich ihn vermisst habe. Und schön, weil ich denke, dass auch er mich vermisst hat. Außerdem ist er mal wieder ein wenig mein Retter, ohne das zu ahnen. Denn ich bin mal wieder heilfroh, dass ich nicht sofort in eine leere Wohnung muss, die sich so wieder ganz ungewohnt und einsam anfühlen wird.

09.08.2009 um 16:14 Uhr

Herzensgefühle

von: Sadeyes

Es ist herrlich endlich mal wieder in Ruhe draussen sitzen zu können. In meiner neuen wahlheimat is das irgendwie nicht möglich, draußen zu sein und trotzdem Ruhe zu haben. Ich genieße diesen Moment Stille, Ruhe und Sonne für mich ganz alleine. Später werde ich noch eine Wanne geniessen in einem schönen, hellen Bad. Was für ein Unterschied...

Merkwürdig war es, heute Mittag in meinem alten Wohnort gewesen zu sein. Da durch zu fahren und alles so vertraute zu sehen und zu wissen, es ist nicht mehr meine Heimat. Sogar M habe ich durch Zufall gesehen. Alles so vertraut, wie wenn ich jeden Moment in meine alte Wohnung gehen könnte und noch alles da wäre, so wie früher. Und ich spüre ganz unerwartet einen Klos im Hals und einen Stein in meinem Magen...

E scheint nun im Urlaub zu sein, wo und wie lange keine Ahnung. Ich habe eine kurze Mail von ihm bekommen, wo er mir dieses Detail jedoch nicht verraten hat. Freitag abends in seiner Wohnung war es merkwürdig. Ich weiß jetzt sicher, dass er vorhatte, Sonntag nochmal zu kommen. Und auch dieses Wissen fühlt sich merkürdig an. Aber gleichzeitig auch vollkommen in Ordnung. Ich habe mich dann wie versprochen um alles gekümmert. Es ist gut, wenn man sich aufeinander verlassen kann. Und trotzdem ist seine Wohnung wie in Erwartung, dass er jeden Moment zur Tür herein kommt. Was dann nicht passiert... und so habe ich ihn wieder sehr vermisst in diesem Moment.

Aber abends haben wir in kleiner Dreier-Runde Abschied genommen. Richtig schön mit Frauengesprächen zu Halb-Fantasiecocktails. Und ich kann noch immer nicht glauben, dass dies nun wieder einer dieser Endpunkte ist. Klar, mag es möglich sein, dass sie beide irgendwann mal zurück in die Stadt auf Besuch kommen, aber das ist wenn in weiter Ferne. Es ist komisch, wenn Dinge, die so einfach und selbstverständlich scheinen, es auf einmal nicht mehr sind.

Meine zwei anderen Kleinen sind nun auch wieder bei mir. Und auch das ist nicht mehr selbstverständlich, denn ich bin mir nicht sicher, ob sie mich noch kennen oder ob sie nur wegen dieser Übergangsphase ein wenig verstört sind...

07.08.2009 um 10:38 Uhr

Der kleine Luxus

von: Sadeyes

Gestern habe ich mir ganz ausnahmsweise mal etwas geleistet. Da es gestern so heiß war, hatte ich richtig Lust auf was Frisches. Leider sind Obst und Gemüse (vor allem Frisches) hier viel teurer als Fleisch mit Kartoffeln und deswegen gibt es auf meinem Speiseplan selten was Frisches.

Aber gestern dann endlich eine ganze Ladung... frische Erdbeeren... und einen herrlichen Salat mit Avocado, Hühnchenbrust, Ziegenkäse, Gurken, Tomaten und einer Honig-Senf-Sauce. Ich hab mich schon so den ganzen Tag drauf gefreut, dass ich mir gleich noch ein Glas Wein dazu gegönnt habe. Und es wr ein absoluter Genuss!

Ist echt unglaublich, wie sehr man das Bedürfnis nach so frischen Sachen hat, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist. Ich hab mich wie ausgehungert gefühlt und jeden Bissen absolut genossen!

