Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

13.12.2009 um 01:06 Uhr

Ich hasse diese Hilflosigkeit...

von: Sadeyes

Momentan bin ich mal wieder höchstunzufrieden. Immer wieder schwappt die Wut in mir hoch. Und ich merke, wie es meinem Umfeld schwer fällt, es zu verstehen. Was mich manchmal noch ärgerlicher macht.

Hatte ich doch tatsächlich letztens eine Unterhaltung... und bekomme zu hören, dass sie nicht versteht, wie ich sagen kann, dass diese Ehe für mich keine war, dass ich für mich entschieden habe, dass es einfach nur ein "rechtlicher Fehler" war.
Ja, ich finde, er hat es nicht verdient, sich "mein Mann" genannt haben zu dürfen. Er war es auch nie. Also auf dem Papier schon. Aber für mich gehört da eben mehr dazu, als zwei Ringe und ein Stück Papier. Und das hat er nie erfüllt.
Im Gegenteil... wenn ich sehe, wie viele seiner Schulden ich nun abgetragen habe oder noch abtragen muss, wie viel Zeit meines Lebens dafür drauf geht, um diese im Vergleich kurze Zeit wieder auszugleichen, dann war er es nicht wert...
Ich weiß, es mag schwer sein, sich das vorzustellen, wenn man es nicht selber erlebt hat, aber trotzdem...

Nun sieht es so aus, wie wenn das Haus endlich verkauft wird. Allerdings habe ich Bauchschmerzen dabei. Sehr große!
Der Käufer hat nur einen sehr niedrigen Preis geboten. Heißt fast ein Viertel weniger als der Preis, zu dem das Haus mal gekauft wurde. Das wird sicherlich einen großen Verlust bedeuten. Vor allem, weil ich die Zahl kenne, die die Bank im Sommer nannte.
Nun ist das Problem, dass wir verkaufen müssen, ohne vorher Zahlen zu bekommen. Die Bank stellt sich quer. Und ich habe mal wieder das Gefühl, etwas hilflos ausgeliefert zu sein. Es gibt zwar schwammige Aussagen, dass sie uns mit den Vorfälligkeitszinsen entgegen kommen, aber was hat das schon zu bedeuten?
Im Sommer war das letztendlich auch weniger, als erst angedeutet wurde. Und ich habe Angst, dass der Verlsut wächst und wächst. Wir sind ja jetzt schon in einem Bereich jenseits von gut und böse. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass ich einfach nicht mehr kann. Es wird mir zu viel und ich kann und will so nicht weiter.
Natürlich null Verständnis von meinem Vater. Da müßte ich jetzt halt durch und es würde ja auch nicht besser werden. Toll, da fühle ich mich auch prima verstanden...

Kann denn niemand begreifen, dass ich schon auf so viel verzichtet habe, dass schon fast gar nichts mehr übrig ist, auf das ich noch verzichten könnte?
Alles sagt sich so leicht... wenn man es nicht selber erleben muss.

Ja, ich bin selber immer wieder erstaunt, wie realtiv gut ich die letzten Monate überstanden habe. Ich habe es geschafft, meinen Verbindlichkeiten nachzukommen, ohne noch mehr Schulden zu machen. Was eigentlich nahezu ein Wunder ist. Und oft geht es auch ganz gut und ich kann das Gefühl verdrängen, dass ich auf so viel verzichte.

Aber wenn ich in den Spiegel schaue oder an einem Friseurladen vorbei gehe, dann merke ich, wie mein Herz schwer wird, weil ich so gerne mal wieder meine Haare schneiden lassen würde. Wenn ich an den Läden vorbei gehe, dann würde ich so gerne hineingehen und mir etwas Neues zum Anziehen kaufen oder etwas Schönes für meine Wohnung oder so.

Letztens war ich hier in einem Laden und der war so schön. Lauter tolle Sachen für die Wohnung. Es war überhaupt schon ein Erlebnis, mal wieder so in einem Geschäft zu bummeln, da ich das normalerweise vermeide. Eben weil es mich an all das erinnert, was ich mir momentan nicht leisten kann.

Ja, ich weiß, irgendwann mag diese Zeit vorbei sein. Aber ich finde es verdammt frustrierend...