06.08.2009 um 11:16 Uhr

Von langen Wegen, Ruhe und Gelassenheit

von: Sadeyes

Das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen. Besonders gut gefallen hat mir das junge Team und die lockere Atmosphäre dort. Aber leider sind sie dort echt schlecht zu erreichen. Würde ich mit dem Auto fahren, hätte zwar mein Auto endlich eine Daseinsberechtigung und ich einen Grund, es zu behalten, aber ich würde wohl auch viel, viel Zeit im Stau verbringen. Und eigentlich genieße ich die Zeit, die ich nun im Zug lesen oder die Augen schließen kann. Bahnhof gibt es aber dort keinen und die Busanbindung ist ein Drama. Vom Ende des Gesprächs, bis ich daheim war sind zwei Stunden vergangen. Außerdem wären dort auch viele Überstunden fällig, also noch weniger Freizeit. ich werde es mir wohl gut überlegen müssen, was mir am Wichtigsten ist.

Mein momentaner Lichtblick ist, dass ich in meine alte Heimat fahren kann, eine meiner besten Freundinnen treffen kann und meine Ma sehe. Allerdings hat sie mir einen Friseurtermin ausgemacht. So richtig passt mir das nicht, weil ich diese Woche eigentlich finanziell hätte kürzer treten müssen. Allerdings ist das letzte Mal Haare schneiden nun auch schon sieben Monate her und irgendwann muss man sich das wohl mal ins Budget einbauen. Leider müßte ich da auch eine Inspektion für mein Auto einbauen, aber dafür langt es leider einfach nicht und mein Auto wird erstmal ohne auskommen müssen.

Ein bissel hoffe ich ja, dass ich meine Freundin sehen kann. Die, die letztens hier war. Irgendwie mache ich mir ein wenig Gedanken um sie.

Von E kein Lebenszeichen. Also geht es ihm gut. Und das macht mich glücklich für ihn. Ich merke, es hat sich viel geändert. Natürlich ist da immer ein kleines Stück vermissen. Aber eines, das nicht schlimm ist und nicht weh tut. Auch dass er sich nicht meldet, tut mir nicht weh. Ich habe keine Angst, dass das was Schlechtes bedeuten könnte, er mich deswegen weniger mag oder unsere Freundschaft gefährdet wäre. Ich nehme es auch nicht persönlich. Kann mir sogar vorstellen, dass er hin und wieder mal an mich denkt. Ich denke, das habe ich dem besseren Verständnis zu verdanken und ich bin froh über diese Ruhe und Gelassenheit.
Und für ihn freue ich mich wirklich. Er selber merkt es vielleicht gar nicht, aber in seinem Leben zeichnen sich Änderungen ab. Ob sich dadurch etwas großes ändert, weiß ich nicht. Aber noch letztes Jahr hat er auch lange Zeit viel Freizeit gehabt. Aber da hat er, selbst bei bestem Wetter, lieber daheim vor seinem Fernseh und dem Internet gesessen, geraucht und getrunken.
Dieses Jahr läßt er viel mehr Nähe in seinem Leben zu. Mal davon abgesehen, dass ich so lange bei ihm gewohnt habe und wir ja immer noch einiges an Zeit zusammen verbringen, so ist er nun in seiner freien Zeit fast ausschliesslich bei seiner Familie und verbringt Zeit mit seinen Eltern und Brüdern. Ich weiß nicht, ob er sich jemals irgendwie ganz mit seiner Familie aussöhnen wird, doch sehe ich es trotzdem als Schritt an. Früher hat er doch viel mehr Zeit für sich ganz allein haben wollen. Und auch, wenn ihm ein langer Urlaub mit seinem Bruder alleine Angst macht, so übersieht er, dass er doch jetzt schon so viel Zeit mit ihm verbringt.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, was er zu berichten hat, wenn er wieder zurück ist!!!

 

05.08.2009 um 16:11 Uhr

Zeit für mich

von: Sadeyes

So langsam wird es wieder besser und E rückt wieder in die Ferne. Sicher fehlt er auf eine bestimmte Art und Weise, aber es ist nicht weiter schlimm und ich habe mich wieder daran gewöhnt, dass es so ist. Und es ist gut so, wie es ist. Nicht, dass ich es nicht wieder genießen würde, wenn er wieder da ist...
Aber es gibt mir Zeit, ganz bei mir selber zu sein, über mich nachzudenken und mich selber besser kennenzulernen.

Manchmal habe ich derzeit das Gefühl, das mir ganze Kronleuchter aufgehen. Vieles, was mir zuvor nur vage und difus erschien, präsentiert sich nun in einem anderen Licht. Mir wird immer mehr klar, was Selbstbewußtseinw irklich bedeutet. Und desto besser ich mich selber kennenlerne, umso klarer werde ich. Und ich hoffe, dass sich das dann auch im Verhalten und den Gedanken ausdrückt.

Und ich bin dankbar, für diese Zeit der Selbsterfahrung. Mir ist aufgefallen, dass es stimmt, was in diesen Büchern steht. Ich habe das Problem, dass ich mich selber nicht genug kenne, dass ich meine Grenzen nicht genug kenne. Und dadurch in Beziehungen zu leicht nachgebe bzw mein ich irgendwie beginnt zu verschwimmen. Deswegen trifft einen auch die Angst umso härter und auch der Schmerz, wenn alles vorbei ist. Wer sich selber mit seinen Stärken und Schwächen liebt, kann auch glauben und annehmen, dass jemand anders einen ganz um seiner selbst Willen liebt. Dann fällt es nicht so schwer, Grenzen zu ziehen und sollte es doch in die Brüche gehen, so muss man nicht erstmal wieder zu sich kommen, weil man sich selber nie ganz verlassen hat.
Und ich hoffe darauf, dass ich ich selber sein kann und jemanden liebe, der ganz er selbst sein kann und wir dann trotzdem unser wir finden, ohne uns selber komplett aus den Augen zu verlieren.

 

05.08.2009 um 11:59 Uhr

Von Schuld und hundertprozentiger Verantwortung...

von: Sadeyes

Hier gibt es etwas sehr Wunderbares, nämlich Zeitschriften, die auf Wachstum, Spiritualität und Entspannung ausgerichtet sind. In der aktuellen Ausgabe von Happinez ist ein Interview mit Marianne Williamson zu lesen. Dort beschreibt sie einige ihrer Ansichten, die sie auch immer wieder in ihren Büchern und Seminaren beschreibt. Eine davon ist, dass jeder selbst zu hundert Prozent für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Nach wie vor bin ich immer noch nicht geneigt, dem voll zuzustimmen, wenn es um schlimme Dinge wie Mord oder Vergewaltigung geht, aber was das "tägliche" Leben anbelangt, so hat sie doch recht!

Natürlich sträubt sich sofort alles in einem, wenn man eine solche Aussage liest "Ich bin für alles selber verantwortlich, für alle Probleme und alles, was mich unglücklich macht". Aber im Umkehrschluss bedeutet es doch auch, dass wir selber für alles verantwortlich sind, was gut läuft und uns glücklich macht.
Klar, die Lorbeeren für letzteres streichen wir uns gerne ein und fühlen uns gebauchpinselt, wenn jemand all unsere guten Taten und Erfolge bewundert. Warum aber fällt es so verdammt schwer, zuzugeben, dass wir selber auch Schuld an unserem Unglück oder Versagen tragen?

Ich will mich gar nicht davon ausschliessen. Wenn ich über solche Dinge nachdenke, dann fallen mir hundert Dinge ein, die erklären sollen, mich von meiner eigenen Schuld freisprechen sollen. Aber wenn ich nicht meine eigene Schuld erkenne und annehme, wie soll ich dann wachsen?

Der Punkt, der mich nach wie vor am meisten schmerzt, ist The Evil und das ganze finanzielle, was da mit dran hängt. Natürlich HAT er etwas falsch gemacht, denn er HAT mich ja betrogen und hintergangen. Allerdings hätte ich damals mir auch die Kontoauszüge jährlich zeigen lassen können und mich NICHT mit seinen Ausreden zufrieden geben können.
Gut, das hätte mir auch nur bedingt geholfen, denn da war ich ja schon in der Verpflichtung. Aber ich hätte mich auch nicht so von ihm unter Druck setzen lassen dürfen, das zu tun.
ICH bin volljährig gewesen und habe meine Unterschrift beim Notar und bei der Bank geleistet und damit trage ich auch selber Schuld, an allem, was danach passiert ist. Genauso, wie ICH zu naiv gewesen bin und damals auf einen internen Vertrag mit ihm verzichtet habe, wo wir die Konditionen niedergeschrieben hätten, die wir damals vereinbart hatten und die mir heute den Hintern gerettet hätten. Ein sehr teuer bezahlter Fehler in jeder Hinsicht. Aber wichtig, es einzusehen und auch meine Schuld einzugestehen.

04.08.2009 um 13:25 Uhr

Die liebe Psychologie

von: Sadeyes

Ich frage mich gerade, wie es Psychologen so geht... Können sie jeden Menschen durchschauen, bei jedem, was jemand sagt, in ihre Seele schauen? Auch bei sich selber? Ist das nicht wahnsinnig anstrengend, wenn man das kann? Oder ist es erleichternd?

Wenn ich könnte, würde ich meinen Job hinschmeissen und Psychologie studieren. Ich finde es einfach unglaublich interessant, all diese Mechanismen und kleinen (oder großen) Tricks, die uns unser Unbewußtes spielt, um uns davon abzuhalten, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen. Auch wenn es eigentlich anders viel besser für uns wäre. All diese Selbstlügen und der Wirr-Warr aus Unstimmigkeiten, die uns selber oft nur halb oder gar nicht bewußt sind.

Andererseits ist es manchmal so... ernüchternd. Wenn man erkennt, wie groß das Bündelchen ist, das jeder so mit sich rumschleppt. Kein Wunder, dass es vielen so schwer fällt, ganz selbstbewußt und aufrecht zu gehen.

Und mit allem, was ich mehr lese, mehr erfahre und besser verstehe, frage ich mich, wie man ohne dieses Wissen hoffen kann, "heil" über die Runden zu kommen. Andererseits finde ich es auch irgendwie anstrengend, wenn man bei anderen erkennt, wie sie in ihre eigenen Fallen tappen und sich selber wieder weh tun werden. Klar, als Außenstehender sieht man die Dinge irgendwie immer klarer.
Aber ich hoffe, dass ich auch bei mir die Dinge klarer sehe und erkennen werde, wenn ich selber in die Situation kommen sollte.

Anlass gibt es genug. Ich bin mir sicher, ein paar meiner Reaktionen, als meine Freundin da war, waren dank meiner Bindungsangst. Klar, nun ist sie wieder weg und ich habe noch immer kein Telefon und kann sie nicht regelmäßig sprechen. Und anfangs habe ich sie auch vermißt. Jetzt geht es wieder...

Aber ich kann mich auch noch an den Besuch meiner Eltern in den USA erinnern. Damals hatte ich sie eineinhalb Jahre nicht mehr gesehen und sie waren dann endlich für vier Wochen da. Wann ich sie wiedersehen würde war auch ungewiss. Und ich hatte auch nur eine Woche Urlaub in der Zeit. Und trotzdem hab ich in der Woche und der Zeit den riesigen inneren Drang verspürt, Videospiele zu spielen. Ich hab mich gewundert und es nicht verstanden und konnte trotzdem nichts dran ändern.

Nun wird meine Ma bald eine Woche hier sein. Sicherheitshalber hab ich mir schonmal zwei Arbeitstage eingebaut. Ich habe jetzt schon das Gefühl, eine Woche am Stück, die ich mich um jemanden kümmern soll, nicht durchzustehen.
Aber im Kleinen übts sich. Ich werde meine Gefühl genau beobachten und versuchen, ihnen entgegen zu wirken.
Außerdem übe ich täglich mit meinen Kleinen. Immer ein wenig spielen und kuscheln. Dadurch lernen zu akzeptieren, dass sie mir ans Herz wachsen werden und es weh tun wird, wenn sie bald nicht mehr da sein werden. Gar nicht so einfach...

 

04.08.2009 um 10:33 Uhr

Entscheidungen, Entscheidungen...

von: Sadeyes

Heute ist mal wieder so ein Tag, wo ich nicht so recht weiß, was ich denken soll. Vielleicht liegt es auch noch an den Nachwehen von gestern. Hatte lang gearbeitet und bin dann entsprechend ko, verspannt und mit Kopfschmerzen nach Hause. Daheim hab ich dann auch nichts mehr auf die Reihe bekommen, noch nichtmal mehr ein bissel auf dem Lappy zu spielen, sondern konnte nur noch dumpf in die Röhre schauen und war dann heilfroh, als ich endlich ins Bett sacken und schlafen konnte.

Heute tun meine Schultern noch immer weh und meine Arbeit ist nicht wirklich weniger geworden. Dazu hab ich noch erfahren, wie schwierig es ist zu meinem Vorstellungsgespräch morgen zu kommen. Frage mich, ob es den Aufwand denn überhaupt wert sein wird und ob ich jeden Tag so einen Arbeitsweg haben will... Aber gut, ich hab nunmal zugesagt und ich fände es äußerst unprofessionell das wieder abzusagen.

Heute Abend würd ich dann auch gern in meine Strickrunde, aber nach gestern bin ich mir nicht sicher, ob ich das heut Abend hinbekomme, vor allem, wenn ich morgen zu dem Gespräch will. Entscheidungen, Entscheidungen *seufz*

 

03.08.2009 um 17:28 Uhr

Wechselhaft

von: Sadeyes

Das Wetter ist derzeit so wechselhaft wie meine Stimmung... und meine Müdigkeit (was ist eigentlich das Gegenteil davon?)
Fühle mich gerade so müde und geschlaucht, könnte aber wetten, dass ich heute Nacht wieder nicht richtig einschlafen kann. Immerhin steht bald mal wieder ein Besuch nach Deutschland an. Könnte der letzte vor Weihnachten dieses Jahr sein. Je nachdem, wie die Dinge mit dem Hausverkauf weiter laufen, kann ich mir solche Reisen leider einfach nicht leisten.
Umso mehr hoffe ich, dass ich meine liebe Freundin C treffen kann.

Meine Gedanken und Gefühle für E drehen sich derzeit auch wie das Fähnchen im Wind. Oft hab ich gerade das Gefühl, dass die Stadt sich ohne ihn leer anfühlt, auch wenn das absolut nicht möglich sein kann. Ich bin mir auch sicher, dass die Zeit schnell genug vorbei gehen wird. Na ja, immerhin kann ich wann immer ich will in seine Wohnung und mich da ein wenig aufhalten und ins Net gehen oder telefonieren. Aber wie oft ich das will, das weiß ich noch nicht...

Dafür sieht es so aus, wie wenn meine Krankenversicherung bald durch sein wird (eigentlich besteht sie wohl schon seit Ende Juni, nur man hat es mir noch nicht gesagt... ups, Fehler im System... aber Hauptsache, ich darf trotzdem für zahlen). Dann werd ich mir sofort einen Hausarzt suchen, was hier besonders schwer sein soll und dann will ich mal schauen, ob es möglich ist, eine Therapiestelle zu bekommen. Die Alt-Wunden meiner Ängste kann ich nicht allein aussortieren. Das ist das schwierigste Thema schon immer gewesen und ich dachte, ich hätte es schon lang hinter mir gelassen. Aber manche Dinge haften einem für immer an...

03.08.2009 um 10:57 Uhr

Fragen

von: Sadeyes

Manchmal frage ich mich, warum ich oft so viele Fragen in meinem Kopf umherschwirren habe. Dann hab ich aber mal darüber nachgedacht, was ohne Fragen wäre.

Wenn ich mir keine Fragen stelle, bedeutet das, dass ich alles so hinnehmen würde, wie mir etwas jemand sagt. Ich würde alles als Wahrheit akzeptieren, da ich es nicht hinterfragen kann.
Ich würde auch nie die tiefere Wahrheit erfahren können oder wie etwas funktioniert, weil ich nicht danach fragen könnte.

Fragen sind also dazu da, um etwas besser verstehen zu können. Nicht nur Dinge und andere, sondern vor allem auch mich selber, meine Gefühle und Motivationen.

Was will ich erreichen?
Was möchte ich nicht mehr erleben?
Warum fühle ich gerade, was ich fühle?
Wo kommt dieses Gefühl her und was will es mir sagen?

Ohne Fragen keine Verständnis, keine Bildung, kein Weiterkommen.

Ohne Zweifel ist es natürlich auch wichtig, die "richtigen und wichtigen" Fragen von den "falschen" zu unterscheiden.
Wichtig und richtig ist in meinen Augen alles, was mir zu neuer (Er)Kenntnis verhilft. Was mir hilft, Dinge zu überdenken oder von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.

Ich möchte das Leben bewußter leben und auch meiner Selbst besser bewußt sein. Ich will nicht wieder blind in das nächste Unheil rennen, nur weil es sich in dem Moment gut anfühlt. Und deswegen hoffe ich, dass die Fragen niemals aufhören, dass sie beständig immer nur klarer werden und zu mehr Klarheit verhelfen.

02.08.2009 um 14:46 Uhr

Durchdacht

von: Sadeyes

Ich sitz in meiner Fensternische und schaue den schweren Regentropfen zu, wie sie in das graue Nass des Kanals platschen. Irgendwo übt jemand auf seinem Klavier. Die falschen Töne klingen schwermütig im Dumpfen Grau des heutigen Tages. Und ich frag mich mal wieder, wo ist der Sommer geblieben?

Mittlerweile scheint es fast unwahrscheinlich, dass E doch noch heute einen Abstecher in die Stadt macht und wir uns sehen.

Gestern der Tag war so voll von Unternehmungen, dass ich noch nichtmal das geschafft habe, was ich mir eigentlich vorgenommen habe. Und so bleibt mir nicht viel anderes übrig, als heute all diese unliebsamen Arbeiten zu erledigen. Aber noch nicht...

Ich habe nachgedacht... darüber, warum mir das Wissen um meine Bindungsängste und das Verstehen der Dynamik, die sie in Beziehungen auslöst, nicht hilft, meine Gefühle zu E abzuschalten. Und dann habe ich mich gefragt, muss ich denn alles jetzt radikal abschalten wollen, können und müssen?

Wir tun niemandem weh. Ich denke, noch nichtmal wirklich uns selber. Wir halten automatisch genug Abstand, dass die Verwirrung auf keiner der beiden Seiten zu groß wird und genießen jedes Mal die Gegenwart des anderen. Wir wissen, dass wir einander viel bedeuten und was besonderes im Leben des anderen darstellen. Wir geben uns das Stück Nähe und Wärme, das wir brauchen, ohne dass es uns zu viel wird.

Ich möchte nicht ganz ohne das leben und mehr geht momentan nicht. Nicht so lang immer wieder dieser Hass auf The Evil in mir hochbrodelt. Nicht so lange ich nicht wirklich meine Probleme aufgearbeitet habe.
Aber ich arbeite an mir und versuche zu verstehen und zu ergründen. Und so lange ich das tue, ist es in Ordnung, wenn ich für mich entscheide, dass ich die Dinge mit E so halte, wie sie sind. Trotz allem ist das Denken an ihn anders geworden und ich habe das Gefühl, insgesamt auf dem richtigen Weg zu sein. Warum soll ich also E gewaltsam wegschneiden?